{"id":15138,"date":"2012-05-09T00:00:46","date_gmt":"2012-05-08T22:00:46","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.sozialismus.info\/?p=15138"},"modified":"2013-01-29T16:38:21","modified_gmt":"2013-01-29T15:38:21","slug":"landtagswahlen-in-schleswig-holstein-unklare-verhaeltnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/05\/landtagswahlen-in-schleswig-holstein-unklare-verhaeltnisse\/","title":{"rendered":"Landtagswahlen in Schleswig-Holstein: Unklare Verh\u00e4ltnisse"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Wahlergebnis in Schleswig-Holstein tun sich alle Parteien schwer.<\/p>\n<p><strong>Die schwarz-gelbe Koalition in Schleswig-Holstein hat massiv Stimmen<br \/> verloren, aber der H\u00f6henflug von Rot-Gr\u00fcn blieb aus. Stattdessen<br \/> profitieren die Piraten und Die Linke fliegt erstmals aus einem<br \/> L\u00e4nderparlament. Nur die FDP bejubelt den Verlust von 6,7<br \/> Prozentpunkten. Was war los in Schleswig-Holstein?<\/strong><\/p>\n<h4><em>von Holger Dr\u00f6ge, Berlin<\/em><\/h4>\n<p>Mit einer Wahlbeteiligung von nur noch 60,1 Prozent, der niedrigsten<br \/> seit dem Zweiten Weltkrieg haben sich die W\u00e4hlerInnen vor allem in<br \/> Massen von den etablierten Parteien abgewandt und bilden nun die<br \/> Nichtw\u00e4hlerInnen die mit Abstand st\u00e4rkste Kraft im Bundesland. Damit<br \/> setzt sich auch in Schlewig-Holstein der bundesweite Trend der Abkehr<br \/> von den etablierten Parteien fort.<\/p>\n<p>Die schwarz-gelbe Koalition hat deutlich Stimmen verloren und damit die<br \/> Quittung f\u00fcr die K\u00fcrzungspolitik \u2013 vor allem im Bildungsbereich \u2013 der<br \/> letzten Jahre bekommen. Die CDU hat sich massiv verkalkuliert und<br \/> verliert wahrscheinlich den Ministerpr\u00e4sidenten. Doch bei der FDP ist<br \/> die Stimmung dennoch gut. Musste sie doch noch vor einigen Wochen<br \/> angesichts der Umfragewerte bundesweit (in Berlin muss sie mittlerweile<br \/> bei den Sonstigen gez\u00e4hlt werden, da sich nur so wenige W\u00e4hlerInnen<br \/> finden lassen) um den Einzug in den Landtag f\u00fcrchten, hat aber jetzt das<br \/> zweitbeste landesweite Ergebnis in der Geschichte Schleswig-Holsteins<br \/> erzielt. Da erscheint ein Verlust von fast der H\u00e4lfte der Prozentpunkte<br \/> noch als Erfolg und wird die Verh\u00e4ltnisse in der Bundesregierung<br \/> wahrscheinlich erst Mal beruhigen. Dies gilt vor allem, wenn der<br \/> Wiedereinzug in den Landtag in NRW gelingt, was angesichts der massiven<br \/> Medienkampagne f\u00fcr die FDP wahrscheinlich ist.<\/p>\n<p>Rot-Gr\u00fcn hat Stimmen gewonnen, blieb aber deutlich unter den<br \/> Erwartungen. Mit 30,4 Prozent ist die SPD immer noch weit von den 38,7<br \/> Prozent der Wahl 2005, ganz zu schweige von den 40 bis 50 Prozent der<br \/> Vergangenheit, entfernt. Dennoch ist jetzt eine Regierungsbildung mit<br \/> dem eher sozialdemokratisch-aufgestellten S\u00fcdschleswigschen<br \/> W\u00e4hlerverband (SSW) wahrscheinlich. Denn sonst bleibt nur die gro\u00dfe<br \/> Koalition. Ein unbeliebtes Modell, gerade in diesem Bundesland. 2009 war<br \/> hier die letzte gro\u00dfe Koalition geplatzt. Und wer w\u00fcrde an der Spitze<br \/> stehen? Wei\u00df man noch nicht. Weder CDU noch SPD k\u00f6nnen auf die<br \/> Vormachtstellung angesichts der damit verbundenen bundespolitischen<br \/> Signale verzichten.<\/p>\n<p>Die Piraten schaffen wie erwartet den Einzug in den Landtag und haben<br \/> als einzige Partei bei den Wahlen absolut Stimmen gewinnen k\u00f6nnen.<br \/> Bewirken werden sie wie in Berlin oder dem Saarland nichts. Ihrer<br \/> Popularit\u00e4t wird das allerdings nicht schaden, sondern im Gegenteil. Die<br \/> Tatsache, dass sie nicht Teil des etablierten Parteiengesch\u00e4fts sind,<br \/> bleibt ihr Hauptanziehungspunkt.<\/p>\n<p>Die Linke sollte daraus Lehren ziehen. Zu wenig hat sie sich in der<br \/> letzten Zeit vom etablierten Politikgesch\u00e4fts abgegrenzt und daf\u00fcr die<br \/> Quittung erhalten. 66.000 Stimmen hat Die Linke gegen\u00fcber den letzten<br \/> Wahlen verloren, vor allem an das Lager der Nichtw\u00e4hlerInnen, aber auch<br \/> an SPD und Piraten. Neben dem bundespolitisch staatstragenden Auftreten<br \/> der Linken hat auch die innere Zerstrittenheit der Linken in dem vom<br \/> Forum demokratischer Sozialismus (fds) dominierten Landesverband eine<br \/> Rolle gespielt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Wahlergebnis in Schleswig-Holstein tun sich alle Parteien schwer.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[76,78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15138"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15138"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15138\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}