{"id":14800,"date":"2012-05-23T00:00:00","date_gmt":"2012-05-23T00:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14800"},"modified":"2013-01-17T10:17:41","modified_gmt":"2013-01-17T09:17:41","slug":"14800","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/05\/14800\/","title":{"rendered":"Alle Banken verstaatlichen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wenn sich Familie Meier f\u00fcr einen Hauskauf bei einer Bank 200.000<\/strong> <strong> Euro leiht, dann geh\u00f6rt das Haus formal der Bank. Sollten die Meiers<\/strong> <strong> ihre Raten nicht mehr zahlen k\u00f6nnen, dann wird die Bank das Haus<\/strong> <strong> zwangsversteigern. So erging es in den USA, Irland und Spanien tausenden<\/strong> <strong> BesitzerInnen kleiner H\u00e4user. Klare Sache, die Banken hatten das Geld<\/strong> <strong> gegeben, denen geh\u00f6rten die Immobilien.<\/strong><\/p>\n<h4>von Steve K\u00fchne, Dresden<\/h4>\n<p>In den Jahren der Finanz- und Wirtschaftskrise forderten die Banken Geld vom Staat, um liquide zu bleiben und drohten unverhohlen mit ihrer Pleite. Also gaben die Staaten den Finanzh\u00e4usern Milliarden \u00fcber Milliarden. Zur\u00fcckgezahlt wurde bislang l\u00e4cherlich wenig. Man k\u00f6nnte also mit Recht fragen: Wem geh\u00f6ren die Banken? Klare Sache, den SteuerzahlerInnen, denn die hatten zahlreichen Banken das Geld gegeben, um \u00fcber Wasser zu bleiben. Doch es gibt weit mehr Gr\u00fcnde, die f\u00fcr eine Verstaatlichung aller Banken sprechen.<\/p>\n<h4>Privatbanken sind undemokratisch,&#8230;<\/h4>\n<p>Die Banken k\u00f6nnen ihre Interessen durchsetzen, obwohl Banker nur eine verschwindend geringe Minderheit in der Bev\u00f6lkerung darstellen. Warum? Weil ihre Macht ungleich gr\u00f6\u00dfer ist als die der Lohnabh\u00e4ngigen.<\/p>\n<h4>\u2026 bescheren uns allen Risiken,&#8230;<\/h4>\n<p>Das Finanzwesen durchdringt die gesamte kapitalistische \u00d6konomie. Banken liefern quasi den Schmierstoff, der die Wirtschaft am Leben erh\u00e4lt: das Geld. Bleibt dieser Schmierstoff aus, so ger\u00e4t die \u00d6konomie zwangsl\u00e4ufig ins Stocken. Mehr noch: Die Banken mischen auch massiv in der \u201eRealwirtschaft\u201c mit. Nicht nur \u00fcber ihre Kredit- und Zinspolitik, sondern auch durch die Tatsache, dass sie mit den gro\u00dfen Konzernen verflochten sind. Die Zeche einer Bankenkrise zahlen dann wir alle.<\/p>\n<h4>\u2026 gef\u00e4hrden unsere Spareinlagen&#8230;<\/h4>\n<p>Eine private Bank hat nie so viel Geld \u201efl\u00fcssig\u201c wie die Anleger auf ihr Konto eingezahlt haben. Denn Banken vergeben Kredite und spekulieren mit diesem Geld auch. Wenn eine Bank konkurs geht, sehen SparerInnen ihr Geld also kaum wieder.<\/p>\n<h4>\u2026 und tragen zur Finanznot bei<\/h4>\n<p>Obwohl die Banken Geld vom Staat zu ihrer Rettung angenommen haben, sind die meisten Staaten bei eben diesen Banken hoch verschuldet und m\u00fcssen horrende Zinsen zahlen. Um Kredite zu tilgen, spart der Staat bei uns. So werden Sozialleistungen gek\u00fcrzt und kommunale Unternehmen privatisiert (was die Finanzinstitutionen wiederum erfreut, weil sie da fr\u00f6hlich mitmischen k\u00f6nnen).<\/p>\n<h4>Und eine Staatsbank w\u00fcrde das \u00e4ndern?<\/h4>\n<p>Fakt ist: Die privaten Banken haben sich als unf\u00e4hig erwiesen, zum Wohle der Allgemeinheit zu wirken. Da ihre Politik ganze Volkswirtschaften in den Abgrund zu rei\u00dfen droht, schwadronieren selbst manche b\u00fcrgerlichen Politiker \u00fcber mehr Regulierung und Kontrolle. Aber wirklich kontrollieren l\u00e4sst sich nur, was einem auch geh\u00f6rt. Darum geh\u00f6ren die Banken in \u00f6ffentliches Eigentum \u00fcberf\u00fchrt. Die Ersparnisse der Kleinanleger k\u00f6nnten und m\u00fcssten gesichert werden. Bei jedem Kredit w\u00fcrde \u00fcberpr\u00fcft, ob dieser sinnvollen Investitionen dient oder spekulative Zwecke verfolgt. Aber was ist mit den Landesbanken? Haben die nicht auch versucht, das ganz gro\u00dfe Rad zu drehen? Ja, stimmt, weil sie sich komplett an der auf Profite abzielenden Gesch\u00e4ftspolitik orientiert haben. Deshalb sollten die verstaatlichten Banken nicht mehr in Konkurrenz zueinander stehen und in einem \u00f6ffentlichen Bankensektor aufgehen, der demokratisch kontrolliert und verwaltet wird. Auch die Arbeitspl\u00e4tze der Bankangestellten k\u00f6nnten so gesichert werden. Und was ist mit den abgehobenen Vorst\u00e4nden und ihren obsz\u00f6nen Einkommen, die uns auch aus Staatsbetrieben bekannt sind? Damit muss nat\u00fcrlich Schluss sein. Die arbeitende Bev\u00f6lkerung sollte demokratisch \u00fcber die Besetzung aller Funktionen entscheiden. Nein zu Privilegien, ja zu Rechenschaftspflicht und jederzeitiger Wahl- und Abwahlm\u00f6glichkeit! Anders als bisher darf solch eine Verstaatlichung nicht nur zeitweilig, sondern muss dauerhaft sein. Die Bankenkrise ist aber nicht die Ursache, sondern nur Ausdruck der Krise dieses Systems. Deshalb kann die Verstaatlichung der Banken nur ein erster Schritt dahin sein, alle privaten Gro\u00dfunternehmen in \u00f6ffentliches Eigentum zu \u00fcberf\u00fchren und die Konzernherrschaft zu \u00fcberwinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Gesellschaft, in der soziale Not entschieden bek\u00e4mpft wird, kann sich private Banken nicht leisten<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[124,127],"tags":[247],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14800"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14800"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14800\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14800"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14800"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14800"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}