{"id":14779,"date":"2012-04-17T00:00:00","date_gmt":"2012-04-17T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14779"},"modified":"2012-04-17T00:00:00","modified_gmt":"2012-04-17T00:00:00","slug":"14779","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/04\/14779\/","title":{"rendered":"Gro&#223;e Herausforderungen f&#252;r die &#8222;Vereinte Linksallianz&#8221; in Irland"},"content":{"rendered":"<p>  Bemerkenswerte Anti-Establishment-Stimmung in der Bewegung gegen die   Haushaltssteuer<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>&#8222;Bleibt mal locker&#8220;, ist die Message von Minister Shatter (von der   konservativen &#8222;Fine Gael&#8220; f&#252;r die Ressorts Justiz und Verteidigung   zust&#228;ndig; Anm. d. &#220;bers.) an all jene, die gegen die Haushaltssteuer   k&#228;mpfen. Und auch die (mit &#8222;Fine Gael&#8220; eine Koalition bildende,   sozialdemokratische; Anm. d. &#220;bers.) &#8222;Labour Party&#8220; hat schon versucht,   einen Fu&#223; in die T&#252;r der Bewegung zu bekommen. Letztere agiert dabei   allerdings reichlich nerv&#246;s, da die Protestbewegung ihre W&#228;hlerbasis in   den Arbeitervierteln Irlands entscheidend dezimieren k&#246;nnte. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Kevin McLoughlin, &#8222;Socialist Party&#8220; (Schwesterorganisation der   SAV und Sektion des CWI Irland)<\/i><\/h4>\n<p>  Nur ein Jahr nach ihrem erdrutschartigen Sieg wird klar, dass diese   Regierung in Wirklichkeit keine Mehrheit f&#252;r ihre sogenannte Sparpolitik   hat. Mehr als 50 Prozent der Bev&#246;lkerung leistet aktiven Widerstand   gegen ihre Haushaltssteuer, und es ist klar, dass die Mehrheit derer,   die sich f&#252;r die Erhebung dieser Steuer haben registrieren lassen, dies   nur aufgrund der Einsch&#252;chterungen und Drohungen getan hat. Wenn sie in   der Lage sind, eine Mehrheit so einzusch&#252;chtern und zu erpressen, dass   sie auch noch deren so bezeichnetes Spar-Abkommen akzeptieren, so w&#252;rde   dies unweigerlich fr&#252;her oder sp&#228;ter zum Preis der Explosion der   sozialen Lage geschehen.<\/p>\n<p>  Momentan geht es vor allem um die Haushaltssteuer. Es geht aber auch um   einen neuerlichen Kampf der Mehrheit der Arbeiterklasse gegen die   Angriffe der kapitalistischen Klasse aus dem In- und Ausland. Dieses   System ist morsch, und es handelt sich um einen Kampf, bei dem es nicht   um einen Ausgleich gehen kann. Die Frage lautet, wem die Zukunft geh&#246;rt   &#8211; ihnen oder uns!<\/p>\n<p>  Die irisch-republikanische (Erg. d. &#220;bers.) &#8222;Sinn Fein&#8220; wird in diesem   Kampf keine Rolle spielen. Ihre Weigerung, den Boykott der   Haushaltssteuer zu unterst&#252;tzen, zeigt, dass diese Partei immer weiter   nach rechts r&#252;ckt. Man hofft offenbar, bald an der Macht beteiligt zu   werden. Mitglieder bzw. SympathisantInnen von &#8222;Sinn Fein&#8220;, die eine   Partei wollen, welche gegen das System k&#228;mpft, werden sich anderweitig   umsehen m&#252;ssen.<\/p>\n<p>  Aufgrund der Schl&#252;sselrolle, die sie spielen, werden die &#8222;Socialist   Party&#8220; (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Irland;   Erg. d. &#220;bers.) und einige andere Mitglieder des Wahlb&#252;ndnisses &#8222;United   Left Alliance&#8220; (ULA) von vielen Leuten, die sich am Kampf gegen die   Haushaltssteuer beteiligen, sehr positiv wahrgenommen.<\/p>\n<p>  Es kommt in dieser Bewegung zu einem hohen Politisierungs- und   Radikalisierungsgrad. Das Ausma&#223; der gegen das Establishment gerichteten   Gef&#252;hls ist enorm. Es herrscht gro&#223;e Wut aufgrund der Auswirkungen der   sogenannten Sparpolitik, aber auch wegen der brutalen Ungerechtigkeit   und Ungleichheit, die damit einhergehen. Die Menschen wissen, dass das   alles nur im Sinne der Aktienbesitzer und Spekulanten getan wird.<\/p>\n<p>  Allerdings ist unter denen, die zu den &#246;ffentlichen Treffen, zur <a href=\"\/?p=14774\">Kundgebung   im &#8222;National Stadium&#8220; und zu den Gro&#223;demonstrationen<\/a>   gekommen sind, auch so etwas wie Misstrauen gegen&#252;ber politischen   Parteien zu sp&#252;ren. Das kann sich auch gegen&#252;ber der echten Linken   &#252;bertragen, vor allem wenn es um Menschen geht, die zum ersten Mal   &#252;berhaupt politisch aktiv geworden sind.<\/p>\n<p>  Weil die ersten Dinge, an die die Menschen denken, wenn sie in den   letzten Jahren an die etablierten Parteien gedacht haben, die Korruption   und der gro&#223;e Ausverkauf sind, m&#252;ssen die ULA und ihre Mitglieder   &#252;berzeugend sein und das Vertrauen der Menschen gewinnen. Nichts   geschieht automatisch. Das hei&#223;t, dass auch die ULA sich   weiterentwickeln und der wichtigste Bestandteil der politischen   Neu-Organisierung sein wird, die jetzt gerade und geradezu organisch zu   wirken beginnt.<\/p>\n<p>  Zuallererst muss die ULA die Menschen &#252;berzeugen, weshalb eine neue   Partei n&#246;tig ist. Sie muss Menschen gewinnen, von denen viele noch   skeptisch sind, dass eine neue Partei &#252;berhaupt aufgebaut werden kann,   bei der es nach einer Weile nicht auch wieder zum Ausverkauf kommt.   Stattdessen muss klar werden, dass diese neue Partei dabei helfen kann,   einen Kampf gegen das System zu f&#252;hren. Es geht nicht darum, die Leute   &#8222;einfach nur&#8220; zum Eintritt in die ULA zu bringen, als sei diese bereits   ein fertiges Etwas oder eine &#8222;Partei&#8220;. Es geht darum, die Menschen f&#252;r   den Kampf um eine neue Partei zu gewinnen und f&#252;r die Idee, dass die ULA   ein wesentlicher Schritt in Richtung einer solchen Partei sein kann.<\/p>\n<p>  Die ULA und ihre Mitgliedsstrukturen m&#252;ssen uneingeschr&#228;nkt k&#228;mpfen und   in der Aktion in den Kampagnen zeigen, dass sie aufrichtig im Interesse   der Arbeiterbewegung handeln. Dabei geht es nicht nur um Einzelpersonen.   Auch Gruppen in bestimmten Regionen oder ganze B&#252;rgerinitiativen k&#246;nnten   politisiert und ihr Interesse kann geweckt werden. Deswegen ist f&#252;r die   ULA zum jetzigen Zeitpunkt ein B&#252;ndnis, das viele politische Aspekte   einschlie&#223;t, als respektvoll zu bezeichnen und f&#246;deral ist, die beste   Struktur.<\/p>\n<p>  Es gibt verschiedene Kr&#228;fte und Ans&#228;tze, die darum wetteifern, das tiefe   politische Vakuum, das sich in Irland auftut, zu f&#252;llen. Bei den   Protesten kann man eine fortschrittliche antiimperialistische Stimmung   unter einer gr&#246;&#223;eren Zahl &#8222;einfacher&#8220; Leute sp&#252;ren. Allerdings wird es   auch dazu kommen, dass einige Kr&#228;fte dies nutzen werden, um die Bewegung   auf den nationalistischen Weg zu bringen und dabei nur oberfl&#228;chlich   eine linke Rhetorik anwenden.<\/p>\n<p>  Die Arbeiterklasse muss den Kapitalismus in Irland und im Ausland   herausfordern und sich mit ArbeiterInnen in anderen L&#228;ndern zusammentun,   sollte der Spar-Albtraum zur&#252;ckgewiesen werden m&#252;ssen. Um Alternativen   aufzuzeigen, muss die ULA mit dem Kampf f&#252;r eine Massenpartei reagieren,   die radikal ist, sich auf die Macht und die Traditionen des   Klassenkampfes beruft, die Aspekte um die Haushaltssteuer allgemein mit   der sogenannten Sparpolitik und diese wiederum mit dem Kapitalismus in   Verbindung setzt sowie all das auf die Notwendigkeit herunterbricht, in   Irland und auf internationaler Ebene f&#252;r sozialistischen Wandel   einzutreten.<\/p>\n<p>  Daf&#252;r sollte die ULA k&#228;mpfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bemerkenswerte Anti-Establishment-Stimmung in der Bewegung gegen die<br \/>\n      Haushaltssteuer\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[28,46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14779"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14779"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14779\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14779"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14779"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14779"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}