{"id":14777,"date":"2012-04-15T12:00:00","date_gmt":"2012-04-15T12:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14777"},"modified":"2012-04-15T12:00:00","modified_gmt":"2012-04-15T12:00:00","slug":"14777","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/04\/14777\/","title":{"rendered":"&#8220;Echte Frauen&#8221; in Werbung und K&#246;rperkult"},"content":{"rendered":"<p>  &quot;Ges&#252;ndere&quot;, &quot;positivere&quot; und &quot;realere&quot; Darstellungen von Frauen in der   Modewelt und Sch&#246;nheitsindustrie?<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Ein Kommentar der Socialist Party (CWI Sektion in Australien).   Dieser Artikel erschien zuerst auf www.socialistworld.net<\/i><\/h4>\n<p>  Letzten Monat k&#252;ndigte der australische Bundesminister f&#252;r Jugend, Peter   Garret, eine Initiative der Regierung gegen &#8220;negative K&#246;rperbilder&#8221; von   jungen Frauen an.<\/p>\n<p>  &#220;ber die letzten Jahre ist das Bewusstsein und die Besorgnis &#252;ber den   Einfluss der Mode-und Sch&#246;nheitsindustrie auf die Sch&#246;nheitserwartungen   von Frauen gestiegen. Die &#252;berw&#228;ltigende Reaktion darauf ist die   Forderung nach &quot;ges&#252;nderen&quot;, &quot;positiveren&quot; und &quot;realeren&quot; Abbildungen   von Frauen in Werbung der Modewelt und Sch&#246;nheitsindustrie.<\/p>\n<p>  Diese neue Initiative folgt dem Trend von vermarktungsf&#228;higen   freiwilligen Industrie-Ehrencodes, die f&#252;r &quot;gesunde K&#246;rperdarstellungen&quot;   auf ihren Produkten und Werbeanzeigen ausgezeichnet werden. Diejenigen,   die freiwillig an solchen Wettbewerben teilnehmen, erhalten ein   Zertifikat. Die Wertungstabelle wird vom Redakteur der &#8220;Australian   Women&quot;s Weekly&#8221;, einem f&#252;hrenden Sch&#246;nheits-und Lifestyle Magazin,   erstellt.<\/p>\n<p>  Neben der Absurdit&#228;t, dass diese Wertung in den H&#228;nden von denjenigen   ist, die aus der erzeugten Verunsicherung der Frau &#252;ber ihr K&#246;rperbild   Profit schlagen, ist der eigentliche Fokus der Initiative falsch gesetzt.<\/p>\n<p>  Die immer lauter werdenden Rufe nach Frauen, die &#8220;ihre Kurven lieben&#8221;   vertiefen in Zeiten von abgemagerten Models in knapper Bekleidung in der   medialen Pr&#228;sentation nur die erdr&#252;ckende Konzentration auf die Form des   K&#246;rpers der Frau in Relation zu anderen Angelegenheiten.<\/p>\n<p>  Werden wir denn gleichzeitig dazu aufgerufen, den Kampf gegen Sexismus,   h&#228;usliche Gewalt, Diskriminierung am Arbeitsplatz und sexuelle   Bel&#228;stigung zu verst&#228;rken? Viele Frauen, die all diese Dinge erfahren   haben, werden mit einem beherzten &#8220;Nein!&#8221; darauf antworten.<\/p>\n<p>  Die Obsession von K&#246;rperdarstellungen, egal ob es nun &quot;unrealistische&quot;   oder &quot;gesunde&quot; K&#246;rper sind, dienen nur der Einschr&#228;nkung des Bildes der   Frau auf ihren K&#246;rper und ihrer Erscheinungsform &#8211; oftmals begleitet mit   Ideen des &#8220;sexy seins&#8221;.<\/p>\n<p>  Die Phrase &#8220;echte Frau&#8221; im Verh&#228;ltnis zu ihrer K&#246;rperform oder -gr&#246;&#223;e   impliziert, dass wer auch immer nicht solche Ma&#223;e hat, keine   authentische Frau ist. Sind denn Br&#252;ste, H&#252;ften oder andere   physikalische Attribute tats&#228;chlich DIE definierenden Merkmale einer   Frau? Was ist mit Patientinnen, die eine Brustamputation hinter sich   haben? Oder mit intersex und transgender Frauen? Sind das nicht &quot;echte&quot;   Frauen?<\/p>\n<p>  Diese Idee, dass man eine &quot;echte Frau&quot; &#252;ber ihre Erscheinungsform und   K&#246;rper definieren kann, muss bek&#228;mpft werden. Statt das &quot;magere&quot; Ideal   mit einem &quot;kurvigen&quot; Ideal auszutauschen, sollten wir uns darauf   konzentrieren, den Fokus vom K&#246;rper der Frau auf die soziale Rolle der   Frau zu richten. Abbildungen von Frauen werden niemals &quot;gesund&quot; sein,   ausser sie beziehen sich explizit nicht auf Erscheinung und Physiologie.<\/p>\n<p>  Eine solche Wende wird von der Industrie niemals angesto&#223;en oder   freiwillig &#252;bernommen werden, die Profit aus dem K&#246;rperkult schl&#228;gt.   Oftmals geh&#246;rt es zu ihrem Interesse, ein breiteres Angebot an   beispielsweise Konfektionsgr&#246;&#223;en zu stellen &#8211; um den Marktanteil zu   erh&#246;hen.<\/p>\n<p>  Indem sie vorgeben, eine Wandlung hin zu differenzierteren Vorstellungen   von K&#246;rpern zu vollziehen, landen sie noch besser bei den neuen   Schichten von Kunden. Gleichzeitig bieten sie all die Produkte an   KundInnen an, denen eingeredet wurde, dass sie etwas an ihrem K&#246;rper   verbessern m&#252;ssen. In anderen Worten &#8211; dieser Ansatz verbessert sogar   die Ausbeutung von Frauenk&#246;rpern und erh&#246;ht die Profite.<\/p>\n<p>  Eine aktuelle Studie in Australien hat ergeben, dass 96 Prozent aller   Frauen &#8220;etwas an ihrem K&#246;rper ver&#228;ndern w&#252;rden&#8221;. Auf der anderen Seite,   als nach den Eigenschaften einer sch&#246;nen Person gefragt wurde, wurden in   den ersten sechs Antoworten &quot;Selbstbewusstsein, gl&#252;cklich sein, gute   Pers&#246;nlichkeit, Freundlichkeit, Gesundheit und Intelligenz&quot; angegeben.<\/p>\n<p>  Anstatt eine Initiative zu starten, die all diese Eigenschaften bei   Frauen f&#246;rdern w&#252;rde &#8211; beispielsweise durch besseren Zugang zu Bildung,   Ausbau von Kinderbetreuung und anderen sozialen und kulturellen   Angeboten etc. &#8211; bevorzugen Regierung und Sch&#246;nheitsindustrie weiterhin   eine Fokusierung auf den K&#246;rper der Frau.<\/p>\n<p>  Die Idee, dass Feminismus haupts&#228;chlich darauf abzielt, dass &quot;&#252;bliche&quot;   Frauen sich attraktiv und sexy f&#252;hlen, dient nur der Ausgrenzung des   Anspruchs auf wirkliche Geschlechtergleichberechtigung. Frauen k&#228;mpfen   schon seit &#252;ber einem Jahrhundert f&#252;r Rechte, Anerkennung und   M&#246;glichkeiten, &#252;ber ihre physikalischen Eigenschaften hinaus wachsen zu   k&#246;nnen. Deshalb sollten wir uns nicht von den Herrschenden und der   Sch&#246;nheitsindustrie diktieren lassen, wie eine Frau sein sollte und   wof&#252;r sie k&#228;mpfen sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &quot;Ges&#252;ndere&quot;, &quot;positivere&quot; und &quot;realere&quot; Darstellungen von Frauen in der<br \/>\n      Modewelt und Sch&#246;nheitsindustrie?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[32],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14777"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14777"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14777\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14777"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14777"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14777"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}