{"id":14773,"date":"2012-04-10T14:00:00","date_gmt":"2012-04-10T14:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14773"},"modified":"2012-04-10T14:00:00","modified_gmt":"2012-04-10T14:00:00","slug":"14773","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/04\/14773\/","title":{"rendered":"Warnstreiks bei den Wicker-Kliniken in Hessen"},"content":{"rendered":"<p>  Interview: Monatelanger Kampf f&#252;r einen Tarifvertrag<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Unter dem Motto &#8222;Engel brauchen keinen Lohn &#8211; wir schon!&#8220; werden seit   November in den sechs hessischen Standorten der Wicker-Kliniken   Warnstreiks organisiert. Auch w&#228;hrend des Warnstreiks im &#246;ffentlichen   Dienst, fanden solidarische Arbeitsniederlegungen statt.<\/p>\n<p>  Grund f&#252;r die Auseinandersetzung sind die fehlenden Tarifvertr&#228;ge f&#252;r   Pflege- und Krankenhauspersonal und L&#246;hne, die drei&#223;ig bis vierzig   Prozent unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Laut Verdi-Sekret&#228;r Fabian   Rehm k&#246;nne hier &#8222;eine Krankenpflegerin im Jahr fast 10.000 Euro weniger   bekommen als in vergleichbaren Kliniken&#8220; (Frankfurter Rundschau, 3.   November 2011).<\/p>\n<h4>  <i>Gespr&#228;ch mit Stefanie Lohnes, Sozialp&#228;dagogin und ver.di Mitglied   angestellt in der Wicker-Klinik in Bad Homburg*<\/i><\/h4>\n<h4>  Wie viele ArbeitnehmerInnen sind insgesamt von der Auseinandersetzung   betroffen?<\/h4>\n<p>  Insgesamt geht es um ungef&#228;hr 1.500 KollegInnen, die in sechs Kliniken   die Warnstreiks durchf&#252;hren, der Konzern hat etwa 3.500 Besch&#228;ftigte. Im   Konzern befinden sich sechs Kliniken in Bad Homburg, Bad Wildungen, Bad   Zwesten und in Kassel in der Auseinandersetzung um den Tarifvertrag. In   Bad Homburg haben von den ca. 200 KollegInnen im nicht&#228;rztlichen Bereich   etwa 70 seit November 16 Warnstreiktage hinter sich gebracht. Unser   Arbeitgeber verweigert aber bisher jede Verhandlung mit der   Gewerkschaft. Wir haben mittlerweile einen relativ hohen   Organisationsgrad bei uns erreicht.<\/p>\n<h4>  Was habt ihr bisher f&#252;r Aktionen durchgef&#252;hrt?<\/h4>\n<p>  Wir haben wie gesagt 16 Warnstreiktage hinter uns. Ver.di ruft bei uns   momentan unangek&#252;ndigt und tageweise zu Streiks auf, um dem Arbeitgeber   m&#246;glichst wenig Vorlaufzeit zu geben in den Kliniken Streikbrecher   einzusetzen.<\/p>\n<p>  Ver.di hat dar&#252;ber hinaus zwei gro&#223;e Aktionen organisiert, wo alle   Besch&#228;ftigten der Kliniken, die sich in der Auseinandersetzung befinden,   zusammengekommen sind. Zum einen in Kassel, kurz vor Weihnachten und   einmal in Bad Homburg, am 2. November im letzten Jahr.<\/p>\n<p>  In Bad Homburg wurde zudem mit Unterst&#252;tzung des DGB &#252;ber die   Katholische Erwachsenenbildung eine Podiumsdiskussion zum Thema   &#8222;Lohnentwicklung, Ursachen und Folgen f&#252;r unsere Gesellschaft&#8220;   organisiert, und das wurde am Beispiel unseres Hauses und unserer   Auseinandersetzung dort diskutiert. Damit sind wir zumindest in die   Presse gekommen.<\/p>\n<p>  Zudem hat die LINKE einen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung in   Bad Homburg eingebracht, der das Parlament dazu aufrief, sich mit den   Besch&#228;ftigten zu solidarisieren. Dieser wurde abgelehnt &#8211; auch von der   SPD, deren Mitglieder uns sonst oft besuchen kamen. Die haben uns am   Morgen vor der Sitzung noch ihre Solidarit&#228;t ausgesprochen und uns aber   auch erkl&#228;rt, dass sie mit dem Argument der Tarifautonomie leider einem   solchen Antrag nicht zustimmen k&#246;nnten.<\/p>\n<p>  Bisher hat ver.di die Ebene der Warnstreiks nicht verlassen, um die   Kluft zwischen denen die streiken und denen, die gegen den Streik sind,   weil sie Angst haben, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, nicht noch weiter   zu vergr&#246;&#223;ern.<\/p>\n<p>  Unter den Streikenden ist die Bereitschaft, weiter zu machen auch nach   Monaten ungebrochen. F&#252;r viele Kollegen und Kolleginnen ist es ganz neu,   dass man sich organisiert, so ein Solidarit&#228;tsgef&#252;hl entwickelt,   gemeinsam f&#252;r eine Sache k&#228;mpft. Und egal wie das ausgeht, dieses Gef&#252;hl   das nimmt uns keiner mehr.<\/p>\n<h5>  Das Gespr&#228;ch f&#252;hre Anne Engelhardt, SAV Kassel.<\/h5>\n<h5>  <i>*Angabe zur Kenntlichmachung der Person<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Interview: Monatelanger Kampf f&#252;r einen Tarifvertrag\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14773"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14773"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14773\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}