{"id":14755,"date":"2012-04-01T14:00:00","date_gmt":"2012-04-01T14:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14755"},"modified":"2012-04-01T14:00:00","modified_gmt":"2012-04-01T14:00:00","slug":"14755","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/04\/14755\/","title":{"rendered":"Die FDP und Schlecker: Neoliberale Zyniker"},"content":{"rendered":"<p>  Emp&#246;rung &#252;ber FDP darf nicht von Verantwortung anderer ablenken. Ein   Kommentar.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die Emp&#246;rung &#252;ber die FDP ist gro&#223;. Zu Recht. Hat die radikale   Splitterpartei doch daf&#252;r gesorgt, dass 10.000 Schlecker-Verk&#228;uferinnen   sofort und ohne jegliche soziale Abfederung auf der Stra&#223;e stehen. Noch   am Donnerstag wurden die K&#252;ndigungsschreiben verschickt, nachdem die   FDP-Minister in Bund und L&#228;ndern staatliche B&#252;rgschaften f&#252;r einen   70-Millionen-Euro-Kredit zur Gr&#252;ndung von &#8222;Transfergesellschaften&#8220;   blockiert hatten. &#187;Das FDP-Verhalten ist an Ignoranz und sozialer K&#228;lte   kaum zu &#252;berbieten&#171;, meinte die Linkspartei-Vorsitzende Gesine L&#246;tzsch   am Freitag. Angesichts der Stellungnahmen aus der FDP ist das noch zu   freundlich formuliert.<\/p>\n<h4>  <i>von Herbert Wulff<\/i><\/h4>\n<p>  Es seien &#8222;erhebliche Zweifel angebracht, ob dieses auf Niedrigl&#246;hnen   basierende Gesch&#228;ftsmodell Zukunft hat&#8220;, begr&#252;ndete der zum   &#8222;Hoffnungstr&#228;ger&#8220; gestylte Exgeneralsekret&#228;r Christian Lindner die   Ablehnung der B&#252;rgschaft. Es geh&#246;rt schon viel Dreistigkeit dazu, so   etwas als Vertreter einer Partei zu sagen, f&#252;r die Mindestl&#246;hne des   Teufels sind und die einer Ausweitung des Niedriglohnsektors stets und   &#252;berall das Wort redet. Zudem: F&#252;r Tarifl&#246;hne bei Schlecker haben die   dort Besch&#228;ftigten schon selbst gesorgt, indem sie sich gewerkschaftlich   organisiert und daf&#252;r gek&#228;mpft haben.<\/p>\n<p>  Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Rainer Br&#252;derle nannte die   Schlecker-Frauen &#8222;Opfer des Missmanagements einer autokratischen   Familie&#8220;. Das sind sie zweifellos. Aber wer steht im Namen   unternehmerischer Freiheit an vorderster Front im Kampf gegen die   Mitbestimmung von Betriebsr&#228;ten und Belegschaften, die solcher   Selbstherrlichkeit Grenzen setzen k&#246;nnte? Wieder richtig: die FDP.<\/p>\n<p>  Vollends zynisch ist die Behauptung von Parteichef Philipp R&#246;sler, es   werde f&#252;r die Entlassenen ein leichtes sein, neue Jobs zu finden.   Schlie&#223;lich gebe es im Einzelhandel fast doppelt so viele freie Stellen   wie gek&#252;ndigte Schlecker-Mitarbeiter. Geht&#8217;s noch? Als ob die zumeist   &#228;lteren und famili&#228;r gebundenen Verk&#228;uferinnen einfach dahin ziehen   k&#246;nnten, wo der n&#228;chste Minijob zu ergattern ist. Und auch logisch   stimmt die Sache nicht. L&#246;tzsch rechnet vor: Im Februar dieses Jahres   standen den bundesweit 25263 offenen Stellen 305577 arbeitslose   Verk&#228;uferinnen gegen&#252;ber. Hinzu kommt die in erzwungener Teilzeitarbeit   versteckte Unterbesch&#228;ftigung, die im Einzelhandel gravierende Ausma&#223;e   hat. Eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitbesch&#228;ftigung ist f&#252;r   die allermeisten Entlassenen jedenfalls nicht in Sicht.<\/p>\n<p>  Verantwortung tr&#228;gt allerdings nicht allein die FDP. Die anderen   Regierungsparteien verstecken sich nur allzugern hinter der Minipartei,   die ohnehin nicht mehr viele W&#228;hlerstimmen zu verlieren hat. Einen   Koalitionskrach m&#246;chte beispielsweise Bayerns Ministerpr&#228;sident Horst   Seehofer (CSU) wegen der paar tausend Frauenarbeitspl&#228;tze nicht   riskieren. Eine Rettung der Schlecker-Jobs haben auch SPD, Gr&#252;ne und   Union nicht im Sinn. Daf&#252;r w&#228;ren weitaus radikalere Ma&#223;nahmen als die   Subventionierung einer &#8222;Transfergesellschaft&#8220; n&#246;tig.<\/p>\n<h5>  <i>Dieser Kommentar erschien zuerst in der Tageszeitung junge Welt am   31.3.2012.<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Emp&#246;rung &#252;ber FDP darf nicht von Verantwortung anderer ablenken. Ein<br \/>\n      Kommentar.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14755"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14755"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14755\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}