{"id":14749,"date":"2012-03-30T13:00:00","date_gmt":"2012-03-30T11:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14749"},"modified":"2012-06-08T20:07:35","modified_gmt":"2012-06-08T18:07:35","slug":"14749","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/03\/14749\/","title":{"rendered":"&#220;bernahme: Die Tarifkonflikte sind wichtig f&#252;r Auszubildende"},"content":{"rendered":"<p>  &#220;bernahme f&#252;r alle erk&#228;mpfen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Seit Anfang M&#228;rz l&#228;uft die Tarifrunde f&#252;r zwei Millionen   ArbeiterInnen und Azubis bei Bund und Kommunen &#8211; vom Finanzamt bis zur   M&#252;llabfuhr, von der Kita bis zur Friedhofsg&#228;rtnerei. Die Gewerkschaft   ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Lohn, eine Erh&#246;hung um mindestens 200   Euro &#8211; und die &#220;bernahme aller Azubis. Aber nicht nur ver.di hat sich   die Forderung nach unbefristeter &#220;bernahme auf die Fahnen geschrieben.   Auch die IG Metall, deren Tarifauseinandersetzung f&#252;r 3,6 Millionen   Besch&#228;ftigte einen Monat nach der ver.di-Tarifrunde startete, will die   unbefristete Anstellung ausgelernter Azubis. GEW und Beamtenbund stellen   diese Forderung ebenfalls auf.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Jan Hagel, Parchim<\/i><\/h4>\n<p>  Im M&#228;rz war auf der Arbeitgeberseite des &#214;ffentlichen Dienstes bei den   Verhandlungen von unbefristeter &#220;bernahme keine Rede. Blo&#223; eine   &#220;bernahme f&#252;r zw&#246;lf Monate wurde angeboten &#8211; und auch das nur, wenn die   Abschlussnote mindestens &#8222;befriedigend&#8220; ausf&#228;llt und nicht &#8222;&#252;ber Bedarf&#8220;   ausgebildet wurde. Also keine wirkliche Verbesserung gegen&#252;ber dem   Status Quo, wie die ver.di-<\/p>\n<p>  Jugend zu Recht kritisierte. Auch die geforderte Fahrtkostenerstattung   f&#252;r Azubis, die zur Berufsschule weit fahren m&#252;ssen, und die Erh&#246;hung   der Ausbildungsverg&#252;tung um 100 Euro wurde bei den ersten beiden   Verhandlungsrunden ausgeschlagen. Erst bei einer Mindestwegstrecke von   25 Kilometern und einer Eigenbeteiligung von 75 Euro wollten die   Arbeitgeber was springen lassen.<\/p>\n<h4>  Geld und Arbeit w&#228;ren da<\/h4>\n<p>  Ob bei Bund und Kommunen oder in der Metall- und Elektoindustrie &#8211;   &#252;berall wird behauptet, die Forderungen seien nicht finanzierbar. Aber   sehen wir uns das mal genauer an, zum Beispiel im &#214;ffentlichen Dienst:   Ja, es stimmt, dass die Kassen leer sind. Doch selbst dort w&#252;rde die   geforderte Lohnerh&#246;hung nur 4,5 Milliarden Euro im Jahr kosten &#8211; und   damit gerade mal sieben Prozent dessen, was der Staat j&#228;hrlich als   Zinsen an die Banken zahlt. Wenn die Banken &#246;ffentliches Eigentum unter   demokratischer Kontrolle w&#228;ren, dann w&#228;re dieses Problem gel&#246;st. Es w&#228;re   auch genug Arbeit da, um alle Azubis zu &#252;bernehmen. Schlie&#223;lich wurde   seit Mitte der neunziger Jahre jede dritte Stelle im &#214;ffentlichen Dienst   wegk&#252;rzt und damit die Belastung f&#252;r die verbliebenen Besch&#228;ftigten   enorm erh&#246;ht. Wenn dann noch die Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich   verk&#252;rzt w&#252;rden, k&#246;nnte man locker allen Azubis zu sicheren   Arbeitspl&#228;tzen verhelfen.<\/p>\n<h4>  Vollstreik notwendig<\/h4>\n<p>  Ob das passiert oder nicht, ist eine Frage des Kr&#228;fteverh&#228;ltnisses   zwischen den Besch&#228;ftigten und Auszubildenden auf der einen und den   Arbeitgebern auf der anderen Seite. Wenn der &#214;ffentliche Dienst streikt,   bleiben Kitas und &#196;mter zu, M&#252;llwagen und Stra&#223;enbahnen bleiben stehen.   Bei Arbeitsniederlegungen in der Metall- und Elektroindustrie gingen   keine Autos mehr vom Band, Waschmaschinen und K&#252;hlschr&#228;nke w&#252;rden nicht   gebaut, die Profite w&#228;ren bedroht. Die Arbeitgeber w&#252;rden sich schnell   &#252;berlegen, ob sie nicht vielleicht doch auf die Forderungen eingehen   sollten.<\/p>\n<p>  Vor der dritten Verhandlungsrunde hat der ver.di-Vorsitzende Frank   Bsirske &#8222;den gr&#246;&#223;ten Streik seit 20 Jahren&#8220; angek&#252;ndigt, wenn es keine   Einigung geben sollte. Wenn die Arbeitgeber in diesen   Tarifauseinandersetzungen also stur bleiben und die Gewerkschaftsf&#252;hrung   ernsthaft die Interessen der ArbeiterInnen vertreten will, muss sie   ernst machen, tats&#228;chlich einen Vollstreik organisieren und die K&#228;mpfe   bei Metall und &#214;ffentlichem Dienst zusammenbringen.<\/p>\n<h4>  Mitstreiken!<\/h4>\n<p>  An einem Streik d&#252;rfen sich alle Besch&#228;ftigten beteiligen, egal ob sie   Gewerkschaftsmitglieder sind oder nicht. Anders als manche Vorgesetzte   behaupten, d&#252;rfen auch Azubis streiken, sobald sie von der Gewerkschaft   dazu aufgerufen werden. So waren im M&#228;rz ja schon etliche Auszubildende   von ver.di bei Warnstreiks einbezogen worden. Eine Ausnahme gilt nur f&#252;r   den Berufsschulunterricht, der auch im Streik offiziell nicht   &#8222;geschw&#228;nzt&#8220; werden darf. Betriebe k&#246;nnten versuchen, ihre Azubis   w&#228;hrend des Streiks aus der Schule zur&#252;ckzuholen, Azubis d&#252;rfen aber   nicht zur Arbeit w&#228;hrend des Streiks (= Streikbruch) gezwungen werden.   Und wenn sich massenhaft Berufssch&#252;lerInnen beteiligen sollten, h&#228;tten   die da oben es auch schwer, eine solche Streikbeteiligung abzustrafen.<\/p>\n<h4>  Tarifpolitischer Durchbruch?<\/h4>\n<p>  Zu Redaktionsschluss war noch v&#246;llig offen, ob es &#252;ber die Warnstreiks   hinaus zu Arbeitsk&#228;mpfen kommt. Vor allem war offen, wie konsequent die   Gewerkschaftsspitzen den Konflikt f&#252;hren wollen &#8211; schlie&#223;lich haben sie   sich in der Vergangenheit immer wieder auf faule Kompromisse eingelassen.<\/p>\n<p>  Offen ist auch, wie ernsthaft das Ziel der unbefristeten &#220;bernahme von   Auszubildenden nach erfolgreicher Abschlusspr&#252;fung gemeint ist. Sollte   das jedoch gelingen, w&#228;re es ein tarifpolitischer Durchbruch. Bislang   sind verbindliche und unbefristete &#220;bernahmeregelungen in Tarifvertr&#228;gen   n&#228;mlich die riesengro&#223;e Ausnahme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &#220;bernahme f&#252;r alle erk&#228;mpfen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[48,17],"tags":[246],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14749"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14749"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14749\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}