{"id":14746,"date":"2012-03-27T00:00:00","date_gmt":"2012-03-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14746"},"modified":"2012-05-15T14:42:01","modified_gmt":"2012-05-15T12:42:01","slug":"14746","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/03\/14746\/","title":{"rendered":"SAV und AKL: F&#252;r eine starke Linke in der LINKEN"},"content":{"rendered":"<p>  Warum wir die Antikapitalistische Linke (AKL) unterst&#252;tzen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Auf der SAV-Bundeskonferenz im Februar wurde mit &#252;berw&#228;ltigender   Mehrheit beschlossen, SAV-Mitglieder aufzufordern der   Antikapitalistischen Linken (AKL) beizutreten, nachdem diese auf ihrem   bundesweiten Treffen im Januar beschlossen hatte, sich demokratische   Strukturen zu geben und sich als Bundesarbeitsgemeinschaft in der Partei   DIE LINKE anzumelden.<\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic<\/i><\/h4>\n<p>  Um Missverst&#228;ndnissen vorzubeugen: die Unterst&#252;tzung der AKL durch den   Eintritt von SAV-Mitgliedern kommt keiner Fusion oder einer Aufl&#246;sung   der SAV gleich. Wir wollen mit diesem Schritt die innerparteiliche Linke   st&#228;rken und einen Beitrag dazu leisten, in der Partei f&#252;r einen   k&#228;mpferischen und sozialistischen Kurs zu k&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  DIE LINKE ist heute in der Bundesrepublik die einzige Partei mit   Masseneinfluss, die einen antikapitalistischen Anspruch hat und sich dem   b&#252;rgerlichen Mainstream von Sozial- und Lohnabbau entgegenstellt. Die   abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten, Erwerbslosen und Jugendlichen brauchen dringend   eine Massenpartei, die ihre Interessen vertritt und den vielf&#228;ltigen   K&#228;mpfen f&#252;r bessere Lebensbedingungen eine verbindende sozialistische   Perspektive gibt. Auch wenn DIE LINKE dieser Aufgabe heute nicht gerecht   wird, ist sie der einzige Ansatzpunkt f&#252;r den Aufbau einer solchen   Partei und ein wichtiges Forum f&#252;r die Debatte dar&#252;ber.<\/p>\n<p>  Gleichzeitig ist die Partei extrem heterogen und wirkt wie zwei Parteien   in einer, mit einem starken auf Integration in das kapitalistische   System orientierten Fl&#252;gel, der f&#252;r Regierungsbeteiligungen mit den   pro-kapitalistischen Parteien SPD und Gr&#252;nen steht. Es ist eine zentrale   Aufgabe f&#252;r SozialistInnen in der Partei, zu verhindern, dass dieser   Fl&#252;gel die Oberhand gewinnt und die Partei somit als Instrument im   Klassenkampf verloren ginge. Im Gegenteil muss der Kampf f&#252;r eine   k&#228;mpferische und auf die Abschaffung des Kapitalismus orientierte   Mehrheit in der Partei gef&#252;hrt werden.<\/p>\n<p>  Um dies zu erreichen, ist eine Zusammenarbeit der k&#228;mpferischen,   sozialistischen Kr&#228;fte in der Partei n&#246;tig. Die AKL hat in den Jahren   seit ihrer Gr&#252;ndung 2006 einen wichtigen Beitrag geleistet, um   antikapitalistische Grundpositionen in der Partei zu verteidigen. Das   gilt vor allem in der Debatte um Auslandseins&#228;tze der Bundeswehr, aber   auch in der Thematisierung der Eigentumsfrage w&#228;hrend der   Programmdebatte. Sie hat aber lange Zeit wie ein Zusammenschluss von   linken Abgeordneten und Parteifunktion&#228;rInnen gewirkt und weniger als   eine Str&#246;mung, die sich um die Organisierung von Basismitgliedern   bem&#252;ht.. Dem entsprach das Fehlen einer demokratischen Struktur, die   regelm&#228;&#223;ige Treffen auf Landesebene und vor Ort und demokratische   Entscheidungsprozesse erm&#246;glicht. Die Beschl&#252;sse der letzten   AKL-Bundeskonferenz haben diesen Zustand, zumindest potenziell,   aufgehoben. Mitglieder k&#246;nnen nun die Politik und das F&#252;hrungspersonal   der AKL direkt mitbestimmen. Au&#223;erdem soll eine neue politische   Grundsatzerkl&#228;rung ausgearbeitet werden. Die im Januar beschlossene   Stellungnahme ist ein Schritt in die richtige Richtung, weil sie den auf   Regierungsbeteiligungen setzenden rechten Fl&#252;gel in der Partei offener   herausfordert.. Wir haben in den letzten Jahren eine wachsende   Schnittmenge zwischen Positionen der SAV und der AKL beobachten k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Wir waren in der Vergangenheit nicht mit allen Positionen der AKL   einverstanden und werden es auch in Zukunft sicher nicht sein. So hatte   die AKL zum Zeitpunkt ihrer Gr&#252;ndung eine aus unserer Sicht zu   unkritische Haltung zur politischen Basis der Vereinigung von PDS und   WASG eingenommen und verweigerte der gegen eine pro-kapitalistische   Regierungsbeteiligung gerichteten Kandidatur der WASG Berlin zu den   Abgeordnetenhauswahlen 2006 ihre Unterst&#252;tzung. Auch hatte sie   mehrheitlich eine unkritische Haltung gegen&#252;ber dem Zustandekommen der   derzeitigen Doppelspitze von Gesine L&#246;tzsch und Klaus Ernst eingenommen.   Wichtige Teile der AKL in Nordrhein-Westfalen haben sich aus unserer   Sicht zu weitgehend auf parlamentarische Arbeit fokussiert und nimmt sie   in der Ablehnung von Regierungsbeteiligungen im Rahmen des Kapitalismus   keine ausreichend klaren Prinzipien ein. In ihrer Gr&#252;ndungserkl&#228;rung   beschr&#228;nkt sich die Auseinandersetzung mit den stalinistischen Staaten   Osteuropas auf deren Charakterisierung als &#8222;Sozialismusversuche&#8220;, die   wir nicht teilen und die eine unkritische Haltung zu den b&#252;rokratischen   Diktaturen in diesen Staaten impliziert.<\/p>\n<p>  Wir sehen aber f&#252;r die aktuell und in absehbarer Zeit anstehenden   Auseinandersetzungen in der LINKEN eine ausreichende Schnittmenge, um in   einer demokratischen und breiten Str&#246;mung zusammen zu arbeiten. Wir   wollen uns dabei konstruktiv einbringen und einen Beitrag dazu leisten,   die AKL als klar antikapitalistische und kritische Str&#246;mung zu st&#228;rken.   Dabei tritt die SAV nicht als Organisation der AKL bei, sondern   SAV-Mitglieder tun dies individuell.<\/p>\n<p>  Gleichzeitig sind wir weiterhin der Meinung, dass eine breitere   Zusammenarbeit der linken Kr&#228;fte in der Partei n&#246;tig ist, um zu   verhindern, dass die in vielen Landesverb&#228;nden dominierenden Kr&#228;fte, die   eine parlamentarische und systemimmanente Orientierung haben, die Partei   als Mittel zum Kampf zerst&#246;ren werden. Die Gefahr, dass DIE LINKE eine   &#228;hnliche Entwicklung, wie die Rifondazione Comunista (RC) in Italien   nimmt ist gro&#223;. Die RC hat durch Regierungsbeteiligungen in so genannten   Mitte-Links.Koalitionen Verantwortung f&#252;r Sozialabbau und   arbeiterfeindliche Politik &#252;bernommen und einen gro&#223;en Teil ihrer   Unterst&#252;tzung in der Arbeiterklasse und ihre aktive Basis eingeb&#252;&#223;t. Es   besteht aber auch die Gefahr, dass die Parteilinke die Entwicklung der   RC-Linken nachvollzieht. Diese war zersplittert und konnte keine   gemeinsame und wirkungsvolle Opposition gegen den Kurs der RC-F&#252;hrung   entfalten. Deshalb hatte die SAV schon vor anderthalb Jahren in einem   offenen Brief an die AKL die Frage eine Reorganisierung der   innerparteilichen Linken aufgeworfen. Dies auch mit dem Ziel ein Angebot   f&#252;r diejenigen LINKE-Mitglieder zu schaffen, die sich keiner der linken   Str&#246;mungen und Gruppierungen (neben AKL und SAV die Sozialistische   Linke, Kommunistische Plattform u.a.) zugeh&#246;rig f&#252;hlen. Wir hoffen nun,   dass eine demokratische, k&#228;mpferische und aktionsorientierte AKL eine   Ausstrahlungskraft f&#252;r viele dieser Basismitglieder entwickeln kann und   wollen dazu einen Beitrag leisten. Gleichzeitig halten wir die   Zusammenarbeit antikapitalistischer Kr&#228;fte innerhalb der Partei &#252;ber   Str&#246;mungsgrenzen hinweg weiterhin f&#252;r notwendig und denken, dass daf&#252;r   Angebote geschaffen werden sollten.<\/p>\n<p>  All das hebt die Bedeutung des Aufbaus der SAV als einer marxistischen   Organisation zur Weiterentwicklung marxistischer Theorie und   Programmatik und einer marxistischen Praxis in Betrieben, Gewerkschaften   und sozialen Bewegungen nicht auf. Im Gegenteil: je st&#228;rker eine in der   LINKEN wirkende marxistische Kraft wird, desto eher kann eine weitere   Rechtsentwicklung der Partei verhindert werden und kann die Grundlage   f&#252;r die Schaffung einer revolution&#228;r-marxistischen Massenkraft in der   Zukunft gelegt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Warum wir die Antikapitalistische Linke (AKL) unterst&#252;tzen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25,104],"tags":[246],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14746"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14746"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14746\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14746"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14746"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14746"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}