{"id":14732,"date":"2012-03-12T00:00:00","date_gmt":"2012-03-12T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14732"},"modified":"2012-03-12T00:00:00","modified_gmt":"2012-03-12T00:00:00","slug":"14732","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/03\/14732\/","title":{"rendered":"Schl&#228;gertrupps eingesetzt gegen Streikende beim Autozulieferer &#8222;Meister&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Europaabgeordnete protestieren gegen Privatarmee des Unternehmens<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am Samstagabend, 26. Februar, standen ArbeiterInnen bei &#8222;Meister&#8220;,   einem Autoteile produzierenden Unternehmen im belgischen Sprimont,   pl&#246;tzlich einem Schl&#228;gertrupp gegen&#252;ber, der von der Konzernleitung   angeheuert wurde, um ihren Streik zu brechen.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Geert Cool, LSP\/PSL (Schwesterorganisation der SAV und Sektion   des CWI in Belgien)<\/i><\/h4>\n<p>  Die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung von &#8222;Meister&#8220; hatte vorher schon &#252;ber einen   deutschen privaten Sicherheitsdienst eine gewaltbereite Privatmiliz   damit beauftragt, Wertgegenst&#228;nde und Material vom Betriebsgel&#228;nde zu   schaffen. Die Schl&#228;ger drangen in die Produktionsst&#228;tte ein und   zerst&#246;rten eine Reihe von Fertigwaren. Aufgrund sofortiger, von den   KollegInnen in der Region L&#252;ttich organisierter Solidarit&#228;t jedoch waren   die Schl&#228;ger nicht in der Lage, das Betriebsgel&#228;nde wieder zu verlassen,   weil mehr als 100 Leute drau&#223;en am Streikposten zusammengekommen waren.   Die Polizei musste eingreifen, um die Privatmiliz zu &#8222;evakuieren&#8220;.<\/p>\n<p>  Nachdem die Drohung ausgesprochen wurde, die Produktion in die   Tschechische Republik zu verlagern, wurde dann im Wochenverlauf ein   &#8222;Krisenmanager&#8220; bei &#8222;Meister&#8220; eingesetzt, der die Produktion wieder in   Gang bringen und Verhandlungen zwischen den Besch&#228;ftigten und der   Gesch&#228;ftsleitung beginnen sollte.<\/p>\n<p>  Als der Europapaabgeordnete der &#8222;Socialist Party&#8220; (Schwesterorganisation   der SAV und Sektion des CWI in Irland) von diesen Geschehnissen bei   &#8222;Meister&#8220; erfuhr, schickte er am 1. M&#228;rz umgehend eine   Solidarit&#228;tserkl&#228;rung an die Besch&#228;ftigten, die von 16 Mitgliedern des   Europaparlaments aus acht verschiedenen L&#228;ndern unterzeichnet wurde.<\/p>\n<h4>  Der Brief der Europaabgeordneten:<\/h4>\n<h4>  Solidarit&#228;tsadresse f&#252;r die ArbeiterInnen bei &#8222;Meister&#8220; in Sprimont,   Belgien<\/h4>\n<p>  Mit Betroffenheit haben wir, Mitglieder der Fraktion GUE \/ NGL   (Europ&#228;ische Vereinigte Linke \/ Nordische Gr&#252;ne Linke) im   Europaparlament, von den Ereignissen bei dem Unternehmen &#8222;Meister&#8220;   erfahren, in dem Autoteile produziert werden und das eine Tochterfirma   der (nordrhein-westf&#228;lischen; Erg. d. &#220;bers.) &#8222;Poppe &amp; Potthoff Gmbh &amp;   Co.&#8220; in Sprimont, Belgien, ist.<\/p>\n<p>  Vor einer Woche erfuhren die Besch&#228;ftigten, dass zwei Gro&#223;auftr&#228;ge an   eine andere Produktionsst&#228;tte in der Tschechischen Republik gehen   w&#252;rden. Sie f&#252;rchteten die Verlagerung der Produktion und forderten   deshalb eine Erkl&#228;rung. Weil die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung aber stumm blieb,   wurde eine Blockade des Unternehmens organisiert, die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung   wurde eingesperrt. Nach einer Stunde lie&#223; man die Betriebsleitung wieder   frei, hinderte aber drei f&#252;r die Auslieferung bereite LKW daran, das   Betriebsgel&#228;nde zu verlassen.<\/p>\n<p>  Am Sonntag reagierte die Gesch&#228;ftsleitung dann damit, 35 Schl&#228;ger vorbei   zu schicken, von denen einige mit Schlagst&#246;cken, Pfefferspray und   schusssicheren Westen ausgestattet waren. Sie sollten mit Gewalt f&#252;r die   Abfahrt der drei LKW sorgen. Angeheuert wurden sie von einem deutschen   Sicherheitsdienst, der keine Genehmigung hat, auch in Belgien zu   agieren. Das stellt sie nach belgischem Gesetz als illegal dar, als   Privatmiliz. Dennoch drangen sie auf das Betriebsgel&#228;nde ein und   verletzten daraufhin zwei ArbeiterInnen, als sie diese davon abhalten   wollten, ihre KollegInnen zu warnen. Dennoch sorgte ein aus rund 100   ArbeiterInnen bestehender Streikposten daf&#252;r, dass der Schl&#228;gertrupp das   Gel&#228;nde nicht wieder verlassen konnte. Am Ende kam die Polizei, um die   Schl&#228;ger der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung zu &#8222;evakuieren&#8220;. Es wurde allerdings   niemand in Gewahrsam genommen, noch wurden die Personalien festgestellt   oder die mitgef&#252;hrten Waffen beschlagnahmt.<\/p>\n<p>  Wir sind emp&#246;rt &#252;ber die Art und Weise wie einige Arbeitgeber innerhalb   der Europ&#228;ischen Union das Recht auf Freiz&#252;gigkeit mit F&#252;&#223;en treten und   sogar von paramilit&#228;rischen Aktionen Gebrauch machen. Hierbei handelt es   sich offensichtlich um eine dringende Warnung an die gesamte   Arbeiterbewegung, die eine entschlossene Antwort verlangt.<\/p>\n<p>  Wir sind der Meinung, dass ArbeiterInnen das Recht haben, f&#252;r ihre   Arbeitspl&#228;tze zu k&#228;mpfen, und begr&#252;&#223;en die Entschlossenheit, mit der sie   genau dies tun. Dar&#252;ber hinaus meinen wir, dass es nicht nur an der   Polizei ist, die Ereignisse bei &#8222;Meister&#8220; einer intensiven Untersuchung   zu unterziehen, sondern auch an den belgischen, franz&#246;sischen und   deutschen Gewerkschaften. Letztere sollten ihrerseits eine eigene   Untersuchungskommission einsetzen und einen gemeinsamen Aktionsplan   erarbeiten, um derartige Angriffe in Zukunft verhindern zu k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Unsere volle Solidarit&#228;t gilt den ArbeiterInnen bei &#8222;Meister&#8220;. Wir   unterst&#252;tzen jede Initiative der Gewerkschaften, die ArbeiterInnen auch   an anderen Standorten von &#8222;Meister&#8220; sowie &#8222;Poppe &amp; Potthoff&#8220; &#252;ber die   Ereignisse zu informieren. Wir selbst werden unsere Kontakte nutzen, um   Informationen &#252;ber diese Attacken zu verbreiten. Nur gemeinsam k&#246;nnen   wir uns gegen solche Gewaltakte verteidigen und unsere   Arbeitsbedingungen, das Streikrecht und das Recht auf Arbeit sch&#252;tzen.   No pasar&#225;n!<\/p>\n<h4>  Solidarisch,<\/h4>\n<h4>  Paul Murphy MEP (&#8222;Socialist Party&#8220;, Irland)<\/h4>\n<h4>  Patrick Le Hyaric MEP (&#8222;Front de Gauche&#8220;, Frankreich)<\/h4>\n<h4>  Nikolaos Chountis MEP (&#8222;Syriza&#8220;, Griechenland)<\/h4>\n<h4>  Willy Meyer MEP (&#8222;Izquierda Unida&#8220;, Spain)<\/h4>\n<h4>  Sabine L&#246;sing MEP (Die Linke, Deutschland)<\/h4>\n<h4>  Sabine Wils (Die Linke, Deutschland)<\/h4>\n<h4>  Jo&#227;o Ferreira (Kommunistische Partei, Portugal)<\/h4>\n<h4>  In&#234;s Zuber (Kommunistische Partei, Portugal)<\/h4>\n<h4>  Marisa Matias MEP (Linksblock, Portugal)<\/h4>\n<h4>  Miguel Portas MEP (Linksblock, Portugal)<\/h4>\n<h4>  S&#248;ren Bo S&#248;ndergaard MEP (D&#228;nemark)<\/h4>\n<h4>  Kartika Tamara Liotard MEP (Unabh&#228;ngige, Netherlands)<\/h4>\n<h4>  Helmut Scholz MEP (Die Linke, Deutschland)<\/h4>\n<h4>  Younous Omarjee MEP (Liste &#8222;Alliance des Outre-Mers&#8220;, Frankreich)<\/h4>\n<h4>  Gabriele Zimmer MEP (Die Linke, Deutschland)<\/h4>\n<h4>  Thomas H&#228;ndel MEP (Die Linke, Deutschland).<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Europaabgeordnete protestieren gegen Privatarmee des Unternehmens\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14732"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14732"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14732\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14732"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14732"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14732"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}