{"id":14726,"date":"2012-03-08T00:00:00","date_gmt":"2012-03-08T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14726"},"modified":"2012-03-08T00:00:00","modified_gmt":"2012-03-08T00:00:00","slug":"14726","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/03\/14726\/","title":{"rendered":"Internationaler Frauentag 2012"},"content":{"rendered":"<p>  Der 8. M&#228;rz &#8211; ein Tag, der all die K&#228;mpfe und Siege in der Geschichte   von Arbeiterinnen ins Ged&#228;chtnis ruft.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <b>Dieser Artikel erschien zuerst in englischer Sprache auf der Webseite   socialistworld.net<\/b><\/h4>\n<h4>  <i>von Clare Doyle, CWI<\/i><\/h4>\n<p>  &#220;ber ein Jahrhundert lang war der achte M&#228;rz der Tag, an dem an die   K&#228;mpfe der ArbeiterInnenklasse und der revolution&#228;ren Frauen f&#252;r ein   besseres Leben und eine sozialistische Gesellschaft gedacht und gefeiert   wurde. Die Urspr&#252;nge liegen in den K&#228;mpfen f&#252;r gleiche Entlohnung und   angemessene Arbeitsbedingungen in den USA des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>  Am 8. M&#228;rz 1857 demonstrierten und streikten TextilarbeiterInnen in New   York f&#252;r verbesserte Arbeitsbedingungen, einen 10-Stunden-Tag und   gleiche Rechte f&#252;r Frauen. Ihre Reihen wurden von der Polizei gebrochen.   51 Jahre sp&#228;ter, am 8. M&#228;rz 1908 demonstrierten in New York ihre   Schwestern aus dem Nadelhandel in Gedenken an die Demonstration 1857 und   forderten das allgemeine Wahlrecht und ein Ende der Ausbeutungsbetriebe   und Kinderarbeit. Die Polizei war an diesem Tag ebenso anwesend.<\/p>\n<p>  Die Einf&#252;hrung eines internationalen Frauentags wurde erstmals auf der   sozialistischen Frauenkonferenz der 2. Internationale 1910 aufgegriffen   &#8211; eine Idee, die die deutsche Revolution&#228;rin Clara Zetkin aufgeworfen   hatte. Russische Frauen vermerkten diesen Tag auf den letzten Sonntag im   Februar nach dem vorrevolution&#228;ren julianischen Kalender.<\/p>\n<p>  Genau an diesem Tag, im Jahre 1917, starteten Arbeiterinnen wort   w&#246;rtlich eine Revolution in Petrograd. Sie protestierten gegen   Preissteigerungen und Lebensmittelknappheit, begaben sich ins Zentrum   der Stadt und riefen alle Kollegen und Kolleginnen auf, sich ihnen   anzuschlie&#223;en.<\/p>\n<h4>  Nach dem gregorianischen Kalender, der mehrheitlich auf der Welt benutzt   wird, ist dieser Tag der 8. M&#228;rz.<\/h4>\n<p>  &#8220;Ende dem Hunger!&#8221;, &#8220;Ende dem Krieg!&#8221; &#8211; Hunger bestimmte das Leben   tausender Kinder, wie auch die der &#228;lteren M&#228;nner und Frauen, sowie der   sehr Kranken und Armen. Der erste Weltkrieg bestimmte das Leben von   Millionen LandarbeiterInnen und ArbeiterInnen an der Front. Die Februar-   Revolution 1917, die das Joch des Zarismus in ganz Russland st&#252;rzte, war   der Vorbote der erfolgreichen sozialistischen Revolution im Oktober des   selben Jahres.<\/p>\n<h4>  Errungenschaften und Niederlagen im Kapitalismus<\/h4>\n<p>  Fast ein Jahrhundert sp&#228;ter steckt das System, Kapitalismus, das uns   seither weismachen will, dass es keine Systemalternative geben kann, in   der wohl historisch schlimmsten Krise. Im 20. Jahrhundert war der   Kapitalismus f&#252;r eine Weile in vielen europ&#228;ischen L&#228;ndern und den USA   unter dem Druck von m&#228;chtigen K&#228;mpfen der Arbeiterklasse gezwungen,   Gesundheitsvorsoge, Bildung und Pflegeeinrichtungen bereitzustellen.   W&#228;hrend des Wirtschaftsaufschwungs wurden Haushaltsger&#228;te, die die   Hausarbeit erleichterten, f&#252;r die Arbeiterklasse bezahlbar. Die Mehrheit   der Frauen in Afrika, Asien und Latein-Amerika, die die endlose   Hausarbeit verrichteten, aber auch Millionen von Frauen der entwickelten   L&#228;nder konnten nur einen Bruchteil, wenn &#252;berhaupt, des Fortschritts   genie&#223;en.<\/p>\n<p>  In Europa und US Amerika, sowie in einigen anderen L&#228;ndern, konnte eine   Schicht von Arbeiterinnen auf gleichen Lohn, gleiche   Karrierem&#246;glichkeiten und flexiblere Arbeitszeiten bestehen. Im 20.   Jahrhundert wurden auch chauvinistische Verhaltensweisen gegen&#252;ber   Frauen und sexistische Werbung mit einigem Erfolg bek&#228;mpft. In der   kapitalistischen Welt ist die &#8220;m&#228;nnliche Dominanz&#8221; Teil des Systems und   setzt eine Tradition der Vergangenheit fort, um die Arbeiterklasse zu   spalten und weitaus extremer auszubeuten. Den sch&#228;rfsten Ausdruck von   Sexismus kann man durch Proteste bek&#228;mpfen, besonders wenn die K&#228;mpfe   mit Bewegungen der vereinten ArbeiterInnenklasse gegen die Bosse und   deren System als Ganzes vereint werden.<\/p>\n<h4>  Hart getroffen von der Krise<\/h4>\n<p>  Heute, zu Zeiten der tiefsten Weltwirtschaftskrise des Kapitalismus,   sind die Errungenschaften der Arbeiterinnen und Frauen aus der   Mittelschicht wieder unter Beschuss. Gleicher Lohn bei gleicher Arbeit,   muss dort, wo er durchgesetzt wurde, verteidigt werden. Denn sobald   Gewerkschaften diesen Kampf nicht aufnehmen, werden diese und andere   grunds&#228;tzlichen Rechte angegriffen. Fortschritte, wie die Anerkennung   von h&#228;uslicher Gewalt als Straftat und Ma&#223;nahmen, die die Flucht vor   gewaltt&#228;tigen Partnern erm&#246;glichen, werden zunehmend zur&#252;ckgenommen.<\/p>\n<p>  In der anf&#228;nglichen Periode einer Krise werden oftmals m&#228;nnliche   Arbeiter entlassen, w&#228;hrend die Arbeitspl&#228;tze der geringer entlohnten   Arbeiterinnen weiterhin erhalten bleiben. Doch sobald die Krise   schlimmer wird und massenhaft Arbeitspl&#228;tze im &#246;ffentlichen Dienst   weggek&#252;rzt werden, sind es Frauen, die am heftigsten betroffen sind. Sie   verlieren nicht nur ihre Anstellung, sondern sind auch konfrontiert mit   der Aufl&#246;sung von sozialen Leistungen und Einrichtungen. Es ist kein   Wunder, dass sich Frauen in der ersten Reihe von Streiks und   Generalstreiks in ganz Europa und anderswo organisieren.<\/p>\n<p>  Frauen verrichten noch immer mehrheitlich die Hausarbeit. Sie erledigen   den Einkauf, das Putzen und die Pflege von Familienmitgliedern. Das   alles wird in einer Krise zu alptraumhaften Sorgen &#252;ber schrumpfende   Haushaltsbudgets, fallende L&#246;hne und steigende Preise f&#252;hren. K&#252;rzungen   an &#246;ffentlich-finanzierten sozialen Dienstleistungen bedeuten einen   h&#246;heren Druck auf Frauen, da sie mehr Zeit f&#252;r Kindererziehung und   Krankenpflege f&#252;r Familienmitglieder aufwenden m&#252;ssen.<\/p>\n<p>  Massenarbeitslosigkeit unter Jugendlichen ist eine allgemeine Sorge.   Wenn der Zugang zu Ausbildungsm&#246;glichkeiten erschwert wird, bedeutet das   f&#252;r Jugendliche unmittelbar eine h&#246;here Abh&#228;ngigkeit von ihren Familien.   Die Last auf Arbeiterfamilien erh&#246;ht sich enorm und wird unertr&#228;glich.   Die Eltern sind in st&#228;ndiger Sorge &#252;ber ihre arbeitslosen Kinder und   dass sie sich in der selben Situation wiederfinden k&#246;nnten, wie ihre   Eltern oder dass sie in Alkoholismus, Drogensucht und Kleinkriminalit&#228;t   abst&#252;rzen k&#246;nnten.<\/p>\n<p>  Im Verlauf der Krise sind tausende Kleinfamilien auseinander gebrochen,   durch Zwangsr&#228;umungen aus ihrem Zuhause, weil die Jugendlichen   auswandern, durch Suizide und durch die beraubte F&#228;higkeit, sich um die   Kleinsten und Schw&#228;chsten zu sorgen. In Griechenland &#252;bergeben   verzweifelte M&#252;tter ihre Kinder in die Obhut des Staates, in der   Hoffnung, dass dieser sich besser um sie k&#252;mmern kann.<\/p>\n<p>  Es ist kein Wunder, dass Frauen die lautesten Protestierenden auf   Demonstrationen in Griechenland sind. Sie wollen nicht Jahrzehnte   zur&#252;ckversetzt werden, wo sie auf Haushalt und Familie begrenzt sind,   getrieben von Hunger, Armut und einer Milit&#228;rdiktatur. Sie haben nichts   zu verlieren, au&#223;er ihre Zukunft. Ein sozialistisches Programm eines   &#8220;Nein zu den Schulden, Nein zur EU&#8221; findet immer mehr Unterst&#252;tzung. Die   Ideen einer revolution&#228;ren Umw&#228;lzung und Selbstorganisation, eines   Umsturzes der Kapitalisten und B&#228;nker, und einer Gesellschaft, die nach   Bed&#252;rfnissen und nicht nach Profitgier wirtschaftet, das alles ist   attraktiv f&#252;r Frauen &#8211; jung wie alt. Denn die Alternative im   Kapitalismus ist ein Alptraum.<\/p>\n<p>  Frauen leiden am meisten unter Kriegen, B&#252;rgerkriegen, Hungersn&#246;ten,   Naturkatastrophen, Landraub und Umweltzerst&#246;rung. Sie leiden am meisten   unter reaktion&#228;ren, religi&#246;sen Ansichten und Praktiken, wie   beispielsweise Zwangsheiraten oder Genitalverst&#252;mmelungen. Es sind aber   auch Frauen, die am meisten unter der Unf&#228;higkeit des Kapitalismus   leiden, eine Gesellschaft zu entwickeln, die f&#252;r alle Menschen, statt   f&#252;r eine Minderheit wirtschaftet.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend in sogenannten entwickelten L&#228;ndern lange Arbeitszeiten h&#246;here   Strapazen im Familienleben, besonders f&#252;r Frauen, bedeuten, fallen in   sich entwickelnden L&#228;ndern die k&#246;rperlich anstrengendsten Arbeiten in   der Landwirtschaft auf Frauen. Sie sind diejenigen, die &#252;ber lange   Strecken Wasser tragen m&#252;ssen. Sie sind, wie auch KinderarbeiterInnen,   diejenigen, die in Fabriken und Minen am meisten schikaniert und   ausgebeutet werden.<\/p>\n<p>  &#8222;Care International&#8220; macht dies auf ihrer Webseite deutlich: 70% der   &#196;rmsten Milliarde Menschen weltweit sind Frauen und M&#228;dchen, 2\/3 der   Analphabeten sind Frauen und in vielen L&#228;ndern sterben mehr Frauen an   der Geburt, als eine Ausbildung zu bekommen. In einer Welt, in der die   Reichen immer reicher und die Armen &#228;rmer werden, ist die Notwendigkeit,   Frauen f&#252;r das sozialistische Banner des Kampfes und der Revolution zu   gewinnen, von Tag zu Tag dr&#228;ngender.<\/p>\n<h4>  China und Indien<\/h4>\n<p>  In L&#228;ndern wie China und Indien lebt die Mehrheit der Frauen und Kinder   in absoluter Armut. Ein gewisser Teil der Gesellschaft (etwa 300   Millionen Menschen in jedem Land) wurde aus der absoluten Armut in eine   stabile untere Mittelschicht gehoben. Mit der Krise werden sie wieder in   die Armut und Obdachlosigkeit zur&#252;ckgedr&#228;ngt. Einige von ihnen haben   begonnen an Fragen wie Wohnraum und Umwelt Widerstand zu leisten.<\/p>\n<p>  ArbeiterInnen &#8211; junge M&#228;nner und Frauen &#8211; die vom Land in die gro&#223;en   Fabriken gezogen sind, um der gro&#223;en Armut zu entfliehen, haben   begonnen, sich gegen lange Arbeitszeiten und sklavische   Arbeitsbedingungen zu wehren. In Indien beispielsweise gr&#252;ndeten junge   ArbeiterInnen bei Suzuki Maruti ihre eigenen Vereinigungen,   organisierten Streikaktionen und erk&#228;mpften sich bessere Entlohnung und   Arbeitsbedingungen. Das alles erm&#246;glicht ihnen ein Leben mit   erleichtertem Zugang zu Nahrungsmitteln, Bekleidung und Wohnraum f&#252;r   sich und ihre Familien und sogar Freizeit, das sie mit ihnen verbringen   k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Junge Frauen arbeiten bis zu 12 Stunden am Tag in der H&#246;lle der   chinesischen Fabriken. K&#252;rzlich waren sie Teil eines wichtigen Streiks.   Bei Foxconn (Elektronikhersteller in China mit 1 Millionen   Besch&#228;ftigten, mehrheitlich Frauen) begingen Angestellte Selbstmord &#8211;   f&#252;r sie die einzige M&#246;glichkeit zu entkommen. Die Streiks vom letzten   Jahr konnten, wie auch immer, vor&#252;bergehend Verbesserungen einleiten.   Massenselbstmorde haben wieder Titelseiten bestimmt, aber die Idee des   Massenwiderstands gewinnt auch wieder Zuspruch. Revolution&#228;re Erhebungen   werden durch die gegenw&#228;rtige Situation in China entfacht und viele   Frauen werden eine f&#252;hrende Rolle spielen und die Bewegungen zu   teilweisen oder vollst&#228;ndigen Siegen f&#252;hren.<\/p>\n<p>  Auch Wut staut sich gegen die rigide Ein-Kind-Politik des chinesischen   Regimes auf. Diese Gesetzgebung ist Schuld am emotionalen und   materiellen Leiden, im Besonderen bei Frauen. Diejenigen, die das n&#246;tige   Geld aufbringen konnten, reisen nach Hong Kong, umgehen damit das Gesetz   und bringen ihre Kinder in Krankenh&#228;usern zur Welt. Doch m&#252;ssen sie   nicht nur eine Strafverfolgung in ihrem Heimatort bef&#252;rchten sondern   sind auch dem Rassismus gegen Festlandchinesen ausgesetzt. Die CWI   Sektion in Hong Kong k&#228;mpft unerbittlich f&#252;r die Rechte der Frauen und   gegen alle Erscheinungen des Rassismus.<\/p>\n<h4>  Frauenrechte<\/h4>\n<p>  Frauen m&#252;ssen die M&#246;glichkeit haben, frei zu entscheiden, ob und   wieviele Kinder sie haben m&#246;chten. Als M&#252;tter k&#246;nnen Frauen einem   enormen Druck ausgesetzt sein. Die Entscheidung f&#252;r oder gegen eine   Schwangerschaft kann emotionalen Stress und materielle Belastung   bedeuten. SozialistInnen vertreten die Meinung, dass Frauen eine   Schwangerschaft sicher beenden k&#246;nnen sollten, wenn sie das m&#246;chten. Die   CWI Sektionen auf der ganzen Welt f&#252;hren Kampagnen gegen religi&#246;se   Bigotterie und Reaktion&#228;re, die sich gegen sichere, fr&#252;hzeitige und   kostenfreie Schwangerschaftsabbr&#252;che stellen. Ein   Schwangerschaftsabbruch muss als Grundrecht gesehen werden und nicht wie   die heuchlerischen &#8220;Pro-Life&#8221; Aktivisten, die dies als Kindesmord   bezeichnen. In Irland hat sich Clare Daly, Parlamentsabgeordnete und   Socialist Party Mitglied, f&#252;r das Recht auf Schwangerschaftsabbr&#252;che   eingesetzt.<\/p>\n<p>  Im Zuge einer Vertiefung der Krise werden M&#252;tter &#8211; mit oder ohne Partner   &#8211; es immer schwerer haben, ihre Kinder zu ern&#228;hren und zu kleiden. Wenn   sie die Anzahl der Kinder, die sie haben m&#246;chten, begrenzen m&#252;ssen oder   wollen (oder keine haben m&#246;chten), dann sollten sie nicht durch   religi&#246;se, gesetzliche oder finanzielle Bestimmungen auf   Verh&#252;tungsmittel oder Schwangerschaftsabbruch eingeschr&#228;nkt werden.   Frauen sollten in der Lage sein, ihre Sexualit&#228;t voll auszuleben, ohne   eine ungewollte Schwangerschaft bef&#252;rchten zu m&#252;ssen. Andererseits   sollte ihnen eine umfangreiche und vom Staat voll finanzierte   medizinische Behandlung bei Fruchtbarkeitsproblemen erm&#246;glicht werden.<\/p>\n<p>  SozialistInnen sollten behutsam Kampagnen gegen Zwangsheiraten,   Vergewaltigungen und Beschneidungen f&#252;hren. Religion ist wichtig f&#252;r   Menschen und sie sollten die Freiheit haben, ihre Religion zu   praktizieren, solange diese Praktiken nicht die Grundrechte anderer   angreifen. Das gilt auch f&#252;r das Tragen des Hijab oder der Burka. Frauen   sollten das Tragen weder verboten noch aufgezwungen werden.<\/p>\n<h4>  Revolution<\/h4>\n<p>  In den letzten Jahren betraten Revolutionen wieder die B&#252;hne. Durchweg   in der Geschichte &#8211; von Frankreich 1789 oder Russland 1917, oder auf den   Stra&#223;en von Tunis und Kairo &#8211; zeigt sich die Macht einer Revolution. Sie   kann sich &#252;ber eine allgemeine Forderung, wie nach Brot, dynamisch   weiterentwickeln und K&#246;nige, Zaren und Diktatoren hinwegfegen.<\/p>\n<p>  In den Revolutionen in Nordafrika und im Nahen Osten haben Frauen eine   &#252;berragende Rolle in den Stra&#223;enk&#228;mpfen und Streiks, die den Sieg   gebracht haben, gespielt. Besonders junge Frauen zeigten einen   unb&#228;ndigen Willen, eine andere Gesellschaft zu erk&#228;mpfen, statt in der   alten zu bleiben &#8211; vorgeschrieben von Diktatoren und von reaktion&#228;r,   religi&#246;sen Fundamentalisten.<\/p>\n<p>  Das ganze Ausma&#223; der zu erf&#252;llenden Aufgabe zeigte sich in L&#228;ndern wie   Tunesien oder &#196;gypten auf den Pl&#228;tzen der Revolution, wo Frauen brutal   angegriffen wurden &#8211; selbst auf dem Tahrir, dem Zentrum der Revolution.   Frauen haben daraufhin wichtige und gro&#223;e Demonstrationen organisiert.   In Tunesien haben Mitglieder der extremistischen Salafistensekte relativ   unabh&#228;ngige Frauen, die an der Universit&#228;t angestellt sind und sich   gegen ein Kopftuch entschieden haben, angegriffen.<\/p>\n<p>  Eine aktuelle Reportage auf British TV zeigte, dass sogar nach einem   Jahr Revolution, 90% der Eltern ihre T&#246;chter einer Genitalverst&#252;mmelung   unterwerfen &#8211; sie f&#252;r ihr Leben lang der M&#246;glichkeit einer sexuellen   Befriedigung berauben. Da ist noch ein sehr weiter Weg bis zur   Gleichberechtigung zu gehen!<\/p>\n<p>  Solange der Kapitalismus &#252;berlebt, solange wird es Ausbeutung und   Unterdr&#252;ckung der Frau geben. Eines der grauenvollsten Ausdr&#252;cke davon   ist der Menschenhandel: mehrheitlich werden Frauen und M&#228;dchen f&#252;r   Zwangsprostitution gefangen und verkauft. Die organisierte   Arbeiterbewegung muss Kampagnen gegen Ausbeutung und Unterdr&#252;ckung in   der heutigen Gesellschaft und alle Formen der Diskriminierung von   Geschlecht, Nationalit&#228;t, Glaubensbekenntnis und sexueller Orientierung   voll unterst&#252;tzen.<\/p>\n<p>  Frauen m&#252;ssen an vorderster Front von K&#228;mpfen f&#252;r Reformen und   Revolutionen stehen. Das CWI ist verpflichtet, all seine Kr&#228;fte zu   b&#252;ndeln und diesen Kampf zu erm&#246;glichen. B&#252;cher, Brosch&#252;ren und   Flugbl&#228;tter, die die Diskriminierung und Unterdr&#252;ckung der Frau   thematisieren, k&#246;nnen eine enorme Hilfe sein. Treffen, Kundgebungen und   Demonstrationen an Fragen wie die Schlie&#223;ung von Pflegeeinrichtungen,   Entbindungsstationen oder Kinderbetreuungsangeboten k&#246;nnen Frauen f&#252;r   den sozialistischen Kampf gewinnen. Sie &#252;bernehmen bereits jetzt eine   lebenswichtige Rolle in Kampagnen f&#252;r Arbeitspl&#228;tze f&#252;r Jugendliche und   in Streiks der LehrerInnen, &#246;ffentlich Besch&#228;ftigten und Pflegepersonal   gegen K&#252;rzungen und Sparma&#223;nahmen.<\/p>\n<p>  In Sri Lanka haben Frauen, die in den Freihandelszonen arbeiten, an   Streikaktionen gegen die Rentenreform der Rajapakse Diktatur   teilgenommen und gewonnen! In Pakistan war ein wichtiger Streik des   Krankenpflegepersonals erfolgreich. In Sindh haben weibliche Mitglieder   des CWI eine beeindruckende und sehr laute Demonstration mit dem Banner   &#8220;Assoziation des fortschrittlichen weiblichen Pflegepersonals&#8221;   organisiert.<\/p>\n<p>  In Kasachstan f&#252;hren Frauen den Kampf gegen Hausr&#228;umungen. In den USA   und anderswo zeigten Frauen in der &#8220;Occupy&#8221;Bewegung gro&#223;e Wut gegen die   B&#228;nker und die gepuderte und privilegierte Schicht der 1 Prozent, die   die Gesellschaft im Kapitalismus dominiert. Die Art und Weise, wie die   Bewegung das Wort &#8220;indignados&#8221; in Spanien schreibt &#8211; mit dem weiblichen   &#8220;a&#8221; und dem m&#228;nnlichen &#8220;o&#8221; &#8211; zeigt das feine Verst&#228;ndnis f&#252;r die   Wichtigkeit der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau.<\/p>\n<h4>  Russische Revolution<\/h4>\n<p>  Die Bolschewiki, die mit der F&#252;hrung von Lenin und Trotzki an die Macht   kamen, haben sofort die Tore f&#252;r ein &#8220;neues Leben&#8221; f&#252;r Frauen ge&#246;ffnet &#8211;   wie es ein sehr ber&#252;hmtes Propagandaposter aus der Zeit zeigt. Auf der   Grundlage einer verstaatlichten Wirtschaft, die von gew&#228;hlten   ArbeiterInnen verwaltet und kontrolliert wurde, und einer Anpassung an   &#8220;moderne&#8221; Wirtschaftsweisen konnte die Industrie schnell anwachsen und   so den Traum vom Leben ohne die Schufterei im Haushalt und am   Arbeitsplatz verwirklichen.<\/p>\n<p>  Die Macht&#252;bernahme von Stalin und das Zerdr&#252;cken des ehrlichen   sozialistischen Internationalismus haben dieses Tor zugeschlagen. Unter   dem Stiefel des Diktators wurde das Leben von Frauen immer h&#228;rter, sie   wurden zur&#252;ckgeworfen in die verhasste Doppelbelastung &#8211; die langen   Arbeitszeiten in den Fabriken und dem ungen&#252;genden Angebot an   Kinderbetreuung, W&#228;scherei, Restaurants und Erholungsm&#246;glichkeiten.<\/p>\n<p>  Die neuen Revolutionen finden heute vor einem ganz anderen Hintergrund   statt. Sie werden sich schnell verbreiten, von Land zu Land, genauso wie   es bereits letztes Jahr geschehen ist. Arbeiterregierungen, die durch   Massenbewegungen etabliert wurden, stehen vor der Aufgabe, die   Gesellschaft auf Grundlage von viel h&#246;her entwickelten Technologien und   wissenschaftlichen Erkenntnissen neu zu organisieren und zu entwickeln.<\/p>\n<p>  Die ArbeiterInnnen, die die sozialistischen Revolutionen des 21.   Jahrhunderts machen, werden besonders hart k&#228;mpfen, um die alten   Herrschenden von der Macht nachhaltig zu entreissen.<\/p>\n<p>  Sie werden mit H&#228;nden und F&#252;&#223;en k&#228;mpfen, um eine Person wie Stalin oder   eine Clique, die sie ihrer Revolution berauben k&#246;nnte, zu verhindern.   Auf der Basis von Verstaatlichung unter demokratischer Verwaltung und   Kontrolle der ArbeiterInnnen &#246;ffnet sich ein Fenster f&#252;r eine zuk&#252;nftige   Gesellschaft. Eine Zukunft gebaut auf Bed&#252;rfnissen und W&#252;nschen statt   auf Profitgier und Ausbeutung, eine Zukunft, wo niemand das Zur&#252;ckdrehen   der Uhr erlauben wird.<\/p>\n<p>  Eine Gesellschaft, die durch &#246;ffentliches Eigentum und demokratische   Planung und Kontrolle aufgebaut wurde, wird in der Lage sein, harmonisch   und gemeinschaftlich jedes Talent eines jeden Menschen und alle   nat&#252;rlichen Ressourcen des Planeten zum Besten Nutzen f&#252;r die Menschheit   zu gestalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Der 8. 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