{"id":14712,"date":"2012-03-10T00:00:00","date_gmt":"2012-03-10T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14712"},"modified":"2012-03-10T00:00:00","modified_gmt":"2012-03-10T00:00:00","slug":"14712","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/03\/14712\/","title":{"rendered":"Stuttgart 21: Mittlerer Schlossgarten plattgemacht"},"content":{"rendered":"<p>  Stadtzerst&#246;rung und S21-Mafia weiter bek&#228;mpfen!<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>In der Nacht vom 14. auf den 15. Februar kam es zu der lange   bef&#252;rchteten Parkr&#228;umung. &#220;ber hundert B&#228;ume wurden direkt danach   gef&#228;llt. Bahn und Polizei hatten sich daf&#252;r den denkbar g&#252;nstigsten   Zeitpunkt ausgesucht. Die Stimmung in der breiten Bev&#246;lkerung war noch   vom Ausgang der Volksabstimmung gepr&#228;gt. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/h4>\n<p>  Ministerpr&#228;sident Winfried Kretschmann und viele Gr&#252;nen wiederholen   gebetsm&#252;hlenartig, dass diese Volksabstimmung eine demokratische   Entscheidung gewesen sei, an die sich alle halten m&#252;ssten. Dass die   Volksabstimmung durch das Rei&#223;en des Kostendeckels, die   Stresstest-Manipulation, die Kannibalisierungseffekte f&#252;r andere   Schienenprojekte, nicht genehmigte und durchfinanzierte Planabschnitte   und Plan&#228;nderungen ad absurdum gef&#252;hrt wurde, wird unterschlagen.<\/p>\n<h4>  Parkbesetzung war starkes Zeichen<\/h4>\n<p>  Um die 2.000 Leute besetzten bei K&#228;lte und Schneeregen in der Nacht vom   14. auf den 15. Februar den Mittleren Schlossgarten. Das war ein starkes   Zeichen von Widerstand und die gr&#246;&#223;te Blockade seit dem 30. September   2010. F&#252;r die R&#228;umung des Parks brauchte die Polizei einige Wochen, um   den Einsatz zu organisieren und einige Tage Vorlauf, um 2.400 Polizisten   aus Baden-W&#252;rttemberg und anderen Bundesl&#228;ndern zusammenzuziehen. Sie   musste diesen Einsatz mitten in der Nacht durchziehen.<\/p>\n<p>  Der Versuch, die PlatzbesetzerInnen durch das von der Stadt verh&#228;ngte   Betretungsund Aufenthaltsverbot zum Gehen zu bewegen, scheiterte.   Niemand folgte dem ausgesprochenen kollektiven Platzverweis.<\/p>\n<p>  Auch die Variante Strafandrohung, wenn man nicht gehe, beziehungsweise   Erlass von Kosten, wenn man gehe, lief ins Leere. Die Leute blieben. Und   obwohl uns die ganze Nacht erz&#228;hlt wurde, wir m&#252;ssten mit einer Anzeige   rechnen, gab es f&#252;r BlockiererInnen, die sich wegf&#252;hren lie&#223;en, noch   nicht mal eine Personalienfeststellung. H&#228;tten sie die Personalien   aufnehmen wollen, h&#228;tten sie mehrere Stunden l&#228;nger f&#252;r die Platzr&#228;umung   gebraucht. Auf die bereits 4.500 Verfahren gegen uns h&#228;tte die Justiz   noch mal ein paar hundert Verfahren obendrauf bekommen. Und es gab auch   nicht genug Platz f&#252;r uns in den Container-Kn&#228;sten auf dem Cannstatter   Wasen.<\/p>\n<h4>  Wie weiter?<\/h4>\n<p>  Diese St&#228;rke des Widerstands kann nur erhalten und mittel- und   l&#228;ngerfristig weiter aufgebaut werden, wenn die Bewegung die bisherigen   Erfahrungen ehrlich bilanziert, sich &#252;ber Perspektiven Klarheit   verschafft und mit dem nach wie vor gro&#223;en harten Kern von Aktiven   effektive Widerstandsaktionen organisiert. Daf&#252;r sind nach der   Parkr&#228;umung ausf&#252;hrliche und ergebnisorientierte Diskussionen und   demokratisch vernetzte Strukturen der Widerstandsgruppen notwendig.<\/p>\n<p>  Ein zentraler Fehler der Bewegung bisher war, dass der Zusammenhang von   Stuttgart 21 mit den realen Problemen der Masse der Bev&#246;lkerung nicht   hergestellt wurde. Wir m&#252;ssen aufzeigen, dass der Verkauf der   LBBW-Wohnungen an die Heuschrecke Patrizia, die Unterfinanzierung der   Krankenh&#228;user, fehlende Kitapl&#228;tze, die Energiepolitik, der Bau des   Rosensteintunnels und Stuttgart 21 eine gro&#223;e Gemeinsamkeit haben: Es   sind die gleichen Profitinteressen und die gleichen Gegner, die hinter   allem stehen. Wenn es in diesem Fr&#252;hjahr zu Streiks um Lohnerh&#246;hung   kommt, sollten sich die S21-GegnerInnen solidarisch mit den Streikenden   erkl&#228;ren.<\/p>\n<h4>  Au&#223;erdem sollte die Vernetzung des bundesweiten und internationalen   Widerstands gegen Gro&#223;projekte und Krisenfolgen verst&#228;rkt werden.<\/h4>\n<p>  Nach der Zerst&#246;rung des Mittleren Schlossgartens ist es noch wichtiger,   dass die aktiven Kr&#228;fte des Widerstands zusammenbleiben. Darum sollten   die Montagsdemos aufrecht erhalten werden. Sie bilden immer noch das   R&#252;ckgrat der Bewegung.<\/p>\n<p>  Wir sollten ebenfalls diskutieren, wie wir in Zukunft effektive   Baustellenblockaden organisieren k&#246;nnen. Wobei es sinnvoll scheint, sich   auf das Grundwassermanagement (GWM) zu konzentrieren, da es die zentrale   Baustelle f&#252;r die gesamte Baulogistik ist.<\/p>\n<p>  Wir m&#252;ssen nat&#252;rlich auch weiter mit Flyern, Infost&#228;nden und   Veranstaltungen den Dialog mit der breiten Bev&#246;lkerung suchen. Wir   m&#252;ssen uns aber im Klaren dar&#252;ber sein, dass wir vorerst in der breiten   Masse eher auf Gleichg&#252;ltigkeit oder Gegenwind sto&#223;en. Wenn gr&#246;&#223;ere   Katastrophen passieren, die negativen Auswirkungen der Baustelle   beziehungsweise die kapitalistische Krise sp&#252;rbar werden, kann sich das   schnell &#228;ndern. Demos k&#246;nnten wieder Zehntausende auf die Stra&#223;e bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stadtzerst&#246;rung und S21-Mafia weiter bek&#228;mpfen!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[58],"tags":[245],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14712"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14712"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14712\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14712"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14712"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14712"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}