{"id":14710,"date":"2012-03-16T00:00:00","date_gmt":"2012-03-15T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14710"},"modified":"2012-06-13T16:46:02","modified_gmt":"2012-06-13T14:46:02","slug":"14710","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/03\/14710\/","title":{"rendered":"Gefahr einer neuen rechtspopulistischen Partei"},"content":{"rendered":"<p>  Sarrazin, Henkel und die &#8222;Freien W&#228;hler&#8220;<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Mit der dramatischen Entwicklung der Euro-Krise nehmen zwar   Massen-proteste gegen die Regierenden und ihre Banken-Rettungspakete,   aber in vielen L&#228;ndern auch rechtspopulistische Stimmungen zu. Dies   zeigt nicht zuletzt der j&#252;ngste Wahlerfolg der &#8222;Wahren Finnen&#8220; in   Finnland (die ihr Stimmergebnis 2011 fast verf&#252;nffachen und auf 19   Prozent anwachsen konnten) oder der Umstand, dass die Partei des   Islam-Hassers Geert Wilders in den Niederlanden zur drittst&#228;rksten Kraft   im Parlament aufgestiegen ist. Auch in &#214;sterreich und der Schweiz sind   Rechtspopulisten auf dem Vormarsch und sch&#252;ren &#196;ngste vor Europa,   MigrantInnen und dem Islam. In Deutschland l&#228;uft bereits seit l&#228;ngerer   Zeit eine Debatte um die Neugr&#252;ndung einer Partei &#8222;rechts von der   Mitte&#8220;. Wie gro&#223; ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Neugr&#252;ndung,   welche anderen Entwicklungen sind m&#246;glich und welche Gefahren gehen von   den Rechtspopulisten aus?<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Patrik Schulte, Bremerhaven<\/i><\/h4>\n<p>  Europaweit bringen sich die Rechtspopulisten gegen den Euro in Stellung   und schlagen offen nationalistische T&#246;ne an. Nach dem Wahlerfolg der   Partei &#8222;Wahre Finnen&#8220; im letzten Jahr forderte ihr Vorsitzender Timo   Soini direkt nach der Wahl Neuverhandlungen &#252;ber das   EU-Stabilit&#228;tspaket, den Austritt Finnlands aus der Euro-Zone und einen   Stopp der &#8222;Hilfszahlungen&#8220; an L&#228;nder wie Irland, Griechenland und   Portugal. Diese Haltung ist symptomatisch f&#252;r alle rechtspopulistischen   Parteien.<\/p>\n<p>  Wenn es um rassistische Hetze und Spaltung der Gesellschaft geht, ist   der bekannte niederl&#228;ndische Rechtspopulist Geert Wilders ganz vorne   dabei. So hat er vor kurzem mit seiner sogenannten &#8222;Freiheitspartei&#8220; PVV   eine &#8222;Meldestelle f&#252;r St&#246;rungen durch Osteurop&#228;er&#8220; im Internet   eingerichtet. Auf der Homepage sollen niederl&#228;ndische B&#252;rgerInnen   Beschwerden &#252;ber Ausl&#228;nderInnen melden. Er wolle so Beweise sammeln,   dass Osteurop&#228;er den Einheimischen die Arbeitspl&#228;tze wegnehmen und das   Zusammenleben st&#246;ren.<\/p>\n<h4>  Was tut sich in Deutschland?<\/h4>\n<p>  Nach der Debatte &#252;ber Thilo Sarrazins Buch &#8222;Deutschland schafft sich ab&#8220;   und seiner rassistischen Hetze gegen MigrantInnen sah es lange so aus,   als w&#228;re die Neugr&#252;ndung einer Sammlungspartei f&#252;r Rechtspopulisten um   Sarrazin und den ehemaligen Chef des Bundesverbands der Deutschen   Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, nur eine Frage der Zeit. Nachdem sich   Sarrazin und Leute wie Karl-Theodor zu Guttenberg aber erstmal   &#246;ffentlich von einem solchen Projekt verabschiedet haben, gilt vor allem   Henkel einigen im rechtspopulistischen Lager als Hoffnungstr&#228;ger.<\/p>\n<p>  Henkel hat sich nun den &#8222;Freien W&#228;hlern&#8220; (FW) angeschlossen, die bei der   Bundestagswahl 2013, nach eigenen Worten, &#8222;angreifen&#8220; wollen. Die FW   sind ein bundesweiter Zusammenschluss von W&#228;hlergruppen, die   insbesondere in Bayern relativ stark aufgestellt sind und sich dort im   rechten Lager in direkter Konkurrenz zur CSU befinden. 2008 erreichten   sie 10,2 Prozent bei den Landtagswahlen und zogen erstmalig in das   bayrische Landesparlament ein. FW-Chef Hubert Aiwanger hat hohe   Ambitionen und will 2013 Schwarz-Gelb die Stimmen abjagen. Daf&#252;r sieht   er auch bei den Nichtw&#228;hlerInnen und linken W&#228;hlerInnen Potenzial.   Henkel m&#246;chte er nicht als Spitzenkandidaten, sondern will ihn vielmehr   als Mentor in die Organisation integrieren und sein angebliches   &#8222;Fachwissen&#8220; nutzen.<\/p>\n<p>  Aiwanger nennt Wirtschaft und Finanzen als Kernthemen der FW. Dabei   reden sie von mehr &#8222;B&#252;rgern&#228;he&#8220; und &#8222;direkter Demokratie&#8220;. Sie verstehen   sich als &#8222;liberal- und wertkonservative Kraft&#8220;, die den Euro-Kurs der   Bundesregierung scharf angreift und es ablehnt, &#8222;fremde Schulden&#8220; zu   &#252;bernehmen. In der Debatte um die Rettung Griechenlands treten sie f&#252;r   ein Ende der sogenannten Finanzhilfen ein, halten sich bislang aber noch   &#246;ffentlich mit Hetze gegen GriechInnen zur&#252;ck.<\/p>\n<h4>  Werden die &#8222;Freien W&#228;hler&#8220; die neue rechte Kraft?<\/h4>\n<p>  Auch wenn die nationalistischen Z&#252;ge unverkennbar sind, bleibt es   abzuwarten, ob die &#8222;Freien W&#228;hler&#8220; bei den Bundestagswahlen eine   W&#228;hlerwanderung nach rechts ausl&#246;sen und von der Euro-Krise profitieren   k&#246;nnen. Ihr Erfolg wird ma&#223;geblich von den weiteren Entwicklungen in   Griechenland und der Euro-Zone, aber auch von der Rolle der   Gewerkschaften und der Linken, einschlie&#223;lich der Partei DIE LINKE, in   der Bundesrepublik abh&#228;ngen.<\/p>\n<p>  Den FW kommt sicherlich zugute, dass sie in der &#214;ffentlichkeit nicht als   Partei angesehen werden und so von W&#228;hlerInnen als &#8222;Alternative&#8220; zu den   etablierten Politikern und Parteien wahrgenommen werden k&#246;nnten.<\/p>\n<p>  Obwohl sie sich momentan mit rassistischen &#196;u&#223;erungen zur&#252;ckhalten und   derzeit nicht auf einer Stufe mit Rechtspopulisten wie Geert Wilders   oder J&#246;rg Haider agieren, ist es m&#246;glich, dass die &#8222;Freien W&#228;hler&#8220; im   Verlaufe der Euro-Krise auch andere, sehr viel aggressiver   nationalistische und rechte T&#246;ne anschlagen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Sarrazin, Henkel und die &#8222;Freien W&#228;hler&#8220;\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[270,245],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14710"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14710"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14710\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14710"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14710"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14710"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}