{"id":14708,"date":"2012-03-05T00:00:00","date_gmt":"2012-03-05T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14708"},"modified":"2012-03-05T00:00:00","modified_gmt":"2012-03-05T00:00:00","slug":"14708","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/03\/14708\/","title":{"rendered":"Syrien: Vom Aufstand zum B&#252;rgerkrieg"},"content":{"rendered":"<p>  Kein Verlass auf Uno, NATO und Arabische Liga!<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Immer lauter klingt das S&#228;belrasseln der westlichen imperialistischen   Staaten gegen&#252;ber dem Iran und seinem Verb&#252;ndeten Bashar al-Assad in   Syrien, dessen blutiger Krieg gegen die Rebellen im Februar mit dem   Massaker in Homs einen traurigen H&#246;hepunkt erreichte. Doch k&#246;nnen   wirtschaftliche Sanktionen oder milit&#228;rische Interventionen wirklich   Frieden und Demokratie bringen?<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Conny Dahmen, K&#246;ln<\/i><\/h4>\n<p>  Trotz einer milit&#228;rischen &#220;bermacht von 500.000 gut bewaffneten Soldaten   gegen&#252;ber etwa 25.000 schlecht ausgestatteten K&#228;mpfern der &#8222;Freien   Syrischen Armee&#8220; k&#246;nnen die syrischen Streitkr&#228;fte nicht jede   aufst&#228;ndische Gemeinde im Land auseinander nehmen, zumal immer mehr   Soldaten (die &#252;berwiegend Sunniten sind, w&#228;hrend an der Spitze des   Regimes Allawiten stehen) zu den Rebellen &#252;berlaufen.<\/p>\n<p>  Auf der anderen Seite f&#252;rchten sich ZivilistInnen zunehmend auch vor   Vergeltungsma&#223;nahmen der Oppositionstruppen und vermehrten &#220;bergriffen   im Rahmen der bewaffneten Konflikte zwischen den verschiedenen Milizen.<\/p>\n<h4>  Heuchelei des Westens<\/h4>\n<p>  Zwar ist es in Damaskus und Aleppo bislang noch ruhiger, aber bei der   Mehrheit der Bev&#246;lkerung ist die herrschende Baath-Partei v&#246;llig   verhasst. Schlie&#223;lich sind ihre fr&#252;heren sozialen Zugest&#228;ndnisse l&#228;ngst   Vergangenheit. Heute lebt ein Drittel unter der Armutsgrenze, die   offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 25 Prozent. Immer mehr Geld wird   ins Milit&#228;r gesteckt, was zu weiteren Pleiten und Entlassungen f&#252;hrt.<\/p>\n<p>  Dies ist f&#252;r die 22 L&#228;nder der Arabischen Liga, die T&#252;rkei oder den   westlichen Imperialismus keineswegs ma&#223;geblich, wenn sie Assads   R&#252;cktritt fordern. Wer wird Angela Merkel oder Nicolas Sarkozy abnehmen,   sich um die verarmten SyrerInnen zu sorgen, w&#228;hrend sie die Mehrheit der   GriechInnen durch &#8222;Sparma&#223;nahmen&#8220; ins Elend treiben? Die Herrschenden in   den USA und Europa haben jahrzehntelang mit den syrischen, libyschen,   tunesischen und &#228;gyptischen Autokraten zusammengearbeitet. Anstatt die   dortigen Protest-bewegungen im letzten Jahr zu unterst&#252;t-zen, billigte   die deutsche Regierung Panzerlieferungen an Saudi-Arabien. Ebenso   unt&#228;tig blieben die westlichen M&#228;chte bei der Unterdr&#252;ckung der   kurdischen Proteste im Irak oder in der T&#252;rkei.<\/p>\n<h4>  Keine Milit&#228;rintervention in Syrien!<\/h4>\n<p>  Ein Wirtschaftsembargo w&#252;rde die Masse der syrischen Bev&#246;lkerung am   h&#228;rtesten treffen. Bereits jetzt sind die Preise um durchschnittlich 25   Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>  China und Russland, das &#252;ber seinen einzigen Flottenst&#252;tzpunkt au&#223;erhalb   der ehemaligen Sowjetunion Einfluss auf den Nahen Osten nehmen will,   stimmten im UN-Sicherheitsrat gegen die Forderung nach einem R&#252;cktritt   Assads. Demgegen&#252;ber besteht f&#252;r den Westen Assads Hauptverbrechen in   seinem B&#252;ndnis mit dem Iran.<\/p>\n<p>  Aufgrund der drohenden weiteren Destabi-lisierung der Region schrecken   sowohl die Staaten des westlichen Imperialismus als auch die Arabische   Liga noch vor einer &#8211; vergleichsweise unkalkulierbaren &#8211; milit&#228;rischen   Intervention in Syrien zur&#252;ck. Im Falle eines solchen Eingreifens w&#252;rden   die westlichen M&#228;chte prim&#228;r darauf abzielen, den Aufstand politisch   unter Kontrolle zu bekommen und in sichere pro-kapitalistische Bahnen zu   lenken &#8211; wie in Libyen. Dort k&#246;nnen jetzt westliche Konzerne die   Ressourcen des Landes pl&#252;ndern. Bewaffnete Konflikte dauern an, von den   sozialen Forderungen ist keine erf&#252;llt.<\/p>\n<h4>  F&#252;r ein sozialistisches Syrien<\/h4>\n<p>  Die beiden wichtigsten Oppositionskr&#228;fte, der Syrische Nationalrat und   der Nationale Koordinationsrat, setzen entweder auf westliche Armeen   oder auf Verhandlungen mit der Regierung statt auf die arbeitende   Bev&#246;lkerung. Stattdessen sind demokratische Selbstverteidigungskomitees   in den Stadtteilen und Betrieben n&#246;tig, die an die einfachen Soldaten   appellieren und sich regional sowie national vernetzen sollten. Um   (angesichts der schiitischen, kurdischen, christlichen und anderen   Minderheiten) gegen die Gefahr ethnischer und religi&#246;ser Spaltung   anzugehen, ist ein Programm zentral, das f&#252;r Arbeiterinteressen eintritt   und umfassende demokratische Rechte garantiert. Daf&#252;r ist der Aufbau von   unabh&#228;ngigen Gewerkschaften und einer Partei f&#252;r ArbeiterInnen und die   verarmten Massen entscheidend.<\/p>\n<p>  Auch nach dem Sturz der dortigen Diktatoren wird in Tunesien und &#196;gypten   weiter neoliberale Politik betrieben und gewaltsam gegen Massenproteste   vorgegangen. Damit Freiheit und soziale Gerechtigkeit erreicht und   abgesichert werden, muss der Kapitalismus in Syrien und den   Nachbarl&#228;ndern abgeschafft werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Kein Verlass auf Uno, NATO und Arabische Liga!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37],"tags":[245],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14708"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14708"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14708\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14708"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14708"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14708"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}