{"id":14666,"date":"2012-03-11T00:00:00","date_gmt":"2012-03-10T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14666"},"modified":"2012-06-08T20:11:52","modified_gmt":"2012-06-08T18:11:52","slug":"14666","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/03\/14666\/","title":{"rendered":"Ein Jahr nach der Atomkatastrophe"},"content":{"rendered":"<p>  Keine Entwarnung in Fukushima<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Es ist bald ein Jahr her, dass durch ein Erdbeben am 11. M&#228;rz 2011 in   Fukushima die gr&#246;&#223;te Reaktorkatastrophe seit Tschernobyl 1986 ausgel&#246;st   wurde. Darauf folgte eine massive Bewegung gegen Kernenergie, die die   deutsche Bundesregierung zu einer Kehrtwende in ihrer Energiepolitik   zwang. <\/b>    <\/p>\n<p>  <i>von David, Kassel und Krischan, Berlin<\/i><\/p>\n<h4>  Scheinbare Ruhe<\/h4>\n<p>  Man k&#246;nnte annehmen, dass die Lage ruhig und unter Kontrolle sei, doch   seit letztem M&#228;rz hat sich wenig ver&#228;ndert. Es gibt zwar keine   &#8222;gr&#246;&#223;eren&#8220; Zwischenf&#228;lle, doch die kleinen sind erschreckend genug.   Immer wieder versagen K&#252;hlungssystem und weiter gelangt radioaktiv   verseuchtes Wasser in die Umwelt. Die japanische Atommafia muss aber   keine gro&#223;e Angst haben: Als Mitte Januar ein Wasserbeh&#228;lter leckte,   reagierte die Atomaufsichtsbeh&#246;rde NISA nicht etwa, indem sie mehr   Dichtungen und Sicherheitsvorkehren vorschrieb &#8211; die Betreiberfirma   TEPCO soll lediglich mehr Patrouilleng&#228;nge durchzuf&#252;hren, um in Zukunft   Lecks zu verhindern. Solche Pseudoma&#223;nahmen m&#252;ssen den Opfern und den   Angeh&#246;rigen der tausenden Toten wie Hohn vorkommen.<\/p>\n<h4>  Sie vergiften unser Leben<\/h4>\n<p>  Auch die Folgen der Katastrophe sind erschreckend: Aktuelle Daten zur   Strahlenbelastung (Ende 2011 vom japanischen Umweltministerium) aus   einem Fluss vor Tokio, der immerhin 300 km von Fukushima entfernt ist,   kommen auf eine Radioaktivit&#228;t von 7100 Bequerel\/kg Erde, hervorgerufen   durch C&#228;sium. Das bedeutet, dass in einem Kilo Flusserde 7100   radioaktive Zerf&#228;lle stattfinden &#8211; pro Sekunde. Bei einer Untersuchung   der Regionalregierung von Tochigi wurden Reisfelder gemessen. Der   traurige Rekord liegt hier bei 350,000 Bq\/kg, obwohl die Regierung   angeordnet hatte, Lebensmittel mit Werten &#252;ber 100,000 Bq\/kg zu   vernichten. Eine Mutter aus einem Vorort von Tokio hat die Fingern&#228;gel   ihrer Tochter in ein Labor eingeschickt &#8211; darin konnten 15 giftige   Schwermetalle nachgewiesen werden, die bei radioaktiven Zerf&#228;llen   anfallen, darunter Quecksilber, Blei, Cadmium und Nickel.<\/p>\n<p>  Trotz des enormen Leids der Bev&#246;lkerung macht die Atommafia weiter   &#8222;Business as usual&#8220;. Es gibt keine sicheren Kernkraftwerke und auf die   Energiekonzerne k&#246;nnen wir uns nicht verlassen. Die Anti-AKW-Bewegung in   Deutschland hat schon einmal die schmerzliche Erfahrung gemacht, was   passiert, wenn ein Atomausstieg im Einvernehmen mit den Atomkonzerne   beschlossen wird. Auch der jetzige Atomausstieg ist keineswegs   gesichert: Bis 2022 wird politisch so viel passieren, dass die   Regierungen in der Zukunft wieder umschwenken k&#246;nnten.<\/p>\n<h4>  Bewegung<\/h4>\n<p>  Damit das nicht passiert, braucht es weiter den Druck der Bewegung.   Japanische AktivistInnen zeigten sich oft begeistert, wie massiv die   Anti-AKW-Bewegung in Deutschland nach Fukushima auf die Stra&#223;e gegangen   ist. Die beeindruckenden Massendemonstrationen wurden in den letzten   Jahren durch noch beeindruckendere Castor-Blockaden getoppt. F&#252;r die   n&#228;chste Phase sind keine Castortransporte im Wendland angek&#252;ndigt, es   wird allerdings Demonstrationen von .ausgestrahlt am Jahrestag der   Reaktorkatastrophe geben. Desweiteren plant die Initiative x-tausendmal   quer zu Pfingsten wie im letzten Jahr die Blockade der Revisionsarbeiten   im AKW Brokdorf. Auch die Kampagne Gorleben 365, getragen von   x-tausendmal quer und Kurve Wustrow, l&#228;uft weiter und soll den   Schwarzbau in Gorleben weiter in der &#214;ffentlichkeit wachhalten. F&#252;r   Aufregung im Ruhrgebiet sorgte letztes Jahr die Ank&#252;ndigung, 152   Castoren vom ehemaligen Versuchsreaktor J&#252;lich in ein Zwischenlager in   Ahaus zu transportieren, mitten durch dichtbesiedeltes Gebiet, hier   beginnt sich bereits der Widerstand zu formieren.<\/p>\n<h4>  A better future<\/h4>\n<p>  Die Anti-AKW-Bewegung wird erst an dem Tag wirklich erfolgreich gewesen   sein, wenn auf der ganzen Welt s&#228;mtliche Kernkraftwerke stillstehen und   alle nuklearen Waffen vernichtet worden sind. S&#228;mtliche AKWs m&#252;ssen   sofort abgeschaltet werden. Dar&#252;ber hinaus ist es n&#246;tig, die   Energiekonzerne zu verstaatlichen und unter die Kontrolle und Verwaltung   von Besch&#228;ftigten und NutzerInnen zu stellen, um sinnvoll und   umweltfreundlich zu produzieren. Denn jede M&#246;glichkeit, Schritte   r&#252;ckw&#228;rts ins atomare Zeitalter zu machen, werden die Konzerne nutzen,   es geht schlie&#223;lich um eine Menge Geld. Uns dagegen geht es um unsere   Gesundheit, unsere Unversehrtheit und unser Leben &#8211; und das ist   wichtiger als ihr Profit. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Keine Entwarnung in Fukushima\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[115,114],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14666"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14666"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14666\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14666"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14666"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14666"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}