{"id":14659,"date":"2012-02-05T00:00:00","date_gmt":"2012-02-04T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14659"},"modified":"2012-06-08T20:30:04","modified_gmt":"2012-06-08T18:30:04","slug":"14659","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/02\/14659\/","title":{"rendered":"Mit Planinsolvenz zu Billigl&#246;hnen?"},"content":{"rendered":"<p>  Devise von Schlecker: Sparen ohne Gnade<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>&#8222;Schlecker ist pleite&#8220; titelten die Tageszeitungen Ende Januar. Fast   zeitgleich wurde bekannt, das Deutschlands gr&#246;&#223;te Drogeriemarktkette in   die sogenannte Planinsolvenz geht. 47.000 Besch&#228;ftigte, davon 30.000 in   Deutschland, stehen vor einer ungewissen Zukunft. Klar ist aber, dass   massiv M&#228;rkte dicht gemacht und Tarifvertr&#228;ge geschleift werden sollen.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Krischan Friesecke, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  In den letzten Jahren geriet der Schlecker-Konzern verst&#228;rkt unter   Druck. W&#228;hrend die Konkurrenten dm und Rossmann ihre Jahresums&#228;tze   steigern konnten, ging der Schlecker-Umsatz 2010 um 650 Millionen auf   6,55 Milliarden Euro zur&#252;ck, 2011 war der Umsatz ebenfalls r&#252;ckl&#228;ufig.   Wobei &#8222;Schlecker Zahlen zum Gewinn oder Verlust traditionell nicht   nennt&#8220; (SPIEGEL ONLINE vom 20 Januar), also Vorsicht angebracht ist, was   die genaue Lage angeht.<\/p>\n<p>  Offensichtlich ist, dass Schlecker seit Jahren klagt, um auf Kosten der   Besch&#228;ftigten massiv zu sparen. Mit dem Versuch, bestehende M&#228;rkte durch   &#8222;XL-M&#228;rkte&#8220; zu ersetzen (in denen die Besch&#228;ftigten ohne Tarifvertrag   und ohne Betriebsrat arbeiten sollten), fiel der Konzern 2010 auf die   Nase. Besch&#228;ftigte und ver.di leisteten Gegenwehr und erreichten, dass   in den XL-M&#228;rkten die gleichen Geh&#228;lter wie bisher gezahlt werden.<\/p>\n<h4>  Filialschlie&#223;ungen<\/h4>\n<p>  Als das nicht klappte, ersann sich die Familie Schlecker eine neue Idee.   Es begann eine gro&#223;angelegte Serie von Filialschlie&#223;ungen, auf die   ver.di mit einem Besch&#228;ftigungs- und Sozialtarifvertrag antwortete   (wobei dadurch nicht der Jobverlust verhindert wird). Allein im letzten   Quartal 2011 wurden 800 Filialen dicht gemacht. Im ersten Quartal 2012   sollen weitere 600 (von noch 7.000) Filialen schlie&#223;en. Doch das reicht   nach Sicht der Schlecker-Familie nicht aus.<\/p>\n<h4>  Planinsolvenz<\/h4>\n<p>  Der n&#228;chste Schritt ist jetzt die &#8222;Planinsolvenz&#8220;. Diese erm&#246;glicht es   der bisherigen Gesch&#228;ftsf&#252;hrung, im Amt zu bleiben. Au&#223;erdem spekuliert   Schlecker darauf, bestehende Tarifvertr&#228;ge f&#252;r null und nichtig zu   erkl&#228;ren. Denkbar, dass die Familie Schlecker die Planinsolvenz nutzen   will, um den Konzern &#8222;gesund zu schrumpfen&#8220;.<\/p>\n<p>  Die Gewerkschaft ist jetzt gefordert. Ein erster Schritt k&#246;nnte eine   zentrale Demonstration vor der Konzernzentrale in Ehingen sein, wie von   Horst Gobrecht (Gewerkschaftssekret&#228;r im Fachbereich Handel des   ver.di-Bezirks S&#252;dhessen) vorgeschlagen. Des Weiteren sind   konzern&#252;bergreifende Mobilisierungen (denn auch den Besch&#228;ftigten von dm   und Rossmann kann so etwas irgendwann drohen), eine   &#246;ffentlichkeitswirksame Kampagne und Arbeitskampfma&#223;nahmen notwendig.   Das Privatverm&#246;gen der Schlecker-Familie betr&#228;gt laut &#8222;manager-magazin&#8220;   11\/2011 1,95 Milliarden Euro. Dieses muss herangezogen werden, damit   kein Job verloren geht und kein Lohn gedr&#252;ckt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Devise von Schlecker: Sparen ohne Gnade\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[122],"tags":[244],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14659"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14659"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14659\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14659"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14659"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}