{"id":14654,"date":"2012-02-12T00:00:00","date_gmt":"2012-02-11T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14654"},"modified":"2012-05-15T14:43:25","modified_gmt":"2012-05-15T12:43:25","slug":"14654","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/02\/14654\/","title":{"rendered":"&#8222;Nie wieder gr&#252;n&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Stuttgart 21: DIE LINKE ist mehr denn je gefordert<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am Tag vor der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 erkl&#228;rte der neue   gr&#252;ne Landesverkehrsminister Winfried Hermann noch bei einer   Gro&#223;kundgebung am Nordfl&#252;gel des Stuttgarter Hauptbahnhofs: &#8222;Dieses   Projekt ist nichts f&#252;r Baden-W&#252;rttemberg, sondern zum Schaden des ganzen   Landes.&#8220; Jetzt richten die Gr&#252;nen in der Landesregierung diesen   &#8222;Schaden&#8220; mit an.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/h4>\n<p>  Winfried Hermann verh&#228;lt sich wie J&#252;rgen Trittin. Der hatte im M&#228;rz 1997   noch an einer Castor-Blockade teilgenommen und vier Jahre sp&#228;ter als   gr&#252;ner Bundesumweltminister Polizei gegen Castor-GegnerInnen eingesetzt   und erkl&#228;rt: &#8222;Gegen diese Transporte sollten Gr&#252;ne in keiner Form &#8211;   sitzend, stehend, singend, tanzend &#8211; demonstrieren.&#8220;<\/p>\n<p>  Kein gr&#252;ner Politiker sagt, dass der Filz aus Bahnvorstand,   Wirtschaftsbossen und &#8222;Tunnelparteien&#8220; die Volksabstimmung mit einer   millionenschweren &#8211; zum Teil durch Veruntreuung von Steuergeldern &#8211;   finanzierten Propagandakampagne von Lug und Betrug f&#252;r sich entschieden   hat. Die Gr&#252;nen feiern den Schwindel Volksabstimmung als &#8222;Sieg der   Demokratie&#8220;.<\/p>\n<h4>  Frage des Baustopps<\/h4>\n<p>  Viele S21-GegnerInnen nehmen den Gr&#252;nen nicht &#252;bel, dass sie die   Volksabstimmung als Mehrheitsentscheidung f&#252;r die Mitfinanzierung des   Landes bis zur Obergrenze von 4,5 Milliarden Euro akzeptieren. Kein   Verst&#228;ndnis gibt es aber daf&#252;r, dass die Gr&#252;nen keinen Baustopp   verlangen, bis klar ist, wie hoch die nach der Volksabstimmung von der   Bahn zugegebenen Mehrkosten sind und wer sie &#252;bernimmt, bis die Bahn   ihre internen Kostenkalkulationen und geheim gehaltenen Risikoanalysen   offen legt, bis alle Planabschnitte und Plan&#228;nderungen genehmigt sind.   Unmut gibt es auch dar&#252;ber, dass die Manipulationen beim &#8222;Stresstest&#8220;,   die der Bahn nachgewiesen wurden, weder von Verkehrsminister Hermann   noch von Ministerpr&#228;sident Winfried Kretschmann f&#252;r einen Baustopp   genutzt werden. Zur Durchsetzung der Profitinteressen der S21-Mafia   kommt es nun unter Gr&#252;n-Rot zu einem der gr&#246;&#223;ten Polizeieins&#228;tze in der   Geschichte Baden W&#252;rttembergs. Der ehemalige Richter Christoph Strecker   sagte bei einer Demo am S&#252;dfl&#252;gel am 9. Januar zu Recht: &#8222;Das Ergebnis   der Volksabstimmung zwingt die Regierung also zu nichts. Wenn sie nun   der Bahn bei der Umsetzung ihrer Pl&#228;ne hilft, dann tut sie das nicht,   weil sie muss, sondern weil sie will.&#8220;<\/p>\n<h4>  Unmut gegen Gr&#252;ne w&#228;chst<\/h4>\n<p>  Bei vielen AktivistInnen ist die Stimmung gegen&#252;ber den Gr&#252;nen in   abgrundtiefe Entt&#228;uschung und Wut umgeschlagen. &#8222;Nie wieder Gr&#252;n&#8220; und   &#8222;Kretschmann weg&#8220; wird bei Demos immer h&#228;ufiger gerufen. Beim   offiziellen Neujahrsempfang war Kretschmann erst mal mit dem &#8222;Empfang&#8220;   von tausend Stuttgart-21-GegnerInnen konfrontiert, die ihm &#8211; dem   arabischen Vorbild folgend &#8211; ihre Schuhe zeigten.<\/p>\n<p>  Hannes Rockenbauch, Sprecher des Aktionsb&#252;ndnisses, erkl&#228;rte: &#8222;Wenn wir   &#8218;oben bleiben&#8216; gesagt haben, dann haben wir nicht gemeint: oben bleiben   an der Regierung und das um jeden Preis. Sondern da haben wir gemeint,   wir wollen diesen Bahnhof nicht! Und dann gilt auch f&#252;r diese   Landesregierung: Ihr werdet uns nicht los, wir Euch schon!&#8220;<\/p>\n<h4>  Gr&#252;ne sind pro-kapitalistische Partei<\/h4>\n<p>  Hilmar Kopper, fr&#252;herer Vorstandssprecher der Deutschen Bank, hat 1999   einmal gesagt, dass er sich anderthalb Jahre vorher nicht h&#228;tte   vorstellen k&#246;nnen, dass es unter einer rot-gr&#252;nen Regierung eine   deutsche Beteiligung an einem Krieg im Balkan geben k&#246;nnte: &#8222;Genauso   aber kam es. Und es konnte nur von einer rot-gr&#252;nen Regierung kommen.   Sonst h&#228;tten wir in diesem Land die Revolution gehabt. &#196;hnliches gilt   wohl f&#252;r die Ver&#228;nderung des Sozialstaates. Wahrscheinlich m&#252;ssen die   heiligen K&#252;he von denen geschlachtet werden, die an der Aufzucht am   aktivsten beteiligt waren.&#8220; Das wiederholt sich jetzt bei S21.<\/p>\n<p>  Die Gr&#252;nen sind nicht bereit, es auf einen Machtkampf mit den   wirtschaftlich M&#228;chtigen, die hinter Stuttgart 21 stehen, ankommen zu   lassen. Sie wissen, dass dies dazu f&#252;hren m&#252;sste, die Macht des Kapitals   insgesamt in Frage zu stellen. Und sie wissen auch, dass sie eine   Konfrontation mit der S21-Mafia die Regierungsbeteiligung und viele hoch   bezahlte Posten kosten w&#252;rde. Weil die Gr&#252;nen selbst Teil des   kapitalistischen Systems sind, gehen sie den anderen Weg. Sie erkl&#228;ren   uns pl&#246;tzlich, dass man aus Stuttgart 21 auch ein gutes Projekt machen   k&#246;nne. Das ist dann auch der T&#252;r&#246;ffner, die vor der Volksabstimmung   zugesagte Begrenzung der Landesmittel auf 930 Millionen Euro irgendwann   aufzuheben.<\/p>\n<h4>  Und DIE LINKE?<\/h4>\n<p>  Der Kurs der Gr&#252;nen stellt die Frage nach einer politischen Alternative   in aller Sch&#228;rfe. Die SAV sieht in der LINKEN einen Ansatz f&#252;r eine   breite antikapitalistische Partei und k&#228;mpft in der Linkspartei daf&#252;r,   dass diese sich aktiv am Widerstand gegen S21 und anderen   au&#223;erparlamentarischen Bewegungen beteiligt.<\/p>\n<p>  DIE LINKE muss als k&#228;mpferische, konsequent antikapitalistische Partei   aufgebaut werden. Beteiligungen an Koalitionen mit b&#252;rgerlichen Parteien   wie in Brandenburg darf es nicht geben, sonst landet die Partei dort, wo   SPD und Gr&#252;ne bereits angekommen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stuttgart 21: DIE LINKE ist mehr denn je gefordert\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25,58],"tags":[244],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14654"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14654"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14654\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}