{"id":14653,"date":"2012-02-08T00:00:00","date_gmt":"2012-02-07T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14653"},"modified":"2012-05-15T14:43:34","modified_gmt":"2012-05-15T12:43:34","slug":"14653","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/02\/14653\/","title":{"rendered":"Mitgliederentscheid als &#8222;n&#228;chster Schritt&#8220;?"},"content":{"rendered":"<p>  Bartsch-Kandidatur und Debatte um Mitgliederbefragung f&#252;r Parteivorsitz<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Kandidatur von Dietmar Bartsch f&#252;r den Parteivorsitz der LINKEN,   die eigentlich erst beim G&#246;ttinger Parteitag im Juni auf der   Tagesordnung steht, hat die Scheinharmonie des Erfurter Parteitags &#8211; der   vom 21. bis 23. Oktober 2011 tagte &#8211; postwendend &#252;ber den Haufen   geworfen.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Heino Berg, G&#246;ttingen<\/i><\/h4>\n<p>  Bartsch gilt als Repr&#228;sentant des Regierungsfl&#252;gels, der die Linkspartei   auf bedingungslose B&#252;ndnisse mit SPD und Gr&#252;nen einschw&#246;ren will.<\/p>\n<h4>  Kandidatur von Bartsch<\/h4>\n<p>  Wenn es nach Bartsch ginge, dann w&#252;rden die antikapitalistischen   Forderungen des in Erfurt beschlossenen Parteiprogramms zu einem   Lippenbekenntnis wie im SPD-Programm degradiert. Dar&#252;ber hinaus   verk&#246;rpert er das Erbe der ostdeutschen Staats- und Regierungspartei im   Apparat der erst vor wenigen Jahren vereinigten LINKEN.<\/p>\n<p>  Der Anpassungskurs von Bartsch und anderen hatte schon die PDS in die   Isolation gef&#252;hrt und DIE LINKE in der Berliner Koalition mit der SPD   (von 2002 bis 2011) fast 50 Prozent ihrer fr&#252;heren W&#228;hlerstimmen   gekostet.<\/p>\n<h4>  Urwahlverfahren<\/h4>\n<p>  Anstatt auf seine Kandidatur mit einer inhaltlichen Diskussion &#252;ber die   Bilanz dieser Politik zu antworten, hat sich der linke Parteifl&#252;gel auf   die Auseinandersetzung &#252;ber das Urwahlverfahren konzentriert, mit dem   Dietmar Bartsch seine Kandidatur urspr&#252;nglich verkn&#252;pft hatte. Die   Kampagne f&#252;r einen Mitgliederentscheid &#252;ber den Parteivorsitz st&#252;tzte   sich auf die verbreitete Unzufriedenheit &#252;ber Kungeleien der   Fraktionsf&#252;hrung um Gregor Gysi, denen Gesine L&#246;tzsch und Klaus Ernst   ihre Positionen als derzeitige Vorsitzende der LINKEN verdanken. In der   Erkl&#228;rung, in der Bartsch seine Kandidatur und sein Votum f&#252;r ein   Urwahlverfahren begr&#252;ndet, hei&#223;t es: DIE LINKE &#8222;muss den n&#228;chsten   Schritt gehen, um als sozialistische Partei in der gro&#223;en Politik und im   Lebensalltag dauerhaft anzukommen.&#8220;<\/p>\n<p>  Unabh&#228;ngig davon, ob dieses Verfahren der Parteisatzung entspricht,   f&#252;hrt es keineswegs zu einer st&#228;rkeren Kontrolle der Mitgliederbasis   &#252;ber ihre F&#252;hrung. Im Gegenteil: Eine individualisierte Briefwahl   entwertet die Basisgliederungen und die Diskussion ihrer gew&#228;hlten   Parteitagsdelegierten. &#196;hnlich wie eine Direktwahl von Staatspr&#228;sidenten   (wie zum Beispiel in Frankreich oder in den USA) die Parlamente   schw&#228;cht, w&#252;rde sie die Parteiorganisation, ihre Parteitage,   Mitgliederversammlungen und Delegierten entmachten. Eine aktive   Mitwirkung der Mitglieder am Leben der Partei w&#252;rde noch mehr als bisher   als Zeitverschwendung erscheinen.<\/p>\n<p>  Eine offene, ausf&#252;hrlich gef&#252;hrte und vor allem inhaltliche Debatte &#252;ber   Politik und &#252;ber das Personal, welches f&#252;r unterschiedliche politische   Vorschl&#228;ge steht, w&#228;re die beste Voraussetzung, Kungeleien und andere   Formen b&#252;rokratischer Entscheidungsfindungen zu verhindern. Die   Parteilinke muss um klare Mehrheiten f&#252;r einen antikapitalistischen Kurs   k&#228;mpfen, der eine Fortsetzung der Politik der Regierungsbeteiligungen   mit SPD und Gr&#252;nen ausschlie&#223;t. Das ist eine Voraussetzung daf&#252;r, dass   DIE LINKE eine Zukunft als Interessenvertretung der Millionen gegen die   Macht der Million&#228;re und Milliard&#228;re hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bartsch-Kandidatur und Debatte um Mitgliederbefragung f&#252;r Parteivorsitz\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[244],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14653"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14653"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14653\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14653"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}