{"id":14641,"date":"2012-01-30T09:30:00","date_gmt":"2012-01-30T09:30:00","guid":{"rendered":".\/?p=14641"},"modified":"2012-01-30T09:30:00","modified_gmt":"2012-01-30T09:30:00","slug":"14641","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/01\/14641\/","title":{"rendered":"Kalk macht dicht 2.0"},"content":{"rendered":"<p>  Proteste gegen Aufmarsch von Pro-K&#246;ln<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Conny Dahmen, K&#246;ln<\/i><\/h4>\n<p>  Die Kalker Hauptstra&#223;e in K&#246;ln Samstag morgen um 10 Uhr. Normalerweise   wimmelt die wichtigste Einkaufstra&#223;e in diesem Veedel K&#246;lns jetzt schon   von Menschen. Heute ist sie wie leer gefegt, nur Massen wei&#223;-blauer   Einsatzwagen, Polizisten und ein paar Hubschrauber sind zu sehen. Was   ist passiert? Entsch&#228;rfung einer alten Weltkriegsbombe? Ein St&#246;rfall im   Chemiebetrieb? Ausbruch eines B&#252;rgerkriegs? Oder nur ein neues Loch in   der U-Bahn?<\/p>\n<p>  Nein! Nach dem ihr f&#252;r den 19. November 2011 geplanter Marsch durch das   von ArbeiterInnen und MigrantInnen gepr&#228;gte Kalk durch Blockaden   verhindert werden konnte, hatte die rechte &#8222;B&#252;rgerbewegung pro K&#246;ln&#8220; f&#252;r   den 28. Januar erneut eine Demonstration gegen das Autonome Zentrum   angemeldet. Und erneut hatten verschiedene antifaschistische B&#252;ndnisse   und Organisationen zu Gegenprotesten und Blockaden mobilisiert. Obwohl   niemand die Rassisten in Kalk sehen will, konnte die Polizei das   &#8222;Demonstrationsrecht&#8220; Pro K&#246;lns diesmal leider durchsetzen.<\/p>\n<h4>  &#8222;Mal wieder marschieren die Rechten &#8211; und was ist mit unseren Rechten?&#8220;<\/h4>\n<p>  &#8230;stand auf einem Flyer, der w&#228;hrend der Proteste gegen den Aufmarsch   verteilt wurden. Denn in K&#246;ln Kalk galten heute demokratische Rechte nur   f&#252;r die Rechten.<\/p>\n<p>  In nie zuvor da gewesener Weise sperrte ein massives Polizeiaufgebot von   2000 Beamten ein ganzes Stadtviertel ab, um jegliche Gegenproteste und   besonders Blockaden der Demostrecke zu unterbinden und &#8222;Pro K&#246;ln&#8220;   ungehindert marschieren zu lassen. Gegenkundgebungen konnten nur hinter   den Dr&#228;ngelgittern um die Kalker Hauptstra&#223;e stattfinden, nicht einmal   Familien, die einfach nur einkaufen wollten, wurden durchgelassen.   AnwohnerInnen mussten Ausweiskontrollen und Gep&#228;ckdurchsuchungen &#252;ber   sich ergehen lassen. Busse wurden umgeleitet, die beiden   U-Bahn-Stationen im Viertel nicht angefahren. Trotzdem schafften es   einige AktivistInnen, auf die rechte Demoroute zu gelangen und Blockaden   zu organisieren, die die Polizei aber schnell mithilfe von Schlagst&#246;cken   und Pfefferspray aufl&#246;ste.<\/p>\n<p align=center><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" src=\"https:\/\/picasaweb.google.com\/s\/c\/bin\/slideshow.swf\" height=\"267\" pluginspage=\"http:\/\/www.macromedia.com\/go\/getflashplayer\" flashvars=\"host=picasaweb.google.com&#038;hl=de&#038;feat=flashalbum&#038;RGB=0x000000&#038;feed=https%3A%2F%2Fpicasaweb.google.com%2Fdata%2Ffeed%2Fapi%2Fuser%2F102458489215897250915%2Falbumid%2F5703338779089913329%3Falt%3Drss%26kind%3Dphoto%26hl%3Dde\" width=\"400\"><\/embed><\/p>\n<p>  In einer Demokratie haben alle dasselbe Recht auf freie Meinungs&#228;u&#223;erung   und Demonstrationen? F&#252;r die antifaschistischen GegendemonstrantInnen   galt dieses Recht am Samstag jedenfalls nicht! Was hat es mit der   Wahrnehmung des Demonstrationsrechtes zu tun, wenn tausende Menschen   sich in ihrer n&#228;chsten Umgebung nicht frei bewegen d&#252;rfen, damit knapp   90 Rassisten ungehindert ihre Deutschlandfahnen schwenken und   Hetzspr&#252;che br&#252;llen k&#246;nnen? Diese Aufm&#228;rsche werden uns aufgezwungen und   sind nichts als Provokation von Leuten, die seit jeher enge Verbindungen   zur militanten Nazi-Szene haben, wo bekanntlich demokratische Rechte und   andere Meinungen wenig respektiert werden. Faschismus ist keine Meinung,   sondern ein Verbrechen!<\/p>\n<p>  Viele KalkerInnen konnten ihren Protest nur am Fenster zum Ausdruck   bringen. Nach Meinung des K&#246;lner Polizeipr&#228;sidenten Albers (SPD) war   sogar das schon zuviel. &#8222;Die Anwohner k&#246;nnten die Fenster schlie&#223;en, die   Rolll&#228;den runterlassen und ihrem Protest durch andere passive Formen   Ausdruck verleihen&#8220; wurde er im K&#246;lner Stadt-Anzeiger vom 14.1. zitiert,   der fortan zusammen mit der SPD kr&#228;ftig die Werbetrommel f&#252;r den   &#8222;passiven Widerstand&#8220; und das &#8222;Ignorieren&#8220; der Rassisten sch&#252;rte. &#8222;Dann   k&#246;nnten wir davon ausgehen, dass wir zumindest im Stadtteil Kalk erst   einmal Ruhe haben&quot;.<\/p>\n<p>  Viele K&#246;lnerInnen sehen das anders und wollen das Problem &#8222;Pro K&#246;ln&#8220;   lieber l&#246;sen, als weg zuschauen. So kamen am 28.1. trotz aller Schikanen   insgesamt 1000 Menschen zu den Gegenaktionen, um sich den Rassisten in   den Weg zu stellen. 17 AktivistInnen der SAV aus K&#246;ln, Aachen und   Dortmund nahmen an den Protesten am Samstag teil und mobilisierten dabei   bereits f&#252;r die Aktionen gegen den Nazi-Aufmarsch am 18. Februar in   Dresden.<\/p>\n<p>  Wenn Rassisten-Demos erst mal zur Normalit&#228;t geworden sind, werden auch   gewaltt&#228;tige &#220;bergriffe auf MigrantInnen und Linke zunehmen. Deswegen   m&#252;ssen wir weiterhin, jeden Versuch &#8222;Pro K&#246;lns&#8220; und anderer rechter   Gruppen, in K&#246;ln Fu&#223; zu fassen, entschieden zur&#252;ckschlagen! Ob K&#246;ln,   Dresden und &#252;berall: Keinen Fu&#223;breit den Faschisten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Proteste gegen Aufmarsch von Pro-K&#246;ln\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14641"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14641"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14641\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}