{"id":14638,"date":"2012-01-23T15:10:00","date_gmt":"2012-01-23T15:10:00","guid":{"rendered":".\/?p=14638"},"modified":"2012-01-23T15:10:00","modified_gmt":"2012-01-23T15:10:00","slug":"14638","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/01\/14638\/","title":{"rendered":"Trotz verlorener Volksabstimmung"},"content":{"rendered":"<p>  der Widerstand gegen Stuttgart 21 geht weiter<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Ursel Beck und Wolfram Klein, Stuttgart<\/i><\/h4>\n<p>  Wer dachte, der Widerstand gegen Stuttgart 21 werde nach der verlorenen   Volksabstimmung zusammenbrechen, hat sich geirrt. Der geplante schnelle   Durchmarsch der Bahn &#8211; Abriss des S&#252;dfl&#252;gels plus R&#228;umung und Abholzung   des Mittleren Schlossgartens &#8211; ist geplatzt. Trotzdem wird die   Zerst&#246;rung des S&#252;dfl&#252;gels vorbereitet und in der Nacht zum 22. Januar   wurden etwa 30 B&#228;ume gef&#228;llt.<\/p>\n<p>  Die Volksabstimmung war ein deutlicher R&#252;ckschlag f&#252;r die Bewegung.   Landesweit stimmte eine deutliche und in Stuttgart eine knappe Mehrheit   gegen den Ausstieg des Landes aus dem Projekt. Das hatte besonders   R&#252;ckwirkung auf die Schichten der Bev&#246;lkerung, die Stuttgart 21   ablehnen, aber nicht in der Bewegung aktiv sind oder nur sporadisch an   Demonstrationen teilnehmen. Der harte Kern von tausenden AktivistInnen   hat diese Niederlage dagegen erstaunlich gut weggesteckt.<\/p>\n<p>  Das wurde durch R&#252;ckenwind von unerwarteter Seite unterst&#252;tzt. Der   Verwaltungsgerichtshof Baden-W&#252;rttemberg in Mannheim stoppte am 16.   Dezember erneut die Bauarbeiten am sogenannten &#8222;Grundwassermanagement&#8220;.   Anfang Januar wurde auch klar, dass das F&#228;llen der B&#228;ume im   Schlossgarten illegal w&#228;re. Eine weitere Gerichtsentscheidung verschob   die R&#228;umung des Zeltdorfs im Schlossgarten.<\/p>\n<p>  Solche Gerichtsentscheidungen sch&#252;ren vielleicht bei einigen   AktivistInnen Illusionen in die b&#252;rgerliche Justiz. Aber vor allem   zeigen diese Entscheidungen, die durch Klagen des BUND und anderer   AktivistInnen gegen Stuttgart 21 zustande kommen, wie sehr die   Landesregierung Stuttgart 21 verz&#246;gern k&#246;nnte, wenn sie nur auf der   Einhaltung von Recht und Gesetz bestehen w&#252;rde. Der ehemalige Richter   Christoph Strecker sagte dazu:<\/p>\n<p>  &quot;Wenn die Landesregierung f&#252;r den Abbruch des S&#252;dfl&#252;gels und das F&#228;llen   der B&#228;ume die Polizei einsetzt, dann tut sie das nicht, weil sie hierzu   rechtlich verpflichtet w&#228;re, sondern weil sie das Projekt Stuttgart 21   gegen Einw&#228;nde und Widerst&#228;nde durchsetzen will und weil sie die Macht   hat, sich hierf&#252;r der Polizei zu bedienen. Sie k&#246;nnte stattdessen auch   der Bahn vorl&#228;ufig den Abbruch des S&#252;dfl&#252;gels und das F&#228;llen der B&#228;ume   untersagen.&quot;<\/p>\n<p>  Kein Wunder, wenn sich die Hoffnungen auf die Gr&#252;nen-SPD-Regierung im   Sturzflug befinden.<\/p>\n<h4>  Zerst&#246;rung trotz Planungschaos<\/h4>\n<p>  Die Regierung und die ihr unterstehende Polizei hatten mit Feuereifer   den Gro&#223;einsatz zur R&#228;umung des Schlossgartens und Absperrung des   S&#252;dfl&#252;gels vorbereitet, den sie dann abblasen mussten. Stattdessen   konnte in der Nacht zum 13. Januar &#8222;nur&#8220; der S&#252;dfl&#252;gel abgesperrt und   ein Bauzaun errichtet werden. Ger&#228;umt wurde der S&#252;dfl&#252;gel bereits im   Herbst 2010! Seitdem stand er leer.<\/p>\n<p>  Und neun N&#228;chte sp&#228;ter wurden etwa 30 B&#228;ume beim Wagenburgtunnel neben   dem Mittleren Schlossgarten gef&#228;llt. Das war der erste Angriff auf die   B&#228;ume seit der &#8222;Verpflanzung&#8220; von B&#228;umen auf dem Parkplatz beim   Nordausgang des Hauptbahnhofs. Sie wurden herausgerissen, der Gro&#223;teil   ihres Feinwurzelwerks zerst&#246;rt, dann wurden sie an anderen Stellen   dilettantisch wieder eingepflanzt. Landschaftsg&#228;rtner sagen voraus, dass   sie einen kalten Winter oder hei&#223;en Sommer nicht &#252;berleben werden.   Begr&#252;ndet wurde das mit dem Bau des &#8222;Technikgeb&#228;udes&#8220; f&#252;r Stuttgart 21   an dieser Stelle. Tats&#228;chlich hat die Firma Wolff&amp;M&#252;ller den Bauauftrag   wieder zur&#252;ckgegeben. Jetzt wird verzweifelt eine andere Firma gesucht,   die zu den unrealistischen Konditionen der Bahn (die vort&#228;uschen sollen,   dass sich Stuttgart 21 mit den offiziell behaupteten Kosten bauen l&#228;sst)   den Auftrag &#252;bernimmt. F&#252;r andere zentrale Bauauftr&#228;ge wie den   &#8222;Nesenbach-D&#252;ker&#8220; hat es noch nie einen Interessenten gegeben. Die B&#228;ume   dort fehlen also schon seit fast einem Jahr f&#252;r das Stadtklima der   Stuttgarter Innenstadt ohne dass an der Stelle der Bau begonnen h&#228;tte.   Autos parken dort weiterhin.<\/p>\n<p>  Und jetzt wurden erneut B&#228;ume in der Innenstadt gef&#228;llt, um den Bau von   einem Ende eines Tunnels in Angriff nehmen zu k&#246;nnen, w&#228;hrend die   Planung f&#252;r das andere Tunnelende im Chaos versinkt, selbst   Stuttgart-21-Bef&#252;rworter umfangreiche &#196;nderungen fordern und dort nichts   genehmigt ist. Muss man mehr dazu sagen, was f&#252;r ein Chaos dieses   &#8222;bestgeplante Bauprojekt&#8220; der Bahn ist?<\/p>\n<p>  Der Abriss des S&#252;dfl&#252;gels und damit die weitere Verst&#252;mmelung des   denkmalgesch&#252;tzten Hauptbahnhofs wird sich wohl nicht verhindern lassen.   Aber Blockaden werden den Abriss verz&#246;gern k&#246;nnen und den   Projektbetreibern klar machen, dass Blockaden so lange stattfinden, bis   der Bau gestoppt ist.<\/p>\n<p>  Zugleich versucht die Bahn im Eiltempo die Voraussetzungen zu schaffen,   um noch vor Beginn der Vegetationszeit (M&#228;rz bis September) die B&#228;ume im   Schlossgarten zu f&#228;llen. In der Vegetationsperiode braucht die Bahn eine   Sondergenehmigung. In jedem Fall w&#252;rde es als Provokation verstanden.   Der BUND geht juristisch gegen die in Eile zusammengeschriebenen neuen   &#8222;Unterlagen&#8220; der Bahn zum Artenschutz vor. Wir k&#246;nnen uns &#252;berhaupt   nicht darauf verlassen, dass das Eisenbahnbundesamt oder Gerichte diese   Einwendungen ernst nehmen, aber es ist m&#246;glich, dass die B&#228;ume bis zum   Herbst oder Winter gerettet werden k&#246;nnen. Der Bewegung kommt auch   zugute, dass am 7. Oktober OB-Wahlen in Stuttgart sind.<\/p>\n<p>  Abgerissene Geb&#228;ude kann man wieder aufbauen, gef&#228;llte bis zu 200 Jahre   alte B&#228;ume w&#228;ren unwiederbringlich verloren. Wenn jetzt die Parkb&#228;ume   gef&#228;llt w&#252;rden, w&#252;rde das viele AktivistInnen entmutigen und die   Bewegung f&#252;r eine ganze Periode deutlich schw&#228;chen. Wenn jetzt &#8222;nur&#8220; der   S&#252;dfl&#252;gel zerst&#246;rt wird, wird das keine vergleichbare Wirkung haben. Und   in den Monaten kann viel passieren, was der Bewegung neuen Auftrieb   geben kann. Stuttgart 21 wird neue Skandale produzieren, die weltweite   kapitalistische Krise wird sich fr&#252;her oder sp&#228;ter stark auf das extrem   exportabh&#228;ngige Baden-W&#252;rttemberg auswirken. Wenn in der Folge dieser   Krise die Wirtschaftsbosse Arbeitspl&#228;tze vernichten, werden sie   unglaubw&#252;rdig in ihrer S-21-Propaganda. Wenn die Steuereinnahmen bei   Land und Stadt einbrechen und Sozial-Kahlschlag auf die Tagesordnung   kommt, werden immer weniger Leute Verst&#228;ndnis daf&#252;r haben, dass   gleichzeitig Milliarden f&#252;r Stuttgart 21 vergraben werden sollen. Wenn   jetzt noch viele zweifeln, ob nach der Volksabstimmung Widerstand   weiterhin legitim ist, k&#246;nnen diese Zweifel in ein paar Monaten bei   vielen verschwunden sein.<\/p>\n<h4>  Der Widerstand geht weiter<\/h4>\n<p>  Das R&#252;ckgrat des Widerstandes gegen Stuttgart 21 sind weiter die   Montagsdemos. Die ersten beiden im neuen Jahr hatten gut 3.000   TeilnehmerInnen, am 16. Januar &#8211; der Montagsdemo nach der Absperrung des   S&#252;dfl&#252;gels, die daher nicht vor dem S&#252;dfl&#252;gel sondern daneben im   Schlossgarten stattfand &#8211; waren es 4.000 TeilnehmerInnen.<\/p>\n<p>  Am 7. Januar gab es eine Demonstration vom Schlossplatz zum S&#252;dfl&#252;gel   mit ebenfalls etwa 3.000 TeilnehmerInnen. Am folgenden Tag organisierten   die Cannstatter gegen Stuttgart 21 eine politisch-satirische Aktion   &#8222;Check-in in Containamo&#8220;. Nach dem Vorbild deutscher TouristInnen, die   bekanntlich daf&#252;r ber&#252;chtigt sind, sich am Strand im Voraus die besten   Pl&#228;tze zu reservieren, zogen gut 500 AktivistInnen zum Containerdorf,   das unsere f&#252;rsorgliche Polizei beim Cannstatter Wasen f&#252;r   Stuttgart-21-GegnerInnen errichtet hat, um sich dort die besten Pl&#228;tze   zu reservieren.<\/p>\n<p>  Weder die Drohung von 9.000 Polizisten, noch die Knast-Container auf dem   Cannstatter Wasen hielten 1.000 S-21-Gegner davon ab, in der Nacht vom   12. auf 13. Februar der Polizei bei der Absperrung des S&#252;dfl&#252;gels mit   der gr&#246;&#223;ten Blockade seit dem 30.9. 2010 zuvorzukommen. Der Versuch der   Polizei mit einem martialische und gespenstischen Aufmarsch Leute   einzusch&#252;chtern scheiterte ebenso wie die unz&#228;hligen Aufrufe der Polizei   bei freiem Geleit und ohne Personalienfeststellung das abzusperrende   Gel&#228;nde zu verlassen. Mehrere hundert blieben die ganze Nacht. Viele   gingen am Freitagmorgen direkt von der Blockade zur Arbeit. Zwei &#228;u&#223;erst   mutige Frauen ketteten sich mit Fahrradschl&#246;ssern um den Hals an   Fenstergitter und harrten die ganze Nacht aus. Nach 8.00 Uhr am Morgen   wurde ihre Widerstandsaktion von der Polizei mit einer Flex beendet. Mit   einer &#220;bermacht von 1.900 Polizisten und eines wochenlang minuti&#246;s   vorgeplanten Einsatzes konnte die Staatsmacht den Widerstand in dieser   Nacht am Ende brechen. Der Stuttgarter Polizeichef, sein Pressesprecher,   Oberstaatsanwalt H&#228;u&#223;ler, alle waren sie pers&#246;nlich in dieser Nacht   pr&#228;sent. Die Bilder des 30.9. sollten sich nicht wiederholen. Die   Polizei wollte sich mit dem Einsatz vom Schwarzen Donnerstag   reinwaschen. Sobald die Medien ihre Bilder im Kasten hatten und   abgezogen waren, wurde der Schalter umgelegt. Beim Wegtragen wurden   Schmerzgriffe angewandt. Wegen Lappalien wie Beleidigung oder   Pfefferspray, das beim Durchsuchen von Taschen gefunden wurde, wurden   Leute festgenommen. Abseits von den &#8222;eingebetteten Journalisten&#8220; wurde   zu Beginn des Polizeieinsatzes &#252;berfallartig von einem gro&#223;en Trupp   Polizisten in Kampfmontur die R&#228;umung der Zelte vorget&#228;uscht. Dahinter   stand wohl die Absicht, Leute vom S&#252;dfl&#252;gel in den Park zu lenken. Diese   Provokation scheiterte j&#228;mmerlich.<\/p>\n<p>  F&#252;r besondere Heiterkeit sorgte ein Bericht der Stuttgarter Zeitung in   der Ausgabe f&#252;r den folgenden Tag, der schon vor Mitternacht den Ablauf   der folgenden Stunden schilderte. Es stellte sich aber heraus, dass er   nicht ganz korrekt war: die Polizei brauchte wesentlich l&#228;nger, um den   Platz zu r&#228;umen. Im Vorfeld hatte es Emp&#246;rung gegeben, weil die Polizei   &#8222;embedded journalists&#8220; eingeladen hatte (eine Praxis, die bekanntlich   die US-Armee im Irak-Krieg erfand) und damit die Pressefreiheit f&#252;r die   &#252;brigen JournalistInnen einschr&#228;nkte. Jetzt kursiert der Witz, dass   diese eingebetteten Journalisten so hei&#223;en, weil die Polizei ihnen   aufschreibt, was passieren wird, und sie dann ins Bett gehen k&#246;nnen. Die   Polizei schreibt in ihrer Presseerkl&#228;rung, dass 79 Personen, der   Aufforderung den Platz zu verlassen, nicht gefolgt seien, und sich   h&#228;tten wegtragen bzw. wegf&#252;hren lassen. Diese Zahl ist anzuzweifeln.   Interessanterweise hatte die Polizei allerdings kein Interesse bei   hunderten von Leuten die Prozedur von Personalienfeststellung und   Platzverweis durchzuf&#252;hren. Pausenlos wurden sogenannte   Anti-Konflikt-Teams durch die Reihen geschickt, um Blockierer   einzus&#252;lzen, doch jetzt bitte so freundlich zu sein, den Platz zu   verlassen. Wir w&#252;rden dann ja auch Geld sparen und w&#252;rden uns nicht   strafbar machen. Das sei doch schlie&#223;lich in unserem eigenen Interesse.   Es wurde versucht, die Trommler mit &#8222;R&#252;cksicht auf ihre Instrumente&#8220; zum   Weggehen zu &#252;berreden. Vergebens. Und unglaublich aber wahr: Blockierer   wurden selbst dann noch als die Polizisten schon zum Wegtragen bzw.   Wegf&#252;hren vor ihnen standen, angeboten den Platz unbehelligt und ohne   Kosten und Platzverweis zu verlassen, wenn sie jetzt gingen. Und das   nachdem uns die ganze Nacht x mal &#252;ber Lautsprecher von der Polizei   erkl&#228;rt wurde, wir w&#252;rden uns an einer verbotenen Versammlung   beteiligen. Das ist eigentlich nur so zu erkl&#228;ren, dass Polizei und   Staatsanwaltschaft in Anbetracht von laut Jura-AK 4.500 laufenden   Verfahren gegen S 21-Gegner keine Lust hatte die Aktenberge, deren   Abarbeitung ein fast undurchf&#252;hrbares Unterfangen ist, um mehrere   hundert Akten zu erh&#246;hen. Von 2.50 Uhr bis nach 8.00 Uhr hat die Polizei   gebraucht, den Platz zu r&#228;umen.<\/p>\n<h4>  Neujahrsempfang bei Kretschmann<\/h4>\n<p>  Unter dem Motto &#8222;Schaden abwenden und Abriss verhindern statt Sekt   schl&#252;rfen, Herr Kretschmann&#8220; besuchten am 14. Januar 1000 AktivistInnen   den Neujahrsempfang von Ministerpr&#228;sident Kretschmann. Als Zeichen der   Verachtung seiner Politik in Sachen S 21 wurden Kretschmann Schuhe   gezeigt. Bei der Kundgebung gab es Sprechch&#246;re &#8222;Nie wieder gr&#252;n&#8220;. Und   Hannes Rockenbauch erkl&#228;rte: &#8222;Wenn wir &#8222;oben bleiben&#8220; gesagt haben, dann   haben wir nicht gemeint Oben bleiben an der Regierung und das um jeden   Preis. Sondern da haben wir gemeint, wir wollen diesen Bahnhof nicht!   Und dann gilt auch f&#252;r diese Landesregierung; Ihr werdet uns nicht los,   wir euch schon!&#8220; Leider nahmen einige Sprecher der Bewegung einen auf   Kretschmanns Bodyguard geworfenen Espandrillo zum Anlass zu exzessiven   Entschuldigungen.<\/p>\n<h4>  Widerstand gegen Baumf&#228;llung<\/h4>\n<p>  Die Bewegung gegen Stuttgart 21 war seit der Volksabstimmung auf die   Verteidigung des S&#252;dfl&#252;gels und der B&#228;ume im Schlossgarten fokussiert.   Die Bahn er&#246;ffnet jetzt allerdings parallel mehrere Baustellen.&#160; Am 21.   Januar war wieder eine Kundgebung gegen Stuttgart 21 mit etwa 4.000   TeilnehmerInnen. Trotz Video&#252;berwachung des gesamten Bahnhofsareals und   trotz starker Polizeipr&#228;senz war es Parsch&#252;tzern gelungen w&#228;hrend der   Kundgebung an der Bahnhofsfassade zur Begeisterung der Teilnehmer ein   gro&#223;es Transparent anzubringen. Der Moderator und Sprecher des   Aktionsb&#252;ndnis, Hannes Rockenbach, informierte die Anwesenden dar&#252;ber,   dass noch in der Nacht die B&#228;ume am Wagenburg-Tunnel gef&#228;llt werden   k&#246;nnten. Daraufhin zogen im Anschluss an die Kundgebung am Nachmittag   Hunderte DemonstrantInnen zum Gebhard-M&#252;ller-Platz vor dem   Wagenburgtunnel und blockierten ihn und die angrenzende Gr&#252;nfl&#228;che, auf   der 31 B&#228;ume gef&#228;llt werden sollten. Gegen 21.00 Uhr marschierten   Hundertschaften der Polizei auf und zogen eine Kette mitten durch die   Demonstranten. Dadurch waren nur noch ca. 50 Aktivisten auf dem Platz   der wegen Baumf&#228;llarbeiten abgesperrt werden sollte. Bis um 1.00 Uhr war   die Polizei besch&#228;ftigt, den Platz abzusperren, zu r&#228;umen, Personalien   aufzunehmen und Platzverweise zu erteilen. Nach der R&#228;umung gelang es   zwei Aktivisten wieder auf das Gel&#228;nde zu gelangen. Einer davon besetzte   den Greifarm eines Baggers und musste durch ein Sondereinsatzkommando   ger&#228;umt werden. Durch die gesamte Aktion wurden die Bauarbeiten um drei   bis vier Stunden verz&#246;gert.<\/p>\n<h4>  S21 kritisch begleiten? S21 stoppen!<\/h4>\n<p>  Trotz der enormen Ausdauer gibt es in der Bewegung gegen Stuttgart 21   Probleme. Das Aktionsb&#252;ndnis preist es als gro&#223;en Erfolg, dass es auch   nach der Volksabstimmung zusammengeblieben ist, bis hin zu den Gr&#252;nen.   Aber Einheit ist kein Selbstzweck. Als Ende 2010 Heiner Gei&#223;ler seinen   ber&#252;chtigten &#8222;Schlichterspruch&#8220; mit Stuttgart 21 plus verk&#252;ndete, hat   die Bewegung das zu Recht abgelehnt (bis auf ein paar Gr&#252;ne   Spitzenpolitiker). Inzwischen hat die Bahn ihre Zusagen, die von Gei&#223;ler   angemahnten Verbesserungen umzusetzen, St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck fallen gelassen.   Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck davon, dass Stuttgart 21 ein so   verkorkstes Projekt ist, dass man es nicht grundlegend verbessern,   sondern nur stoppen kann. Wenn jetzt Teile der Bewegung davon reden,   Stuttgart 21 kritisch zu begleiten, dann sch&#252;ren sie genau die Illusion,   durch Detailkritik grundlegende Verbesserungen, irgendein Stuttgart 21   plus erreichen zu k&#246;nnen. Dann erwecken sie den Eindruck, die Warnungen   der letzten Jahre vor den zerst&#246;rerischen Folgen von Stuttgart 21 seien   nicht ernst gemeint gewesen.<\/p>\n<p>  Am 4. Dezember hatte das Aktionsb&#252;ndnis zu einem &#8222;Gro&#223;en Ratschlag&#8220;   eingeladen, zu dem &#252;ber 700 AktivistInnen kamen. Ein Ergebnis war, dass   die &#252;berw&#228;ltigende Mehrheit f&#252;r die Fortsetzung der Montagsdemos war.   Trotzdem hat sich das Aktionsb&#252;ndnis aus der Organisation der   Montagsdemos zur&#252;ck gezogen, die jetzt von Parksch&#252;tzern und anderen   Gruppen organisiert werden &#8211; mit &#228;hnlich vielen TeilnehmerInnen wie die   Aktionsb&#252;ndnis-Demo am 7. Januar. Die Folge davon ist bisher, dass das   Aktionsb&#252;ndnis deutlich an Bedeutung verloren hat. Bei Montagsdemos   kommen jetzt RednerInnen der Basis der Bewegung zu Wort. Des Weiteren   gibt es die Chance f&#252;r eine demokratische Neuformierung der zahlreichen   und immer noch sehr aktiven Gruppen des Widerstands.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      der Widerstand gegen Stuttgart 21 geht weiter\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[58],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14638"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14638"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14638\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14638"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14638"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14638"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}