{"id":14633,"date":"2012-01-19T00:00:00","date_gmt":"2012-01-19T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14633"},"modified":"2012-01-19T00:00:00","modified_gmt":"2012-01-19T00:00:00","slug":"14633","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/01\/14633\/","title":{"rendered":"Iran: Neue imperialistische Kriegsgefahr"},"content":{"rendered":"<p>  Spannungen verst&#228;rken sich durch Sanktionen und Marineman&#246;ver<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Bereiten sich der US-Imperialismus und\/oder Israel auf einen Krieg   gegen den Iran vor? Wie w&#252;rde die islamistische Diktatur im Iran darauf   reagieren? Diese Fragen r&#252;ckten erneuten in den Mittelpunkt, nachdem   w&#228;hrend der Ferien die USA neue Sanktionen gegen den Iran verk&#252;ndeten   und dieser &#220;bungen der Marine durchf&#252;hrte.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Per-&#197;ke Westerlund, R&#228;ttvisepartiet Socialisterna (CWI Sweden)<\/i><\/h4>\n<p>  Sowohl das iranische, als auch das US-Regime haben innerstaatliche   Gr&#252;nde, die f&#252;r eine Eskalation des &#8222;Krieges der Worte&#8220; sprechen. Die   Angst der iranischen Regierung vor Massenprotesten, &#228;hnlich nach der   &#8222;Wahl&#8220; 2009, erh&#228;lt neues Futter durch die arabischen Revolutionen. Neue   undemokratische Wahlen stehen im M&#228;rz an, w&#228;hrend sich zur selben Zeit   die Auswirkungen der Wirtschaftskrise vertiefen. Das Regime will die   Aufmerksamkeit auf die USA lenken, die eine &#252;ber 30-j&#228;hrige Blockade   aufrecht erhalten. Auch Obama z&#246;gert nicht, die Aufmerksamkeit &#252;ber die   Grenzen zu lenken, nach dem wachsenden Unmut 2011, der sich nicht   zuletzt durch die Occupy-Bewegung ausdr&#252;ckte. Zus&#228;tzlich steht der   Pr&#228;sident unter dem Druck der Republikaner, in der Auslandspolitik, vor   allem Gegen&#252;ber dem Iran, zu weich zu sein.<\/p>\n<p>  Ein kriegerisches Vorgehen gegen den Iran h&#228;tte katastrophale Folgen, da   es sich um eine der am am meisten aufger&#252;steten Regionen der Welt   handelt. Die USA haben ihre 5. Flotte in Bahrain stationiert und alle   Anrainerstaaten des persischen Golfs haben sich w&#228;hrend der letzten   Jahre ein Wettrennen um die Bewaffnung geliefert. Ein Angriff auf den   Iran w&#252;rde auf eine massenhafte Opposition im mittleren Osten treffen,   die vom Iran unterst&#252;tzten Organisationen wie der Hisbollah, oder der   Hamas eingeschlossen.<\/p>\n<p>  Ger&#252;chte und Konzerne haben schon den &#214;lpreis in der ersten Januarwoche   um 6 % ansteigen lassen. Ein milit&#228;rischer Konflikt, mit Auswirkungen   auf die &#214;lexporte aus dem persischen Golf, k&#246;nnte die gesamte   Weltwirtschaft beeinflussen. 40 % der Welt-&#214;lexporte durchfahren die   enge Stra&#223;e von Hormuz.<\/p>\n<p>  Ausl&#246;ser f&#252;r die neuesten Entwicklungen war ein Bericht der   Internationalen Atomenergie-Organisation im November (IAEA), welcher die   Vermutung nahelegte, dass der Iran an einer geheimen   Atomwaffenproduktion arbeitet. Seit nunmehr zehn Jahren sorgen die   nuklearen Anlagen des Iran f&#252;r eine konstante Krise und Spekulationen   &#252;ber einen Krieg. Die Anlagen wurden 2002 der &#214;ffentlichkeit bekannt,   doch die Anreicherung von Uran wurde ausgesetzt, bis kurze Zeit sp&#228;ter,   2005, Ahmadinejad Pr&#228;sident wurde.<\/p>\n<p>  Die Internationale Atomenergie-Organisation und der UN-Sicherheitsrat   haben Regime in Teheran seitdem mehrere Ultimaten gesetzt und vier Mal   Sanktionen verh&#228;ngt. Teheran behauptete stets, dass die Anreicherung von   Uran nicht zur Produktion von Kernwaffen diene. Mittlerweile l&#228;sst   Ahmadinejad keine M&#246;glichkeit aus, um die M&#246;glichkeiten des Irans   anzupreisen, mittels seiner nunmehr 8.000 Zentrifugen, nukleare   Brennstoffe herzustellen.<\/p>\n<p>  Die IAEA und seit dem Amtsantritt von Obama auch das Wei&#223;e Haus, r&#228;umen   ein, dass der Iran zwar noch keine Atomwaffen produziert, dass das   Risiko hierf&#252;r aber steigt. Die M&#246;glichkeiten des Iran zur Anreicherung   von Uran lagen lange Zeit bei 3-5 %, stiegen 2010 aber auf 20 %. Um   atomwaffenf&#228;higes Uran herzustellen, bedarf es einer Anreicherung von 90   %.<\/p>\n<p>  Die Sanktionen hatten zwar Auswirkungen auf die Wirtschaft, nicht jedoch   auf die Bestrebungen der Regierung zur Anreicherung von Uran. Seit   Israel die M&#246;glichkeit einer milit&#228;rischen Intervention im Iran in   Betracht zieht, erh&#246;ht sich der &#246;ffentliche Druck auf Obama.<\/p>\n<p>  Beide, Israel und die Vereinigten Staaten, f&#252;hren au&#223;erdem einen   Spionage Krieg gegen den Iran, in dem auch die Ermordung iranischer   Atomwissenschaftler vorgesehen ist.<\/p>\n<p>  Am Neujahrstag gab Obama die Verh&#228;ngung neuer Sanktionen gegen den Iran   bekannt, diese seien im Milit&#228;retat f&#252;r 2012 ber&#252;cksichtigt. Die neuen   Ma&#223;nahmen zielen direkt auf die Einnahmen aus den &#214;lexporten ab, die 60   % der iranischen Staatseinnahmen ausmachen. Das Ziel ist es, s&#228;mtliche   Gesch&#228;fte der Iranischen Zentralbank zu unterbinden, die zust&#228;ndig ist   f&#252;r alle Auslandsgesch&#228;fte und ausl&#228;ndische W&#228;hrungen. Die vorherige   Blockade unterband lediglich den Handel von amerikanischen Firmen mit   dem Iran, die neuen Sanktionen zwingen allerdings auch europ&#228;ische   Regierungen und Firmen zum Einstellen ihrer Handelsbeziehungen.   Eingeschlossen sind der Ankauf von &#214;l, das Verarbeiten iranischen &#214;ls   und nat&#252;rlich auch Exporte in den Iran.<\/p>\n<p>  Unter dem Druck der USA hat die EU einem grunds&#228;tzlichen &#214;lembargo   zugestimmt. Heute importieren die EU-Staaten, allen voran die s&#252;dlichen   L&#228;nder, 450.000 Barrel pro Tag, von den 2,6 Millionen Barrel, die der   Iran t&#228;glich exportiert. Selbst Griechenland, das seine &#214;limporte   mittels iranischer Kredite finanziert, wurde dazu gedr&#228;ngt, nicht gegen   eine zuk&#252;nftige Blockade zu protestieren.<\/p>\n<p>  Obamas neue Sanktionen werden in sechs Monaten in Kraft treten, was dem   Pr&#228;sidenten die Option gibt, diese aufzuschieben, oder auszusetzen,   falls die &#214;lpreise steigen sollten.<\/p>\n<p>  Das iranische Regime reagierte darauf, indem es verlauten lie&#223;, es sei   einfach Kunden zu ersetzen, die wegfallen. Man hofft wohl darauf, dass   China, bereits gr&#246;&#223;ter Importeur von &#214;l aus dem Iran, und Indien   einspringen wird.<\/p>\n<p>  Der Iran befindet sich in einer ernsten Wirtschaftskrise, die   gekennzeichnet ist von erheblichen Preisanstiegen und einer wachsenden   Arbeitslosigkeit. Die W&#228;hrung hat im Vergleich zum Dollar, w&#228;hrend des   Dezembers und Anfang des Januars, 40 % an Wert verloren. Zur selben Zeit   formieren sich neue Massenproteste und Streiks der Arbeiter. Das erkl&#228;rt   die iranische Kriegsrhetorik im Stile von: &#8222;Nicht ein Tropfen &#214;l wird   die Stra&#223;e von Hormuz passieren!&#8220;. Dies drohte der iranische   Vize-Pr&#228;sident Mohammad Reza Rahimi an, falls die Sanktionen in Kraft   treten sollten.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend einer zehnt&#228;gigen Marine &#220;bung testete der Iran zwei neue   Langstreckenraketen vom Typ &#8222;Ghadr&#8220; und &#8222;Nour&#8220;, mit einer Reichweite von   &#252;ber 200 Kilometern. In der Vergangenheit hatte das Land bereits Raketen   des Typs &#8222;Sejil-2&#8220; getestet, deren Reichweite etwa zehn Mal gr&#246;&#223;er ist.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend der &#220;bung warnten die iranischen Kommandeure, dass der   US-Flugzeugtr&#228;ger &#8222;USS John C. Stennis&#8220;, der in Bahrein stationiert ist,   nicht die iranischen Kriegsschiffe passieren k&#246;nne, was sp&#228;ter aber ohne   Zwischenf&#228;lle geschah. Washington antwortete darauf, dass eine   Abriegelung der Stra&#223;e von Hormuz in Anbetracht der strategischen   amerikanischen Interessen nicht toleriert werden k&#246;nne. Selbst w&#228;hrend   des Iran-Irak Krieges 1980-88 war die Stra&#223;e von Hormuz f&#252;r &#214;ltanker   ge&#246;ffnet. Auch das iranische &#214;l, das nach China und in andere L&#228;nder   geliefert wird, passiert diesen Punkt.<\/p>\n<p>  Au&#223;erdem verk&#252;ndete der Iran, dass die Anreicherung von Uran ebenfalls   in der Stadt Fordo, au&#223;erhalb der heiligen Stadt Qom stattfindet,   zus&#228;tzlich zur Anlage in Natanz, die bald zur Verf&#252;gung stehen wird. Die   neue Anlage soll einen speziellen Schutz gegen Luftangriffe besitzen.<\/p>\n<p>  Bei den Kriegsdrohungen gegen den Iran d&#252;rften es sich zumeist um die   Androhung von Luftschl&#228;gen, weniger um den Einsatz von Bodentruppen   handeln. Israel signalisierte, dass die M&#246;glichkeit einer milit&#228;rischen   Option nicht ausgeschlossen sei. Verteidigungsminister Ehud Barak sagte   unl&#228;ngst, &#8222;Der Iran k&#246;nnte innerhalb von neun Monaten ein Stadium   erreicht haben, in dem nichts mehr getan werden kann, um die   M&#246;glichkeit, Atomwaffen zu produzieren, gestoppt werden kann,&#8220;   berichtete die Daily News.<\/p>\n<p>  Die USA haben Israel &#246;ffentlich kritisiert und davor gewarnt, dass ein   Milit&#228;rschlag Israels weltweit und im Mittleren Osten noch gr&#246;&#223;ere   Proteste ausl&#246;sen k&#246;nne, als eine Intervention seitens der USA. Das   Risiko eines Krieges, oder kriegerischer Handlungen nimmt zu und ist   nicht vollkommen ausgeschlossen, obwohl es am wahrscheinlichsten ist,   dass es neue Verhandlungsversuche geben wird, bevor es zu anderen   Ma&#223;nahmen kommt.<\/p>\n<p>  Sozialisten auf der ganzen Welt m&#252;ssen sich einig sein im Kampf gegen   alle Arten kriegerischer Handlungen durch die USA und\/oder Israel gegen   den Iran! Washington und Jerusalem reagieren so, um ihre Macht und   Profite zu sch&#252;tzen, nicht aus Sorge um die Menschen im Iran. Die   Konsequenzen einer imperialistischen Invasion kann man heute im Irak   betrachten. Gleichzeitig darf eine Opposition gegen den Krieg, nicht mit   einer Unterst&#252;tzung des repressiven Regimes im Iran gleichgesetzt   werden. Um Frieden und demokratische Rechte zu erreichen, muss das   Regime von den Arbeitern, der Jugend und allen Unterdr&#252;ckten im Iran   &#252;berwunden werden. In den USA bedeutet der Widerstand gegen Krieg   gleichzeitig Opposition gegen Krieg und die Profiteure, gegen Wall   Street und korrupte Politiker. Der Kampf gegen den Krieg ist auch ein   Kampf f&#252;r Demokratie und eine Arbeiterregierung, gegen Kapitalismus und   Imperialismus!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Spannungen verst&#228;rken sich durch Sanktionen und Marineman&#246;ver\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14633"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14633"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14633\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}