{"id":14619,"date":"2011-12-28T00:00:00","date_gmt":"2011-12-28T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14619"},"modified":"2011-12-28T00:00:00","modified_gmt":"2011-12-28T00:00:00","slug":"14619","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/12\/14619\/","title":{"rendered":"Gescheiterter &#8222;Strukturwandel&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Studie belegt wachsende Armut im Ruhrgebiet<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <b>Kurz vor Weihnachten hat der Parit&#228;tische Wohlfahrtsverband seinen   &#8222;Armutsatlas&#8220; vorgestellt. Seine Ergebnisse sind mehr als ern&#252;chternd.<\/b><\/h4>\n<h4>  <i>von Torsten Sting, Rostock<\/i><\/h4>\n<p>  Die Studie belegt, dass es in Deutschland, trotz deutlichen   Wirtschaftswachstums in den letzten beiden Jahren nicht zum Abbau der   Armut gekommen ist. Laut Definition der Forscher, sind 14 Prozent der   Bev&#246;lkerung von Armut bedroht. Offizielle Erwerbslose sind zwar weniger   geworden. Zahlreicher wurden aber Besch&#228;ftigte, die von ihrer H&#228;nde   Arbeit nicht leben k&#246;nnen und gezwungen sind mit Hart IV &#8222;aufzustocken&#8220;.<\/p>\n<h4>  Ruhrgebiet<\/h4>\n<p>  Im Ruhrgebiet, gibt es eine besonders zugespitzte Entwicklung. Das einst   gr&#246;&#223;te Industriegebiet Europas, wird immer mehr zum Armenhaus der   Republik. Seit 2005 stieg die &#8222;relative Armut&#8220; in Dortmund von 18,6 auf   23 Prozent. &#196;hnlich sieht es in Duisburg, Gelsenkirchen und anderen   St&#228;dten aus. Der Vorsitzende des Verbandes, Schneider, warnt vor   sozialen Unruhen. &#8222;Sollte dieser Kessel anfangen zu kochen, d&#252;rfte es   schwer werden, ihn wieder herunter zu k&#252;hlen.&#8220; (FTD, 22.12.11)<\/p>\n<h4>  Politik gescheitert<\/h4>\n<p>  Die Zahlen sind ein Schlag ins Gesicht der offiziellen Politik, die bei   jeder Zechen und Fabrikschlie&#223;ung, die in den letzten Jahrzehnten an der   Ruhr stattfand, den &#8222;Strukturwandel&#8220; heraufbeschworen und einen   &#8222;sozialvertr&#228;glichen Arbeitsplatzabbau&#8220; bef&#252;rwortet hat. Dies gilt   speziell f&#252;r die SPD und Spitzenfunktion&#228;re der Gewerkschaften. Statt   der Montanindustrie, sollten neue Produktionsst&#228;tten und insbesondere   Dienstleistungsbetriebe angesiedelt werden. Selbst St&#228;dte wie Bochum,   denen es zwischenzeitlich gelang mit Automobilbau und Handyproduktion   ein zus&#228;tzliches Standbein aufzubauen, mussten feststellen, das neue   Industrien in Zeiten der strukturellen Krise des Kapitalismus,   allenfalls f&#252;r eine Zwischenzeit Luft verschaffen. Trotz   millionenschwerer F&#246;rderung hat Nokia das Weite gesucht und Tausende   KollegInnen verloren ihren Job.<\/p>\n<h4>  Ausblick<\/h4>\n<p>  Diese Entwicklung ist keine, die mit den Besonderheiten des Ruhrgebiets   erkl&#228;rt werden kann. Gro&#223;e Industriegebiete in Frankreich, England oder   Belgien teilen ein &#228;hnliches Schicksal. Es ist auch eine Warnung an   Regionen die derzeit noch in relativem Wohlstand leben und wo die Krise   Europas sehr weit weg scheint. Aber gerade Baden-W&#252;rttemberg mit seiner   hohen Industriedichte und dem besonders hohen Gewicht des Automobilbaus   kann in diesem Jahrzehnt eine &#228;hnliche Entwicklung bevorstehen. IWF   Chefin Lagarde warnt vor einer schweren weltweiten Rezession. Diese   h&#228;tte fr&#252;her oder sp&#228;ter drastische Folgen f&#252;r die extrem   exportabh&#228;ngige deutsche Industrie. Hinzu kommt, dass die Konzerne   zunehmend dort die Produktion ausweiten, wo sie Wachstum erwarten. Dazu   wird Europa auf absehbare Zeit nicht z&#228;hlen.<\/p>\n<p>  Aufgrund dessen, ist es sehr wahrscheinlich, dass in den n&#228;chsten   Jahren, Hunderttausende Arbeitspl&#228;tze in Deutschland auf dem Spiel   stehen werden. Auch dann wird es wieder die Propaganda des   Strukturwandels geben. Die Entwicklung des Ruhrgebiets mahnt zur   Schlussfolgerung, dass jede Fabrik und jeder Arbeitsplatz verteidigt   werden muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Studie belegt wachsende Armut im Ruhrgebiet\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14619"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14619"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14619\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14619"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14619"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}