{"id":14618,"date":"2011-12-24T11:30:00","date_gmt":"2011-12-24T11:30:00","guid":{"rendered":".\/?p=14618"},"modified":"2011-12-24T11:30:00","modified_gmt":"2011-12-24T11:30:00","slug":"14618","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/12\/14618\/","title":{"rendered":"Kasachstan &quot;&#214;l ist Sklaverei &#8211; es gibt keine Demokratie!&quot;"},"content":{"rendered":"<p>  Russische Presse beschreibt Folter an gefangenen &#214;larbeiterInnen und   Terror der Polizei<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <b>Dieser Artikel erschien am 22. Dezember auf der Webseite   socialistworld.net<\/b><\/h4>\n<h4>  <i>von CWI-ReporterInnen in Russland und Kasachstan<\/i><\/h4>\n<p>  Neben neuen Videobeweisen, die zeigen was in der westkasachischen Stadt   Schanaosen am 16. Dezember wirklich passierte, als PolizistInnen und   Einheiten des Innenministeriums friedlich protestierende &#214;larbeiterInnen   emordeten, gelangen aus den St&#228;dten Schana&#246;sen und Aktau, die weiterhin   der Brutalit&#228;t der Staatsmacht ausgesetzt sind, weitere Berichte nach   au&#223;en.<\/p>\n<p>  Am 21. Dezember erreichte ein verzweifelter Brief die oppositionelle   Zeitung &#8222;Respublika&#8220;. Der Inhalt: &#8222;Ich kann diesen Brief nicht   unterzeichnen, aber ich kann nicht schweigen. Vielleicht k&#246;nnt ihr etwas   tun. Sie bereiten die Verbrennung von etwa 100 Leichen vor, die in der   Leichenhalle von Aktau liegen. Wie viele von ihnen aus Schanaosen kommen   wei&#223; ich nicht. Sie haben verboten, die Leichen zu identifizieren und   weigern sich, sie an die Angeh&#246;rigen zu &#252;bergeben.&quot;<\/p>\n<p>  Dieser Brief ist ein weiterer Beweis daf&#252;r, dass die offizielle Zahl der   Regierung von 15 Toten dramatisch zu niedrig angesetzt ist. Am 20.   Dezember fanden in Schana&#246;sen 6 Bestattungen von ArbeiterInnen statt.   Aber weitere 60 Familien vermissen ihre Angeh&#246;rigen und bef&#252;rchten das   schlimmste.<\/p>\n<p>  Russische und Europ&#228;ische JournalistInnen haben es an den Tatort des   Massakers der letzten Woche geschafft, obwohl die kasachischen Beh&#246;rden   Fl&#252;ge nach Schanaosen abgesagt hatten. Ein Journalist der   unternehmernahen russischen Zeitung &#8222;Kommersant&#8220; (vor kurzem vom   ber&#252;chtigten russischen Oligarchen Prokorov &#252;bernommen) beschreibt, was   er in Schanaosen w&#228;hrend der Terrorherrschaft von Polizei und Milit&#228;r   gesehen hat: &#8222;Fleeeeiisch! &#8211; sagte der Mann in Zivilkleidung und   grinste. Er stand am Eingang des Polizeireviers, Reihen von   schwarzgekleideten Bereitschaftspolizisten trieben eine Kette von   Menschen vorbei. Ihre Gesichter waren nicht zu sehen. Sie humpelten auf   halb gebeugten Beinen vorbei, geb&#252;ckt, mit den H&#228;nden auf dem Kopf &#8211; wer   stolperte, wurde von den Polizisten weiter gesto&#223;en oder in die Seite   geschlagen.<\/p>\n<p>  Das war eine weitere Gruppe von wegen Beteiligung an den Unruhen auf dem   zentralen Platz am letzten Freitag verhafteten. Sie hat er mit &#8222;Fleisch&#8220;   gemeint. In den Korridoren des Polizeireviers, wo die W&#228;nde und der   Fu&#223;boden mit Blut bespritzt waren, roch es auch nach Fleisch. Auf die   Frage, warum Blut an den W&#228;nden sei, antwortete ein Polizist mit einem   freundlichen slawischen Gesicht ohne zu z&#246;gern: &#8222;Wir haben ein Schaf   geschlachtet, wir haben schlie&#223;lich gefeiert&#8220;.<\/p>\n<h4>  Schanaosen von Checkpoints umgeben, Frauen in Polizeigewahrsam   vergewaltigt<\/h4>\n<p>  JournalistInnen, die aus Schanaosen und Aktau zur&#252;ckkehrten berichteten   von Schreien, die sie aus Polizeizellen h&#246;rten, in denen &#214;larbeiterInnen   geschlagen und gefoltert werden. Ein Reporter beschrieb die Situation:<\/p>\n<p>  &#8222;Derweil ist die Stadt Schana&#246;sen heute [22. Dezember] immer noch von   Checkpoints der Polizei umgeben und man kommt nur sehr schwer hinein.   Die AnwohnerInnen haben Angst und stehen unter Druck, die Stadt sieht   aus, als w&#228;re sie bombardiert worden. ArbeierInnen und FreundInnen   werden weiterhin verhaftet und gefoltert. Frauen geben an, im Gewahrsam   vergewaltigt worden zu sein.<\/p>\n<p>  Zelte, die zum Gedenken an die Toten augebaut worden waren wurden   entfernt, so dass die Toten nicht gez&#228;hlt werden k&#246;nnen&#8230; [&#220;berlebende]   werden zu ihren Verwandten entlassen, aber wenn sie sterben, werden sie   zu einem unbekannten Ort transportiert. Einige Jungen, die &#252;berlebt   haben, beschreiben, wie sie nach den Schl&#228;gen nackt nach drau&#223;en   gebracht und mit Wasser &#252;bergossen wurden [bei Temparaturen unter dem   Gefrierpunkt].&#8220;<\/p>\n<p>  Ein weiterer Bericht in der Zeitung &#8222;Respublika&#8220; gibt an: &#8222;In den   Kellern des Polizeireviers werden die Jungs halbtot geschlagen. Wenn sie   fast umfallen, bekommen sie Morphium und werden wieder geschlagen.&#8221;<\/p>\n<p>  Obwohl die &#214;lproduktion in Aktau wieder aufgenommen wurde geben die   ArbeiterInnen nicht auf und versuchen weiterhin zu demonstrieren. Aber   am 22. Dezember nahm die Polizei f&#252;nf f&#252;hrende &#214;larbeiterInnen mit,   seitdem gibt es keinen Kontakt zu ihnen. Ihre Handys wurden ihnen   abgenommen. Mittlerweile werden in der Stadt 30 &#214;larbeiterInnen vermisst.<\/p>\n<p>  Es scheint einen Zusammenhang zur Ankunft von Pr&#228;sident Nasarbajew in   Aktau am 22. Dezember zu geben. Die Gr&#252;nde f&#252;r seinen Aufenthalt sind   noch nicht klar. Nasarbajew war gerade aus Moskau zur&#252;ckgekommen, wo er   normalerweise als Ehrengast behandelt wird. Diesmal schien man sich dort   jedoch f&#252;r ihn zu sch&#228;men. Nicht wegen der brutalen Gewalt gegen   &#214;larbeiterInnen und ihre Familien, sondern weil ihm die Situation &#8222;au&#223;er   Kontrolle geraten&#8220; ist. Die Beunruhigung seiner russischen Gastgeber   wurde bei einem Fototermin in Moskau sichtbar, als Nasarbajew in die   letzte Reihe einer Gruppe von &#8222;W&#252;rdentr&#228;gern&#8220; gestellt wurde und nicht   auf seinen &#252;blichen Platz in der Mitte.<\/p>\n<p>  Von der kasachischen Bev&#246;lkerung kommt weiterhin eine Flut von   Unterst&#252;tzungsbotschaften an die &#214;larbeiterInnen. Wenn sie vom Massaker   an den &#214;larbeiterInnen und ihren Familien h&#246;ren, sympathisieren die   Menschen mit den ArbeiterInnen. Bis jetzt wurde diese Sympathie noch   nicht aktiv mit Stra&#223;enprotesten oder anderen Aktionen ausgedr&#252;ckt. Aber   die schrecklichen Ereignisse der letzten Tage haben Ersch&#252;tterungen in   der kasachischen Gesellschaft ausgel&#246;st, sie wird nicht mehr dieselbe   sein. Das ist sicher der Anfang vom Ende der Nasarbajew-Diktatur.<\/p>\n<p>  Das Massaker in Schanaosen hat zu internationalen Protesten gef&#252;hrt   [siehe campaignkazakhstan.org], darunter auch ein Protest vor der   kasachischen Botschaft in Athen am 20. Dezember, wo eine Delegation eine   von &#252;ber 80 griechischen GewerkschafterInnen, Jugendlichen,   Umweltsch&#252;tzerInnen und sozialistischen AktivistInnen unterzeichnete   Petition abgab. Bitte schickt weiter Protestbotschaften mit der   Forderung, die Terrorkampagne des Nasarbajew-Regimes zu beenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Russische Presse beschreibt Folter an gefangenen &#214;larbeiterInnen und<br \/>\n      Terror der Polizei\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14618"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14618"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14618\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14618"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14618"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14618"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}