{"id":14604,"date":"2012-01-07T00:00:00","date_gmt":"2012-01-06T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14604"},"modified":"2013-06-04T14:25:52","modified_gmt":"2013-06-04T12:25:52","slug":"14604","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2012\/01\/14604\/","title":{"rendered":"Die T&#252;rkei &#8211; ein Modell f&#252;r die arabischen L&#228;nder?"},"content":{"rendered":"<p>  Revolution im arabischen Raum sollte Vorbild f&#252;r t&#252;rkische   Arbeiterklasse sein<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Das Jahr 2011 begann mit einem Paukenschlag: Die langj&#228;hrigen   Diktatoren Zine al-Abidine Ben Ali in Tunesien und Hosni Mubarak in   &#196;gypten wurden durch Massenaufst&#228;nde gest&#252;rzt. Bei den Herrschenden in   den USA, in Europa, aber auch in der T&#252;rkei machte sich Angst breit.   Schlie&#223;lich wurden in der beginnenden arabischen Revolution nicht nur   ihre engsten Freunde zum Teufel gejagt. Schlimmer noch: Sie mussten um   ihre eigenen &#246;konomischen und geostrategischen Interessen in Nordafrika   und im Nahen Osten f&#252;rchten. Da in &#196;gypten und Tunesien die alten   Potentaten zwar zu Fall gebracht wurden, aber umfassende demokratische   Rechte und grundlegende soziale Verbesserungen verwehrt bleiben, ist   schon von einer n&#246;tigen &#8222;zweiten Revolution&#8220; die Rede. Aber Gott   bewahre, dass die Revolutionen fortgef&#252;hrt werden! Da sind sich Barack   Obama, Angela Merkel und der t&#252;rkische Ministerpr&#228;sident Recep Tayyip   Erdogan einig. Vor diesem Hintergrund ist jetzt oft vom &#8222;t&#252;rkischen   Modell&#8220; die Rede. Was verbirgt sich dahinter? Warum kann das f&#252;r die   unterdr&#252;ckten Massen der arabischen Welt kein Vorbild sein?<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Festus Okey, Bremen<\/i><\/h4>\n<p>  Unter dem &#8222;t&#252;rkischen Modell&#8220; wird ein NATO-Staat von &#252;ber 70 Millionen   Menschen mit einer weitgehend muslimischen Bev&#246;lkerung (etwa 80 Prozent   Sunniten, an die 20 Prozent Aleviten), einer parlamentarischen   Demokratie und bemerkenswertem wirtschaftlichen Wachstum verstanden.   Sicherlich existieren in einigen L&#228;ndern des arabischen Raums heute   durchaus Illusionen in das &#8222;t&#252;rkische Modell&#8220;. Die Realit&#228;t von   Millionen t&#252;rkischer ArbeiterInnen, Bauern und den &#252;ber zehn Millionen   KurdInnen sieht anders aus.<\/p>\n<h4>  Aufstieg der AKP<\/h4>\n<p>  Die islamisch-konservative &#8222;Partei f&#252;r Gerechtigkeit und Entwicklung&#8220;   (AKP) unter Erdogan ist nach einer tiefen politischen, sozialen und   wirtschaftlichen Krise 2002 an die Regierung gekommen. Zuvor war eine   Mehrparteienkoalition am Ruder, die aber im Zuge der verheerenden   Wirtschaftskrise 2001 scheiterte.<\/p>\n<p>  Durch das vom Internationalen W&#228;hrungsfonds (IWF) der T&#252;rkei   aufgezwungene Programm und dem neoliberalen Kurs der AKP wurde das Land   zu einem Paradies f&#252;r das Auslandskapital. Seit der Privatisierungswelle   machen die staatlichen Investitionen heute zum Beispiel nur noch 20   Prozent der Gesamtinvestitionen aus. Fast 80 Prozent aller   Privatisierungen der letzten 25 Jahre fanden in der Zeit der   AKP-Regierung statt.<\/p>\n<p>  Historisch ist die T&#252;rkei durch eine schwache Kapitalistenklasse   gekennzeichnet. Erst 1923 als Staat unter Mustafa Kemal Atat&#252;rk   gegr&#252;ndet, sind gro&#223;e Teile des Landes jahrzehntelang sehr r&#252;ckst&#228;ndig   geblieben. Heute wird es vom Human Development Index der Vereinten   Nationen (das Pro-Kopf-Einkommen, Gesundheit, Bildung und anderes   ber&#252;cksichtigt) hinter L&#228;ndern wie Jamaika und Georgien auf Platz 83 von   169 untersuchten Staaten eingestuft. Mehrfach riss das Milit&#228;r die Macht   an sich (1960, 1971 und 1980), wenn die Lage zum Zerrei&#223;en gespannt war   und die Arbeiterklasse &#8211; wie in den siebziger Jahren &#8211; massenhaft in   Aktion trat.<\/p>\n<p>  Wachsende Teile der Bourgeoisie, vor allem der neuen Kapitalisten, die   ihre Wurzeln in Anatolien haben und eine eher islamische Wertvorstellung   mitbringen, wollen die Macht nicht l&#228;nger mit dem Milit&#228;r und der   Staatsb&#252;rokratie teilen (deren Interessen vor allem von der   Republikanischen Volkspartei CHP vertreten werden). Diese setzten ihre   Hoffnung im letzten Jahrzehnt in die AKP.<\/p>\n<p>  Die Konflikte zwischen dem Milit&#228;r und den Kr&#228;ften um die AKP gingen   auch mit der Auseinandersetzung um die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK)   einher. Diese gab nach der Verhaftung ihres F&#252;hrers Abdullah &#214;calan 1999   einen einseitigen Waffenstillstand bekannt. In Kurdistan wurde der   Ausnahmezustand aufgehoben und hie und da kleine Reformen zugestanden.   Dieser Prozess f&#252;hrte dazu, dass die Einmischung der Gener&#228;le in die   Politik vielen nunmehr weniger n&#246;tig schien und st&#228;rker als St&#246;rfaktor   gesehen wurde.<\/p>\n<p>  Im Juni 2011 gewann die AKP zum dritten Mal in Folge die Parlamentswahl.   W&#228;hrend die alten Kr&#228;fte des Staatsapparates geschw&#228;cht sind und die   kemalistische CHP blo&#223; auf 26 Prozent kam, konnte die AKP und mit ihnen   verbundene Teile des b&#252;rgerlichen Lagers ihre Position ausbauen.   Allerdings gelang es der rechtsextremen MHP, sich mit 13 Prozent auch   weitgehend zu halten.<\/p>\n<h4>  &#8222;Ergenekon&#8220;-Ermittlungen<\/h4>\n<p>  &#8222;Ergenekon&#8220; ist ein ultrarechtes, kriminelles Untergrundnetzwerk, das   zahlreiche Anschl&#228;ge gegen Politiker, Oppositionelle und andere ver&#252;bte.   Ihre Mitglieder stehen in direkter Verbindung mit dem Staat, der sich im   Kampf gegen Linke und kurdische AktivistInnen lange Zeit seiner Hilfe   bediente.<\/p>\n<p>  Seit 2007 laufen offiziell Ermittlungen gegen &#8222;Ergenekon&#8220;, 2008 startete   eine Regierungsoffensive mit einer Welle von Razzien und Festnahmen. Die   AKP begr&#252;ndete dies damit, dass dieses Netzwerk seit 2003 den Sturz von   Erdogan betrieben haben soll. Im Kern verfolgte die Regierung zweierlei:   Zum einen wollte sie eine sogenannte &#8222;Magensp&#252;lung&#8220; durchf&#252;hren, das   hei&#223;t all die Leute, die f&#252;r den Staat in Verbrechen verwickelt waren   und jetzt nicht mehr gebraucht wurden, beseitigen; zum anderen sollte   dieses Vorgehen als Warnung gegen&#252;ber allen Oppositionellen dienen und   die eigene politische Herrschaft festigen. Auch Politiker, Offiziere,   kritische Akademiker und andere kn&#246;pfte man sich vor.<\/p>\n<h4>  Referendum &#252;ber Verfassungs&#228;nderung<\/h4>\n<p>  Am 12. September 2010 &#8211; dem Jahrestag des Milit&#228;rputsches von 1980 &#8211;   fand ein folgenschweres Referendum statt. Neben einzelnen kleinen   Verfassungs&#228;nderungen, die einen Fortschritt bedeuten, ging es in der   Hauptsache um eine st&#228;rkere Kontrolle der AKP &#252;ber die Justiz.   Tats&#228;chlich konnte sie auf diesem Weg ihre Machtposition weiter ausbauen.<\/p>\n<p>  Auf das Referendum, das der T&#252;rkei angeblich mehr Demokratie bringen   sollte, folgten versch&#228;rfte Repressalien gegen Studierende, KurdInnen   und linke Aktivist-Innen. Nach Angaben des &#8222;Vereins zeitgen&#246;ssischer   Juristen&#8220; (&#199;HD) sitzen heute mehr als 500 Sch&#252;ler- und StudentInnen im   Knast, weil sie sich an Protesten, unter anderem f&#252;r kostenlose Bildung,   beteiligten. Cihan K&#305;rm&#305;z&#305;g&#252;l, ein Student der Galatasaray-Universit&#228;t,   steckt seit 22 Monaten im Gef&#228;ngnis. Als einziger &#8222;Beweis&#8220; f&#252;r die   angebliche Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung wird ein   Pal&#228;stina-Tuch angef&#252;hrt, das er getragen hatte, als er an einer   Haltestelle von der Polizei mitgenommen wurde.<\/p>\n<h4>  Kurdistan und die KCK<\/h4>\n<p>  Die AKP-Regierung vollf&#252;hrte in der Kurdenfrage einen Zickzack-Kurs.   Immer wieder &#8211; gerade in Wahlk&#228;mpfen &#8211; signalisierte Erdogan   &#8222;Entspannung&#8220;. Bis auf einige Sprachkurse oder Fernsehsendungen in   kurdischer Sprache ist aber nicht viel passiert.<\/p>\n<p>  In der Kurdenfrage gab es mehrere Wendepunkte. Ein einschneidendes   Ereignis war zweifelsohne der Besuch von 34 &#8222;Friedensbotschaftern&#8220;,   PKK-Vertretern, die auf Vorschlag von &#214;calan 2009 in die T&#252;rkei kamen.   Damit wollte die PKK ihren guten Willen demonstrieren. Man erhoffte   sich, so einen echten Friedensprozess einzuleiten. Die Veranstaltungen   zur Begr&#252;&#223;ung dieser &#8222;Friedenbotschafter&#8220; hatten riesige   Teilnehmerzahlen. Die Stimmung unter vielen KurdInnen war sehr   hoffnungsvoll. Damit war es aber abrupt vorbei, als unter der AKP   pl&#246;tzlich eine neue Welle von Repression einsetzte. Der Vorg&#228;nger der   &#8222;Partei f&#252;r Frieden und Demokratie&#8220; (BDP), die kurdische DTP, wurde   verboten. Seitdem hat man Tausende kurdischer AktivistInnen und gew&#228;hlte   Mandatstr&#228;ger, sogar B&#252;rgermeister, inhaftiert.<\/p>\n<p>  Im Zentrum der staatlichen Angriffe gegen KurdInnen stand die &#8222;Union der   Gemeinschaften Kurdistans&#8220; (KCK). Diese KCK ist eine breite Struktur,   die Kurd-Innen aus allen vier Teilen Kurdistans (Iran, Irak, Syrien und   T&#252;rkei) unter dem von &#214;calan deklarierten &#8222;Demokratischen   Konf&#246;deralismus&#8220; &#8211; als Keimzelle einer von den heutigen Staaten   unabh&#228;ngigen eigenen Gemeinschaft &#8211; zusammenbringen soll.<\/p>\n<p>  Bei der Parlamentswahl 2011 konnte die BDP und andere mit ihr verbundene   Kr&#228;fte &#8211; als &#8222;Block f&#252;r Arbeit, Demokratie und Freiheit&#8220; &#8211; die Zahl der   Sitze von 20 auf 36 erh&#246;hen (wobei manchen Abgeordneten untersagt blieb,   ihr Mandat nach der Wahl wahrzunehmen). Direkt danach, im August 2011,   startete die AKP-Regierung eine neue Milit&#228;roffensive gegen die PKK. Vor   diesem Hintergrund beendete die PKK ihren letzten von zahlreichen   einseitig erkl&#228;rten Waffenstillst&#228;nden. W&#228;hrend die AKP im   Kurdenkonflikt jahrelang lavierte, ist sie jetzt &#8211; nachdem sie sich   gegen die CHP durchgesetzt hat &#8211; zur Konfrontation mit der PKK und   anderen kurdischen AktivistInnen &#252;bergegangen.<\/p>\n<p>  Seit Juli 2011 werden &#214;calan Besuchsempf&#228;nge in seinem Gef&#228;ngnis   unterbunden. Zudem wurden viele seiner Anw&#228;lte festgenommen. Dar&#252;ber   hinaus hat man auch bekannte Intellektuelle und Akademiker wie Rag&#305;p   Zarakolu und B&#252;sra Ersanl&#305; im Rahmen der KCK-Operationen inhaftiert. Die   Bilanz der Verhaftungen zeichnet ein klares Bild der AKP-Politik:   Zwischen April 2009 und Oktober 2011 wurden 7.748 Menschen im Rahmen der   KCK-Operationen festgenommen.<\/p>\n<p>  Parallel dazu hat die nationalistische Hetze gegen KurdInnen   erschreckende Ausma&#223;e angenommen. Insbesondere nach dem Tod von   t&#252;rkischen Soldaten in Gefechten mit der Guerilla werden KurdInnen von   t&#252;rkischer Seite in St&#228;dten im Westen der T&#252;rkei oft angegriffen. Nicht   weniger h&#228;ufig wachsen sich gew&#246;hnliche Streitereien zu ethnischen   Konflikten aus.<\/p>\n<h4>  Lage der Arbeiterklasse<\/h4>\n<p>  Unsichere Arbeitsbedingungen, niedrige L&#246;hne, lange Arbeitszeiten,   tariflich nicht abgesicherte Arbeitverh&#228;ltnisse haben in den letzten   Jahren massiv zugenommen &#8211; das ist der Preis, den die Besch&#228;ftigten in   der T&#252;rkei f&#252;r das Wirtschaftswachstum zahlen mussten. Die Situation ist   besonders heikel, weil viele horrende Kredite aufnehmen mussten und   inzwischen hoch verschuldet sind.<\/p>\n<p>  Was die Lage nicht einfacher macht, ist der geschw&#228;chte   gewerkschaftliche Organisationsgrad. Dennoch markiert der monatelange   Streik beim Alkohol- und Tabakmonopol Tekel einen Wendepunkt. 2010 &#8211;   also noch vor der Zeltstadt auf dem Tahir-Platz von Kairo &#8211; campierten   die Streikenden &#252;ber Monate hinweg auf den Stra&#223;en von Ankara. Dieser   Arbeitskampf &#8211; sowie weitere kleinere Streiks und die gro&#223;artigen   Teilnehmerzahlen am 1. Mai &#8211; widerspiegelte, dass die Arbeiterbewegung   sich allm&#228;hlich von ihren schweren R&#252;ckschl&#228;gen seit dem Milit&#228;rputsch   1980 erholt hat.<\/p>\n<p>  Auch die Notwendigkeit einer politischen Interessenvertretung der   Arbeiterklasse ist dringender denn je. Nach den Wahlen im Sommer 2011   erneuerte &#214;calan seinen Vorschlag, das Wahlb&#252;ndnis &#8222;Arbeit, Demokratie   und Freiheit&#8220; in eine neue, breitere politische Kraft umzuwandeln, die   die BDP, SozialistInnen, Umweltaktive und Feministinnen einschlie&#223;t. Im   Oktober kam auf Einladung dieses B&#252;ndnisses in Ankara ein Kongress   zusammen, an dem auch VertreterInnen der &#8222;Partei der Arbeit&#8220; (EMEP), der   &#8222;Partei f&#252;r Sozialistische Demokratie&#8220; (SDP), der   Gewerkschaftskonf&#246;deration KESK und andere teilnahmen. Dort wurde die   Bewegung &#8222;Demokratischer Kongress der V&#246;lker&#8220; ins Leben gerufen, die das   Ziel der Gr&#252;ndung einer neuen linken Partei verfolgt.<\/p>\n<p>  Leider h&#246;rt man von dieser neuen Formation bislang wenig. Der BDP (und   ihren Vorg&#228;ngern) gelang es aufgrund ihrer kurdisch-nationalistischen   Ausrichtung nie, gr&#246;&#223;ere Schichten der t&#252;rkischen Arbeiterklasse zu   erreichen. Wichtig ist, dass eine neue politische Kraft die K&#228;mpfe von   t&#252;rkischen und kurdischen Arbeiter-Innen entschlossen unterst&#252;tzt, gegen   jede Form von Unterdr&#252;ckung und f&#252;r umfassende demokratische Rechte   k&#228;mpft und f&#252;r das Selbstbestimmungsrecht der KurdInnen (einschlie&#223;lich   Autonomie oder, wenn gew&#252;nscht, Unabh&#228;ngigkeit) eintritt. Angesichts der   Weltkrise des Kapitalismus wird jede erk&#228;mpfte soziale Reform rasch   wieder bedroht sein, weshalb der Kampf f&#252;r Arbeit, Soziales und   demokratische Rechte mit dem Kampf f&#252;r eine sozialistische Gesellschaft   verbunden werden sollte.<\/p>\n<h4>  Vor turbulenten Zeiten<\/h4>\n<p>  Die Ereignisse in Nordafrika und im Nahen Osten haben unmittelbare   Folgen f&#252;r die T&#252;rkei. Die brisante Lage in Syrien beispielsweise f&#252;hrt   derzeit zu einem Fl&#252;chtlingsstrom in Richtung T&#252;rkei. Erdogan nahm das   zum Anlass, mit einer milit&#228;rischen Intervention der T&#252;rkei zu drohen.   Zwischen der T&#252;rkei und Israel ist die Lage ebenfalls angespannt. Im   Sommer koordinierte das t&#252;rkische Milit&#228;r seine Luftschl&#228;ge gegen   Stellungen der PKK mit dem Iran.<\/p>\n<p>  Einige islamistische Kr&#228;fte in Nordafrika orientieren sich heute an der   t&#252;rkischen AKP. Das gilt f&#252;r die Partei der Muslimbr&#252;derschaft   (&#8222;Freiheit und Gerechtigkeit&#8220;) in &#196;gypten, die f&#252;r Freihandel pl&#228;diert   und unabh&#228;ngige Gewerkschaften ablehnt, aber auch f&#252;r die islamistische   Ennahda-Partei in Tunesien.<\/p>\n<p>  Neoliberalismus, Niedriglohnpolitik, Repression und die Verfolgung der   kurdischen Minderheit zeigen, dass die T&#252;rkei unter der AKP alles andere   als ein Modell f&#252;r die unterdr&#252;ckten Massen im arabischen Raum   darstellt. Sicherlich gibt es heute, aufgrund der katastrophalen   Bedingungen in einigen L&#228;ndern, gewisse Illusionen in die &#8222;stabile&#8220;   T&#252;rkei. Aber mit der wirtschaftlichen Erholung, die auf dem R&#252;cken der   Arbeiterklasse ausgetragen wurde, kann es bald vorbei sein. Neben den   destabilisierenden Tendenzen durch die Krise Syriens und anderer L&#228;nder   in der Region kann auch die t&#252;rkische Kreditblase jederzeit platzen, ein   neuer Einbruch der Weltwirtschaft die T&#252;rkei treffen und eine   Kapitalflucht einsetzen.<\/p>\n<p>  Nicht die T&#252;rkei Erdogans ist ein Modell f&#252;r &#196;gypten oder Tunesien.   Vielmehr sollten die dortigen revolution&#228;ren K&#228;mpfe Inspiration f&#252;r die   t&#252;rkische und kurdische Arbeiterbewegung sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Revolution im arabischen Raum sollte Vorbild f&#252;r t&#252;rkische<br \/>\n      Arbeiterklasse sein\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[45],"tags":[243,329],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14604"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14604"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14604\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14604"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14604"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14604"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}