{"id":14592,"date":"2011-12-21T10:00:00","date_gmt":"2011-12-21T10:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14592"},"modified":"2011-12-21T10:00:00","modified_gmt":"2011-12-21T10:00:00","slug":"14592","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/12\/14592\/","title":{"rendered":"Kim Jong-Il ist tot"},"content":{"rendered":"<p>  Stalinistischer Alptraum geht weiter<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Gerbrand Wisser, &#8222;Offensief&#8220; (CWI in den Niederlanden)<\/i><\/h4>\n<p>  Der Tod des langj&#228;hrigen stalinistischen Diktators von Nord Korea   bedeutet keine Befreiung f&#252;r die ArbeiterInnen des Landes. Sie litten   viele Jahre lang unter japanischer Besatzung (1905-1945), dann w&#228;hrend   des Koreakrieges (1953-1955) und viele, viele Jahre unter der &#228;u&#223;erst   skrupellosen stalinistischen Herrschaft. Nach dem Zusammenbruch der   Sowjetunion erlitt die Wirtschaft Nord Koreas einige R&#252;ckschl&#228;ge und es   wird gesch&#228;tzt, dass mehr als zwei Millionen Menschen w&#228;hrend der   Hungersn&#246;te Ende der 1990er Jahre ihr Leben lie&#223;en. Nord Korea geh&#246;rt   heute zu den &#228;rmstem L&#228;ndern der Welt. Dabei lag das Pro-Kopf-Einkommen   bis weit in die 1970er Jahre hinein &#252;ber dem in S&#252;d Korea.<\/p>\n<p>  Die stalinistische Herrschaft in Nord Korea h&#228;ngt der sogenannten   Chuch&#8217;e-Ideologie von der &#8222;wirtschaftlichen Selbstst&#228;ndigkeit&#8220; an. Der   Norden ist f&#252;r die Lebensmittelproduktion ungeeignet, weil es dort   bergig und kalt ist. Allerdings hat der Boden einiges an Mineralien zu   bieten, darunter auch einige der selteneren Sorten. Die chinesische   Regierung hofiert das derzeitige Regime, weil es ihr relativ leichten   Zugang zu diesen Bodensch&#228;tzen gew&#228;hrt und zudem bietet Nord Korea sich   als eine Art Sto&#223;d&#228;mpfer an. Sollte es Nord Korea einmal nicht mehr   geben, so w&#252;rde China direkt an ein Land grenzen, in dem sich ein gro&#223;es   Kontingent an US-amerikanischem Milit&#228;r befindet.<\/p>\n<p>  F&#252;r Japan und S&#252;d Korea ist die Existenz des stalinistischen Regimes   zwar wenig komfortabel, aber sie liefert stets eine dienliche Erkl&#228;rung   f&#252;r die schamlose Ausweitung der eigenen Milit&#228;rausgaben. Eine der   milit&#228;rischen Trumpfkarten Nord Koreas ist der Besitz der Atombombe.   Diese macht zwar den Anschein ziemlich primitiv zu sein und den   US-amerikanischen Nuklearbomben in ihrer fr&#252;hen Entwicklungsphase zu   &#228;hneln. Wahrscheinlich ist sie auch zu gro&#223;, um von einer Tr&#228;gerrakete   positioniert werden zu k&#246;nnen, doch nach dem Einmarsch der USA in den   Irak f&#252;hrten die Nord Koreaner zwei Atombombentests durch, um der Welt   zu zeigen, dass man ebenfalls im Besitz der Bombe ist. Die gro&#223;en   nord-koreanischen Landstreitkr&#228;fte sollen das Land verteidigen und vor   allem die Bev&#246;lkerung unterdr&#252;cken. Eine nennenswerte Luftwaffe oder   Marine gibt es nicht.<\/p>\n<p>  Der gr&#246;&#223;te Teil der Staatsausgaben in Nord Korea geht in den   Milit&#228;rapparat. Und dies wird sich auch nicht &#228;ndern. Der neue F&#252;hrer   Kim Yong Un ist jung und es besteht kein Zweifel, dass der Milit&#228;rrat   die Z&#252;gel der Macht fest im Griff halten wird. Wenn sie nicht aufgrund   von internen Meinungsverschiedenheiten ins Taumeln geraten, dann k&#246;nnen   sie f&#252;r l&#228;ngere Zeit die Macht behalten. Das Regime hat bereits gezeigt,   dass es sehr hartn&#228;ckig sein kann. Das Land wurde effektiv isoiert und   die F&#252;hrung hat jede unabh&#228;ngige Aktivit&#228;t der Arbeiterklasse   schonungslos unterdr&#252;ckt.<\/p>\n<p>  F&#252;r die ArbeiterInnen ist das Leben in Nord Korea ein Alptraum: ein   harter Kampf ums &#220;berleben in einem Land, in dem es bei extrem niedrigen   Wintertemperaturen nahezu keine Heizungen gibt, gar kein oder nur sehr   schlechtes Essen und beinahe keinen Strom (h&#228;ufig gibt es je Wohnung nur   eine Steckdose). F&#252;r ArbeiterInnen w&#228;re das Leben schon dann   anstrengend, wenn man die entsetzliche Repression, die   Internierungslager, die Kontrolle &#252;ber die Familien und in den   Betrieben, das v&#246;llige Fehlen an Information (Handys und Internet sind   verboten) und die allgegenw&#228;rtige Geheimpolizei au&#223;en vor lassen w&#252;rde.<\/p>\n<p>  Der Tod dieses Tyrannen nun bietet den Vertretern des Kapitalismus   wiedermal eine Rechtfertigung, um die Ideen des Sozialismus in den   Schmutz zu ziehen, anstatt die brutale Realit&#228;t auszusprechen, dass   dieses Regime zu den schrecklichsten und unterdr&#252;ckerischsten geh&#246;rt,   die sich diesen Begriff jemals zu Nutze gemacht haben. Das CWI (Komitee   f&#252;r eine Arbeiterinternationale, dem in Deutschland die SAV angeh&#246;rt)   steht f&#252;r den Kampf zur &#220;berwindung der brutalen, korrupten und   stalinistischen Dynastie als Bestandteil des internationalen Kampfes der   Massen zur Beendigung von Armut, Unterdr&#252;ckung, Diktatur und Konflikten,   welche die Region Asien bestimmen. Ein solcher Kampf zur Etablierung   einer Arbeiterdemokratie und echten Sozialismus&#180; in Korea, der auf der   demokratischen Kontrolle der Regierung und der Planung der Wirtschaft   basiert, mag momentan scheinbar in weiter Ferne liegen. Doch genau wie   das Fu&#223;ballnationalteam Nord Koreas, so schaffen es auch die   ArbeiterInnen immer wieder zu &#252;berraschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stalinistischer Alptraum geht weiter\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38,102],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14592"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14592"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14592\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14592"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14592"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14592"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}