{"id":14589,"date":"2011-12-20T18:00:00","date_gmt":"2011-12-20T18:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14589"},"modified":"2011-12-20T18:00:00","modified_gmt":"2011-12-20T18:00:00","slug":"14589","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/12\/14589\/","title":{"rendered":"Ein Kredit und viele Freunde"},"content":{"rendered":"<p>  Bundespr&#228;sident Wulff steht derzeit m&#228;chtig unter Druck. Verschiedene   Aff&#228;ren setzen dem Staatsoberhaupt zu.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Torsten Sting, Rostock<\/i><\/h4>\n<p>  Der Privatmann und damalige Ministerpr&#228;sident von Niedersachsen wollte   seiner neuen Familie ein H&#228;uschen g&#246;nnen. Dumm nur, dass er durch seine   Scheidung ziemlich abgebrannt war. Aber wozu gibt es schlie&#223;lich gute   Freunde? Richtig, um einem klammen Spitzenpolitiker in der Not   beizustehen. Dieser Helfer, ist der Unternehmer Egon Geerkens. Der   Gesch&#228;ftsmann und Wulff, kennen sich seit jener Zeit, als das heutige   Staatsoberhaupt noch ein kleines CDU Licht in Osnabr&#252;ck war. Die 500.000   Euro f&#252;r die wulffsche Familie daher Ehrensache. Nachdem dies durch   Ver&#246;ffentlichungen in den letzten Tagen ruchbar wurde, wird nun in den   Parteien und Medien eifrig recherchiert, diskutiert, moralisiert.<\/p>\n<p>  Pikant an der Sache ist, dass im Februar des Jahres 2010, nachdem Wulff   und Geerkens den Deal bereist abgewickelt hatten, der Ministerpr&#228;sident   sich vor dem Landtag verantworten musste. Hintergrund: Dieser hatte bei   einem Flug in den Urlaub mit der Fluggesellschaft Air Berlin, von seinem   Kumpel Joachim Hunold, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender des   Unternehmens, ein kostenloses Upgrade von der Economy zur Business Class   bekommen. Ist ja auch Standesgem&#228;&#223;. Preisfrage: Wohin wurde Family Wulff   bef&#246;rdert. Der Leser ahnt es, ja ins Luxusdomizil der Geerkens in   Florida. ..<\/p>\n<p>  Aber zur&#252;ck zur Sache. Wulff wurde f&#252;r dieses Verhalten ger&#252;gt, da er   gegen Landesgesetze versto&#223;en hatte. In diesem Zusammenhang wurde er   auch dazu befragt, ob er gesch&#228;ftliche Beziehungen zu Geerkens pflege.   Dies verneinte der Schlauberger. Dies werfen ihm nun Teile der Politik   und Medien vor. Zudem gibt es widerspr&#252;chliche Angaben dar&#252;ber ob der   Kredit von Geerkens selber oder von seiner Frau gekommen ist. Aber dies   ist bei dem ganzen Sachverhalt die unwichtigste Frage.<\/p>\n<h4>  Wulff und die Reichen<\/h4>\n<p>  Da sich die Medien, speziell der &#8222;Spiegel&#8220; und &#8222;Bild&#8220; auf den obersten   Repr&#228;sentanten der Bundesrepublik eingeschossen haben, versucht Wulff   aus der Defensive zu kommen. Wohl wissend, dass neue Enth&#252;llungen nur   eine Frage der Zeit sind, ver&#246;ffentlichte er eine Liste, wo er in den   vergangenen Jahren, seinen Urlaub verbrachte. Im Regelfall war sein   Aufenthalt eine Luxusvilla von einem millionenschweren Freund. Sei es   bei den Geerkens oder u.a. beim Gr&#252;nder des Finanzkonzerns AWD, der   durch dubiose Gesch&#228;ftspraktiken von sich Reden machte.<\/p>\n<h4>  St&#252;rzt Wulff?<\/h4>\n<p>  Die Regierungskoalition st&#252;tzt noch den Bundespr&#228;sidenten. Angesichts   Euro und Regierungsdauerkrise ist dies auch logisch. Die Kanzlerin kann   keinen neuen Brandherd gebrauchen, zudem gehen Merkel langsam die   Kandidaten abhanden. Auffallend zur&#252;ckhaltend sind SPD und Gr&#252;ne. Sie   geben sich Staatstragend, fordern Aufkl&#228;rung aber nicht den R&#252;cktritt   von Wulff. Sie teilen die Furcht von Heribert Prantl, der in der   S&#252;ddeutschen Zeitung vom 19.12. die Gefahr einer &#8222;Besch&#228;digung des   Amtes&#8220; und letztlich eine &#8222;Staatskrise&#8220; sieht. Der andere Teil der   Herrschenden, sieht Wulffs Glaubw&#252;rdigkeit dauerhaft besch&#228;digt. Konkret   machte dies der stellvertretende Chefredakteur von &#8222;Bild&#8220;, Nikolaus   Blome. Vor dem Hintergrund einer m&#246;glichen tiefen Rezession sagte er in   der Talkshow von G&#252;nter Jauch sinngem&#228;&#223;, dass sich dann Wulff nicht vor   die Menschen stellen und von ihnen soziale K&#252;rzungen abverlangen k&#246;nne.   Ein R&#252;cktritt von Wulff ist daher nicht auszuschlie&#223;en.<\/p>\n<h4>  Und die Moral der Geschicht?<\/h4>\n<p>  F&#252;r die Masse der Bev&#246;lkerung gibt es nun wahrlich wichtigere Dinge, als   sich &#252;ber den Bundespr&#228;sidenten Gedanken zu machen. Die Debatten der   B&#252;rgerlichen untereinander gehen zudem an der wichtigsten &#8222;Erkenntnis&#8220;   dieser Sache vorbei. Es geht nicht darum, wer, wann und unter welchen   Umst&#228;nden einen Kredit gezahlt hat. Wenn diese Story eines zeigt, dann   ganz simpel, dass es sich bei Spitzenpolitikern und Bossen um eine im   wahrsten Sinne des Wortes, &#8222;Parallelgesellschaft&#8220; handelt. Reiche und   Supereiche unter sich, eine Hand w&#228;scht die andere&#8230;Ein Grund mehr sich   zum Ende des Jahres einen guten Vorsatz f&#252;r 2012 vorzunehmen: Diesen   Herrschaften in die Suppe zu spucken, Teil des Widerstandes zu sein und   ihrem Treiben eines nicht mehr so fernen Tages ein Ende zu bereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bundespr&#228;sident Wulff steht derzeit m&#228;chtig unter Druck. 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