{"id":14587,"date":"2011-12-19T00:00:00","date_gmt":"2011-12-19T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14587"},"modified":"2011-12-19T00:00:00","modified_gmt":"2011-12-19T00:00:00","slug":"14587","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/12\/14587\/","title":{"rendered":"Kasachstan: Wir sind keine Rowdys &#8211; die Regierung muss zur&#252;cktreten"},"content":{"rendered":"<p>  Dieser Artikel besteht aus den letzten Tickereintr&#228;gen vom 18.12. von   CWI-ReporterInnen in Russland und Kasachstan.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Eine Videobotschaft (englischsprachig) des Europaabgeordneten Paul   Murphy (CWI Irland) an die streikenden &#214;larbeiterInnen gibt es auf der   Website von <a href=\"http:\/\/campaignkazakhstan.org\/\">Campaign Kazakhstan<\/a>.<\/p>\n<h4>  18.12 23:05 UPDATE: ArbeiterInnen werden gefoltert!!<\/h4>\n<p>  Laut Berichten der &#214;ffentlichen Kommission zur Untersuchung der blutigen   Ereignisse vom 16. und 17. Dezember in Aktau werden junge ArbeiterInnen   von &#8222;OzenMunaiGas&#8220; die in Schanaosen verhaftet wurden drau&#223;en im Hof des   Untersuchungsgef&#228;ngnisses mit Wasser &#252;bergossen &#8211; bei einer Temperatus   von -17&#176;C. Die Folterer verlangen von den ArbeiterInnen, Vandalismus zu   gestehen und gegen ihre FreundInnen auszusagen. Diese Nazimethoden   m&#252;ssen gestoppt werden. Protestiert sofort bei der kasachischen   Botschaft in eurem Land und dem Au&#223;enministerium Kasachstans (mid@mid.kz   ) und schickt Unterst&#252;tzungsnachrichten an Otekeeva0103@mail.ru, mit   Kopie an kazakhstansolidarity@gmail.com<\/p>\n<p>  Tausende PolizistInnen, Truppen des Innenministeriums und 1500   Marinesoldaten mit modernen Waffen und Panzerfahrzeugen haben immer noch   nicht geschafft, die &#214;larbeiterInnen in Westkasachstan zu besiegen.<\/p>\n<h4>  Update 18.12. 22:35<\/h4>\n<p>  Unbekannte fahren in schwarzen Jeeps durch Schanaosen und schie&#223;en auf   PassantInnen &#8211; gestern wurden so &#252;ber 20 Menschen verletzt. Heute haben   offenbar Gangs in wei&#223;en Jeeps versucht, ArbeiteraktivistInnen zu jagen.   Aber unglaublicherweise haben die ArbeiterInnen trotz des Terrors in der   Stadt geschafft eine Demonstration auf dem zentralen Platz zu   veranstalten, bei der sie wei&#223;e T&#252;cher mit dem Wort &#8222;Frieden&#8220;   hochhielten.<\/p>\n<p>  In Aktau sind die Dinge etwas einfacher, &#252;ber 1000 ArbeiterInnen konnten   im Stadtzentrum demonstrieren. Auf ihren Transparenten stand &#8222;Wir sind   keine Rowdys!&#8220; und &#8222;Die Regierung muss zur&#252;cktreten&#8220;. Laut Berichten von   dort haben die ArbeiterInnen den R&#252;ckzug der Truppen aus Schanaosen   gefordert und hielten Plakate mit der Aufforderungen an die Polizei,   &#8222;keine Leute zu erschie&#223;en&#8220;. Viele DemonstrantInnen sind jung &#8211; sie   zeigen keine Angst. Obwohl die Bereitschaftspolizei mit automatischen   Waffen und Gas ausger&#252;stet ist, marschieren die Protestierenden auf sie   zu und fordern den R&#252;cktritt von Nasarbajew.<\/p>\n<p>  Eine Delegation aus Schepte beteiligte sich an der Demonstration. Dort   gab es gestern eine erbitterte Schlacht um die Hauptbahnlinie, bei der   ein Arbeiter starb und dreizehn weitere verletzt wurden. Berichten   zufolge gehen die K&#228;mpfe weiter. Die unabh&#228;ngige Gewerkschaft &#8222;Aktau&#8220;   hat eine &#246;ffentliche Untersuchungskommission gebildet um die Anzahl der   Toten zu ermitteln, drei offizielle Trauertage und die Bestrafung der   Verantwortlichen zu erreichen.<\/p>\n<p>  F&#252;r JournalistInnen in der Region ist die Arbeit schwierig. Einer Gruppe   JournalistInnen die aus Moskau einfliegen wollten wurde der Flug   gestrichen. Vier russische JournalistInnen die es nach Schanaosen   geschafft hatten wurden im Stadtzentrum verhaftet. Murat Tungischbajew   war in Schepte, wo ihn die Polizei verhaftete und mit vorgehaltener   Waffe zwang, seine Kamera herauszugeben. Aber auch wenn Fotos vielleicht   besser sind als Worte, konnte er sich ein deutliches Bild von den   Ereignissen machen. Nach seinen Angaben steht die &#214;lproduktion in der   ganzen Region still.<\/p>\n<p>  Die Regierung verbreitet verst&#228;ndlicherweise immer noch Desinformation.   Gestern hat sie behauptet, die Streikenden h&#228;tten ein Kinderkonzert   angegriffen und einen Weihnachtsbaum angez&#252;ndet (der Baum brannte nach   den Sch&#252;ssen ab). Heute behaupten einige Regierungsvertreter, dass in   Wirklichkeit kaum &#214;larbeiterInnen an der ersten Konfrontation beteiligt   gewesen seien und das Gruppen von Banditen den Platz besetzt h&#228;tten.   Aber sogar ein Polizeivideo, das auf einer Pressekonferenz des   Innenministeriums in Astana gezeigt wurde zeigt deutlich, dass sich   &#214;larbeiterInnen und Unterst&#252;tzerInnen friedlich auf dem Platz versammelt   hatten, und obwohl es sehr kleine Rangeleien gab hatten die   &#214;larbeiterInnen ihre Unterst&#252;tzerInnen unter Kontrolle. Nach 3 Minuten   zeigt das Video deutlich Soldaten oder Polizisten, die in Formation die   Stra&#223;e entlangmarschieren und man h&#246;rt zahlreiche Sch&#252;sse, als sie das   Feuer er&#246;ffnen. Das Video ist hier zu sehen.<\/p>\n<p>  Jetzt beteiligen sich auch andere Kr&#228;fte an Verleumdungen und Angriffen   auf die Streikenden. Die offiziellen, vom Staat kontrollierten   Gewerkschaften in Kasachstan haben die Streikenden angegriffen und   sagen: &#8222;Alle Meinungsverschiedenheiten sollten am Verhandlungstisch   gel&#246;st werden und nicht auf der Stra&#223;e.&#8220; Das sagen sie nach einem   achtmonatigen Streik in dem ernsthafte Verhandlungen eine der   wichtigsten Forderungen der ArbeiterInnen waren und ihnen mit   Repression, Gewalt und der Inhaftierung ihrer Anw&#228;ltin f&#252;r 6 Jahre   begegnet wurde.<\/p>\n<p>  Auch auf internationaler Ebene beleidigen einige Funktion&#228;re der   Gewerkschaftsbewegung die ArbeiterInnen. Boris Kravtschenko,   Vorsitzender der Konf&#246;deration der Arbeit Russlands und selbst ein   Medium des Beraterstabs von Pr&#228;sident Medwedew, hat gegen die   Gewaltanwendung gegen ArbeiterInnen protestiert, aber zus&#228;tzlich   behauptet, dass obwohl die Verantwortung f&#252;r das Blutvergie&#223;en bei der   Regierung liege, &#8222;diese politischen Spekulanten&#8220; ebenso verantwortlich   seien, &#8222;sogenannte &#8222;Komitees&#8220; und &#8222;Internationalen&#8220; die die Proteste der   ArbeiterInnen benutzen um ihre eigenen politischen Forderungen   durchzusetzen und mit ihren provokativen Aktionen die Beh&#246;rden zu   gewaltsamen Ma&#223;nahmen treiben&#8220;. who use the workers protests to push   their own political demands, their provocative actions which push the   authorities to use violent measures&#8221;.<\/p>\n<p>  Einige linken Gruppen sind nicht besser. Eine Berichtete freudig &#252;ber   einen Anruf aus Zhanaozen, in dem ein Zeuge erz&#228;hlte, wie sich die   ArbeiterInnen anscheinend versammeln w&#252;rden um den 20. Jahrestag der   Unabh&#228;ngigkeit zu feiern. Das behaupten sie, obwohl vor dem 16.12. die   Massenversammlung auf dem Platz das Ergebnis von 20 Jahren   Unabh&#228;ngigkeit beschrieben hat, in denen &#8222;die Herrschenden den   gew&#246;hnlichen Leuten die Freiheit geraubt und unseren ganzen Wohlstand   f&#252;r sich gestohlen haben&#8230; Seit 20 Jahren bel&#252;gen uns die Herrschenden,   versprechen uns das gute Leben aber berauben uns immer und immer   wieder.&#8220; Eine andere linke Website versucht von der Schuld Nasarbajews   abzulenken indem sie behauptet, der kasachische Oligarch Ablyazov, der   in London lebt habe den Konflikt provoziert, um eine Orange Revolution   auszul&#246;sen. Noch eine dritte linke Seite kritisiert die &#214;larbeiterInnen,   weil sie &#8222;unter dem Einfluss des CWI&#8220; politische Forderungen wie   &#8222;Verstaatlichung&#8220; aufgestellt h&#228;tten. In Wahrheit haben die   &#214;larbeiterInnen diese Forderung unabh&#228;ngig vom CWI erhoben. Zweifellos   d&#252;rfen sie dann auch nicht den &#8222;R&#252;cktritt der Regierung&#8220; fordern.<\/p>\n<p>  Es ist Bemerkenswert, dass die &#214;larbeiterInnen trotz des Zynismus und   der Verleumdungen ihrer sogenannten Freunde durch ihre eigene Erfahrung   politisiert werden. Unabh&#228;ngig vom Ergebnis dieses brutalen Konflikts,   f&#252;r den vollst&#228;ndig die Regierung und Unternehmer verantwortlich sind,   bedeuten diese Ereignisse eine neue Stufe der Entwicklung der   Arbeiterbewegung in ganz Kasachstan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Dieser Artikel besteht aus den letzten Tickereintr&#228;gen vom 18.12. von<br \/>\n      CWI-ReporterInnen in Russland und Kasachstan.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14587"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14587"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14587\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}