{"id":14571,"date":"2011-12-06T00:05:00","date_gmt":"2011-12-05T23:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14571"},"modified":"2012-05-29T12:36:40","modified_gmt":"2012-05-29T10:36:40","slug":"14571","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/12\/14571\/","title":{"rendered":"CFM-Streik: &#8222;Darauf l&#228;&#223;t sich aufbauen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Trotz hohem Druck haben die Streikenden bei der Charit&#233;-Servicetochter   CFM durchgehalten. Sie haben gezeigt: K&#228;mpfen lohnt sich. Ein Gespr&#228;ch   mit Sascha Stanicic<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <b>Wie bewerten Sie das sogenannte Eckpunktepapier, das nach einem   Vierteljahr Streik bei der Charit&#233; Facility Management GmbH (CFM) am   Montag unterschrieben wurde?<\/b><\/h4>\n<p>  Aus Sicht der Gewerkschaften und aller Streikenden ist das nicht das   Ende des Kampfes um einen Tarifvertrag, sondern nur ein Zwischenschritt.   Auch wenn die Vereinbarung materiell keine gro&#223;en Verbesserungen   beinhaltet, werte ich sie als Erfolg. Erstens, weil ein Arbeitgeber, der   sich konsequent geweigert hat, die Gewerkschaften als   Interessenvertretung anzuerkennen, gezwungen wurde, mit diesen einen   Vertrag abzuschlie&#223;en. Zweitens, weil der Mindestlohn von 8,50 Euro pro   Stunde f&#252;r die Niedriglohngruppen eine sp&#252;rbare Verbesserung bedeutet.   Und drittens, weil keine Friedenspflicht vereinbart wurde &#8211; die   Bedingung f&#252;r das Fortsetzen der Auseinandersetzung ist also gegeben.<\/p>\n<h4>  W&#228;re nicht mehr drin gewesen?<\/h4>\n<p>  Die Frage kann man selten sicher beantworten. Klar ist aber, da&#223; dieser   Arbeitskampf unter sehr schwierigen Bedingungen gef&#252;hrt werden mu&#223;te.   Die Belegschaft war gespalten, die IG BAU hat den Ausstand zum Beispiel   nicht unterst&#252;tzt, und der Druck durch den Arbeitgeber war enorm. Aus   all diesen Gr&#252;nden konnte nur eine Minderheit der Besch&#228;ftigten zum   Streik mobilisiert werden. Zw&#246;lf Wochen lang die Arbeit niederzulegen   bedeutet f&#252;r die Beteiligten eine enorme Belastung. Vor diesem   Hintergrund waren die Teilnehmer in den Streikversammlungen eindeutig   f&#252;r die Annahme dieses Zwischenergebnisses.<\/p>\n<h4>  Wie &#228;u&#223;erte sich der Druck auf die Streikenden?<\/h4>\n<p>  Erst einmal bedeutet ein so langer Ausstand eine hohe psychische   Belastung. Schlie&#223;lich wei&#223; man nicht, wie sich das Arbeitsleben nach   Ende des Streiks gestalten wird. Hinzu kommen finanzielle Verluste, weil   das Streikgeld in der Regel unter dem normalen Lohn liegt. Gerade wenn   der Arbeitskampf so lange andauert, m&#252;ssen die Besch&#228;ftigten mit   sp&#252;rbaren Einbu&#223;en zurechtkommen. Bei der CFM kamen die massiven   Einsch&#252;chterungsversuche des Managements hinzu. Unter anderem wurde ein   privater Sicherheitsdienst eingesetzt, dessen Security-Kr&#228;fte   Disco-Rausschmei&#223;ern &#228;hneln und die immer wieder Besch&#228;ftigte   eingesch&#252;chtert haben.<\/p>\n<h4>  Die Streikenden haben stets betont, da&#223; sie ihren Arbeitskampf als   Beitrag zu einer Bewegung gegen Prekarisierung und Niedrigl&#246;hne   verstehen. Was bedeutet die aktuelle Situation aus dieser Perspektive?<\/h4>\n<p>  Wir haben immer gesagt, da&#223; Sieg oder Niederlage bei der CFM   Auswirkungen auf Belegschaften in &#228;hnlichen Situationen haben werden.   Dieses Zwischenergebnis zeigt: Es lohnt sich, zu k&#228;mpfen und zu   streiken. Auch bei schwierigen Ausgangssituationen kann man etwas   erreichen. Die Streikenden sind zusammengewachsen und fest entschlossen,   den Kampf fortzusetzen. Das ist hoffentlich ein Beispiel, das Mut macht,   die Auseinandersetzung aufzunehmen, auch wenn erst einmal nur eine   Minderheit der Besch&#228;ftigten sich aktiv daran beteiligt. Wichtig war   aber auch, da&#223; immer der direkte Kontakt zu anderen Belegschaften,   Gewerkschaften sowie politischen und sozialen Bewegungen gesucht wurde.   Solidarit&#228;tsdemonstrationen, die Teilnahme Streikender an den   Antibankenprotesten und &#228;hnliches haben den Konflikt immer in einen   gr&#246;&#223;eren gesellschaftlichen Zusammenhang gestellt. Darauf l&#228;&#223;t sich   jetzt aufbauen.<\/p>\n<h5>  Der SAV-Bundessprecher Sascha Stanicic ist aktiv im Solidarit&#228;tskomitee   f&#252;r die CFM-Besch&#228;ftigten und Mitglied der Streikleitung. Das Interview   erschien zuerst in der Tageszeitung junge Welt.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Trotz hohem Druck haben die Streikenden bei der Charit&#233;-Servicetochter<br \/>\n      CFM durchgehalten. 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