{"id":14570,"date":"2011-12-06T09:35:00","date_gmt":"2011-12-06T09:35:00","guid":{"rendered":".\/?p=14570"},"modified":"2011-12-06T09:35:00","modified_gmt":"2011-12-06T09:35:00","slug":"14570","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/12\/14570\/","title":{"rendered":"Arbeitskampf an der Charit&#233;: Streiken lohnt sich!"},"content":{"rendered":"<p>  Eckpunktevereinbarung ist ein Erfolg und Zwischenschritt zum   Tarifvertrag &#8211; Flugblatt der SAV<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Download der Flugblatts <a href=\"\/media\/z\/20111206_CFMFlugblattLayout.pdf\">hier<\/a>.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Die Streikenden der Charit&#233; Facility Management GmbH (CFM) haben in   heute 87 Streiktagen bewiesen, dass es sich zu k&#228;mpfen lohnt! Das am   Wochenende zwischen GewerkschaftsvertreterInnen und Gesch&#228;ftsleitung   ausgehandelte Eckpunktepapier ist ein Schritt in Richtung Tarifvertrag.   Das w&#228;re ohne den entschlossenen Kampf, die vielf&#228;ltigen &#246;ffentlichen   Aktionen, die Solidarit&#228;t aus anderen Betrieben, Gewerkschaften und   politischen Gruppen und den langen Atem der Streikenden nicht m&#246;glich   gewesen.<\/p>\n<p>  Nat&#252;rlich sind die Ziele der Streikenden damit noch nicht erreicht. Aber   die Auseinandersetzung ist auch nicht beendet. Es gibt keine   Friedenspflicht f&#252;r die Gewerkschaften und der Kampf f&#252;r einen   Tarifvertrag kann im neuen Jahr auch mittels Streik fortgesetzt werden.   Angesichts der schwierigen Bedingungen f&#252;r den Streik ist aber auch die   SAV der Meinung, dass es richtig ist, diesem Eckpunktepapier   zuzustimmen, den aktuellen Streik damit zu beenden und nun daf&#252;r zu   sorgen, dass die Gewerkschaften im Betrieb sich noch besser   organisieren, mehr KollegInnen vom n&#228;chsten Streik zu &#252;berzeugen und   diesen noch besser vorzubereiten. Au&#223;erdem gibt es 2012 wahrscheinlich   die M&#246;glichkeit im Rahmen der Kampagne &#8222;Der Druck muss raus&#8220; gemeinsam   mit den Charit&#233;-KollegInnen auf der Stra&#223;e zu sein.<\/p>\n<h4>  Das Erreichte erkennen<\/h4>\n<p>  Und auch wenn das Erreichte nicht viel ist, so ist es auch nicht wenig.   F&#252;r die unteren Lohngruppen wird der Mindestlohn von 8,50 Euro   festgeschrieben. Nach bisherigem Informationsstand und Aussagen der   Gesch&#228;ftsf&#252;hrung w&#228;re die CFM gesetzlich nicht verpflichtet, die   angek&#252;ndigte Erh&#246;hung des Vergabegesetzes auf diesen Betrag umzusetzen.   Das ist f&#252;r &#252;ber 500 KollegInnen eine sp&#252;rbare Verbesserung. Die   Einmalzahlungen gleichen zumindest die Einkommensverluste durch den   Streik aus oder liegen dar&#252;ber. Die Solidarit&#228;t und Geschlossenheit der   Streikenden zeigt sich in der Absicht, den Reinigungskr&#228;ften, die von   einer Einmalzahlung durch den Arbeitgeber ausgeschlossen wurden, diese   auf anderem Wege zukommen zu lassen.<\/p>\n<p>  Aber vor allem: eine Gesch&#228;ftsf&#252;hrung, die &#252;ber Jahre die Gewerkschaften   nicht mit der Kneifzange anfassen wollte und sich einem Tarifvertrag   immer verweigert hat, musste nun anerkennen, dass die Gewerkschaften im   Betrieb die legitime Vertretung der ArbeitnehmerInnen sind und einen   Vertrag mit ihr abschlie&#223;en. Und: sie musste sich verpflichten,   Manteltarifverhandlungen im neuen Jahr zu f&#252;hren . Dieser politische   Erfolg ist nicht hoch genug einzusch&#228;tzen und wird andere Belegschaften   in &#228;hnlichen Situationen motivieren, ebenfalls zu k&#228;mpfen!<\/p>\n<p>  Eine Ablehnung dieses Erfolgs w&#228;re nur gerechtfertigt, wenn man sicher   stellen k&#246;nnte, dass der Streik kurzfristig noch deutlich   steigerungsf&#228;hig ist, um den Druck auf die Arbeitgeber massiv zu   erh&#246;hen. Realistisch eingesch&#228;tzt ist das zum jetzigen Zeitpunkt nur   schwer m&#246;glich.<\/p>\n<h4>  Das Ziel nicht aus dem Blick verlieren<\/h4>\n<p>  Das bedeutet nicht, dass nicht mehr drin gewesen w&#228;re. Mit einem   Minderheitenstreik wurde eine absolute Blockadehaltung der   Arbeitgeberseite aufgebrochen. Mit wenigen Streikenden hat man etwas   erreicht. Mit mehr Streikenden h&#228;tte man mehr erreicht! Das muss auch   die Lehre f&#252;r all die CFM-Besch&#228;ftigten sein, die sich aus   unterschiedlichen Gr&#252;nden nicht am Streik beteiligt haben, jetzt aber   von dem erk&#228;mpften Ergebnis profitieren. Wenn sie sich im neuen Jahr in   den Kampf f&#252;r einen Tarifvertrag einreihen, wird dieser Kampf auch   erfolgreicher sein k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Aber auch die Streikenden, die gewerkschaftlichen Betriebsgruppen und   die Tarifkommissionen m&#252;ssen eine ernsthafte Bilanz ziehen und   diskutieren, wie der n&#228;chste Streik besser vorbereitet werden kann und   wie mehr KollegInnen einbezogen werden k&#246;nnen. Das bedeutet vor allem,   unmittelbar an den Aufbau aktiver Betriebsgruppenstrukturen zu gehen und   andere Ma&#223;nahmen einzuleiten, um die KollegInnen zu informieren, zu   aktivieren und regelm&#228;&#223;ig zusammenzubringen. Das ist auch die   Voraussetzung, um der politischen Forderung nach einer   Wiedereingliederung der CFM in die Charit&#233; in Zukunft mehr Nachdruck zu   verleihen.<\/p>\n<p>  Aber auch die Gewerkschaftsf&#252;hrungen sollten mit einem n&#228;chsten Streik   anders umgehen. Wenn diese auf Landesbezirks- und Bundesebene so viel   Entschlossenheit und Kampfbereitschaft an den Tag gelegt h&#228;tten, wie die   Streikenden, die zust&#228;ndigen Gewerkschaftssekret&#228;re und das   Solidarit&#228;tskomitee, h&#228;tte der &#246;ffentliche Druck auf die   CFM-Gesch&#228;ftsleitung, den Charit&#233;-Vorstand und den Senat deutlich h&#246;her   ausfallen k&#246;nnen (und h&#228;tten wir, nebenbei bemerkt, schon lange   effektiven Widerstand gegen die arbeiterfeindliche Politik in   Deutschland gehabt). N&#246;tig w&#228;re eine wirkliche Solidarit&#228;tskampagne   gewesen, die den Streik in alle Berliner Betriebe und in die   &#214;ffentlichkeit h&#228;tte tragen und wirksamere Solidarit&#228;tsaktionen h&#228;tte   beinhalten m&#252;ssen. Tats&#228;chlich wurden alle Solidarit&#228;tsaktionen von   unten angesto&#223;en. All das zeigt die Notwendigkeit, die Gewerkschaften   von unten her zu ver&#228;ndern und wieder zu wirklichen Kampforganisationen   zu machen.<\/p>\n<p>  Der CFM-Streik jedenfalls ist ein Beispiel, dass es auch m&#246;glich ist,   unter schweren Bedingungen zu k&#228;mpfen und etwas zu erreichen. Seine   Lehren sollten in der gesamten Gewerkschaftsbewegung diskutiert werden.   Dazu geh&#246;rt auch die Lehre, dass ein mutiges Vorgehen erfolgreich sein   kann. Denn im Mai war es &#8211; angesichts des Organisationsgrads &#8211; alles   andere als sicher, dass die CFM-KollegInnen in diesem Ausma&#223; zum Streik   mobilisiert werden k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  An den Streikenden kann sich jedenfalls &#252;berall ein Beispiel genommen   werden.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Eckpunktevereinbarung ist ein Erfolg und Zwischenschritt zum<br \/>\n      Tarifvertrag &#8211; Flugblatt der SAV\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,11,13,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14570"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14570"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14570\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}