{"id":14558,"date":"2011-11-28T14:30:00","date_gmt":"2011-11-28T14:30:00","guid":{"rendered":".\/?p=14558"},"modified":"2011-11-28T14:30:00","modified_gmt":"2011-11-28T14:30:00","slug":"14558","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/11\/14558\/","title":{"rendered":"Rekordblockade im Wendland"},"content":{"rendered":"<p>  Massenhafter Protest gegen den Castortransport nach Gorleben<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Ab dem 24. November starteten Proteste gegen den Castortransport nach   Gorleben, die im Moment noch anhalten. Der Transport wurde jetzt schon   um eine neue Rekordzeit verz&#246;gert. Obwohl sich die Bundesregierung   versucht als Atomausstiegsregierung zu pr&#228;sentieren, kamen massenhaft   Menschen zu Blockaden und der Demonstration.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Michael Koschitzki<\/i><\/h4>\n<p>  Wir erreichten das Blockade-Camp in Hitzacker am Freitag Nachmittag.   Schon in der Nacht zuvor hatte die Polizei klar gemacht, welche   Botschaft sie &#252;ber den Ticker senden wollte: &#8222;Gewaltt&#228;tige Zusammenst&#246;&#223;e   zwischen Castor-Gegnern und Polizei.&#8220; (BILD 27.11.) Es war politisch   gewollt, durch Bilder von eingesetzten Wasserwerfern und Pfefferspray   davon abzulenken, wie viele Menschen gegen Atomkraft, Castor-Transporte   und gegen unsichere Atomm&#252;lllager auf die Stra&#223;e gehen. Der Ort   Metzingen wurde zeitweise durch Stra&#223;enpanzer umstellt und Demonstranten   Handschuhe und andere Gegenst&#228;nde weggenommen. Die Wut der Bev&#246;lkerung   im Wendland, welche die Polizei als Besatzungsmacht empfindet, wurde   durch die Polizeigewalt jedoch nur noch mehr gesteigert. Bei einigen   Demonstranten fruchtete die Provokation aber auch und sie lieferten die   gew&#252;nschten Pressefotos. Da die Polizei jedoch auch vor Journalisten   nicht halt machte, die von Hunden gebissen und massiv bei ihrer Arbeit   behindert wurde, &#252;berlegte sich auch manches Blatt anders, wie es   berichtete.<\/p>\n<h4>  Massenproteste gegen Atomkraft<\/h4>\n<p>  Trotzdem lie&#223;en sich die Menschen nicht vom Protest abhalten. Ungef&#228;hr   23.000 Menschen folgten dem Aufruf zur Demonstration in Dannenberg. &#220;ber   150 Busse aus der ganzen Bundesrepublik brachten Demonstranten nach   Dannenberg. Auch ein paar Streikende der Charit&#233; Facility Management   traten den Weg ins Wendland an. Parallel starteten mindestens 2000   Menschen zur Blockade und anderen Aktionen im Wendland. Viele   Jugendliche waren auf der Demonstration zu sehen.<\/p>\n<p align=\"center\">  <img src=\"\/media\/img\/20111128_Castor1.JPG\">  <\/p>\n<p>  Letztes Jahr waren die Anti-Castor Proteste ein H&#246;hepunkt der Bewegung   gegen Atomkraft und die Laufzeitverl&#228;ngerung der Bundesregierung   gewesen. Rund 50.000 Menschen demonstrierten in Dannenberg. Wegen der   R&#252;cknahme der Laufzeitverl&#228;ngerung und der Abschaltung mehrerer   Kraftwerke im Fr&#252;hjahr diesen Jahres war mit weit weniger   TeilnehmerInnen gerechnet worden. Doch dieses Jahr wurde der Unmut &#252;ber   den Atomkompromiss und die Endlagerung des Atomm&#252;lls deutlich. Auch die   generelle Unzufriedenheit mit Schwarz-Gelb fand hier ein Ventil. Die   Teilnahme &#252;berstieg die Erwartungen. W&#228;hrend die Demonstration kleiner   war als vor einem Jahr, beteiligten sich wieder die gleiche Anzahl von   Menschen an den Blockaden. Massenhaft wurde ein Zeichen gegen Atomkraft,   Atomm&#252;ll und die Politik der Bundesregierung gesetzt.<\/p>\n<p>  Als wir per Anhalter von der Demonstration zur Blockade fuhren, wo   mehrere GenossInnen schon das Gleis mit erobert hatten, meinte unser   Fahrer aus L&#252;neburg: &#8222;Das ist auch etwas von dem Funken der von   Nord-Afrika &#252;berspringt. Die Leute lassen sich jetzt nicht mehr alles   gefallen. Ich war die letzten Jahre nicht so aktiv, aber jetzt bin ich   dabei.&#8220; Im Gegensatz zur Polizei wurden wir von den Menschen im Wendland   herzlich begr&#252;&#223;t.<\/p>\n<h4>  Castor blockiert<\/h4>\n<p>  Vielf&#228;ltige Aktionen verz&#246;gern den Castor-Transport. Bereits die   S&#252;dblockade und Blockaden an Orten, wo in den letzten Jahren noch wenig   stattfand, hielten den Transport auf. Der bisherige Rekord den Transport   aufzuhalten, wurde bereits am Sonntag Mittag erreicht, als der Castor   noch gar nicht durch das Wendland fuhr. Ankettaktionen und geschotterte   Stellen bereiteten der Polizei Kopfzerbrechen. Eine 600 kg schwere   Betonpyramide, in die sich mehrere AktivistInnen gekettet hatten, lie&#223;   die Polizei verzweifeln. Nach 15 Stunden gab sie auf und musste   erkl&#228;ren, dass sie nichts gegen die Konstruktion tun kann. Die vier   angeketteten B&#228;uerInnen l&#246;sten die Blockade selbst auf, da die Polizei   sonst bei Bauma&#223;nahmen ihre Gesundheit gef&#228;hrdet h&#228;tte. Die   Vorbereitungen durch die lokalen B&#252;rgerinitiativen wurden intensiv   gef&#252;hrt. Traktoren und LKWs blockierten zahlreiche Wege. Teile des   Gleises verschwanden spurlos.<\/p>\n<p>  Die Massenblockaden &#252;ben gro&#223;en Druck aus und treiben die Kosten des   Polizeieinsatzes in die H&#246;he. Selbst die 19.000 im Einsatz befindlichen   PolizistInnen kamen wieder an den Rand ihrer Kr&#228;fte. Am Montag wurde von   eingetroffenen Verst&#228;rkungen berichtet. Auf der gesamten Strecke kam es   zu friedlichen Sitzblockaden. Die gr&#246;&#223;te Sitzblockade fand in Harlingen   statt und dauerte 13 Stunden. Nach der R&#228;umung der Blockade wurden die   AktivistInnen in einem Freiluftkessel festgehalten. Bei   Wintertemperaturen, Regen und starkem Wind mussten wir 11 Stunden lang   auf freiem Feld ausharren. Laut Aussagen der Anw&#228;lte hat das Gericht den   Kessel f&#252;r illegal erkl&#228;rt. Bereits das zweite Jahr in Folge wurden   AktivistInnen auf diese gesundheitssch&#228;digende Art festgehalten und ihr   Demonstrationsrecht verletzt. Die AktivistInnen protestierten vielf&#228;ltig   gegen diese Behandlung und siegten letztendlich &#252;ber die Polizeiwillk&#252;r.   Unterst&#252;tzt wurden sie von Anw&#228;ltInnen, AktivistInnen und auch   Bundestagsmitgliedern der Partei DIE LINKE, die Druck auf die Polizei   aus&#252;bten.<\/p>\n<p align=\"center\">  <img src=\"\/media\/img\/20111128_Castor2.JPG\">  <\/p>\n<h4>  Schwarz-Gelb abschalten<\/h4>\n<p>  Die Proteste gehen mit mehreren Sitzblockaden auf der Stra&#223;e weiter.   BlockiererInnen widersetzen sich stundenlang Polizei, Sturm und Regen.   Die Proteste sind ein deutliches Signal gegen das Endlager im Salzstock   Gorleben und anderswo, gegen die Macht der Energiekonzerne und der   Politik der Schwarz-Gelben Bundesregierung im Allgemeinen. Die   Verbindung zu #occupy Protesten weltweit wurde gesehen. Das &#8222;Human Mic&#8220;   half bei Plenumsdiskussionen &#252;ber schlechte Soundausstattung hinweg.   Mehr Menschen sind bereit sich der Politik f&#252;r Banken und Konzerne in   den Weg zu stellen und &#8222;sich nicht mehr alles gefallen zu lassen.&#8220;   Weiter so!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Massenhafter Protest gegen den Castortransport nach Gorleben\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[114],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14558"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14558"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14558\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14558"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14558"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}