{"id":14550,"date":"2011-11-23T00:00:00","date_gmt":"2011-11-23T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14550"},"modified":"2011-11-23T00:00:00","modified_gmt":"2011-11-23T00:00:00","slug":"14550","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/11\/14550\/","title":{"rendered":"Bericht: Sozialismusfest in Dortmund"},"content":{"rendered":"<p>  Kapitalismus funktioniert nicht!<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am 19. November kamen ca. 30 Interessierte zum Sozialismusfest der   SAV nach Dortmund. An diesem Tag fanden lebhafte Debatten &#252;ber die   Eurokrise, den Kampf gegen Nazis und Rassisten, den Bildungsstreik und   eine sozialistische Alternative zur kapitalistischen Diktatur der Banken   und Konzerne statt.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Jan R&#246;der, Essen<\/i><\/h4>\n<h4>  Widerstand international<\/h4>\n<p>  Zun&#228;chst berichtete Sebastian F&#246;rster von der SAV Dortmund\/Ruhr von   seiner Reise in die USA. Er nahm dort in New York und Philadelphia an   der Occupy-Bewegung teil. Es besteht eine riesige Wut &#252;ber die Politik   im Interesse des reichsten Prozents der Bev&#246;lkerung (Kriege,   Steuergeschenke und &#8222;Rettungspakete&#8220; f&#252;r die Banken und Konzerne), das   &#252;ber 42 Prozent des gesellschaftlichen Reichtums verf&#252;gt, w&#228;hrend   ArbeiterInnen und Jugendliche vor dem Hintergrund der Krise durch   Sozialabbau und Arbeitslosigkeit in die Armut getrieben werden.   Zehntausende gehen auf die Stra&#223;e, in New York unterst&#252;tzen laut   Umfragen 72 % der EinwohnerInnen die Proteste wie &#8222;Occupy Wall Street&#8220;.<\/p>\n<p>  Helmut Manz, stellvertretender NRW-Landessprecher der Partei DIE LINKE,   betonte, dass die Reichsten der Gesellschaft durch eine massive   Besteuerung und einen &#8222;absoluten Schuldenschnitt&#8220; zur Kasse gebeten   werden sollten, statt die arbeitende Bev&#246;lkerung f&#252;r die Krise zahlen zu   lassen.<\/p>\n<p>  Donna Litzou von der griechischen SAV-Schwesterorganisation Xekinima   berichtete von den katastrophalen Zust&#228;nden in ihrem Land: Kinder fallen   in der Schule vor Hunger in Ohnmacht, Renten werden gestrichen, die   L&#246;hne der ArbeiterInnen werden auf ca. 500 Euro im Monat gek&#252;rzt &#8211; bei   Lebenshaltungskosten wie in Gro&#223;britannien! Niemand in Griechenland   glaubt noch, dass die etablierten Parteien in der Lage sind, die   Schuldenkrise zu l&#246;sen. Die Massen radikalisieren sich, ein   Generalstreik folgt auf den n&#228;chsten. In dieser Situation ist es   besonders tragisch, dass die gro&#223;en linken Organisationen und die   Gewerkschaften keine radikale L&#246;sung anbieten. Donna wies darauf hin,   dass von den &#8222;Griechenland-Hilfen&#8220; nicht ein Cent bei der Bev&#246;lkerung   ankommt &#8211; EU und IWF schleusen das Geld direkt in die Taschen der   europ&#228;ischen Banken, die jahrelang von der Staatsverschuldung profitiert   haben. Jetzt ist es wichtig, dass ArbeiterInnen und Jugendliche ein   Programm entwickeln, dass die komplette Streichung der Schulden an die   Banken beinhaltet, und die K&#228;mpfe gegen die Angriffe auf den   Lebensstandard der Massen mit der Perspektive eines sozialistischen   Europas verbunden werden.<\/p>\n<p>  SAV-Bundessprecher Micha Koschitzki sprach &#252;ber die Sonderrolle, die   Deutschland w&#228;hrend der Krise einnimmt: Durch Ma&#223;nahmen wie   Kurzarbeitergeld und Abwrackpr&#228;mie und eine starke Exportwirtschaft   konnte das deutsche Kapital nach 2009 zwar vorerst die Kurve kriegen &#8211;   der Zusammenbruch des Euro oder ein wahrscheinlicher Abschwung im   Importland China kann aber auch hierzulande zu einem schnellen   Wirtschaftseinbruch f&#252;hren. Dann wird nicht zuletzt DIE LINKE gefragt   sein, k&#228;mpferische Vorschl&#228;ge f&#252;r die Rettung von Arbeitspl&#228;tzen und   sozialen Rechten anzubieten. Aktuelle Bewegungen und K&#228;mpfe wie die   Proteste gegen Stuttgart 21 und Atomkraft oder Streiks bei Charit&#233; und   CFM in Berlin k&#246;nnen wichtige Ansatzpunkte sein, wenn bei einem   Wiedereinbruch in die Krise auch in Deutschland wieder mehr Menschen auf   die Stra&#223;e gehen.<\/p>\n<h4>  Gegen Nazis und Rechtspopulisten<\/h4>\n<p>  In einem Workshop zu diesem Thema wurden die Ereignisse um das Zwickauer   Nazi-Trio des &#8222;Nationalsozialistischen Untergrunds&#8220; beleuchtet und   herausgestellt, dass es sich bei den Ermittlungen der Beh&#246;rden seit den   1990er Jahren keineswegs nur um &#8222;Pannen&#8220; handelte, sondern von einer   bewussten Unterst&#252;tzung der Gruppe von Teilen des Verfassungsschutzes   und des Staatsapparates auszugehen ist.<\/p>\n<p>  Anstatt beim Kampf gegen Rechts auf den Staat zu verlassen oder einen   vermeintlich &#8222;unabh&#228;ngigen&#8220; parlamentarischen Untersuchungssausschuss,   der keinerlei Erkenntnisse ver&#246;ffentlichen soll, ist es notwendig,   weiterhin eine klare antifaschistische Alternative aufzubauen. Betont   wurde die Notwendigkeit Strukturen wie &#8222;Dortmund stellt sich quer&#8220;   auszubauen, sich im Alltag gegen faschistischen Terror   zusammenzuschlie&#223;en und gerade auch in Hinblick auf einen m&#246;glichen   erneuten Aufmarsch der Nazis in Dresden im Februar 2012 eine   entschlossene Gegenmobilisierung voran zu bringen.<\/p>\n<h4>  Wie weiter nach dem Bildungsstreik?<\/h4>\n<p>  Die Bildungsstreikaktivisten Finn Siebert (Linksjugend [&quot;solid]) und   S&#246;nke Schr&#246;der (SAV) bilanzierten den Bildungsstreik vom 17. November.   Wenn auch bundesweit weniger Sch&#252;lerInnen, Studierende und Azubis   streikten als in den Vorjahren, ist doch der Dortmunder Bildungsstreik   positiv hervorzuheben. 1500 Jugendliche, darunter auch einige Azubis der   Post-Tochterfirma Firstmail, blieben Schule, Uni und Betrieb fern und   machten eine k&#228;mpferische Demo durch die Stadt. Wenn auch durch die   Abschaffung der Studiengeb&#252;hren in einigen Bundesl&#228;ndern f&#252;r viele die   Notwendigkeit zu streiken nicht mehr so deutlich war, zeigte sich in   Dortmund, dass mit offensiven Forderungen und lebhaften   B&#252;ndnisstrukturen viel zu erreichen ist. Mit dem weiteren Verlauf der   Krise werden sich auch wieder mehr Jugendliche an Protesten beteiligen &#8211;   erfolgreiche Bildungsstreik k&#246;nnen eine gute Grundlage daf&#252;r bilden und   auch unter Besch&#228;ftigten die Vorstellung verbreiten, dass man mit   Streiks in Betrieben etwas bewegen kann.<\/p>\n<h4>  War die DDR sozialistisch?<\/h4>\n<p>  Ein Genosse der SAV Aachen setzte sich in einem Workshop mit der Frage   auseinander, ob die DDR ein Vorbild f&#252;r eine andere,   nicht-kapitalistische Gesellschaft sein kann. Er schilderte die   Entstehung der DDR: Die stalinistische B&#252;rokratie der Sowjetunion   einigte sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit den imperialistischen   Regierungen der USA, Gro&#223;britanniens und Frankreichs auf eine Aufteilung   Deutschlands. Die zahlreichen Initiativen aus der Bev&#246;lkerung, den   Kapitalismus, der f&#252;r Krieg und Faschismus verantwortlich war, durch   eine sozialistische Gesellschaft zu ersetzen, wurden auch in der   sowjetisch besetzten Zone unterdr&#252;ckt. Die Stalinisten hatten kein   Interesse an einer Revolution, die ihre Macht und Privilegien in der   Sowjetunion infrage gestellt h&#228;tte. So war die DDR von Anfang an ein   b&#252;rokratischer Staat, der trotz aller sozialen Errungenschaften die   Arbeiterklasse f&#252;r die Vorrechte der herrschenden Schicht unterdr&#252;ckte.   Sozialismus hingegen ben&#246;tigt die volle Beteiligung der Arbeiterklasse   an allen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen. Das Fehlen von   Arbeiterdemokratie war der Grund daf&#252;r, dass sich die DDR nur vier   Jahrzehnte halten konnte und dann der Kapitalismus auch in   Ostdeutschland und Osteuropa wieder eingef&#252;hrt wurde &#8211; die Folge davon   war eine massive Verarmung und sozialer Verfall in den letzten zwanzig   Jahren.<\/p>\n<h4>  F&#252;r eine sozialistische Demokratie!<\/h4>\n<p>  Bei der Abschlussveranstaltung wurde klar gestellt: Der Kapitalismus hat   uns nur noch Armut, Krieg und Umweltzerst&#246;rung zu bieten. Die   herrschende Klasse wird ihre Krise auf uns abw&#228;lzen, wenn wir uns nicht   wehren. Darum m&#252;ssen ArbeiterInnen und Jugendliche auf der ganzen Welt   f&#252;r den Sturz der reichen Minderheit und f&#252;r den Aufbau einer   sozialistischen Demokratie k&#228;mpfen, in der die Interessen von Mensch und   Natur im Vordergrund stehen.<\/p>\n<p>  Vier weitere junge Menschen entschieden sich beim Sozialismusfest, enger   mit der SAV zusammen zu arbeiten bzw. Mitglied der SAV und unserer   Internationale (dem CWI) zu werden.<\/p>\n<h4>  Am Abend wurde beim Konzert des Hamburger Rappers und SAV-Mitglieds   Holger Burner gefeiert.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Kapitalismus funktioniert nicht!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14550"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14550"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14550\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}