{"id":14535,"date":"2011-11-07T15:40:00","date_gmt":"2011-11-07T14:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14535"},"modified":"2012-06-24T16:33:41","modified_gmt":"2012-06-24T14:33:41","slug":"14535","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/11\/14535\/","title":{"rendered":"Ank&#252;ndigung eines griechischen Referendums versetzt die M&#228;rkte in Aufruhr"},"content":{"rendered":"<p>  F&#252;r eine sozialistische, internationalistische L&#246;sung<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b><i>Interview mit Andreas Payiatsos, Xekinima (Schwesterorganisation   der SAV und Sektion des CWI in Griechenland), aus: &#8222;Socialist View&#8220;, dem   Magazin der Socialist Party (Schwesterorganisation der SAV und Sektion   des CWI in Irland). Das Interview wurde am 4. November gef&#252;hrt.<\/i><\/b><\/p>\n<p>  Diese Woche schockte der griechische Premierminister Giorgos Papandreou   die f&#252;hrenden K&#246;pfe in der EU und versetzte die M&#228;rkte in Aufruhr,   nachdem er ein Referendum &#252;ber das Abkommen zur Rettung des hoch   verschuldeten Griechenlands angek&#252;ndigt hatte.<\/p>\n<p>  Das Rettungsabkommen der EU, das vergangene Woche beschlossen wurde,   sieht 130 Milliarden Euro f&#252;r die verschuldete griechische Regierung   vor, eine 50-prozentige Abschreibung von Schulden des Landes bei   privaten Gl&#228;ubigern und eine Neuauflage weiterer, noch umfassenderer   Sparma&#223;nahmen gegen die Bev&#246;lkerung.<\/p>\n<p>  Nach Monaten der Streiks und Massenproteste gegen die K&#252;rzungen sowie   den beispiellosen Protesten anl&#228;sslich der offiziellen Gedenkfeiern zum   Zweiten Weltkrieg letzte Woche er&#246;ffnete der verzweifelte Papandreou ein   heikles Spiel und k&#252;ndigte das Referendum an. Damit wollte er versuchen,   seinem Volk das j&#252;ngste Rettungspaket zu &#8222;verkaufen&#8220; und sich selbst im   Amt zu halten.<\/p>\n<p>  Doch bald schon geriet er unter enormen Druck von Seiten des   EU-F&#252;hrungspersonals, vor allem Deutschlands und Frankreichs. Diese   L&#228;nder brandmarkten die Pl&#228;ne f&#252;r das Referendum. Die EU-Vertreter haben   Angst, dass ein &#8222;Nein&#8220; beim Referendum das Risiko einer sich   ausbreitenden griechischen Schuldenkrise auf andere Volkswirtschaften im   gemeinsamen Wirtschaftsraum (vor allem in Italien) mit sich bringen kann.<\/p>\n<p>  Die deutsche Kanzlerin Merkel und der franz&#246;sische Pr&#228;sident Sarkozy   forderten, dass das Referendum vor allem dar&#252;ber abgehalten werden   sollte, ob Griechenland Teil der EU bleiben will oder nicht. Um den   Druck zu erh&#246;hen, wurde sogar die Zahlung der n&#228;chsten Tranche aus den   bereits bestehenden Rettungspaketen f&#252;r Griechenland zeitweise gestoppt.<\/p>\n<p>  Und auch innerhalb der regierenden PASOK-Partei kam es zu Streit &#252;ber   das Referendum. Evangelos Venizelos, seines Zeichens Finanzminister und   stellvertretender Regierungschef, und andere prominente K&#246;pfe aus dem   Kabinett stellten sich &#246;ffentlich gegen das Referendum und behaupteten   am 4. November, dass es bereits wieder vom Tisch sei.<\/p>\n<p>  Jetzt ist Papandreou wieder mit R&#252;cktrittsforderungen konfrontiert und   steht abermals vor einer entscheidenden Vertrauensabstimmung im   Parlament. Angenommen wird, dass eine Regierung der &#8222;nationalen Einheit&#8220;   gebildet werden k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  Andreas Payiatsos von Xekinima (Schwesterorganisation der SAV und   Sektion des CWI in Griechenland) sprach mit &#8222;Socialist View&#8220;, dem   politischen Journal der Socialist Party (Schwesterorganisation der SAV   und Sektion des CWI in Irland), &#252;ber die j&#252;ngsten Entwicklungen. Unten   ver&#246;ffentlichen wir eine edierte Version dieses Interviews.<\/p>\n<p>  <b>Die Redaktion von Socialistworld.net <\/b><\/p>\n<h4>  <b>Warum hat Premierminister Papandreou das Referendum angek&#252;ndigt? <\/b><\/h4>\n<p>  Der Grund, weshalb Papandreou das Referendum will, ist, dass der   Widerstand der griechischen Bev&#246;lkerung gegen die K&#252;rzungspolitik seiner   PASOK-Regierung so kolossal geworden ist, dass die Gefahr des v&#246;lligen   Kontrollverlustes &#252;ber das Land besteht.<\/p>\n<p>  Der Oktober ist zum Monat des totalen Stillstands geworden. Im Land   funktionierte nichts mehr. Sogar das &#8222;Geldeintreiben&#8220; des Staates war   durch Streik bei Finanz&#228;mtern etc. betroffen. Am 19. Oktober konnten wir   den gr&#246;&#223;ten 48-st&#252;ndigen Generalstreik in der Nachkriegsgeschichte des   Landes erleben. Der Oktober wurde zum Monat der massiven Eskalation des   Widerstands der griechischen ArbeiterInnen. Der 28. Oktober, ein Tag   &#8222;nationalen Stolzes&#8220; und der Paraden, entwickelte sich in jeder Stadt in   Griechenland zu einer w&#252;tenden Anti-Regierungsdemonstration. All dies   hatte seine Wirkung unweigerlich auch auf Papandreous Partei, die Gefahr   lief, zusammenzubrechen, die Mehrheit im Parlament zu verlieren und aus   dem Amt gedr&#228;ngt zu werden.<\/p>\n<p>  Deshalb sah sich Papandreou gen&#246;tigt, diesen Schritt zu machen &#8211; ein   enormes Risiko, wenn man mit einer derartigen Politik eigentlich   fortfahren will. Bei dem Referendum handelt es sich im Wesentlichen um   den Versuch einer Erpressung der griechischen Bev&#246;lkerung. Es w&#252;rde   ihnen suggeriert, dass man &#8222;entweder f&#252;r das Rettungspaket der EU vom   26. Oktober stimmt oder Griechenland pleite geht, die Eurozone verl&#228;sst   und wir alle Hunger leiden&#8220;.<\/p>\n<p align=\"center\">  <img src=\"\/media\/img\/20111107_Griechenland1.jpg\">  <\/p>\n<h4>  <b>Wie ist momentan die Situation innerhalb der Regierungspartei? <\/b><\/h4>\n<p>  PASOK (die griechische Version der Sozialdemokratie) hat zur Zeit 152   Abgeordnete von ehedem 161, mit denen sie nach den letzten Wahlen die   jetzige Legislaturperiode begannen. Das jetzt ist nur eine d&#252;nne   Mehrheit, da es insgesamt nur 300 Sitze im griechischen Parlament gibt.   Bei der letzten Abstimmung im Parlament, am 20. Oktober, gab es einige   namhafte Abgeordnete (keine Hinterb&#228;nkler), die sagten, es w&#228;re das   letzte Mal, dass sie f&#252;r derlei Ma&#223;nahmen, das hei&#223;t f&#252;r weitere brutale   K&#252;rzungspakete, stimmten. Und diese Ank&#252;ndigung machten sie in aller   &#214;ffentlichkeit.<\/p>\n<p>  Papandreou wei&#223;, dass er jedes mal wieder, wenn er ein &#8222;Hilfspaket&#8220;   erh&#228;lt, auch ein neues Sparpaket auflegen muss. Alle drei Monate wird   die Troika aus EZB, EU und IWF nach Griechenland kommen und zus&#228;tzliche   Einsparungen verlangen. In Griechenland wird dies als erwiesen   betrachtet, weil es bei jeder Gelegenheit, da die Troikaner (so werden   sie von der Arbeiterklasse und Linken genannt) das Land besuchen und   entschieden haben, eine neue Tranche des Rettungspakets auf den Weg zu   schicken, so der Fall war.<\/p>\n<p>  Diese Situation ist in der Tat ein Ergebnis der von ihnen betriebenen   Politik. Weil sie die Wirtschaft in eine derart tiefe Rezession zwingen,   brechen die Staatseinnahmen ein und hinzu kommt, dass eine stetig   ansteigende Anzahl von Menschen auf Arbeitslosenhilfe angewiesen ist, da   die Arbeitslosigkeit sprunghaft w&#228;chst. Ihre Vorhaben fallen in sich   zusammen. Papandreou wei&#223;, dass es weitere Sparpakete geben wird. Er   f&#252;rchtet, dass seine Regierung beim n&#228;chsten Mal, da er die Abgeordneten   zur Abstimmung bitten wird, zerf&#228;llt. Daher ergriff er seine Chancen und   k&#252;ndigte das Referendum an. Er musste es aber wieder zur&#252;cknehmen.<\/p>\n<h4>  <b>Wie w&#252;rden die GriechInnen abstimmen, wenn sie gefragt w&#252;rden? <\/b><\/h4>\n<p>  Die Stimmung der Leute geht in Richtung eines eindeutigen &#8222;Nein&#8220; &#8211; egal,   was die Regierung sie fragen w&#252;rde. Ich w&#252;rde sagen, dass das Ergebnis   f&#252;r die Regierung und die herrschende Klasse negativ ausfallen w&#252;rde.   Aber andererseits steht dies auch nicht 100-prozentig fest! Weil, wenn   in Griechenland ein Referendum stattfinden w&#252;rde, w&#252;rden die Menschen   einer m&#228;chtigen Propagandamaschinerie unterliegen und Ziel kruder   Erpressungsversuche und Ultimaten werden. Das w&#252;rde etwa so geschehen:   &#8222;Wenn du nicht mit &gt;ja stimmst, wird das Land pleite gehen. Es wird kein   Geld mehr zur Auszahlung von L&#246;hnen und Renten geben. Wir werden uns   au&#223;erhalb der Eurozone wiederfinden und die Drachme [die alte   griechische W&#228;hrung] wiederhaben und all unsere Ersparnisse werden ihren   Wert verlieren. Wir werden zur&#252;ckfallen in Zeiten hoher Inflation, wie   es damals mit der Drachme der Fall war&#8220;.<\/p>\n<p align=\"center\">  <img src=\"\/media\/img\/20111107_Griechenland2.jpg\">  <\/p>\n<p>  Und tats&#228;chlich f&#252;rchten viele Menschen eine R&#252;ckkehr zur alte W&#228;hrung.   Alle Umfragen zeigen, dass 90 Prozent der griechischen Bev&#246;lkerung gegen   die Politik der Regierung sind und nur 20 Prozent der Leute meinen, dass   wir die Eurozone verlassen sollten.<\/p>\n<p>  Von daher w&#252;rde ein Referendum eine Schlacht einl&#228;uten! Viele k&#246;nnten   verwirrt werden und sich unter dem Druck der Massenpropaganda der   griechischen Murdochs m&#246;glicherweise enthalten. Das wiederum w&#252;rde   Papandreou und der herrschenden Klasse zugute kommen, die nur 50 Prozent   an Ja-Stimmen aus einer Mindestwahlbeteiligung von 40 Prozent der   registrierten Stimmberechtigten br&#228;uchten. Sollte somit die   Wahlenthaltung 60 Prozent erreichen, k&#246;nnte Papandreou mit nur etwas   mehr als 20 Prozent der W&#228;hlerInnen gewinnen.<\/p>\n<p>  Solch eine Entwicklung w&#228;re ein schwerer Schlag f&#252;r die weitere   Entwicklung der Massenbewegung.<\/p>\n<h4>  Wenn ein &#8222;nein&#8220; die R&#252;ckkehr zur Drachme bedeuten w&#252;rde, wie sieht die   Position von Xekinima dazu aus?<\/h4>\n<p>  Wenn das Dilemma, das sie uns auferlegen, darin besteht, unser Leben zu   zerst&#246;ren, um in der Eurozone zu bleiben, dann lautet unsere Antwort:   Wir akzeptieren nicht, dass unsere Leben aufs Spiel gesetzt werden und   unser Lebensstandard vollkommen in den Ruin getrieben wird. Wir k&#246;nnen   unsere Existenzen nicht im Namen des Euro opfern. Gleichzeitig sagen wir   nicht einfach, dass wir mal eben so aus dem Euro aussteigen sollten. Wir   betonen, dass es keine L&#246;sungen auf nationaler und kapitalistischer   Grundlage gibt. Wir verkn&#252;pfen unsere Vorschl&#228;ge mit der Notwendigkeit,   s&#228;mtliche Ans&#228;tze klar und eindeutig mit wirklichem Internationalismus &#8211;   der Notwenigkeit einer sozialistischen Gesellschaft, einem   sozialistischen Europa &#8211; in Verbindung zu setzen. Es gibt keine L&#246;sungen   auf der Grundlage des Kapitalismus! Nur, wenn die Aussicht auf eine   alternative sozialistische Gesellschaft besteht, k&#246;nnen wir Licht sehen   am Ende des Tunnels! Nur mit der Aussicht auf gemeinsame K&#228;mpfe &#8211;   gemeinsam mit dem Rest der ArbeiterInnen Europas &#8211; k&#246;nnen wir eine   Alternative zum Europa des Gro&#223;kapitals, der Bankiers und des IWF   finden. Unsere Position ist daher internationalistisch. Wir k&#246;nnen keine   Illusionen in eine sogenannte &#8222;progressive und eigenst&#228;ndige nationale   W&#228;hrungspolitik&#8220; s&#228;hen, wie es Teile der griechischen Linken tun und f&#252;r   die R&#252;ckkehr zur Drachme aufrufen.<\/p>\n<h4>  Die internationale Presse bem&#252;ht sich, das Hauptaugenmerk auf den   aufgebl&#228;hten &#246;ffentlichen Dienst und die Korruption zu lenken. Wie ist   die Situation wirklich?<\/h4>\n<p>  Die ArbeiterInnen Griechenlands sahen sich unglaublichen Beschimpfungen   in der internationalen Presse und seitens der Vertreter der herrschenden   Klasse in Europa und weltweit ausgesetzt. Das ist sehr &#228;rgerlich!<\/p>\n<p align=\"center\">  <img src=\"\/media\/img\/20111107_Griechenland3.jpg\">  <\/p>\n<p>  Die Kosten, die die L&#246;hne im &#246;ffentlichen Dienst verursachen, liegen in   Griechenland unterhalb des EU-Durchschnitts. Im Verh&#228;ltnis zum   Bruttoinlandsprodukt (BIP) kommt man in Griechenland auf neun Prozent   und bei allen 27 EU-Mitgliedsstaaten auf zehn Prozent. Die L&#246;hne im   &#246;ffentlichen Dienst machen &#8211; jeweils in relativen, prozentualen Werten &#8211;   die H&#228;lfte der Kosten des &#246;ffentlichen Dienstes in Skandinavien aus und   liegen um ein Vielfaches unter denen in Frankreich, Deutschland etc. Es   handelt sich um einen &#8222;billigen&#8220; &#246;ffentlichen Dienst. Das wird aber nie   gesagt, obwohl es das Ergebnis ihrer eigenen Statistiken &#8211; von der EU   und nicht von Griechenland &#8211; ist!<\/p>\n<p>  Als es um &#8222;Faulheit&#8220; und Steuerhinterziehung ging, zeigte sich, dass die   ArbeiterInnen in Griechenland laut EU-Untersuchungen vom letzten Juli zu   den am h&#228;rtesten arbeitenden in Europa geh&#246;ren. 108 Stunden liegen sie   &#252;ber dem europ&#228;ischen Jahresdurchschnitt und damit noch vor den   ArbeiterInnen aus Osteuroa, die auf 103 Stunden &#252;ber dem Durchschnitt   der 27 EU-Staaten kommen.<\/p>\n<h4>  Die pro-kapitalistische Presse wird nie die Wahrheit erz&#228;hlen. Alles   wird verdreht, um dem politischen Mainstream gerecht zu werden.<\/h4>\n<p>  Bei der Steuerhinterziehung in Griechenland geht es um nichts, mit dem   die ArbeiterInnen zu tun h&#228;tten. Dazu sind sie gar nicht in der Lage &#8211;   weder im &#246;ffentlichen Dienst, noch in der Privatwirtschaft. Ihre   Einkommen werden dem Staat mitgeteilt und der Staat ist verantwortlich   sie zu besteuern. Die, die Steuern hinterziehen, sind die reichen   Schichten der Gesellschaft, Gesch&#228;ftspersonen u.a. , die &#252;berhaupt in   der Lage sind, Steuern hinterziehen zu k&#246;nnen. Warum soll dann die   Arbeiterklasse Griechenlands zahlen? Doch neben der illegalen   Steuerhinterziehung gibt es die legale Steuerhinterziehung, die die   Regierung eingebracht und durchs Parlament gepeitscht hat. So gelten   beispielsweise f&#252;r die reichst Schicht der herrschenden Klasse in   Griechenland, die Reeder, 58 verschiedene Steuerausnahmeregelungen im   Gesetz (f&#252;r ArbeiterInnen nat&#252;rlich keine einzige). Das ist das   wirkliche Hautproblem &#8211; nicht die illegale Steuerhinterziehung (ohne,   dass ich kleinreden will, dass auch sie eine Rolle spielt). Aber legale   Kapitaltransfers von den ArbeiterInnen hin zu den Reichen, im Sinne   angeblicher &#8222;Investitionsvorleistungen&#8220; o.&#228;., sind mit Abstand der   entscheidende Faktor bei der massiven Schieflage, in der die Wirtschaft   sich befindet.<\/p>\n<h4>  Warum hat der Schuldenstand gemessen am BIP vor der Krise die Marke von   120 Prozent erreicht?<\/h4>\n<p>  Der Schuldenstand Griechenlands war immer schon hoch und lag bei 100   Prozent bis 110 Prozent des BIP, vergleichbar mit Belgien und Italien.   Der Grund daf&#252;r, dass es auf diesem Stand blieb, liegt darin, dass alle   vom griechischen Staat &#8222;zus&#228;tzlich&#8220; eingenommenen Finanzmittel benutzt   wurden, um die griechischen Kapitalisten, Bankiers, Reeder, Baukonzerne   etc. zu &#8222;unterst&#252;tzen&#8220;, ihre Profite zu vergr&#246;&#223;ern, dem internationalen   Wettbewerb standzuhalten und &#8211; gerade in den 1990er Jahren sehr wichtig   &#8211; weiter auf den Balkan und nach Osteuropa zu expandieren &#8230; Diese   Politik wurde bis 2007 betrieben.<\/p>\n<p>  Was zum Chaos f&#252;hrte, war die Wirtschaftskrise, die Griechenland als   Nachwirkung der globalen Krise 2009 traf, die Wirtschaft in die   Rezession trieb und es unm&#246;glich machte, die Schulden zur&#252;ck zu zahlen.   Die Banken gerieten unter Druck und um die Einlagen der Banken und   Bankiers zu sch&#252;tzen, folgte die Regierung einer Politik der umfassenden   Rettungspakete. Wie wir alle wissen, verlieh der Staat dar&#252;ber enorme   Summen. Bald darauf bedeutete dies schwerwiegende Einsparungen f&#252;r   ArbeiterInnen, um den Gro&#223;banken Geld geben zu k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  2009 lag der Schuldenstand dann bei 115 Prozent bis 120 Prozent. Im   Fr&#252;hjahr 2010 stieg sie dann um 15 Prozent bis 20 Prozent. Die   griechische Regierung lieh sich dann auf den &#8222;M&#228;rkten&#8220; Geld zu sieben   Prozent Zinsen, wobei die Gl&#228;ubigerbanken ihr Geld bei der EZB f&#252;r ein   Prozent bezogen! Absoluter Diebstahl! Und jetzt sollen wir f&#252;r diese   Pl&#252;nderei bezahlen!<\/p>\n<p>  Dann kam die Troika, um uns &#8222;zu retten&#8220;. Die Politik von IWF und EU hat   der griechischen Volkswirtschaft in den letzten drei Jahren zu einem   Minus von rund 15 Prozent gef&#252;hrt. Unter ihrer &#196;gide schoss der   Schuldenstand empor auf heute 170 Prozent und wird Ende n&#228;chsten Jahres   auf 198 Prozent ansteigen &#8211; das ist ihre Bilanz! Aus diesem Grund waren   sie dann auch gezwungen, eine Abschreibung durchzuf&#252;hren. Die   internationalen Medien wiederholten immer wieder, dass es in einem   &#8222;entwickelten&#8220; Land und w&#228;hrend einer Friedensperiode noch nie zu solch   einem Abfall des BIP gekommen ist (man beachte, dass das griechische   Volk vor der Krise zu den acht Prozent der &#8222;reichsten Menschen&#8220; des   Planeten geh&#246;rte &#8211; auch, wenn sie nach westlichen Ma&#223;st&#228;ben arm waren).   Die Volkswirtschaft konnte nicht mehr Geld generieren und es w&#228;re auch   nicht mehr Geld aus der Volkswirtschaft selbst herauszuholen gewesen.   Daher stiegen die Schulden immer weiter an. Mit anderen Worten: Der   Anstieg der Schulden in den letzten zwei Jahren ist das direkte Ergebnis   des Eingreifens von IWF und EU.<\/p>\n<p align=\"center\">  <img src=\"\/media\/img\/20111107_Griechenland4.jpg\">  <\/p>\n<h4>  Bel&#228;uft sich die Schuldenabschreibung Griechenlands wirklich auf 50   Prozent? Um welche Zahlen geht es tats&#228;chlich?<\/h4>\n<p>  Die 50 Prozent an Abschreibungen oder Verlusten betrifft nur den Anteil   der griechischen Schulden, die private Gl&#228;ubiger halten. Die   griechischen Schulden unterteilen sich in zwei Teile: Die Gesamtsumme   liegt momentan bei 360 bis 370 Milliarden Euro. Davon werden 200   Milliarden Euro von privaten Bankiers bzw. Institutionen gehalten. Der   Rest (160 bis 170 Milliarden) kommt zum gr&#246;&#223;ten Teil von der   Europ&#228;ischen Zentral Bank und dem IWF. Das von der Troika geliehene Geld   wird keiner Abschreibung unterliegen. Wenn sie also von rund 50 Prozent   Abschreibung sprechen, dann beziehen sie sich nur auf die 200 Milliarden   an privat gehaltenen Anleihen, die in den n&#228;chsten zehn Jahren f&#228;llig   werden, z.B. bis 2020. Bei den 160 Milliarden handelt es sich eher um   langfristige Anleihen von 15 bis 30 Jahren oder um Kredite des IWF und   sind von Abschreibungen nicht betroffen.<\/p>\n<p>  All dies bedeutet, dass die griechischen Schulden um rund 100 Milliarden   Euro von 360 Milliarden geringer werden (wenn die Bankiers dies   akzeptieren &#8211; schlie&#223;lich wird es voraussichtlich um &#8222;freiwillige&#8220;   Abschreibungen gehen&#8230;).<\/p>\n<p>  Doch das ist nicht das Ende der Geschichte. Die griechische Regierung   wird 100 Milliarden einsparen, allerdings weitere 130 Milliarden   aufnehmen m&#252;ssen, um in der Lage zu sein, die weiterhin bestehenden   Schulden abzahlen und die Verluste der griechischen Banken kompensieren   zu k&#246;nnen. Somit werden die griechischen Schulden teilweise   abgeschrieben, um abermals anzusteigen!<\/p>\n<p>  Zusammengefasst wird die Abschreibung der griechischen Regierung 10   Milliarden bringen und uns zwingen, weitere 130 Milliarden aufzunehmen!   Diese 130 Milliarden werden von der Troika kommen und in den kommenden   zwei Jahren &#252;berwiesen (und erneut unterliegen diese Kredite keiner   Abschreibung). Der Schuldenstand wird von 170 Prozent des BIP heute   reduziert auf rund 150 Prozent. Und dann wird er erneut ansteigen.   Theoretisch werden die Schulden nach einem Anstieg wieder sinken, wenn   die Wirtschaft wieder w&#228;chst. Das offizielle Ziel ist, dass im Jahre   2020 die Schulden bei 120 Prozent des BIP liegen &#8211; wie 2009 der Fall. Um   es zu vereinfachen: Sie werden ein komplettes Jahrzehnt zahlen, was   ernste Folgen f&#252;r die griechische Gesellschaft hat, nur, um die Schulden   zur&#252;ck auf den Stand von 2009 zu bringen.<\/p>\n<h4>  Was bedeutet all dies f&#252;r die ArbeiterInnen in Griechenland? Stehen   weitere K&#252;rzungspakete an?<\/h4>\n<p>  Nur, um dieses Abkommen zu erzielen, erlie&#223; die griechische Regierung   unter der Direktive der Troika eine Reihe von Gesetzen, die zwei Drittel   der GriechInnen in die Armut st&#252;rzen. Um ein paar Beispiele zu bringen:   Die L&#246;hne f&#252;r Besch&#228;ftigte im &#246;ffentlichen Dienst werden um rund 50   Prozent gek&#252;rzt (vergleichbar dem Stand von Anfang 2010) und der   &#8222;gesetzliche&#8220; Mindestlohn wird runtergefahren auf 500 Euro im Monat.   Aber gleichzeitig wurde mit dem Gesetz vom 20. Oktober der Fl&#228;chentarif   aufgehoben! Von daher ist der neue Mindestlohn nicht gesetzlich   verbindlich. Die K&#252;rzungen haben bereits dazu gef&#252;hrt, dass 43 Prozent   der Jugendlichen unter 24 Jahren arbeitslos geworden sind (und die, die   noch in Besch&#228;ftigung sind, haben kein volles Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnis   mehr &#8211; niemand redet mehr von Vollbesch&#228;ftigung in Griechenland). Die   Regierung entl&#228;sst die Leute aus dem &#246;ffentlichen Dienst. Rund 30.000   ArbeiterInnen werden bis Ende dieses Jahres zur &#8222;Arbeitsreserve&#8220;   geh&#246;ren, aber offiziell entlassen, wenn es keine neuen Posten gibt. Und   wir alle wissen, dass das nicht passieren wird. Die Troika fordert, dass   insgesamt 250.000 Leute im &#246;ffentlichen Dienst entlassen werden sollen.   Momentan liegt die Zahl der Besch&#228;ftigten dort bei 700.000   (einschlie&#223;lich der bewaffneten Kr&#228;fte, Polizei und Armee). Von daher   werden die K&#252;rzungen mehr als ein Drittel der Besch&#228;ftigten betreffen.<\/p>\n<p>  Die Anzahl der Krankenhausbetten ist bereits um 30 Prozent gek&#252;rzt   worden und zu einer 50-prozentigen K&#252;rzung soll es noch kommen. Die   Situation war bereits schlimm. Man kann sich daher vorstellen, was das   f&#252;r die &#246;ffentliche Gesundheitsversorgung bedeuten wird. &#196;hnlich verh&#228;lt   es sich hinsichtlich der Situation in den Schulen und Hochschulen. Im   Oktober, als die meisten K&#252;rzungsma&#223;nahmen begannen, gab es viele   Staatsbedienstete, die 20 Euro, 40 Euro oder 100 Euro monatlich   erhielten. Das galt in erster Linie f&#252;r ArbeiterInnen, die Hypotheken   abzahlen m&#252;ssen, und Banken nehmen davon eine Grundsumme als   Hypothekenzahlung und die ArbeiterInnen bekommen den Rest. Zusammen mit   all den neuen Steuern, der sogenannten &#8222;Solidarit&#228;tsabgabe&#8220; und den   r&#252;ckwirkenden Steuern, der Haushaltssteuer und so weiter bel&#228;uft sich   das alles auf mehrere hundert Euro im Monat. Es gibt Staatsbedienstete,   bei denen man davon ausgeht, dass sie von 20 Euro bis 50 Euro im Monat   leben m&#252;ssen. Millionen von Menschen, die vormals relativ gut da standen   (die &#8222;Mittelschichten&#8220;, wie sie genannt wurden) werden jetzt den Abstieg   erleben. Es gibt zahlreiche Berichte von Lehrer- und Elternverb&#228;nden,   vor allem aus Athen, &#252;ber Kinder, die sich bei ihren LehrerInnen &#252;ber   Hunger beklagen. Als Folge des Hungers sind einige Kinder in der Klasse   sogar schon in Ohnmacht gefallen. Im September hat die Schule wieder   begonnen, aber die Kinder haben keine B&#252;cher erhalten sondern aufgrund   der K&#252;rzungen stattdessen CDs. In griechischen Schulen gibt es aber   nicht einen Computer pro Kind. Die Zahl der Rechner ist gerade erst   gek&#252;rzt worden. Das hei&#223;t, dass die Troikaner die Kinder in den Hunger   schicken, aber erwarten, dass sie alle einen eigenen Computer besitzen!<\/p>\n<h4>  Was war die Reaktion der Arbeiterklasse?<\/h4>\n<p>  Im Oktober kam es dazu, dass die Arbeiterklasse beispiellos und   gro&#223;artig ihre St&#228;rke in einem 48-st&#252;ndigen Generalstreik zeigte, der   einfach alles lahmlegte &#8211; sogar die RichterInnen und BesitzerInnen von   Kiosken beteiligten sich. Rund 500.000 Menschen waren in Athen auf der   Stra&#223;e, so Gewerkschaftsangaben. CNN berichtete tats&#228;chlich von 800.000!   Das war die gr&#246;&#223;te Gewerkschaftsdemonstration in der   Nachkriegsgeschichte Griechenlands. Es ist auch sehr wichtig, die   Sit-Ins und Besetzungen hervorzuheben, die &#252;berall stattfanden: vom   &#246;ffentlichen Dienst bis hin zu den Ministerien und Schulen.<\/p>\n<p>  Nach dem 48-st&#252;ndigen Streik war die wichtigste Entwicklung, zu der es   kam, die, dass die Paraden vom 28. Oktober genutzt wurden, die ich   bereits angesprochen habe. Der 28. Oktober ist ein landesweiter Feiertag   in Griechenland, an dem der Rolle des Landes im Zweiten Weltkrieg   gedacht wird. &#220;berall im Land werden dazu Feierlichkeiten organisiert.   Mit Paraden, an denen sich Sch&#252;lerInnen, PfadfinderInnen, VeteranInnen   und die Armee beteiligen und durch die Hauptstra&#223;en jeder Stadt ziehen.   Es gibt auch jedes Mal reservierte Pl&#228;tze f&#252;r Minister, Parlamentarier,   VertreterInnen von Kirche und Armee und jene, die in der Parade   mitmarschieren, sollen den Blick auf die Ehrentrib&#252;ne richten. So wird   es erwartet.<\/p>\n<p>  Dieses Jahr wurden aus den Paraden im ganzen Land   Anti-Regierungsproteste. In der Stadt Thessaloniki kam es zur wohl   eindrucksvollsten Aktion. Alle Prominenten wurden gezwungen zu gehen und   die Leute hielten ihre Z&#252;ge ohne sie ab. In Patras, auf der Insel Kreta   &#8230; &#252;berall ging es &#228;hnlich zu. Nur in Athen fand die Parade unter   Anwesenheit der Ehreng&#228;ste statt, weil die Polizei massiv vertreten war.   Als aber Sch&#252;lerInnen an der Ehrentrib&#252;ne vorbeizogen, wendeten sie sich   entweder davon ab oder machten unversch&#228;mte Gesten in Richtung der   Prominenz. Das war eindrucksvoll und versetzte das Establishment in   echte Panik. Die Fernsehnachrichten aus dieser Nacht zeigten, dass ihre   Panik nachhaltig gewesen sein muss, als sie realisierten, dass die Wut   der Menschen au&#223;er Kontrolle zu geraten schien. Und ich denke, dass dies   der Faktor daf&#252;r war, der Papandreou letztendlich zur Ank&#252;ndigung des   Referendums brachte.<\/p>\n<p align=\"center\">  <img src=\"\/media\/img\/20111107_Griechenland5.jpg\">  <\/p>\n<h4>  Was machen die Gewerkschaften?<\/h4>\n<p>  Die F&#252;hrungen der Gewerkschaften organisieren nicht wirklich den Kampf.   Unter dem Druck der Massen haben sie zu bisher 13 Generalstreiks in den   letzten 18 Monaten aufgerufen. Aber sie haben keinen Plan, keine   Strategie, ganz zu schweigen von einem alternativen politischen Programm.<\/p>\n<p>  Trotzdem gibt es eine Reihe von Gewerkschaften, die in der   zur&#252;ckliegenden Phase wirklich fest entschlossen gek&#228;mpft haben.   Darunter befinden sich einige, die ihre Verbindungen zur PASOK   abgebrochen haben, was eine bedeutsame Entwicklung ist. Unter diesen   Gewerkschaften befinden sich auch solche, die Besch&#228;ftigte in den   Verwaltungen, GrundschullehrerInnen, Bahn- und Postbesch&#228;ftigte   vertreten. Es gibt also einen Teil der Gewerkschaftsbewegung, der sich   in Richtung zunehmender Radikalisierung und Kampfeslust bewegt. Die   Gewerkschaft der Staatsbediensteten, die ebenfalls von der PASOK   kontrolliert wird, rief anl&#228;sslich der am 4. November im Parlament   gestellten Vertrauensfrage dazu auf, mit &#8222;nein&#8220; zu stimmen. Der l&#228;ngste   Streik, zu dem es in den letzten Monaten bisher gekommen ist, war der   der Gewerkschaft der Staatsbediensteten, die sich entschied, ihre   Verbindungen zur PASOK abzubrechen. Gleichzeitig waren die   Gewerkschaften &#8211; trotzdem sie sich von PASOK abnabeln &#8211; nicht in der   Lage, einen Aktionsplan, eine Taktik und Strategie f&#252;r die gro&#223;artigen   K&#228;mpfe zu liefern, die in der zur&#252;ckliegenden Phase stattgefunden haben.   Es ist daher nicht klar, wie weit sie gehen werden. Wir rufen sie dazu   auf, die PASOK zu verlassen und daran mitzuwirken, die Besten Kr&#228;fte aus   der PASOK herauszuholen, um eine neue Arbeiterpartei auf Grundlage eines   klaren sozialistischen Programms aufbauen zu helfen. Es wird sich   zeigen, wie weit nach links sie zu gehen, bereit sein werden.<\/p>\n<h4>  Homepage von &#8222;Xekinima&#8220;: <a href=\"http:\/\/www.xekinima.org\">www.xekinima.org<\/a><\/h4>\n<h4>  Homepage der &#8222;Socialist Party&#8220;: <a href=\"http:\/\/www.socialistparty.net\">www.socialistparty.net<\/a><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      F&#252;r eine sozialistische, internationalistische L&#246;sung\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[79,124],"tags":[275],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14535"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14535"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14535\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}