{"id":14521,"date":"2011-11-21T00:00:00","date_gmt":"2011-11-20T23:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14521"},"modified":"2012-05-09T15:26:06","modified_gmt":"2012-05-09T13:26:06","slug":"14521","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/11\/14521\/","title":{"rendered":"Nebenjob statt Hobby, Freunde, Freizeit"},"content":{"rendered":"<p>  Sieben Stunden in der Schule gewesen. Dann endlich nach Hause,   entspannen, seinen Hobbys nachgehen und seine Jugend ausleben? &#196;tsch!   Nach Sieben Stunden Schule kommen jetzt noch Sieben Stunden arbeiten.   Klingt mega &#196;tzend? Ist es auch und muss nicht sein!<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Nico, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  &#220;ber 60 Prozent der StudentInnen und viele Sch&#252;lerInnen m&#252;ssen neben   ihrer Ausbildung Nebenjobs nachgehen. Sollen sie&#8216;s doch lassen, wenn&#8216;s   ihnen zu anstrengend ist!? Die meisten von ihnen arbeiten neben Uni und   Schule nicht, weil es ihnen Spa&#223; macht oder sie nichts Besseres zu tun   h&#228;tten, sondern um Wohnung, Essen, Kleidung, Studium und Teilhabe am   kulturellen Leben bezahlen zu k&#246;nnen, einen F&#252;hrerschein machen zu   k&#246;nnen, um sp&#228;ter besser Chancen im Beruf zu haben oder m&#252;ssen schon vor   Studienbeginn f&#252;r selbiges sparen. Aufgrund von Studiengeb&#252;hren,   Semestergeldern oder Lernmittelkosten folgt f&#252;r Studenten dar&#252;ber hinaus   eine Doppelbelastung die eine 44 Stundenwoche bei den meisten   Studierenden zur Folge hat und bei einem Drittel sogar eine 55 Stunden   Woche.<\/p>\n<h4>  Jugendarbeitsschutzgesetz sch&#252;tzt uns?<\/h4>\n<p>  Jugendliche unter 18 d&#252;rfen maximal eine 40 Stunden Woche haben (maximal   8 Stunden am Tag) und keine schweren oder gef&#228;hrlichen Arbeiten   ausf&#252;hren. 40 Stunden in der Woche sind zwar so viel wie einE   Erwerbst&#228;tigeR arbeitet, aber daf&#252;r d&#252;rfen diese Arbeiten ja nicht   schwer sein. Klingt doch eigentlich ganz nett. Oder etwa doch nicht?<\/p>\n<h4>  Erst die Arbeit, dann die andere Arbeit<\/h4>\n<p>  JedeR Sch&#252;lerIn wei&#223;, dass die Realit&#228;t anders aussieht. Was hei&#223;t denn   schwer? 15 Kilo Gem&#252;se bei Subway schneiden ist nicht schwer? 70   Shampoos bei der M&#252;ller-Drogerie einr&#228;umen? Und wer kontrolliert das?   Der Sch&#252;ler selbst? Wenn&#8216;s ihm zu schwer wird, geht dieser zum Chef und   weist auf das Gesetz hin? Wohl kaum. Der Chef oder die Chefin sagt, wo   es lang geht. Und wenn Sch&#252;lerInnen, wenn es n&#246;tig ist, auch gerne   gebeten werden &#220;berstunden zu machen, haben diese meist eine zu   schlechte Position im Betrieb, um nein sagen zu k&#246;nnen. 8 Stunden-Tage   bei 5 Euro pro Stunde sind keine Ausnahme. Dar&#252;ber hinaus sind   Arbeitszeiten bis 24 Uhr oder l&#228;nger in vielen Superm&#228;rkten zum Beispiel   keine Seltenheit. Ob Klausuren oder Pr&#252;fungen am n&#228;chsten Tag   geschrieben werden, spielt keine Rolle.<\/p>\n<h4>  Sicherlich ist das nicht &#252;berall so. Aber Sch&#252;lerInnen sind oft   ersetzbar und haben so gut wie keine Rechte ihrem Arbeitgeber gegen&#252;ber.<\/h4>\n<h4>  Was dagegen tun?<\/h4>\n<p>  Wir brauchen einen Mindestlohn von 10 Euro egal ob Erwachsene oder   Jugendliche, damit Sch&#252;lerInnen und StudentInnen nicht als g&#252;nstigere   Ersatzkr&#228;fte f&#252;r Erwachsene benutzt werden k&#246;nnen. Dieser muss   gesetzlich verankert sein, damit er sich &#252;ber Tarifvertr&#228;ge hinweg setzt   und auch in undurchsichtigeren Sch&#252;lerjobs garantiert ist. Zehn Euro   sind notwendig, um auch von der Arbeit leben zu k&#246;nnen. Bei einer 30   Stunden Woche l&#228;ge man damit knapp &#252;ber der Armutsgrenze.<\/p>\n<h4>  Praxiserfahrung?<\/h4>\n<p>  Wir finden, dass Sch&#252;lerInnen und StudentInnen nicht gezwungen sein   sollten, zu arbeiten. Sie sollten zwar &#252;ber Uni und Schule die   M&#246;glichkeit kriegen, in die Betriebe zu gehen und auch dort arbeiten zu   k&#246;nnen, um Erfahrungen zu sammeln, dennoch aber in einem gutem   Bildungssystem auf die Zukunft vorbereitet werden und ihre Freizeit nach   ihren W&#252;nschen gestalten k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  Keine Arbeit &#8211; keine Kohle?<\/h4>\n<p>  Damit Jugendliche die M&#246;glichkeit haben, intelligente und gl&#252;ckliche   Menschen der Gesellschaft werden zu k&#246;nnen, muss daf&#252;r gesorgt werden,   dass Sch&#252;lerInnen und StudentInnen neben der Schule, Uni, den Hobbys   nicht gezwungen sind zu arbeiten, um anst&#228;ndig zu leben. Deswegen   fordern wir ein elternunabh&#228;ngiges darlehensfreies Baf&#246;g, von dem man   leben kann (ab 16 Jahren mindestens 500 Euro plus Warmmiete). Finanziert   werden k&#246;nnte das durch die exorbitanten Gewinne der gro&#223;en Banken und   Konzerne. Diese haben sich in den letzten Jahrzehnten durch Lohndumping   und Entlassungen dusslig und noch viel d&#228;mlicher verdient. Jetzt wird es   Zeit, dass sie was vom Kuchen abgeben, damit wir eine Zukunft haben!   Klingt gut? Ist es auch!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Sieben Stunden in der Schule gewesen. Dann endlich nach Hause,<br \/>\n      entspannen, seinen Hobbys nachgehen und seine Jugend ausleben? &#196;tsch!<br \/>\n      Nach Sieben Stunden Schule kommen jetzt noch Sieben Stunden arbeiten.<br \/>\n      Klingt mega &#196;tzend? 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