{"id":14510,"date":"2011-11-26T00:00:00","date_gmt":"2011-11-26T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14510"},"modified":"2011-11-26T00:00:00","modified_gmt":"2011-11-26T00:00:00","slug":"14510","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/11\/14510\/","title":{"rendered":"Gleicher Lohn f&#252;r gleiche Arbeit"},"content":{"rendered":"<p>  Interview mit Matthias, Maschinen-Bediener beim Daimler-Werk in Berlin   und aktiv in der Betriebsgruppe der &quot;Alternativen Metaller&quot;.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Zahl der LeiharbeiterInnen in Deutschland w&#228;chst stetig. Manpower   meldete schon Silvester 2010 bundesweit eine Million Leiharbeitskr&#228;fte.   Das hei&#223;t, die Unternehmer versuchen durch massives Personalleasing ihre   Gewinne zu maximieren und an der Lohn-Spirale nach unten weiter zu   drehen. Auch in der Autoindustrie werden immer h&#228;ufiger   LeiharbeiterInnen eingesetzt statt die Stammbelegschaft zu erh&#246;hen.<\/b><\/p>\n<h4>  Wie sieht die Personalpolitik bei Daimler aktuell aus?<\/h4>\n<p>  Seit der rot-gr&#252;nen Agenda 2010 steht die Ampel auf gr&#252;n f&#252;r die   Leiharbeit. Das Daimler-Unternehmen vereinbarte, dass acht Prozent der   Belegschaft mit Arbeitskr&#228;ften von Zeitarbeitsagenturen besetzt werden   k&#246;nnen. Und davon machen sie vermehrt Gebrauch. Dazu kommt, dass in den   letzten Jahren mehr als 500 Ausbildungspl&#228;tze gestrichen worden sind.<\/p>\n<h4>  Ist diese Entwicklung auch bei Euch im Werk Marienfelde sp&#252;rbar?<\/h4>\n<p>  In der letzten Zeit verlie&#223;en viele Kollegen im gegenseitigen   Einvernehmen, durch Abfindungszahlung oder durch Altersteilzeit, das   Unternehmen oder gingen in Rente.<\/p>\n<p>  Zeitvertr&#228;ge liefen aus und wurden nicht verl&#228;ngert. Diese Arbeitspl&#228;tze   wurden nicht neu besetzt. Nach der Wirtschaftskrise erholte sich die   Automobilwirtschaft. Bez&#252;glich der zur Zeit gestiegenen Auftragslage ist   ein Personalmangel in fast allen Abteilungen zu sp&#252;ren. Trotzdem werden   weitere Festeinstellungen vermieden. Stattdessen erhielt die Belegschaft   Unterst&#252;tzung durch Leiharbeitnehmer. Eine Beratung im   Betriebsratsgremium oder eine rechtzeitige Information an alle   Betriebsr&#228;te gab es nicht.<\/p>\n<h4>  Kannst du die Arbeitsbedingungen der Leiharbeiter im Werk beschreiben?<\/h4>\n<p>  Neben den Lohnunterschieden stehen Leiharbeitnehmer besonders unter   Druck. Durch flexible Einsetzbarkeit und ihren befristeten und   unsicheren Arbeitsplatz sind sie also hoher k&#246;rperlicher und   gesundheitlicher Belastung ausgesetzt.<\/p>\n<h4>  Was fordert die &quot;Alternative&quot;?<\/h4>\n<p>  Wir fordern gen&#252;gend Personal, damit die Aufgaben ohne Sonderschichten   und ohne Unterbesetzung normal erledigt werden k&#246;nnen. Die permanente   Unterbesetzung f&#252;hrt zu erh&#246;htem Leistungsdruck, zu Stress,   Streitigkeiten, welche sich unter anderem negativ auf die Gesundheit der   Arbeitnehmer auswirken.<\/p>\n<p>  Au&#223;erdem fordern wir: Festeinstellung statt Leiharbeit, bei gleichem   Lohn f&#252;r die gleiche Arbeit! Eine &#220;bernahme aller Auszubildenden und die   Verk&#252;rzung der Arbeitszeiten bei vollem Lohn! Und das nicht nur hier,   sondern auch in allen anderen Betrieben und Branchen.<\/p>\n<p>  <i>Die Fragen stellte Sven Beyer<\/i><\/p>\n<h2>  Moderne Form von Sklavenhandel<\/h2>\n<p>  Bis 1967 war Leiharbeit in der Bundesrepublik verboten.<\/p>\n<p>  Als SPD und Gr&#252;ne 1998 im Bund die Regierung &#252;bernahmen, gab es etwa   250.000 LeiharbeiterInnen. Nachdem die 2003 die Hartz-Gesetze   beschlossen wurden, gab es kein Halten mehr.<\/p>\n<p>  Als die Weltwirtschaftskrise 2008 ihren Lauf nahm, waren &#252;ber 700.000   Zeitarbeitskr&#228;fte besch&#228;ftigt. In der Rezession wurden dann 150.000   LeiharbeiterInnen beinahe &#252;ber Nacht gefeuert. Etwa jeder achte   Leiharbeiter muss heute trotz Arbeit ALG II beantragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Interview mit Matthias, Maschinen-Bediener beim Daimler-Werk in Berlin<br \/>\n      und aktiv in der Betriebsgruppe der &quot;Alternativen Metaller&quot;.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[242],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14510"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14510"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14510\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14510"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14510"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}