{"id":14498,"date":"2011-10-25T00:00:00","date_gmt":"2011-10-25T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14498"},"modified":"2011-10-25T00:00:00","modified_gmt":"2011-10-25T00:00:00","slug":"14498","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/10\/14498\/","title":{"rendered":"&#8222;Besetzt Melbourne&#8220;-Aktion von der Polizei aufgerieben"},"content":{"rendered":"<p>  Nach Stra&#223;enblockaden kommt es zu brutalen &#220;bergriffen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Kirk Leonard, Socialist Party (Schwesterorganisation der SAV und   Sektion des CWI in Australien)<\/i><\/h4>\n<p>  Am Freitag, 21. Oktober wurden TeilnehmerInnen der Aktion &#8222;Occupy   Melbourne&#8220; (&#8222;Besetzt Melbourne&#8220;) von Bereitschaftspolizisten brutal   angegriffen. Dabei kam Pfefferspray und berittene Polizei zum Einsatz.   Ganz offensichtlich steht der Besuch der britischen K&#246;nigin kommende   Woche mit dieser Attacke in Zusammenhang.<\/p>\n<p>  Die Besetzung des &#8216;City Square&#8217; von Melbourne begann am vergangenen   Samstag, dem 15. Oktober, als Teil der globalen &#8222;Occupy&#8220;-Bewegung.   Inspiriert wurde diese grandiose Bewegung durch die Revolutionen in   Tunesien und &#196;gypten und die diesj&#228;hrigen Massenbesetzungen in Spanien,   Griechenland und den USA.<\/p>\n<p>  Am 15. Oktober kamen eintausend Leute zusammen und bauten das   Protestcamp auf, das kontinuierlich und t&#228;glich von zwei- bis   dreihundert Menschen gehalten wurde. F&#252;r ein Land, das von der   Weltwirtschaftskrise bisher noch gar nicht so stark betroffen ist, ist   diese Zahl ziemlich bedeutsam.<\/p>\n<p><img style=\"float: right\" src=\"\/media\/img\/20111025_Australien1.jpg\"> <\/p>\n<p>  Mitglieder der &#8222;Socialist Party&#8220; (Schwesterorganisation der SAV und   Sektion des CWI in Australien) beteiligten sich jeden Tag mit an der   Besetzungsaktion. Auch wenn man in Australien noch nicht von   Massenarbeitslosigkeit sprechen kann, so verstehen die &#8222;einfachen Leute&#8220;   doch die Idee von den &#8222;99 Prozent gegen das eine Prozent&#8220; und   sympathisieren damit. Die allermeisten PassantInnen reagierten positiv   auf die Besetzungsaktion.<\/p>\n<p>  Ganz anders der Oberb&#252;rgermeister von Melbourne, Robert Doyle: Er lie&#223;   den BesetzerInnen am Freitag um sieben Uhr morgens einen   R&#228;umungsbescheid zukommen. Um neun Uhr wurde dann ein Zaun rund um die   BesetzerInnen und ihr Camp aufgebaut.<\/p>\n<p>  Die Reaktion darauf bestand darin, dass die BesetzerInnen sich   unterhakten, um ihr Camp zu verteidigen. Hunderte Protestierende kamen   zus&#228;tzlich von au&#223;en an den Zaun, um die Eingekesselten zu unterst&#252;tzen.   Die Swanston Street, eine Hauptverkehrsstra&#223;e im Stadtzentrum, die f&#252;r   das &#246;ffentliche Nahverkehrsnetz von Bedeutung ist, wurde blockiert.<\/p>\n<p>  Die BesetzerInnen hielten sich wacker angesichts der extremen   Polizeigewalt. In Gruppen von bis zu acht Beamten griff sich die Polizei   dann Einzelpersonen heraus, zog sie zuerst am Kopf und stie&#223; sie dann zu   Boden. Dennoch schafften die BesetzerInnen es, ihren Platz noch drei   Stunden lang zu halten.<\/p>\n<p><img style=\"float: right\" src=\"\/media\/img\/20111025_Australien2.jpg\"> <\/p>\n<p>  Selbst nach der R&#228;umung des Platzes wollten die BesetzerInnen nicht   aufgeben. Direkt nach dieser Aktion bewegten sich die BesetzerInnen   sechs Stunden lang ganz gem&#228;chlich und in einer zusammenh&#228;ngenden Gruppe   durch die Hauptstra&#223;en von Melbourne. Auf diese Weise gelang es ihnen,   am Nachmittag eine der wichtigsten Durchfahrtstra&#223;en f&#252;r anderthalb   Stunden zu blockieren. Das Stra&#223;enbahnsystem Melbournes bekam   schwerwiegende Probleme.<\/p>\n<p>  Mit dem Einsatz berittener Polizei wurde versucht, die Stra&#223;en zu   r&#228;umen. Diese unglaublich gef&#228;hrliche und r&#252;cksichtslose Vorgehensweise   brachte hunderte von Menschen in Gefahr, schwer verletzt oder sogar   get&#246;tet zu werden. Seit den Antiglobalisierungsprotesten gegen das   &#8222;Weltwirtschaftsforum&#8220; im September 2000 ist es nicht mehr zu einem   solchen Ausma&#223; an Gewalt und dem Einsatz derart vieler Polizisten mehr   in Melbourne gekommen.<\/p>\n<p>  Am sp&#228;ten Nachmittag dann hielten die BesetzerInnen eine Vollversammlung   ab. Dabei wurde entschieden, am n&#228;chsten Tag eine Kundgebung abzuhalten   und den &#8216;City Square&#8217; erneut zu besetzen. Es ist dringend erforderlich,   dass die BesetzerInnen es dem Staat und den Schl&#228;gern von der Polizei &#8211;   bei denen es sich um die Verteidiger des besagten einen Prozents der   Bev&#246;lkerung handelt &#8211; nicht durchgehen lassen, zu diktieren, wann, wo   und wie Proteste abgehalten werden.<\/p>\n<p>  Der Protest von &#8222;Occupy Melbourne&#8220; ist Teil einer globalen Bewegung von   Menschen, die vom kapitalistischen System genug haben. Die sich   ausbreitende Unterst&#252;tzung, die die Besetzungsbewegung aus einer Schicht   von &#8222;einfachen Leuten&#8220; in Melbourne erf&#228;hrt, steht f&#252;r eine sich   ver&#228;ndernde Stimmung in der Gesellschaft. Dieser Prozess wird sich   analog zur sich versch&#228;rfenden Krise fortsetzen.<\/p>\n<p>  <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kZGeH4zu_r0&#038;\">Videolink<\/a><\/p>\n<p>  <a href=\"http:\/\/www.socialistpartyaustralia.org\">Homepage der Socialist   Party Australia: www.socialistpartyaustralia.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Nach Stra&#223;enblockaden kommt es zu brutalen &#220;bergriffen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[102],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14498"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14498"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14498\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14498"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14498"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14498"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}