{"id":14496,"date":"2011-10-24T00:00:00","date_gmt":"2011-10-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14496"},"modified":"2012-06-28T16:15:24","modified_gmt":"2012-06-28T14:15:24","slug":"14496","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/10\/14496\/","title":{"rendered":"&#187;Strategie f&#252;r Bildungsstreik ist jetzt n&#246;tig&#171;"},"content":{"rendered":"<p>  Im November wollen Studenten, Sch&#252;ler und Lehrlinge wieder auf die   Stra&#223;e gehen. Ein Gespr&#228;ch mit Michael Koschitzki<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Interview von Ralf Wurzbacher <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Das Interview erschien zuerst in der Tageszeitung Junge Welt am 28.   September<\/i><\/p>\n<h4>  <b>Das bundesweite B&#252;ndnis Bildungsstreik hat f&#252;r November Sch&#252;ler,   Auszubildende und Studierende zu neuerlichen Protesten in ganz   Deutschland aufgerufen. SAV-Mitglieder sind in mehreren St&#228;dten an den   Vorbereitungen beteiligt. Was ist Anla&#223; des Vorhabens?<\/b><\/h4>\n<p>  Anl&#228;sse gibt es genug. Seit den letzten Protesten hat sich so gut wie   nichts an der Situation im Bildungssystem ge&#228;ndert, und die Zeichen   stehen sogar noch auf Verschlechterung. Die Unis werden nach der   Aussetzung der Wehrpflicht und den ersten Doppeljahrg&#228;ngen aus allen   N&#228;hten platzen. Wochenendseminare und Vorlesungen bis Mitternacht sind   angesetzt und viele zus&#228;tzliche Studienpl&#228;tze nicht ausfinanziert. Im   Zuge der Euro-Krise wird der Rotstift bei der Bildung angesetzt. In   Brandenburg sind es zum Beispiel 24 Millionen Euro weniger im n&#228;chsten   Jahr. Die Schuldenbremse wird zur Bildungsbremse. Mehr   Unterrichtsstunden f&#252;r Lehrkr&#228;fte sind in Bremen geplant. Aber dort   sieht man auch schon, wie die K&#252;rzungen zu Schulbesetzungen und Streiks   f&#252;hren.<\/p>\n<h4>  <b>Was konkret ist f&#252;r die kommenden Wochen geplant?<\/b><\/h4>\n<p>  Anfang September hat eine bundesweit organisierte   Bildungsstreikkonferenz in Berlin beschlossen, zu Streiks,   Demonstrationen, Flashmobs und Besetzungen am 17. November aufzurufen.   Dar&#252;ber hinaus gibt es aber leider noch wenig Vorschl&#228;ge. N&#246;tig ist   jetzt eine Strategie, wie sich Sch&#252;ler und Studierende organisieren und   den Bildungsstreik in die eigenen H&#228;nde nehmen k&#246;nnen. Au&#223;erdem fehlt   ein Plan, wie es danach weitergeht. Das mu&#223; jetzt an Ort und Stelle   entwickelt und beim n&#228;chsten Treffen gekl&#228;rt werden.<\/p>\n<h4>  <b>Wer tr&#228;gt die Proteste? Inwieweit kann man bei der Mobilisierung an   vorhandene Strukturen fr&#252;herer Bildungsstreiks ankn&#252;pfen?<\/b><\/h4>\n<p>  In einigen Orten existieren Ans&#228;tze f&#252;r Strukturen. Beispielsweise gab   es im Juli in Dortmund einen Sch&#252;lerstreik gegen Atomkraft. Die   beteiligten Aktivisten treffen sich noch und wollen den Bildungsstreik   vorbereiten. In Baden-W&#252;rttembergs Hauptstadt wird die Jugendoffensive   gegen &#187;Stuttgart 21&#171; mitmachen. Insgesamt ist es aber viel zu wenig. Die   letzte Konferenz war vor allem von politischen Organisationen gepr&#228;gt.   Aber der Bildungsstreik darf nicht &#252;ber die K&#246;pfe von Sch&#252;lern,   Auszubildenden und Studierenden hinweg geplant werden &#8211; das funktioniert   nicht.<\/p>\n<p>  Politische Organisationen k&#246;nnen helfen, &#246;rtliche B&#252;ndnisse aufzubauen,   aber sie m&#252;ssen dann zu wirklichen Treffen von Sch&#252;lern, Auszubildenden   und Studierenden werden. Die Linke.SDS und die Linksjugend [&#8217;solid]   haben in den letzten Jahren in vielen Orten eine gro&#223;e Rolle im   Bildungsstreik gespielt. Sie sollten bei der Selbstorganisation und   Vorbereitung mithelfen.<\/p>\n<h4>  <b>An die Breitenwirkung des ersten bundesweiten Bildungsstreiks im   Sommer 2009 mit Hunderttausenden Beteiligten reichten die beiden   Neuauflagen im darauffolgenden Herbst und im Juni 2010 nicht ann&#228;hernd   heran. Hat man daraus die n&#246;tigen Schl&#252;sse gezogen?<\/b><\/h4>\n<p>  Letztes Jahr wurden die Probleme einer mangelnden Selbstorganisation,   fehlender demokratischer Strukturen und zu wenig klaren Zielen auf   Bundesebene deutlich. Die Einbeziehung von Auszubildenden und der   Schulterschlu&#223; mit den Antikrisendemonstrationen waren aber von einer   neuen Qualit&#228;t. In Kassel nahmen 300 Auszubildende von VW am   Bildungsstreik teil. Substantielle Zugest&#228;ndnisse der Herrschenden   wurden aber nicht erreicht. Proteste und Strukturen sind eingeschlafen.   &#220;ber die Fehler mu&#223; diskutiert werden, damit man sie nicht wiederholt.<\/p>\n<h4>  <b>Die Hochschulen werden zum Wintersemester hoffnungslos &#252;berlaufen   sein, mehr als 450000 Studienneuanf&#228;nger werden erwartet. Schlummert   hier nicht Potential f&#252;r eine Massenbewegung?<\/b><\/h4>\n<p>  Ja, genau. Da&#223; in Bremen vier Schulen hintereinander besetzt wurden,   zeigt aber auch, wie die Wut bei den Sch&#252;lern steigt. Diese Leute m&#252;ssen   wir zusammen mit den Erstsemestern organisieren und mit ihnen   Forderungen diskutieren. Wie k&#246;nnen wir sie zuspitzen, um besser zu   mobilisieren? Eine Verbindung zu einer umfassenden Bildungskritik mu&#223;   hergestellt werden. Das Potential kann geweckt werden, wenn wir reale   Verbindungen zu k&#228;mpfenden Belegschaften herstellen und Proteste   zusammenf&#252;hren. Die Aktionen in Chile geben eine Vorstellung davon, wie   Massenbewegungen aussehen, die dieses System ins Wanken bringen k&#246;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Im November wollen Studenten, Sch&#252;ler und Lehrlinge wieder auf die<br \/>\n      Stra&#223;e gehen. 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