{"id":14480,"date":"2011-10-14T00:00:00","date_gmt":"2011-10-14T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14480"},"modified":"2011-10-14T00:00:00","modified_gmt":"2011-10-14T00:00:00","slug":"14480","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/10\/14480\/","title":{"rendered":"&quot;Damit ist gemeint, L&#246;hne und Geh&#228;lter zu sparen&quot;"},"content":{"rendered":"<p>  In Dresden will der Stadtrat Krankenh&#228;user zu einer st&#228;dtischen GmbH   umformen. Ein Gespr&#228;ch mit Dorit Wallenburger<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Dorit Wallenburger ist Vorsitzende der ver.di-Betriebsgruppe im   Krankenhaus Dresden-Neustadt und aktiv in der B&#252;rgerinitiative &#187;H&#228;nde   weg von unseren Krankenh&#228;usern!&#171;<\/i><\/p>\n<p>  <b>Die beiden Krankenh&#228;user Dresden-Friedrichstadt und Dresden-Neustadt   mit zusammen etwa 2500 Besch&#228;ftigten sollen nach dem Willen des Dresdner   Verwaltungsb&#252;rgermeisters Detlef Sittel (CDU) von st&#228;dtischen   Eigenbetrieben in eine st&#228;dtische GmbH umgewandelt werden. Was genau hat   die Stadtratsmehrheit aus CDU, FDP und B&#252;ndnis 90\/Die Gr&#252;nen vor?<\/b><\/p>\n<p>  Die beiden Krankenh&#228;user sind in ganz Sachsen die letzten beiden   Eigenbetriebe. Und die letzten Krankenh&#228;user, in denen die Besch&#228;ftigten   nach dem TV&#246;D bezahlt werden. Die Stadtratsmehrheit will nun eine   Umwandlung in eine st&#228;dtische GmbH beschlie&#223;en, um &#187;die Krankenh&#228;user   zukunftsf&#228;hig zu machen&#171;. Damit ist nat&#252;rlich gemeint, L&#246;hne und   Geh&#228;lter zu sparen. Das ist ganz einfach, indem die Stadt als neue   Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin der GmbH nicht wieder in den Kommunalen   Arbeitgeberverband eintritt.<\/p>\n<p>  Weiter hei&#223;t es, &#187;Synergieeffekte&#171; sollten erschlossen werden. Das   bedeutet, da&#223; vermutlich beide Krankenh&#228;user zu einem Betrieb   zusammengelegt werden. Arbeitsbereiche k&#246;nnen so integriert, Stationen   geschlossen und damit Stellen abgebaut werden. &#187;Flexiblere   Entscheidungen&#171; sollen m&#246;glich werden. Was im Klartext hei&#223;t, da&#223;   Arbeitsbereiche wie Physiotherapie, Labor, Technik etc. in Tochterfirmen   ausgegr&#252;ndet werden. Da&#223; dieses Vorgehen fatale Folgen hat, sehen wir an   der Charit&#233; in Berlin oder an den Elblandkliniken in Sachsen: Durch die   Zersplitterung wird auch die Belegschaft gespalten.<\/p>\n<p>  <b>Aber Verwaltungsb&#252;rgermeister Sittel erkl&#228;rte unl&#228;ngst in einem   Interview mit der S&#228;chsischen Zeitung, die st&#228;dtische Tr&#228;gerschaft und   der Tarif sollen nicht angegriffen werden. Au&#223;erdem soll es keine   betriebsbedingten K&#252;ndigungen geben. Klingt doch halb so schlimm.<\/b><\/p>\n<p>  Eine GmbH in st&#228;dtischer Tr&#228;gerschaft ist immer noch eine GmbH: &#220;ber die   Gesch&#228;ftspolitik wird dann im Aufsichtsrat entschieden, ma&#223;gebliche   Wirtschaftsdaten bekommt der Stadtrat gar nicht mehr vorgelegt. Und das   bi&#223;chen demokratischer Kontrolle, die jetzt noch durch den Stadtrat   m&#246;glich ist, wird dann stark eingeschr&#228;nkt. Was vor der GmbH-Gr&#252;ndung   m&#252;ndlich versprochen wird, kann dann ganz schnell in einer   Aufsichtsratssitzung wieder anders entschieden werden.<\/p>\n<p>  Stellenabbau mu&#223; auch nicht unbedingt durch K&#252;ndigungen passieren, das   kann man ebenso durch Nichtverl&#228;ngerung befristeter Stellen oder die   Nichtbesetzung von Stellen ausgeschiedener Mitarbeiterinnen und   Mitarbeiter schaffen. Siehe Vivantes in Berlin, dort wurden in drei   Jahren 4000 von 17000 Stellen abgebaut.<\/p>\n<p>  <b>Gibt es im Moment Widerstand gegen die Pl&#228;ne der Stadtratsmehrheit?<\/b><\/p>\n<p>  Es ist schon f&#252;nf vor zw&#246;lf, da die Entscheidung bereits f&#252;r den 3.   November geplant ist. Es hat sich jetzt ein B&#252;ndnis f&#252;r Krankenh&#228;user   gegr&#252;ndet, unterst&#252;tzt von ver.di, Die Linke, SPD, SAV und der   B&#252;rgerinitiative &#187;H&#228;nde weg von unseren Krankenh&#228;usern!&#171;. Wir wollen   Informationen an die Besch&#228;ftigten und die Bev&#246;lkerung geben, eine   Kundgebung am 3. November vorbereiten und im Falle einer &#196;nderung der   Rechtsform ein B&#252;rgerbegehren starten.<\/p>\n<p>  Allerdings ist das sehr viel Arbeit f&#252;r die relativ kurze Zeit. Und wir   wissen auch, da&#223; die regierenden Parteien nat&#252;rlich ihre Werbetrommel   f&#252;r die GmbH r&#252;hren werden. Au&#223;erdem ist deren Zugriff auf die Medien   viel gr&#246;&#223;er als der unserige, so da&#223; die Sicht der GmbH-Bef&#252;rworter in   den Zeitungen, im Radio und im Regionalfernsehen weitaus h&#228;ufiger   vorkommen wird als unsere Warnungen vor der Rechtsform&#228;nderung. Insofern   brauchen wir jede Unterst&#252;tzung.<\/p>\n<p>  <b>Wie kann man die B&#252;rgerinitiative &#187;H&#228;nde weg von unseren   Krankenh&#228;usern!&#171; unterst&#252;tzen?<\/b><\/p>\n<p>  Wir brauchen vor allem Leute, die uns helfen und Flugbl&#228;tter verteilen,   die Kundgebungen mit vorbereiten, Unterschriften f&#252;r das B&#252;rgerbegehren   sammeln und Aktionen in der Stadt mitgestalten.<\/p>\n<p>  Das Interview erschien zuerst in der Tageszeitung <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/10-05\/033.php\">jungewelt<\/a>   am 5. Oktober 2011.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In Dresden will der Stadtrat Krankenh&#228;user zu einer st&#228;dtischen GmbH<br \/>\n      umformen. 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