{"id":14478,"date":"2011-10-10T12:00:00","date_gmt":"2011-10-10T12:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14478"},"modified":"2011-10-10T12:00:00","modified_gmt":"2011-10-10T12:00:00","slug":"14478","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/10\/14478\/","title":{"rendered":"Beendet die Diktatur der Wall Street!"},"content":{"rendered":"<p>  Wie weiter mit dem Kampf?<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>sozialismus.info ver&#246;ffentlicht hier ein Flugblatt der   us-amerikanischen Schwesterorganisation der SAV und ein Bericht einer   Solidarit&#228;tsaktion der Schwesterorganisation in Hongkong. <\/i><\/h4>\n<h4>  <i>von Socialist Alternative (Schwesterorganisation der SAV und Sektion   der CWI in den USA)<\/i><\/h4>\n<p>  &#220;berall auf der Welt richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Besetzung   der Wall Street. Die Proteste haben das Vorstellungsverm&#246;gen Tausender   von Menschen befl&#252;gelt und zu weiteren Besetzungsaktionen animiert, die   sich in den ganzen Vereinigten Staaten ausbreiten.<\/p>\n<p>  Der brutale Polizei&#252;bergriff in New York sollte die Bewegung eigentlich   einsch&#252;chtern und unseren Kampfgeist brechen. Das hat nicht geklappt und   im Gegenteil sind wir jetzt noch viel entschlossener als vorher, den   Kampf zu f&#252;hren. Inspiriert von den revolution&#228;ren Erhebungen in &#196;gypten   und Nordafrika wie auch von den Massen-Besetzungen der gro&#223;en Plazas in   Spanien und Griechenland, sind die Protestierenden hier auf die Stra&#223;en   von New York gegangen, um gegen die Dominanz der Wall Street und der   Gro&#223;konzerne aufzustehen.<\/p>\n<p><img style=\"float: right\" src=\"\/media\/img\/20111010_Wallstreet1.jpg\"> <\/p>\n<p>  Unter der Oberfl&#228;che herrscht in der US-Gesellschaft gro&#223;e Wut, die nur   durch die rechtsgerichteten Wahnsinnigen von der Tea Party-Bewegung   einen verzerrten Ausdruck gefunden zu haben schien. Doch die   Massenbewegung in Wisconsin vom Fr&#252;hjahr diesen Jahres wie auch die   jetzt keimenden und von den jungen Menschen getragenen   Besetzungsaktionen der Wall Street geben einen Geschmack vom enormen   Potential, das besteht, um diese Wut in eine progressive soziale   Bewegung zu verwandeln.<\/p>\n<h4>  Wie k&#246;nnen wir den Kampf voran bringen?<\/h4>\n<p>  Viele beteiligen sich an den Besetzungsaktionen, um &#8222;Freir&#228;ume&#8220; zu   schaffen. Sie wollen eine neue, gleichere und gerechtere Gesellschaft   und hoffen darauf, dass andere dadurch motiviert werden, sich   anzuschlie&#223;en. W&#228;hrend es sich bei der Besetzung an sich um ein   &#252;berzeugendes Beispiel f&#252;r eine Bewegung handelt, die auf Demokratie,   Kooperation und Solidarit&#228;t basiert, so wird die Besetzung allein aber   leider nicht ausreichen, um eine Massenbewegung aufzubauen, die in der   Lage sein kann, die Gesellschaft zu ver&#228;ndern.<\/p>\n<p>  Viele der Beteiligten haben die Verbindung zu &#196;gypten gezogen und   gesagt, dass eine an TeilnehmerInnen st&#228;rker werdende Besetzungsaktion   mit nur einer Grundsatzforderung schon reicht, um einen Diktator zu   st&#252;rzen. In Wirklichkeit aber war die Situation doch etwas   komplizierter. In der Woche, bevor der &#228;gyptische Diktator Mubarak   verdr&#228;ngt wurde, betrat die Arbeiterklasse mit Streikaktionen die B&#252;hne   und legte damit Teile des gesellschaftlichen Lebens lahm. Und das war   es, was der herrschenden Elite Angst bereitete.<\/p>\n<p><img style=\"float: right\" src=\"\/media\/img\/20111010_Wallstreet2.jpg\"> <\/p>\n<p>  Die Besetzungen in Spanien und Griechenland waren weitaus gr&#246;&#223;er als die   &#8222;Occupy Wall Street&#8220;-Aktionen. Allerdings fehlt beiden die in Aktion   tretende und weitaus m&#228;chtigere Kraft der Arbeiterklasse, um einen Sieg   zu erringen. In Wisconsin dauerte eine gewichtige Besetzungsaktion des   dortigen Capitol-Geb&#228;udes &#252;ber drei Wochen an und stand im Zentrum von   Massendemonstrationen von ArbeiterInnen und Jugendlichen. Siegreich   h&#228;tte man sein k&#246;nnen, wenn diese Bewegung sich in Richtung   Generalstreik der ArbeiterInnen orientiert h&#228;tte, um das wirtschaftliche   Leben dieses Bundesstaats zum Erliegen zu bringen.<\/p>\n<p>  Stattdessen wurde die Schlacht von Wisconsin von der Demokratischen   Partei und der obersten F&#252;hrungsriege der Gewerkschaften in Richtung   einer Kampagne, gelenkt, die die Republikaner aus dem Amt heben und   statt ihrer die Wahl der Demokraten erm&#246;glichen sollte. Dabei sind die   Demokraten genau wie die Republikaner eine Partei der Wall Street und   der Gro&#223;konzerne und sie haben keine L&#246;sungen zu bieten. Wir brauchen   einen unabh&#228;ngigen Kampf, mit dem versucht wird, die breitestm&#246;gliche   Mobilisierung von ArbeiterInnen und Jugendlichen zu erreichen. Vereint   haben wir die Macht, unsere Arbeit nicht zu verkaufen, das M&#252;hlrad zu   stoppen und die Banken, Konzerne und die herrschende Elite da zu   treffen, wo es weh tut.<\/p>\n<p>  Um solche k&#252;hnen Ma&#223;nahmen zu ergreifen, m&#252;ssen wir Selbstvertrauen   gewinnen. Aus diesem Grund sollte die &#8222;Occupy Wall Street&#8220;-Bewegung zu   Massendemonstrationen rund um die Forderungen und Themen aufrufen, die   arbeitenden Menschen wie auch Jugendlichen auf den N&#228;geln brennen:   Arbeitspl&#228;tze, Bildung, Gesundheit und so weiter.<\/p>\n<h4>  Systemwechsel<\/h4>\n<p>  Nicht nur die Wirtschaft, auch die Gesellschaft als Ganzes befindet sich   in einer tiefen Krise. Beim globalen Kapitalismus handelt es sich um ein   gescheitertes System, dass die Probleme zunehmender Ungleichheit, der   Armut, Massenarbeitslosigkeit, Umweltzerst&#246;rung und des Krieges nicht   mehr in den Griff bekommt, die es selbst geschaffen hat. Die Bewegung   muss die Wall Street und die beiden Parteien der Gro&#223;konzerne   herausfordern. Wenn sie versuchen, ihre &#246;konomische Krise auf unserem   R&#252;cken zu l&#246;sen, um ein System aufrechtzuerhalten, das vor allem der   Elite zugute kommt, m&#252;ssen wir gegen ihre Politik aufstehen.<\/p>\n<p><img style=\"float: right\" src=\"\/media\/img\/20111010_Wallstreet3.jpg\"> <\/p>\n<p>  Wir m&#252;ssen aber auch eine klare Alternative parat haben. Wir m&#252;ssen die   Gesellschaft grundlegend ver&#228;ndern in eine nicht mehr auf Profit   basierende sondern an den menschlichen Bed&#252;rfnissen orientierte   Gesellschaft. Die einzig wahre Alternative zur Gier der Konzerne und dem   Kapitalismus ist sozialistische Demokratie, in der die Wirtschaft, die   Betriebe und die Gesellschaft als solcher demokratisch gef&#252;hrt werden   und im Sinne der Mehrheit der Menschen.<\/p>\n<h4>  Wir fordern:<\/h4>\n<ul>\n<li>    Ausweitung der Besetzungen &#252;berall in den USA und auf die Schulen undKommunen. F&#252;r eine systematische Massenkampagne zur gr&#246;&#223;tm&#246;glichenMobilisierung von ArbeiterInnen, jungen Menschen und Gewerkschaftenf&#252;r diesen Kampf.  <\/li>\n<li>    Organisierung von Massendemonstrationen an den Wochenenden, diefolgenden Aufruf haben k&#246;nnten: Keine K&#252;rzungen bei denSozialleistungen; f&#252;r ein massives Arbeitsbeschaffungsprogramm; f&#252;rumfassende Steuererh&#246;hungen bei den Super-Reichen und Gro&#223;konzernen;Beendigung des Krieges; f&#252;r die drastische Absenkung desMilit&#228;rhaushalts; Verteidigung gewerkschaftlicher und demokratischerRechte.  <\/li>\n<li>    Vorbereitung der landesweiten Aktionswoche vom 16. bis 23. November,um den K&#252;rzungsplan des &#8222;Congressional Super Committee&#8220; zu bek&#228;mpfen,der Streichungen bei den &#246;ffentlichen Sozialleistungen um 1,5Billionen Dollar vorsieht. Wir fordern Arbeitspl&#228;tze statt K&#252;rzungen!  <\/li>\n<li>    Vorbereitung darauf, bei den Wahlen 2012 unabh&#228;ngige KandidatInnen derArbeiterklasse aufstellen zu k&#246;nnen, um die Politik der zweiunternehmerfreundlichen Wall Street-Parteien herauszufordern. Das mussder erste Schritt hin zur Gr&#252;ndung einer neuen Partei der 99 Prozentsein, einer Massenpartei der ArbeiterInnen.  <\/li>\n<li>    Beendigung der Diktatur der Wall Street! Die Gro&#223;banken, die dieUS-Wirtschaft beherrschen, m&#252;ssen in &#246;ffentliches Eigentum &#252;berf&#252;hrtwerden und unter demokratische Gesch&#228;ftsf&#252;hrung durch gew&#228;hlteVertreterInnen der Besch&#228;ftigten und des gesellschaftlichen Lebens.Entsch&#228;digungen sollten nur bei nachweislichem Bedarf und nur anKleininvestorInnen gezahlt werden, nicht an Million&#228;re.  <\/li>\n<li>    Die Bewegung muss aufgebaut werden, um das verkommene System desKapitalismus durch einen demokratischen Sozialismus zu ersetzen undeine neue Gesellschaft zu schaffen, die auf den Bed&#252;rfnissen derMenschen basiert.  <\/li>\n<\/ul>\n<h1>  Hong Kong: Solidarit&#228;t mit der &#8222;Occupy Wall Street&#8220;-Bewegung<\/h1>\n<p>  <b>Die Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Hong Kong,   Socialist Action, hat aus Protest gegen die Massenverhaftungen in New   York und weiteren St&#228;dten der USA eine Demonstration organisiert<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Dikang, Socialist Action, Hong Kong<\/i><\/p>\n<p>  Mehrere Dutzend junger Leute protestierten am Mittwoch, 5. Oktober, vor   der B&#246;rse und dem Konsulat der USA in Hong Kong. Mit dieser Aktion, die   von &#8222;Socialist Action&#8220; organisiert wurde, sollte Solidarit&#228;t mit der   &#8222;Occupy Wall Street&#8220;-Bewegung gezeigt werden, die sich zur Zeit in den   USA ausweitet und in Asien auf starkes Interesse und Sympathie st&#246;&#223;t.<\/p>\n<p><img style=\"float: right\" src=\"\/media\/img\/20111010_HongKong1.jpg\"> <\/p>\n<p>  Auch in Taiwan sind Mitglieder des &#8222;Komitees f&#252;r eine   Arbeiterinternationale&#8220;, CWI, an Planungen f&#252;r eine Aktion unter dem   Motto &#8222;Occupy Taipei&#8220; (dt.: &#8222;Besetzt die Hauptstadt Taipeh&#8220;) beteiligt,   die n&#228;chste Woche stattfinden soll.<\/p>\n<p>  In Hong Kong nahmen auch der bekannte Parlamentarier &#8222;Long Hair&#8220; Leung   Kwok-hung sowie verschiedene Unterst&#252;tzerInnen der Partei &#8222;League of   Social Democrats&#8220; an der Protestaktion teil. (Hierbei handelt es sich um   die fortschrittlichste politische Partei Hong Kongs, die weder Kritik am   Regime vor Ort noch an der Zentralregierung in Peking scheut; Anm. d.   &#220;bers.)<\/p>\n<p><img style=\"float: right\" src=\"\/media\/img\/20111010_HongKong2.jpg\"> <\/p>\n<p>  &#8222;Wie die Protestierenden in der Wall Street es gesagt haben, hat das   obere eine Prozent der Gesellschaft f&#252;r die Krise des Kapitalismus   gesorgt. Aber wir, die 99 Prozent, sind gezwungen, daf&#252;r zu bezahlen.&#8220;,   sagte Sally Tang Mei-ching von &#8222;Socialist Action&#8220;.<\/p>\n<p>  &#8222;Hong Kong und die Wall Street sind sehr &#228;hnlich&#8220;, so Sally weiter. &#8222;Die   Regierung dient nur den Reichen und ihre Politik bedeutet ein Desaster   f&#252;r die Menschen der Arbeiterklasse.&#8220;<\/p>\n<p><img style=\"float: right\" src=\"\/media\/img\/20111010_HongKong3.jpg\"> <\/p>\n<p>  Ausgestattet mit von der Protestbewegung in den USA inspirierten   Schildern und Transparenten (&#8222;Besteuert die Reichen&#8220; und &#8222;Rettet die   Menschen, nicht die Banken&#8220;) zog die Demonstration zum US-Konsulat, um   einen Protestbrief wegen der aggressiven Polizeiaktion gegen   US-amerikanische DemonstrantInnen zu &#252;bergeben.<\/p>\n<p><img style=\"float: right\" src=\"\/media\/img\/20111010_HongKong4.jpg\"> <\/p>\n<p>  Homepage von &#8222;Socialist Action&#8220;: http:\/\/www.socialism.hk\/<\/p>\n<p><img style=\"float: right\" src=\"\/media\/img\/20111010_HongKong5.jpg\"> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wie weiter mit dem Kampf?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[102],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14478"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14478"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14478\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14478"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14478"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}