{"id":14466,"date":"2011-10-07T00:00:00","date_gmt":"2011-10-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14466"},"modified":"2012-12-30T12:01:02","modified_gmt":"2012-12-30T11:01:02","slug":"14466","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/10\/14466\/","title":{"rendered":"Neu im Kino: &#8222;Margin Call &#8211; der gro&#223;e Crash&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Die Finanzkrise auf der Leinwand<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Der US-Film &#8222;Margin Call&#8220;, der seit 29. September auf deutschen   Leinw&#228;nden unter dem Titel &#8222;Der gro&#223;e Crash&#8220; gezeigt wird, liefert einen   Beitrag zur Weltwirtschaftskrise. 24 Stunden einer New Yorker   Investmentbank, die vor dem Zusammenbruch steht &#8211; das Vorbild Lehman   Brothers ist unschwer zu erkennen &#8211; werden minuti&#246;s nachgezeichnet.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Aron Amm, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Film und Arbeitstag beginnen mit der Entlassung von 80 Prozent der   Broker auf einer Firmenetage. Einer der Gefeuerten aus der   &#8222;Risiko-Abteilung&#8220; dr&#252;ckt einem der &#252;briggebliebenen Kollegen einen   Stick in die Hand, der ein Prognose-Modell enth&#228;lt. Rasch entdeckt der   junge Mitarbeiter, dass die Bank ein zu gro&#223;es Rad gedreht hat. In der   Nacht jagt eine Krisensitzung die n&#228;chste. Man entscheidet sich, die   faulen Kredite am n&#228;chsten Morgen loszuschlagen und die wertlosen   Papiere anderen aufzuhalsen. &#8222;Margin Call&#8220; ist f&#252;r Broker und Trader der   Augenblick, in dem es im Terminhandel ernst wird und K&#228;ufer mit Cash   statt Versprechen zahlen m&#252;ssen.<\/p>\n<p>  Der Film ist das Deb&#252;t von J. C. Chandor, der zuvor &#252;berwiegend   Fernsehdokumentationen gemacht hat. Es ist ein &#8222;Submarine&#8220;-Werk, wie in   Hollywood Filmprojekte genannt werden, die mangels Geld f&#252;r aufwendige   Au&#223;enaufnahmen und Kulissen als Kammerspiel, also in einem U-Boot,   funktionieren m&#252;ssen. F&#252;r Chandor &#252;berraschend heuerten dann Jeremy   Irons, Kevin Spacey, Paul Bettany und andere Prominente an.<\/p>\n<p>  Die Geschichte wird nicht sonderlich innovativ erz&#228;hlt. Aber immerhin   vermeidet es Chandor, zu menscheln. Solange der Kapitalismus   fortbesteht, wird es Krisen und Katastrophen geben. Das h&#228;lt der   Streifen fest. Jeremy Irons als CEO z&#228;hlt am Ende des Films alle   vorherigen tiefen Rezessionen auf: 2001, 1991, 1987, 1979, 1974, 1937,   1929&#8230; Um solch eine Krise zumindest vor&#252;bergehend zu meistern, schlug   der b&#252;rgerliche &#214;konom John Maynard Keynes einmal vor, Geld in Flaschen   zu stopfen, diese einzubuddeln und dann wieder auszugraben (und so Leute   zu besch&#228;ftigen und damit den Wirtschaftskreislauf nicht zum Erliegen   kommen zu lassen). Kevin Spacey fragt in diesem Film, ob ein Mensch, der   nur L&#246;cher schaufelt, nicht eine sinnvollere Arbeit verrichtet, als all   die Banker und Spekulanten, die nie reale Werte schaffen.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend sich Milliarden in Luft aufl&#246;sen und Millionen perspektivisch   auf der Stra&#223;e landen, weint der von Spacey gemimte Broker um seinen   sterbenden Hund; in der Schlussszene von &#8222;Margin Call&#8220; begr&#228;bt er ihn im   Garten seiner Exfrau. Ein Berufseinsteiger spricht seinen   Abteilungsleiter mitten im Schlamassel darauf an, dass der Crash &#8222;da   drau&#223;en&#8220; wohl viele Menschen ruinieren werde. Postwendend antwortet der   Vorgesetzte: &#8222;Ich schei&#223;&quot; auf die normalen Leute da drau&#223;en.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die Finanzkrise auf der Leinwand\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[68],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14466"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14466"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14466\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}