{"id":14462,"date":"2011-10-17T00:00:00","date_gmt":"2011-10-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14462"},"modified":"2012-07-24T17:45:59","modified_gmt":"2012-07-24T15:45:59","slug":"14462","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/10\/14462\/","title":{"rendered":"Mit Milliard&#228;ren die Krise l&#246;sen?"},"content":{"rendered":"<p>  Durch eine Reichensteuer soll wieder alles gut werden<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>16 franz&#246;sische Milliard&#228;re und Topmanager fordern in einer   Zeitungsanzeige: &#8222;Besteuert uns!&#8220; Der US-Milliard&#228;r Warren Buffet f&#252;hlt   sich verh&#228;tschelt, weil er prozentual nur halb soviel Einkommenssteuer   zahlt wie seine Angestellten. Und die deutschen Superreichen Michael   Otto vom Otto-Versand und Martin Kind vom gleichnamigen   H&#246;rger&#228;te-Hersteller erz&#228;hlen der ZEIT, dass sie bereit seien, h&#246;here   Steuern zu zahlen.<\/b><\/p>\n<h4>  <b><i>von Fabian Thiel, Hamburg<\/i><\/b><\/h4>\n<p>  Ganz ohne Bedingungen ist die Opferbereitschaft der Superreichen dann   aber doch nicht. Maurice L&#233;vy, der Vorsitzende des Arbeitgebervereins   AFEP und der Verfasser des franz&#246;sischen Aufrufs, fordert als   Gegenleistung f&#252;r Steuererh&#246;hungen massive staatliche K&#252;rzungsprogramme   und weniger Sozialabgaben f&#252;r Unternehmen. Otto und Kind wollen ihr Geld   nur f&#252;r Schuldentilgung verwendet sehen. Der Ferrari-Chef Luca Cordero   di Montezemolo will mehr Privatisierungen als Gegenleistung.<\/p>\n<h4>  <b>Mit dem System geht es bergab<\/b><\/h4>\n<p>  Wenn Milliard&#228;re anbieten, mehr Steuern zu zahlen, kann man sicher sein,   dass der Kapitalismus in gro&#223;en Schwierigkeiten steckt. In der Krise   2007-09 haben die L&#228;nder weltweit Billionen in Bankenrettungspakete und   Konjunkturma&#223;nahmen gesteckt. Dadurch konnte der Krisenverlauf   abgefedert werden. Als Folge ist die Staatsverschuldung aber auf ein   Level gestiegen, das die Zahlungsunf&#228;higkeit der schw&#228;cheren &#214;konomien   auf die Tagesordnung stellt. Um die steigenden Zinsen zu bedienen,   werden von den Regierungen massive Angriffe auf den Lebensstandard der   arbeitenden Bev&#246;lkerung durchgef&#252;hrt.<\/p>\n<p>  Deutschland befindet sich dabei in einer vor&#252;bergehenden   Sondersituation. Die Hartz-Reformen haben zum Beispiel einige   Verschlechterungen schon vorweg genommen, die Reall&#246;hne sind auf dem   Niveau von vor 19 Jahren und durch den Euro haben die deutschen   Kapitalisten au&#223;erordentlich profitiert.<\/p>\n<p>  Eine Minderheit der Reichen ist bereit, jetzt mehr Steuern zu zahlen, um   sp&#228;ter Schlimmeres zu verh&#252;ten. Der Absturz der B&#246;rsenkurse in den   letzten drei Monaten bedeutet f&#252;r sie ganz konkrete Verluste. 2008   wurden nach einer Studie der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) weltweit   Verm&#246;genswerte von 50 Billionen Dollar vernichtet. Aufgrund der   Konzentration von Reichtum auf der Welt &#8211; 0,12 Prozent der   Weltbev&#246;lkerung besitzen ein Viertel des Verm&#246;gens &#8211; geht es f&#252;r die   Superreichen daher um viel Geld. Genug Geld, um theoretisch mehrfach die   Schulden zu bedienen.<\/p>\n<h4>  <b>Beruhigungspillen<\/b><\/h4>\n<p>  Die verschiedenen Sonderabgaben f&#252;r Reiche, die diskutiert werden, sind   dagegen symbolische &#8222;Opfer&#8220;. Es geht darum, den Lohnabh&#228;ngigen   vorzugaukeln, dass auch die Reichen ihren Teil leisten, um aus der   &#8222;gemeinsamen Misere&#8220; herauszukommen. Die Absenkung unseres   Lebensstandards l&#228;sst sich leichter durchsetzen, wenn man auf den   Milliard&#228;r zeigen kann, der eine Milliard&#228;rssteuer zahlen muss. Dass der   Milliard&#228;r trotz Abgabe (falls es &#252;berhaupt dazu kommt) weiter Profite   macht und seinen Besitz vergr&#246;&#223;ert, w&#228;hrend der Lebensstandard der   Lohnabh&#228;ngigen absolut f&#228;llt, ist Teil des Betrugs.<\/p>\n<h4>  von wegen uneigenn&#252;tzig<\/h4>\n<p>  Bei wem sind die Staaten eigentlich verschuldet? Letztendlich bei   verschiedenen Gro&#223;banken. Und wem geh&#246;ren die Gro&#223;banken? Letztendlich   denjenigen mit gen&#252;gend Kapital. Es k&#246;nnte also sein, dass der   Milliard&#228;r eine Abgabe leistet, damit der Staat die Schulden bei ihm   zur&#252;ckzahlen kann. Alles verschleiert durch die f&#252;r uns anonymisierten   Eigentumsverh&#228;ltnisse. Die individuellen Reichen haben ihren Besitz   nat&#252;rlich unterschiedlich gestreut, aber betrachtet man die besitzende   Klasse als Ganzes, sind sie &#252;ber den Bankenbesitz die Gl&#228;ubiger der   Staaten. Nun wird auch klar, dass es bei der Staatsschuldenfrage darum   geht, ob die Lohnabh&#228;ngigen die Staatsschulden plus Zinsen an die   besitzende Klasse abzahlen, oder ob sie sich verweigern.<\/p>\n<p>  In den letzten Jahrzehnten wurden weltweit die Steuern f&#252;r die Reichen   und die Banken und Konzerne gigantisch gesenkt. Das hat dazu gef&#252;hrt,   dass die Bosse der 25 gr&#246;&#223;ten US-Konzerne mehr Gehalt bekommen als die   Konzerne an Steuern zahlen. Wir sind f&#252;r eine drastische Besteuerung von   Gewinnen, Verm&#246;gen und hohen Einkommen. Das wird uns aber nicht aus   Einsicht und Schuldgef&#252;hlen geschenkt werden. Notwendig ist eine   Massenbewegung, die sie zum Zahlen zwingt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Durch eine Reichensteuer soll wieder alles gut werden\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[113],"tags":[270,241],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14462"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14462"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14462\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14462"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14462"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14462"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}