{"id":14460,"date":"2011-10-08T00:00:00","date_gmt":"2011-10-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14460"},"modified":"2012-05-15T14:45:39","modified_gmt":"2012-05-15T12:45:39","slug":"14460","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/10\/14460\/","title":{"rendered":"Debatten nach Debakel"},"content":{"rendered":"<p>  Diskussionen &#252;ber die Zukunft der LINKEN nach den Wahlen in Berlin und MV<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>In Berlin verlor DIE LINKE nach ihrem Regierungseintritt bei den   Wahlen 2006 weit mehr als die H&#228;lfte ihrer Stimmen. Bei den Wahlen am   18. September b&#252;&#223;te sie nun nochmals 14.000 Stimmen, vor allem im Osten   der Stadt, ein.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Michael Koschitzki, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Der Wohnungsmarkt war das gr&#246;&#223;te Thema im Berliner Wahlkampf. DIE LINKE   trat unter dem Motto &#8222;Berlin sozial&#8220; an. Sie wollte die   Regierungspolitik des SPD\/LINKE-Senats fortsetzen und MieterInnen vor   &#8222;Wild West&#8220; sch&#252;tzen. Doch als Teil der Regierung wurde sie f&#252;r diese   Heuchelei der Berliner Parteif&#252;hrung abgestraft. Mit &#252;ber 100.000   privatisierten Wohnungen in der ersten Legislaturperiode, der   ersatzlosen Abschaffung von Sozialwohnungen und vielem mehr ist die   Partei f&#252;r die gestiegenen Mieten mit verantwortlich. Selbst wenige Tage   vor der Wahl wurden von den ausgebluteten &#246;ffentlichen   Wohnungsgesellschaften 19.000 Mieterh&#246;hungsbriefe verschickt.<\/p>\n<h4>  Streit um Regierungsbeteiligung<\/h4>\n<p>  Das Wahlergebnis reiht sich ein in die Serie schlechter Wahlergebnisse   bun-desweit. Selbst in Mecklenburg-Vorpom-mern, wo sie wegen der   gesunkenen Wahl-<\/p>\n<h4>  beteiligung prozentual zulegte, hat sie am 4. September &#252;ber 11.700   Stimmen verloren.<\/h4>\n<p>  Welche Ursachen haben diese Ergebnisse? Die Berliner Parteif&#252;hrung   versucht, von der Rolle der Regierungsbeteiligung abzulenken und will   die Verantwortung f&#252;r das Wahlergebnis auf die Bundespartei abw&#228;lzen.   Ihre Absicht ist es, die Personaldebatte &#252;ber die Parteivorsitzenden   Klaus Ernst und Gesine L&#246;tzsch weiterzutreiben. Ihre wirkliche Absicht   besteht darin, den Programmentwurf aufzuweichen, um mit weniger striken   Formulierungen unter anderem zu Auslandseins&#228;tzen der Bundeswehr und in   Bezug auf die Eigentumsfrage auf Bundesebene &#8222;regierungsf&#228;hig&#8220; zu   werden. Die Linken in der LINKEN m&#252;ssen die Aufweichung des Programms   zur&#252;ckweisen, im Entwurf schon vorgenommene Verw&#228;sserungen ablehnen und   das mit einer Diskussion &#252;ber den Zustand der Partei verbinden.<\/p>\n<p>  Dazu ist eine klare Haltung der Linken gegen Regierungsbeteiligung mit   pro-kapitalistischen Parteien notwendig. Zum Beispiel sieht die   parteiinterne Str&#246;mung &#8222;Antikapitalistische Linke&#8220; (AKL) in ihrer   Wahlanalyse das Problem nur darin, dass es einen Unterschied im &#8222;Kurs&#8220;   der Partei auf Bundesebene und Landesebene g&#228;be. Sie sagen, der   erfolgreiche Kurs der letzten Bundestagswahlen m&#252;sse &#8222;unabh&#228;ngig ob in   Regierung oder Opposition&#8220; umgesetzt werden. Statt Illusionen in   &#8222;bessere&#8220; Regierungsbeteiligungen zu verbreiten, muss beim   Bundesparteitag f&#252;r ein Ende der Regierungsbeteiligungen mit   pro-kapitalistischen Parteien wie der SPD gek&#228;mpft werden.<\/p>\n<h4>  Piraten-W&#228;hlerInnen &#8211; nix f&#252;r uns?<\/h4>\n<p>  DIE LINKE verlor in Berlin allein 12.000 Stimmen an die Piratenpartei.   Aber es ist falsch, daraus einfache Schl&#252;sse zu ziehen, wie Bodo   Ramelow, der in Bezug auf DIE LINKE meint, &#8222;dass es nichts hilft, ein   analoges Programm zu haben, aber digital keine Ahnung zu haben&#8220;. Die   Piraten wurden aber nicht gew&#228;hlt, weil sie die neue Web-2.0-Partei   sind. Alle etablierten Parteien bis hin zur CDU haben getwittert.<\/p>\n<p>  Die Piratenpartei hat so stark zugelegt, weil sie sich von den   etablierten Parteien abgehoben hat. Mit deutlich linken Forderungen   konnte sie punkten. Statt jetzt Regierungspolitik zu twittern, ist es   notwendig, sowohl der &#8222;Regierungslinken&#8220; als auch dem Anpassungskurs der   F&#252;hrung von Bundestagsfraktion und Partei an SPD und Gr&#252;ne und der   Fixierung auf Wahlen ein Ende zu machen.<\/p>\n<p>  Die Gr&#252;nde f&#252;r die Krise der LINKEN sind vielschichtig. Aber eine   Reduzierung der Abgeordnetenbez&#252;ge auf einen Facharbeiterlohn, die   st&#228;rkere Orientierung der LINKEN auf au&#223;erparlamentarische Bewegungen   und Kampagnen zu den wichtigsten sozialen und politischen Themen k&#246;nnen   ein Anfang sein, sich deutlich von den etablierten Parteien abzuheben   und an Unterst&#252;tzung zu gewinnen.<\/p>\n<h4>  Antikapitalistische Opposition<\/h4>\n<p>  Wir brauchen einen grundlegenden Richtungswechsel der Partei, um aus der   Krise herauszukommen. Im beschlossenen Leitantrag der LINKEN in   Nordrhein-Westfalen hei&#223;t es: &#8222;DIE LINKE NRW ist als klare   antikapitalistische Opposition in den Landtag gew&#228;hlt worden. Heute mehr   denn je brauchen wir eine klare Stimme und konsequente Opposition gegen   die unsoziale K&#252;rzungspolitik der anderen Parteien. DIE LINKE NRW steht   gegen die Unterordnung unter die von Banken und Konzernen diktierten   Sachzw&#228;nge und gegen eine Gesamtpolitik, die f&#252;r die Armen und politisch   Machtlosen in der Gesellschaft nur Zynismus &#252;brig hat!&#8220; Auch wenn die   Realit&#228;t der Partei in NRW noch eine andere ist, zeigte der Parteitag   vom 10.\/11. September im Wesentlichen in die richtige Richtung f&#252;r das   Land und die Bundespartei.<\/p>\n<p>  Angesichts der sich t&#228;glich versch&#228;rfenden Krise des Weltkapitalismus   ist es zudem um so n&#246;tiger, f&#252;r eine grundlegende Alternative &#8211; f&#252;r eine   sozialistische Demokratie &#8211; einzutreten. Nur so kann unmissverst&#228;ndlich   klar gemacht werden, dass dauerhafte L&#246;sungen f&#252;r die arbeitende   Bev&#246;lkerung im Rahmen dieser Wirtschaftsordnung illusorisch sind.<\/p>\n<h4>  Michael Koschitzki ist Mitglied der SAV-Bundesleitung<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Diskussionen &#252;ber die Zukunft der LINKEN nach den Wahlen in Berlin und MV\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,25],"tags":[241],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14460"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14460"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14460\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14460"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14460"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14460"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}