{"id":14459,"date":"2011-10-13T00:00:00","date_gmt":"2011-10-13T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14459"},"modified":"2011-10-13T00:00:00","modified_gmt":"2011-10-13T00:00:00","slug":"14459","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/10\/14459\/","title":{"rendered":"Wahlsieger Piraten?"},"content":{"rendered":"<p>  Zum hohen Ergebnis der Piratenpartei bei der Berliner Wahl<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>8,9 Prozent sind knapp 130.000 Stimmen. So viele BerlinerInnen   machten am 18. September ihr Kreuz bei den Piraten. Das ist mehr als ein   Achtungserfolg. Im Piraten-Wahlkampf wurden viele traditionell linke   Themen aufgegriffen und soziale Forderungen wie Mindestl&#246;hne oder   kostenloser Nahverkehr aufgestellt. Eine Antwort auf die Frage, wer das   wie umsetzen soll, blieben die Piraten jedoch schuldig.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Ren&#233; Kiesel, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Die Piratenpartei erschien vielen als eine Alternative zu den   etablierten Parteien. Gerade DIE LINKE wurde von einer Schicht von   j&#252;ngeren W&#228;hlerInnen oder allgemein Linken als unglaubw&#252;rdig angesehen.   Wer Wohnungen verkauft, Wasserbetriebe teilprivatisiert und Hartz IV   umsetzt, erscheint kaum ehrlich, wenn er behauptet, dass &#8222;es um das   Soziale geht&#8220;.<\/p>\n<p>  Forderungen der Piraten wie die Abschaffung der Residenzpflicht oder   Klassengr&#246;&#223;en von 15 Sch&#252;lerInnen sind Positionen, die in der Regel aus   sozialen und linken Bewegungen kommen. Solche Forderungen und ihr gegen   das Establishment gerichtete Auftreten kamen an. Die Stimmen f&#252;r die   Piraten waren &#252;berwiegend linke Proteststimmen. Da ihr Profil so vage   war, fanden sich auch liberale Mittelst&#228;ndler in der Partei wieder.<\/p>\n<h4>  Wo eine Absichtserkl&#228;rung ist&#8230;<\/h4>\n<p>  Die Partei redet in ihrem Programm sehr viel &#252;ber Dinge wie Transparenz,   Basis- und direkte Demokratie, Mitbestimmung und Teilhabe durch neue   Medien. W&#228;hrend MarxistInnen versuchen, ausgehend von einer Analyse der   wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse ein Programm zu   entwickeln, leitet die Piratenpartei ihres von ethischen Grunds&#228;tzen ab.   Das sagen sie offen. Daher fehlt eine Erkl&#228;rung, welche   gesellschaftlichen Schichten oder Klassen heute existieren und wer   welche Interessen verfolgt. Es ist zum Beispiel kein Zufall, dass die   Herrschenden gerade in Krisenzeiten den Demokratieabbau forcieren.<\/p>\n<p>  Wie ihr Programm umgesetzt werden kann, bleibt bei den Piraten offen. Es   wird nicht auf Mobilisierung und Organisierung gesetzt. Schon ein   leichterer Zugang zu Informationen und Online-Abstimmungen w&#252;rden   angeblich eine Besserung herbeif&#252;hren. Es wird davon ausgegangen, dass   bereits die Einrichtung von Plattformen mit Abstimmungsm&#246;glichkeiten f&#252;r   mehr Demokratie und eine umfassende Beteiligung sorgen k&#246;nnten.<\/p>\n<h4>  &#8230;ist nicht immer ein Weg<\/h4>\n<p>  In einer Gesellschaft, die aus Klassen besteht, beziehen sie keine   Stellung. Dies wird den Piraten teuer zu stehen kommen, denn schon bald   werden sie die kapitalistischen &#8222;Sachzw&#228;nge&#8220; einholen. Dann m&#252;ssen sie   sich entscheiden, ob sie auf der Seite der Besch&#228;ftigten oder der   Unternehmer stehen.<\/p>\n<p>  Die Piraten sind in erster Linie eine Wahlpartei. Sie sind nicht aus   gro&#223;en Protestbewegungen hervorgegangen. Zudem signalisierten sie in   Berlin nach der Wahl, dass sie sich eine Zusammenarbeit mit den   b&#252;rgerlichen Parteien vorstellen k&#246;nnen. Verbunden mit ihrem Lavieren   zwischen liberalen und sozialen Ideen birgt dies alles die Gefahr, vom   parlamentarischen Klein-Klein paralysiert zu werden.<\/p>\n<p>  Guter Wille reicht jedenfalls nicht, um sich gegen kapitalistische   Bedingungen durchzusetzen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann die   Piraten an der Realit&#228;t des b&#252;rgerlichen Alltags scheitern werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Zum hohen Ergebnis der Piratenpartei bei der Berliner Wahl\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,53],"tags":[241],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14459"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14459"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14459\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}