{"id":14450,"date":"2011-10-01T17:00:00","date_gmt":"2011-10-01T17:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14450"},"modified":"2011-10-01T17:00:00","modified_gmt":"2011-10-01T17:00:00","slug":"14450","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/10\/14450\/","title":{"rendered":"Berlin: CFM-Streik geht in die vierte Woche"},"content":{"rendered":"<p>  Auswirkungen steigen &#8211; Streikversammlung zeigt Entschlossenheit<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Mit einer erfolgreichen Streikversammlung und einem opulenten   Streik-Picknick beendeten die Streikenden beim Charit&#233; Facility   Management (CFM) in Berlin ihre dritte Streikwoche und bereiteten sich   gleichzeitig auf eine m&#246;glicherweise lange Fortdauer dieses   Arbeitskampfes vor.<\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic<\/i><\/h4>\n<p>  Nach drei Wochen sind die Auswirkungen im Klinikbetrieb immer mehr zu   sp&#252;ren, auch wenn die CFM-Gesch&#228;ftsf&#252;hrung gegenteilige Behauptungen   verbreitet. Die t&#228;glich erscheinende Streikzeitung berichtete, dass bei   einem Rundgang auf den Stationen des Benjamin Franklin Klinikum in   Steglitz auf achtzig Prozent der derselben berichtet wurde, dass der   Streik sp&#252;rbare Auswirkungen hat. Ein Besuch auf den G&#228;stetoiletten   dieser Klinik l&#228;sst daran auch keine Zweifel offen: die Pissoirs auf den   Herrentoiletten sind defekt und laufen &#252;ber. Erste Operationen mussten   abgesagt werden und auch von der R&#246;ntgenabteilung des Virchow-Klinikums   wurden sp&#252;rbare Probleme berichtet. Trotzdem ist auf Arbeitgeberseite   noch keine Bewegung zu verzeichnen &#8211; ein Ausdruck davon, dass die Bosse   diese Auseinandersetzung als einen prinzipiellen Kampf um tariffreie   Zonen betrachten.<\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/toilette_cbf_klein.jpg\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  Auf der Streikversammlung wurde dies ebenfalls von verschiedenen Rednern   zum Ausdruck gebracht: hier geht es nicht nur um Einkommen und   Arbeitsbedingungen der Streikenden, sondern darum grunds&#228;tzlich ein   Zeichen f&#252;r Arbeiterrechte zu setzen!<\/p>\n<h4>  Streikversammlung und Picknick<\/h4>\n<p>  Bei der Streikversammlung wurde leidenschaftlich diskutiert und viele   Ideen und Vorschl&#228;ge f&#252;r die Fortsetzung des Kampfes gesammelt. Nach   drei Wochen ist allen Beteiligten klar, dass dies ein harter Kampf ist,   der noch lange dauern kann. Aber die Einheit und Entschlossenheit der   Streikenden und die Bereitschaft notfalls auch noch viele weitere Wochen   im Ausstand zu bleiben sind gro&#223;. Neben den t&#228;glichen Versammlungen beim   Streiklokal sollen Versammlungen in geschlossenen R&#228;umen nun regelm&#228;&#223;ig   durchgef&#252;hrt werden.<\/p>\n<p>  Im Mittelpunkt der Diskussion standen Ma&#223;nahmen, um den Streik auf   wichtige Bereiche auszudehnen. Zum einen wurde ausf&#252;hrlich diskutiert,   dass die gestellten Mitarbeiter (diejenigen, die bei der Charit&#233;   angestellt sind und f&#252;r die CFM arbeiten) davon &#252;berzeugt werden m&#252;ssen,   dass ihre Beteiligung am Streik in ihrem eigenen Interesse ist. Carsten   Becker, ver.di-Betriebsgruppenvorsitzender an der Charit&#233;, erkl&#228;rte,   dass die Gestellten ab 1.1.2013 von betriebsbedingten K&#252;ndigungen   bedroht sein k&#246;nnen und ein Tarifvertrag bei der CFM daf&#252;r einen Schutz   bieten kann. Au&#223;erdem soll ein Flugblatt erstellt werden, um die   Reinigungskr&#228;fte zu erreichen, die vielfach von Vertretern der den   Streik sabotierenden Gewerkschaft IG BAU und den Vorgesetzten &#252;ber viele   Dinge falsch informiert werden.<\/p>\n<p>  Das anschlie&#223;ende Streikpicknick war ebenfalls ein Ausdruck der   Entschlossenheit. Die riesige Menge von mitgebrachten Speisen zeigte die   Begeisterung und den Stolz der KollegInnen. Der Solidarit&#228;tsauftritt von   Christa Weber und Christof Herzog vom Weber-Herzog-Musiktheater gab dem   Picknick den passenden &#8222;widerst&#228;ndlerischen&#8220; Rahmen. Bei facebook wurde   im Nachmittag folgender Beitrag gepostet, der auf die Wirkung selbst des   lautstark von Musik begleiteten Streiklokal hinweist: &#8222;Heute erschien   eine Mitarbeiterin der Charit&#233; und fragte, wie lange diese Feier hier   wohl noch gehen w&#252;rde, da sie so nicht vern&#252;nftig arbeiten kann. Die   Streikleitung teilte Ihr mit, dass es sich hier nicht um eine Party,   sondern um einen Streik handelt und wie lange der noch geht, k&#246;nnen wir   nicht beeinflussen. Sie antwortete: &quot;Nun dann m&#252;sste sie Ihr B&#252;ro eben   auslagern oder k&#246;nne auch gleich Feierabend machen&quot;. Kurz und knapp   zusammen gefasst: die Charit&#233; hat Probleme beim arbeiten und wir haben   immer noch gute Laune. Ich pers&#246;nlich empfand den Vorfall als   Beispielhaft f&#252;r unseren Kampf! Sch&#246;nes Langes Wochenende Euch allen und   tankt neue Energie.&#8220;<\/p>\n<h4>  Wie weiter?<\/h4>\n<p>  Solidarit&#228;t und &#246;ffentlicher Druck werden f&#252;r den Erfolg dieses Streiks   eine entscheidende Rolle spielen. Die Aktion von ver.di-KollegInnen bei   den Berliner Verkehrsbetrieben, die 15.000 Flugbl&#228;tter an   MitarbeiterInnen und Fahrg&#228;ste verteilten, war diesbez&#252;glich ein erster   H&#246;hepunkt. Die Streikleitung hat nun diskutiert innerhalb von ver.di die   Durchf&#252;hrung einer Solidarit&#228;tsdemonstration vorzuschlagen, zu der alle   Gewerkschaftsmitglieder mobilisiert werden sollen.<\/p>\n<p>  Es wurde auch beschlossen ab sofort das Streiklokal h&#228;ufiger zwischen   den verschiedenen Klinikstandorten zu wechseln, um den Arbeitgeber   st&#228;rker zu treffen. In der kommenden Woche soll auch wieder vor dem   Kulturkaufhaus Dussmann demonstriert werden, denn die Dussmann-Gruppe   geh&#246;rt zu den privaten Gesellschaftern bei der CFM. Termin ist   Donnerstag, der 6. Oktober ab 10:30 Uhr vom Charit&#233; Campus Mitte in der   Luisenstra&#223;e.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Auswirkungen steigen &#8211; Streikversammlung zeigt Entschlossenheit\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,11,13,17],"tags":[241],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14450"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14450"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14450\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}