{"id":14448,"date":"2011-09-29T00:00:00","date_gmt":"2011-09-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14448"},"modified":"2012-06-24T16:36:43","modified_gmt":"2012-06-24T14:36:43","slug":"14448","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/09\/14448\/","title":{"rendered":"DGB-Spitzen werben f&#252;r Euro-Rettung"},"content":{"rendered":"<p>  Kapitalistisches Projekt<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Daniel Behruzi<\/i><\/h4>\n<p>  &#8222;Ja zu Europa! Ja zum Euro!&#8220; Unter diesem Motto haben die Chefs des DGB   und seiner Einzelgewerkschaften am Dienstag in diversen Tageszeitungen   Gro&#223;anzeigen geschaltet. Der Appell richtet sich an die Abgeordneten des   Deutschen Bundestags, beim Votum &#252;ber die Aufstockung des   &#8222;Rettungsschirms&#8220; EFSF auf 440 Milliarden Euro am Donnerstag   zuzustimmen. Wieder einmal befinden sich die DGB-Spitzen in trauter   Einigkeit mit den Unternehmerverb&#228;nden, die bei Ablehnung der   neuerlichen &#8222;Rettung&#8220; vor &#8222;unkalkulierbaren Folgen f&#252;r die Europ&#228;ische   Union und f&#252;r die gemeinsame W&#228;hrung&#8220; warnten. Ebenfalls in einer   Anzeigenkampagne hatten deutsche und franz&#246;sische Konzerne k&#252;rzlich auch   auf die &#8222;immensen Vorteile&#8220; des Euro hingewiesen. Gemeint sind die   Vorteile f&#252;r hiesige Exportindustrien, die von der Ausweitung des frei   zug&#228;nglichen Absatzmarktes in der vergangenen Dekade extrem profitiert   haben. Jeder M&#246;glichkeit zur W&#228;hrungsabwertung beraubt konnten die   L&#228;nder der europ&#228;ischen Peripherie mit deutschen Industrieg&#252;tern   geflutet werden. Geholfen hat hier neben der hohen Produktivit&#228;t die mit   &#8222;Lohnzur&#252;ckhaltung&#8220; noch verharmloste Haltung der DGB-Gewerkschaften.<\/p>\n<p>  Nun ist es nur recht und billig, wenn sich die   Besch&#228;ftigtenorganisationen gegen den in der Griechenlandfrage   gesch&#252;rten Nationalismus wenden. Die Zustimmung zu den &#8222;Rettungspaketen&#8220;   f&#252;r Hellas und Co. hat mit Solidarit&#228;t f&#252;r die dortigen Kollegen aber   wenig gemein. Denn diese sind mit radikalen K&#252;rzungsprogrammen bei den   Sozialausgaben und im &#246;ffentlichen Dienst verbunden, was die Krise noch   versch&#228;rft. Die DGB-Kritik, da&#223; die Staatshaushalte nicht &#8222;nur&#8220; &#252;ber   Ausgabenk&#252;rzungen und soziale Einschnitte konsolidiert werden k&#246;nnten,   hilft da wenig. Fakt ist: Es handelt sich nicht um die Rettung   Griechenlands. Gerettet werden sollen die Profite der Banken sowie der   Euro selbst als kapitalistisches und imperialistisches Projekt.   Geschehen soll dies wie schon in der bislang letzten Finanzkrise mittels   einer Sozialisierung der Verluste. Erneut sollen also die abh&#228;ngig   Besch&#228;ftigten, Rentner und Jugendlichen zahlen &#8211; und zwar sowohl die   Griechenlands als auch hier und im Rest Europas.<\/p>\n<p>  Klar ist schon jetzt: Die Ausweitung des Fonds wird wieder nicht   reichen. Die Eliten spielen lediglich auf Zeit und setzen auf das   Prinzip Hoffnung. Die Pleite Griechenlands soll bis zu einer   Stabilisierung anderer Euro-L&#228;nder verz&#246;gert werden, wobei unklar ist,   wie das angesichts der durch die K&#252;rzungsprogramme ausgel&#246;sten oder   versch&#228;rften Rezession geschehen soll. Die Alternative w&#228;re der gro&#223;e   Wurf in zwei Varianten: Die unbegrenzte Absicherung der Bankiers und   Spekulanten durch den Staat, sprich: die Steuerzahler. Oder die   Streichung der Schulden, die Verstaatlichung und demokratische Kontrolle   der Banken. Letzteres kommt den DGB-Oberen aber wohl nicht in den Sinn.<\/p>\n<h4>  Dieser Artikel erschien zuerst in der Tageszeitung junge Welt am   28.09.2011.<\/h4>\n<p>  Die Anzeige des DGB kann <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++73e8c04c-e853-11e0-7a8e-00188b4dc422\">hier   <\/a>nachgelesen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Kapitalistisches Projekt\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,123],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14448"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14448"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14448\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}