{"id":14444,"date":"2011-09-25T12:00:00","date_gmt":"2011-09-25T12:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14444"},"modified":"2011-09-25T12:00:00","modified_gmt":"2011-09-25T12:00:00","slug":"14444","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/09\/14444\/","title":{"rendered":"Zu Besuch bei Sklavenh&#228;ndler und Co"},"content":{"rendered":"<p>  Freitag zogen die Streikenden vom Campus Virchow Klinikum die   Friedrichstra&#223;e hinunter<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <b>Fotos: <a href=\"https:\/\/picasaweb.google.com\/102458489215897250915\/CFM4DussmannBesuch?authuser=0&#038;feat=directlink#\">hier   klicken<\/a>.<\/b><\/h4>\n<p>  Die zweite Streikwoche der CFM-KollegInnen neigt sich dem Ende. Auch   diese Streikwoche endete mit einem weiteren H&#246;hepunkt. War letzten   Freitag das &#8222;Miet&#8220;arbeiterfest von Charit&#233; und CFM Ziel des Protestes,   so traf es heute Dussmann und die Leiharbeitsfirma SEMO.<\/p>\n<h4>  <i><b>von Krischan Friesecke und Ren&#233; Kiesel, Berlin<\/b><\/i><\/h4>\n<p>  Wie schon die ganze Woche provozierte die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung der CFM auch   am Freitag mit dem Abrei&#223;en und Stehlen von Streikmaterialien. Diesmal   traf es den Campus Virchow in Berlin-Wedding. Einige Streikende f&#252;hlen   sich in den Kindergarten zur&#252;ck versetzt, wenn sie sehen, mit welchen   Mitteln die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung versucht, den Streik zu st&#246;ren.<\/p>\n<p>  So dauert es auch nie lange, bis die Plakate und Gewerkschaftsfahnen   wieder aufgeh&#228;ngt werden, auch das Verhalten der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung tr&#228;gt<b>   <\/b>dazu bei, dass viele KollegInnen kampfeslustiger werden. Die gr&#246;&#223;te   Absurdit&#228;t der Woche geschah am Donnerstag am Campus Benjamin Franklin.   Dort wurden ver.di-Aktivisten aus hygienischen (!) Gr&#252;nden aus einem   Fahrstuhl geworfen!<\/p>\n<h4>  <b>Private Profitmacher ins Visier genommen<\/b><\/h4>\n<p>  Nach einiger Vorbereitung und Mobilisierung &#252;ber die seit Dienstag   erscheinende t&#228;gliche Streikzeitung ging die Freitagsdemo vom Campus   Virchow zu SEMO und Dussmann. Fast p&#252;nktlich um 10 Uhr starteten die   Streikenden am Augustenburger Platz im Wedding zur Demo. Mit vielen   Pfeifen, Rasseln und Sprechch&#246;ren wurden die Passanten und Anwohner   aufmerksam gemacht und &#252;ber den Streik informiert. Ein Flugblatt des   Solikomitees fand viel Zuspruch bei Streikenden wie Passanten, am Rand   der<b> <\/b>Demonstration gab es durchweg positives Feedback.<\/p>\n<p>  An der Leiharbeitsfirma SEMO (aus der CFM hervorgegangen) begannen   Streikende spontan &#8222;Sklavenh&#228;ndler&#8220; zu rufen. Maik Sosnowsky aus der   Streikleitung griff in seiner Rede die SEMO und die CFM f&#252;r ihre Politik   gegen&#252;ber den KollegInnen scharf an (Video der Rede <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=pXUzkSOZMlo\">hier<\/a>).<\/p>\n<p>  Nach dem Zwischenstopp bei SEMO ging es zum Kulturkaufhaus Dussmann. Die   Dussmann-Gruppe geh&#246;rt zum privaten Teilhaber-Konsortium bei der<b> <\/b>CFM.   Dort angekommen versuchten Streikende und Unterst&#252;tzer in das   Kulturkaufhaus zu gelangen, was Ihnen unter dem Hinweis auf die   Streikwesten und ver.di-Buttons mit der Aufschrift &#8222;Tarifvertrag jetzt&#8220;   von einem Schlipstr&#228;ger und der Security verwehrt wurde. Die Frage, ob   man als<b> <\/b>Gewerkschafter bei Dussmann keine B&#252;cher kaufen d&#252;rfe,   wurde von dem Vertreter der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung, der seinen Namen nicht   nennen wollte, nicht verneint.<\/p>\n<p>  Bei Dussmann scheinen Gewerkschafter generell nicht sonderlich   willkommen zu sein, man braucht nicht lange r&#228;tseln warum das so ist.   Nicht nur bei der CFM ist Dussmann f&#252;r miese L&#246;hne und   Arbeitsbedingungen verantwortlich, auch in den Unternehmen der   Dussmann-Gruppe sind Arbeiterrechte und faire L&#246;hne eher Fremdw&#246;rter.<b>   <\/b>In Redebeitr&#228;gen wurde auf die Rolle Dussmanns bei der CFM   hingewiesen.<\/p>\n<p>  Auf der Kundgebung sprach u.a. Inge H&#246;ger (MdB Die Linke) ihre   Solidarit&#228;t mit den Streikenden aus. Von Dussmann ging es zum Campus   Mitte wo der Aufsichtsrat der Charit&#233; tagte. Finanzsenator Nu&#223;baum   konnte mit einem kurzen Pfeifkonzert begr&#252;&#223;t werden, die anderen &#8222;hohen   Herren&#8220; lie&#223;en sich nicht blicken. Auch war Karl Einh&#228;upl diesen Freitag   nicht bereit, sich den Streikenden zu stellen und die gew&#252;nschte   &#8222;schwarze Null&#8220; entgegen zunehmen (CFM und Charit&#233; begr&#252;nden<b>   <\/b>ihre Haltung mit der Vorgabe des Senats, die Charit&#233; m&#252;sse eine   schwarze Null erwirtschaften).<\/p>\n<p>  Ein weiterer Armutsbeweis f&#252;r die, die f&#252;r Niedrigl&#246;hne und prek&#228;re   Besch&#228;ftigung an der Charit&#233; mitverantwortlich sind.<\/p>\n<h4>  <b>Solidarit&#228;t und Protest<\/b><\/h4>\n<p>  Immer wieder gelang es, weitere KollegInnen zum Streik zu bewegen.<\/p>\n<p>  Das lag nicht nur am Streikkurier, der am Montag sein f&#252;nftes Erscheinen   feiert, sondern an der Solidarit&#228;t, die den Streikenden von   Pflegekr&#228;ften und Patienten entgegen gebracht wird. Diese k&#246;nnen sie   seit dieser Woche auch sichtbar &#228;u&#223;ern. Es wurden von ver.di gelbe   Klebezettel produziert, die sich bequem an der Berufskleidung befestigen   lassen. Mit der<b> <\/b>Aufschrift &#8222;Tarivertrag jetzt! Solidarit&#228;t mit   den streikenden Besch&#228;ftigten der CFM!&#8220; ist die Botschaft eindeutig.<\/p>\n<p>  Am Standort des Campus Benjamin Franklin in Steglitz-Zehlendorf, an dem   es vergleichsweise schwierig ist, die MitarbeiterInnen zum Streik zu   mobilisieren, wurde auf spezielle Aktionsformen zur&#252;ckgegriffen.<\/p>\n<p>  Von einem Streikenden kam die Idee einer &#8222;Streikdi&#228;t&#8220;. Diese sei   solidarisch, gesund und lecker.<\/p>\n<p>  Sie bestand darin, sich das Essen selbst mitzubringen, statt in die   hauseigene Mensa zu gehen. Diese wird von der CFM betrieben und geh&#246;rt   zu den Bereichen, die es noch zu bestreikten gilt. Auf selbst entworfene   und vor der Mensa verteilte Flugbl&#228;tter, reagierte die Gesch&#228;ftsleitung   prompt mit einem Aushang, auf dem das Wort Streikdi&#228;t gro&#223; geschrieben   und durchgestrichen ist. Mit dem Vermerk, dass die Mensa wie gewohnt   ge&#246;ffnet habe.<\/p>\n<p>  Die Aktion wurde von Erfolg gekr&#246;nt. Am Morgen gingen mehr KollegInnen   als gew&#246;hnlich stolz ihre Brotb&#252;chsen zeigend an den Streikposten vorbei   und es wurden wesentlich mehr Pizzaboten als zuvor gesichtet.<\/p>\n<p>  Dass Kontinuit&#228;t sich auszahlt, zeigte der &#220;bertritt von Mitgliedern der   IG BAU, die den Streik weiterhin blockiert, zu ver.di. Mit einem   weiteren Flugblatt wurde der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung f&#252;r n&#228;chste Woche das   Kommen der Streikenden angek&#252;ndigt, denn das Streiklokal zieht ab 26.   September an den Campus Benjamin Franklin nach Steglitz. Sie k&#246;nne sich   auf hunderte entschlossener Streikposten freuen. Wenn es am Montag in   die nunmehr dritte Streikwoche geht, sollte genau das die Haltung der   KollegInnen sein.<\/p>\n<h4>  <\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Freitag zogen die Streikenden vom Campus Virchow Klinikum die<br \/>\n      Friedrichstra&#223;e hinunter\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,11,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14444"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14444"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14444\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14444"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14444"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14444"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}