{"id":14428,"date":"2011-09-12T18:00:00","date_gmt":"2011-09-12T18:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14428"},"modified":"2011-09-12T18:00:00","modified_gmt":"2011-09-12T18:00:00","slug":"14428","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/09\/14428\/","title":{"rendered":"Erster Streiktag der CFM &#8211; Charit&#233; Facility Management"},"content":{"rendered":"<p>  Provokationen der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung zur&#252;ckgeschlagen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am 07. September endete die Urabstimmung der CFM-KollegInnen mit einem   Ergebnis von 98.66 Prozent f&#252;r Streik bei den ver.di-Mitgliedern und 96   Prozent f&#252;r Streik bei den Mitglieder der GKL\/dbb. Am Montag, den 12.   September um 5 Uhr fr&#252;h begann der Ausstand an allen drei Campi der   Charit&#233; in Berlin. Circa 200 Kolleginnen legten die Arbeit nieder und   begannen f&#252;r einen Tarifvertrag zu streiken. Gleich zu Beginn des   Streiks setzte die Gesch&#228;ftsleitung der CFM auf Provokation.<\/p>\n<h4>  <i>von Krischan Friesecke, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Die gute Beteiligung am ersten Streiktag zeigt, wie w&#252;tend die   Kolleginnen sind. Seit f&#252;nf Jahren m&#252;ssen sie gr&#246;&#223;tenteils ohne   Tarifvertrag zu Niedrigl&#246;hnen und miesen Arbeitsbedingungen arbeiten. Im   Mai erk&#228;mpften sie sich durch einen zweiw&#246;chigen Streik &#252;berhaupt erst   die Aufnahme von Tarifverhandlungen, bei denen der Arbeitgeber aber auch   nach drei Monaten kein verhandlungsf&#228;higes Angebot vorlegte.<\/p>\n<p>  Beteiligt am Streikauftakt haben sich Kolleginnen aus verschiedenen   Arbeitsbereichen der CFM, angefangen bei Krankentransport, &#252;ber die   Reinigung bis hin zum Shuttleservice. Selbstbewusst machten sich die   Kolleginnen in den fr&#252;hen Morgenstunden auf den Weg in das zentrale   Streiklokal am Campus in Berlin-Mitte.<\/p>\n<p>  Die Reaktion der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung, vertreten durch Vorarbeiter, lie&#223;   nicht lange auf sich warten.<\/p>\n<p>  Nach dem Streik im mai waren eine Reihe von KollegInnen abgemahnt   worden, nun versuchten Vorarbeiter gegen ver.di-Aktivisten vorzugehen.   Am Campus Virchow wurde gegen mehrere ver.di-Vertreter ein Hausverbot   verh&#228;ngt und sie des Hauses verwiesen. Zur Durchsetzung dieser Ma&#223;nahme   war neues Sicherheitspersonal eingesetzt worden, dass in Kleidung und   Gestik eher an die Rausschmei&#223;er bei Heavy-Metal-Konzerten erinnerte. Am   Campus Mitte wurde &#228;hnliches versucht, doch hier scheiterte die externe   Security am Widerstand der zahlreichen Streikenden. Kurzerhand str&#246;mten   sie in das Foyer des Bettenhochhauses und eroberten es zur&#252;ck. Auf   Intervention Carsten Beckers (ver.di-Betriebsgruppenvorsitzender und   SAV-Mitglied) wurden weitere Aktionen dieses Security-Personals   eingestellt. Er wies die CFM-Schergen daraufhin, dass das Hausrecht bei   der Charit&#233; und nicht der CFM liegt. Der Charit&#233;-Vorstand erkl&#228;rte nach   gewerkschaftlicher Intervention, dass es keine hausverbote geben werde.   Zuvor entfernten die Sicherheits-Leiharbeiter aber noch zahlreiche   Streikplakate und sammelten Infomaterial ein. Sp&#228;ter mussten sie dieses   wieder zur&#252;ck geben und versicherten, dass sich so etwas nicht   wiederholen werde. Dieses Vorgehen seitens der CFM-Gesch&#228;ftsf&#252;hrung   stellt einen negativen H&#246;hepunkt ihrer Politik dar, es wurde aber   erfolgreich von den Streikenden gekontert &#8211; erster Punktsieg f&#252;r die   Belegschaft.<\/p>\n<p>  Besonderds erfreulich ist, das es dieses Mal gelungen ist, mehr   KollegInnen aus der Reinigung zu mobilisieren. Die KollegInnen der   Reinigung stehen unter massivem Druck der Prokuristen und sind oftmals   sehr eingesch&#252;chtert. Viele traten heute in die Gewerkschaft ein. Hier   wird es in den n&#228;chsten Tagen aber noch viel &#220;berzeugungsarbeit   brauchen, um noch mehr dieser KollegInnen in den Streik einzubeziehen.<\/p>\n<p>  Ein weiterer Erfolg war, das heute zum ersten Mal ein Mitarbeiter der   K&#252;che in den Streik getreten ist. Das ist umso bemerkenswerte, da dieser   Kollege nur ein befristetes Arbeitsverh&#228;ltnis hat.<\/p>\n<p>  Steigerungsf&#228;hig ist allerdings noch die Beteiligung der so genannten   &#8222;gestellten&#8220; KollegInnen (das sind KollegInnen, die bei der Charit&#233;   angestellt sind, aber in der CFM ihre Arbeit verrichten), die von ver.di   zum Solidarit&#228;tsstreik aufgerufen waren.<\/p>\n<h4>  Solidarit&#228;t und Unterst&#252;tzung<\/h4>\n<p>  Besuch bekamen die Streikenden im Laufe des Tages von Kollegen der   &#8222;Alternativen Metaller&#8220; vom Mercedes-Benz in Berlin-Marienfelde.   Matthias Bender &#252;berbrachte die solidarischen Gr&#252;&#223;e der Kollegen aus dem   S&#252;den Berlins.<\/p>\n<p>  Zu den Streikenden der CFM gesellten sich am Vormittag Streikende der   Alpenland-Pflegeheime aus Ostberlin. Die KollegInnen bei Alpenland sind   jetzt bereits in der vierten Streikwoche, auch hier geht es darum, einen   Tarifvertrag zu erk&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  Das Solidarit&#228;tskomitee f&#252;r die CFM-Besch&#228;ftigten, was unter anderem von   der ver.di-Betriebsgruppe an der Charit&#233; unterst&#252;tzt wird und in dem   viele SAV-Mitglieder aktiv sind, war seit f&#252;nf Uhr morgens bei den   Streikposten dabei. Auf der Streik-Kundgebung erkl&#228;rte Sascha Stanicic   im Namen des Solidarit&#228;tskomitees, dass dieser Streik nicht nur im   Interesse der CFM-Besch&#228;ftigten ist. &#8222;Jeder Betrieb mit Billigl&#246;hnen ist   Teil der Spirale nach unten von L&#246;hnen und Arbeitsbedingungen, aber   jeder erfolgreiche Kampf f&#252;r einen Tarifvertrag, ist ein Beitrag, diese   diese Spirale zu stoppen und umzukehren&#8220;, sagte er vor den &#252;ber   zweihundert Zuh&#246;rerInnen.<\/p>\n<p>  Am fr&#252;hen Nachmittag zogen die KollegInnen gemeinsam &#252;ber den Campus, um   die Betriebsr&#228;te von ver.di und GkL bei einem Dienstgruppengespr&#228;ch mit   dem Vorstand der Charit&#233; zu unterst&#252;tzen. Vorstandsvorsitzender Einh&#228;upl   sprach zu den Streikenden und sagte wenig, diese bedankten sich mit   einem Pfeifkonzert und Buhrufen. Danach ging es weiter zum   Verwaltungsgeb&#228;ude der CFM am Robert-Koch-Platz, dort drohte Maik   Sosnowsky von der Streikleitung der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung der CFM einen   langen Kampf an, sollte sie kein annehmbares Angebot vorlegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Provokationen der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung zur&#252;ckgeschlagen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,13,14,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14428"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14428"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14428\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}