{"id":14425,"date":"2011-09-22T00:08:00","date_gmt":"2011-09-21T22:08:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=14425"},"modified":"2012-05-25T15:39:12","modified_gmt":"2012-05-25T13:39:12","slug":"14425","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/09\/14425\/","title":{"rendered":"Spaniens Wahlen 2011 &#8211; F&#252;r eine Alternative zum verrotteten       kapitalistischen Einheitsbrei!"},"content":{"rendered":"<p>  Wie k&#246;nnen ArbeiterInnen und Jugend eine Interessenvertretung bekommen?<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>W&#228;hrend einer sich versch&#228;rfenden Wirtschaftskrise, steigender   Unsicherheit und vor dem Hintergrund zunehmender sozialer K&#228;mpfe in den   letzten Monaten, die sich in der massiven &#8220;Indignados&quot;-Bewegung   ausdr&#252;ckte (15-M; &#8221;Emp&#246;rte&#8221;), hat die spanische Regierung der   &#8220;sozialistischen&quot; PSOE vorgezogene Neuwahlen angesetzt. Sie werden am   22. November stattfinden. Sozialismus.info ver&#246;ffentlicht einen Artikel   zu den Wahlen von Socialismo Revolucionario, der spanischen Sektion des   CWI.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>R. Mac, Socialismo Revolucionario (CWI Spanien), Barcelona<\/i><\/h4>\n<p>  Die schwere kapitalistische Wirtschaftskrise wird t&#228;glich schlimmer, an   den internationalen M&#228;rkten herrscht Chaos und keiner wei&#223;, wie die   weitere Entwicklung sein wird. Wahrscheinlich ist aber eine weitere   Versch&#228;rfung der Krise und sicher ist, dass wir die Rechnung bezahlen   sollen. Der Kampf gegen diese verheerende Situation begann in Spanien   mit der Bewegung 15-M, die weiterhin andauert und jetzt ausgebaut werden   muss. Aber wie sollen ArbeiterInnen, die Jugend und Arbeitslose mit den   kommenden Wahlen des 22. November umgehen?<\/p>\n<p>  Wir wissen, dass weder die PP [Konservative &#8220;Volkspartei&#8221;, Ad&#220;] noch die   PSOE wirkliche Antworten haben &#8211; sie sind vielmehr die zwei Seiten der   kapitalistischen Medaille. Die PSOE gibt sich als arbeiterfreundlich,   aber ihre Politik der K&#252;rzungsprogramme im Interesse der M&#228;rkte w&#228;hrend   der letzten Regierung wird nicht vergessen werden. Die PP w&#252;rde die   selbe Politik fortsetzen, nur noch r&#252;cksichtsloser und zus&#228;tzlich   nationalistische, immigrationsfeindliche und rassistische Parolen   einstreuen. Jede neue Regierung wird unmittelbar gr&#246;&#223;ere Probleme   bekommen, weil ihre de facto sehr &#228;hnlichen Antworten auf die Krise den   Schlammassel unvermeidlich weiter versch&#228;rfen und die Konflikte zwischen   den Klassen weiter anheizen werden.<\/p>\n<p>  K&#252;rzungsprogramme, die Staatsschulden und die Arbeitslosigkeit werden   die Hauptthemen dieses Wahlkampfes sein. Die Erfahrungen mit der   gegenw&#228;rtigen Krise in Europa zeigen, dass K&#252;rzungspolitik weder die   Schuldenkrise l&#246;st, noch Arbeitspl&#228;tze oder Wirtschaftswachstum schafft.   Unserer Ansicht nach ist die einzige dauerhafte L&#246;sung f&#252;r diese Krise   eine Politik im Interesse der Besch&#228;ftigten, Jugendlichen und   Arbeitslosen auf der Grundlage eines Programms zum Bruch mit der   Diktatur der M&#228;rkte &#8211; der Wurzel der heutigen desastr&#246;sen Lage. Jede   zuk&#252;nftige fortschrittliche Reform, die gewonnen wird, kann nur durch   Massenk&#228;mpfe erk&#228;mpft werden.<\/p>\n<h4>  F&#252;r eine wirklich demokratische Alternative bei diesen Wahlen<\/h4>\n<p>  Die parlamentarische Demokratie, die wir haben, ist darauf ausgelegt,   die Interessen des Kapitalismus zu vertreten. Hinter jeder Ecke lauern   Fallen und Mauern, die es ArbeiterInnen erschweren, die &#8220;demokratischen&#8221;   Institutionen in unserem Interesse zu nutzen. Die letzte &#196;nderung des   Wahlgesetzes, die die Kandidatur kleinerer Parteien noch schwerer macht,   ist daf&#252;r genauso ein Beispiel, wie das von PP und PSOE verabschiedete   Gesetz einer Schuldenbremse, das einen brutalen Neoliberalismus in der   spanischen Verfassung verankert.<\/p>\n<p>  Die &#8220;Acampadas&#8221; (Protestcamps auf zentralen Pl&#228;tzen der St&#228;dte) und   Versammlungen waren ein Ausdruck des Wunsches nach Gremien, in denen   normale Leute jeden Tag die M&#246;glichkeit haben, &#252;ber ihre Angelegenheiten   zu entscheiden, anstatt alle paar Jahre f&#252;r jemandem zu stimmen, dem man   sowieso nicht vertraut. Das ist die Ausgangsbasis f&#252;r das was wir   brauchen!<\/p>\n<p>  15-M ist eine neue und junge Bewegung mit unerahnten M&#246;glichkeiten. Ihr   Aufbau muss weiter gehen, insbesondere die Verbindung mit K&#228;mpfen von   ArbeiterInnen, Gewerkschaften und anderen sozialen Gruppen m&#252;ssen weiter   entwickelt werden. Wie kann die Bewegung die Wahlen nutzen und eine   wirkliche Alternative zum Zwei-Parteien-System anbieten? 15-M hat zwar   gezeigt, dass Entwicklungen auf der Stra&#223;e wichtiger sein k&#246;nnen als   Wahlen, aber wir argumentieren trotzdem, dass letztere ein Forum bieten,   dass genutzt werden muss, um die Anliegen der Bewegung in die   &#246;ffentlichen Diskussionen einzubringen.<\/p>\n<p>  Izquierda Unida (IU &#8211; Vereinigte Linke) hat zu einer &#8220;gro&#223;en Koalition&#8221;   der Linken bei den Wahlen aufgerufen. Aber leider sind die letzten   Koalitionen der IU vor allem Unterst&#252;tzungen von kommunalen   PSOE-Regierungen gewesen und es gab Koalitionen mit sogenannten &#8220;gr&#252;nen&#8221;   Parlamentariern, die st&#228;ndig versuchen, Kompromisse mit dem Kapitalismus   zu schlie&#223;en. Wir unterst&#252;tzen zwar Koalitionen linker   antikapitalistischer Kr&#228;fte, aber nicht auf der Basis solcher Politik.   Sie ist auch der Grund, warum viele die IU als Teil des politischen   Establishments ansehen. Nur wenn sie ein stimmiges Programm eines Bruchs   mit dem Kapitalismus annimmt und sich daf&#252;r auf die K&#228;mpfe und   Bewegungen wie 15-M st&#252;tzt, kann sie sich in die notwendige Richtung   entwickeln.<\/p>\n<p>  Das CWI &#8211; die internationale Organisation, dem SR und die SAV angeh&#246;ren   &#8211; hat bewiesen, dass man hervorragende VertreterInnen in Parlamenten   haben kann, die sich nicht kaufen lassen oder auf das falsche Spiel der   kapitalistischen Parteien eingehen. Weltweit haben wir Mandate, in   Irland sogar zwei Parlamentsabgeordnete und einen Europaparlamentarier,   die von ihrem Gehalt nur einen durchschnittlichen Facharbeiterlohn   behalten, also genauso viel wie die Menschen, die sie vertreten. Sie   k&#228;mpfen f&#252;r die &#220;berwindung des Kapitalismus, indem sie die Positionen   in den Stadtr&#228;ten und Parlamenten nutzen, um die au&#223;erparlamentarischen   Bewegungen aufzubauen, um jede Verbesserung zu k&#228;mpfen und um innerhalb   der Parlamente den Kapitalismus blo&#223; zu stellen. In dieser Form sollten   auch AktivistInnen der 15-M-Bewegung und die spanischen ArbeiterInnen   und die Jugend die aktuelle Wahlkampagne angehen.<\/p>\n<h4>  Antikapitalistische Einheitsfront aufbauen<\/h4>\n<p>  SR ruft zur Bildung einer antikapitalistischen Einheitsfront f&#252;r die   Wahlen auf. Nicht als Selbstzweck, sondern um politische und soziale   Gruppen zusammen zu bringen und eine Bewegung aufzubauen, die den   Kapitalismus herausfordern kann. Eine gemeinsame Front um ein   gemeinsames Wahlprogramm k&#246;nnte sich zuk&#252;nftig weiterentwickeln und die   Basis einer politischen Alternative mit Massenunterst&#252;tzung werden. Sie   m&#252;sste vollst&#228;ndig demokratisch aufgebaut und nach innen f&#252;r Gruppen   offen sein.<\/p>\n<p>  Wir unterst&#252;tzen die Zusammenarbeit von KandidatInnen mit verschiedenen   Hintergr&#252;nden, Traditionen und Bewegungen wie AktivistInnen der 15-M,   GewerkschafterInnen, IU-Mitgliederm und anderen antikapitalistischen   AktivistInnen und Organisationen unter einem gemeinsamen k&#228;mpferischen   Banner. Solche KandidatInen sollten auch rechenschaftspflichtig   gegen&#252;ber k&#228;mpfenden ArbeiterInnen und Jugendlichen sein. Versammlungen   in Betrieben und Stadtteilen sollten demokratisch diskutieren, ob sie   KandidatInnen aufstellen wollen, die auf der Basis einer breiten   antikapitalistischen Front mit einem gemeinsam abgestimmten Programm   antreten.<\/p>\n<h4>  Was f&#252;r ein Programm brauchen wir?<\/h4>\n<p>Wir rufen zu folgenden Forderungen f&#252;r ein gemeinsames Programm einer antikapitalistischen Einheitsfront auf: <\/p>\n<ul>\n<li>    Nein zu Privatisierungen, R&#252;cknahme aller Sparprogramme  <\/li>\n<li>    Nein zu allen K&#252;rzungen! Schlu&#223; mit den Zwangsr&#228;umungen!  <\/li>\n<li>    Nein zur Zahlung der Schulden der Spekulanten!  <\/li>\n<li>    Keine Beteiligung an Koalitionen und keine Pakte mit kapitalistischenParteien.  <\/li>\n<li>    Schlu&#223; mit der politischen Korruption! VertreterInnen sollte nur einendurchschnittlichen Facharbeiterlohn behalten und ihre Einnahmen undAusgaben der gesamten W&#228;hlerschaft offen legen.  <\/li>\n<li>    Nein zum neuen Wahlgesetz und zum Zwei-Parteien-.System! F&#252;r einewirklich demokratische und repr&#228;sentative VerfassungsgebendeVersammlung, gebildet unter der Kontrolle demokratischer Versammlungender ArbeiterInnen!  <\/li>\n<li>    F&#252;r eine Alternative des demokratischen &#246;ffentlichen Besitzes undKontrolle von Banken und Schl&#252;sselindustrien anstatt kapitalistischerKrise und K&#252;rzungspolitik  <\/li>\n<\/ul>\n<p>  Derzeitige VertreterInnen und Organisationen sollten nach dem beurteilt   werden, was sie getan haben, und nicht nach dem, was sie sagen, dass sie   tun werden. Aber vor allem sollten die VertreterInnen den Aufbau der   Bewegung an der Basis unterst&#252;tzen und dabei Forderungen wie die oben   genannten nutzen.<\/p>\n<p>  Im Zusammenhang mit dieser Strategie muss die 15-M als demokratische   Massenbewegung aufgebaut werden, mit demokratischen   VertreterInnen-Strukturen in jedem Stadtteil, Betrieb und   Bildungseinrichtung, mit jederzeitiger W&#228;hl- und Abw&#228;hlbarkeit, und sich   regional und landesweit vernetzen. Lasst uns nicht auf Wahlen warten,   sondern jetzt in unseren Betrieben und Stadtteilen k&#228;mpfen. Wir m&#252;ssen   von unten einen Generalstreik aufbauen, um den Kampf gegen   K&#252;rzungspolitik auf eine neue Stufe zu bringen! Wir m&#252;ssen in den   Gewerkschaften f&#252;r echte Demokratie k&#228;mpfen, um sie zu wirklichen   Kampfinstrumenten unserer Klasse zu machen und die Kontrolle der   F&#252;hrerInnen zu brechen, die uns immer wieder ausverkauft haben.<\/p>\n<p>  SR wird diese Wahlen auch nutzen, um die Idee einer wirklichen   sozialistischen Demokratie zu verbreiten und den Kampf f&#252;r eine   Regierung der ArbeiterInnen und eine wirkliche sozialistische Regierung   voranzubringen. Daf&#252;r m&#252;ssen alle Banken und Konzerne unter wirklicher   ArbeiterInnenkontrolle verstaatlicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wie k&#246;nnen ArbeiterInnen und Jugend eine Interessenvertretung bekommen?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[28,44],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14425"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14425"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14425\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14425"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14425"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14425"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}