{"id":14413,"date":"2011-09-09T00:00:00","date_gmt":"2011-09-08T22:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14413"},"modified":"2012-05-09T15:27:42","modified_gmt":"2012-05-09T13:27:42","slug":"14413","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/09\/14413\/","title":{"rendered":"Was ist eigentlich mit dem Bildungsstreik?"},"content":{"rendered":"<p>  Mitte 2009 waren 250.000 gegen die Bildungsmisere auf der Stra&#223;e, 2010   nochmal fast 100.000. Doch seitdem wurde es eher ruhig um die   Bildungsstreikbewegung.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Das k&#246;nnte sich bald &#228;ndern. Es gab bundesweite Vernetzungstreffen,   im Juli in K&#246;ln und im August in Gie&#223;en. Kommt der neue Bildungsstreik?<\/b><\/p>\n<h4>  Weiterhin Bildungsk&#252;rzungen<\/h4>\n<p>  Die Proteste waren gro&#223;, aber die Probleme sind geblieben: zu gro&#223;e   Klassen, &#252;berf&#252;llte H&#246;rs&#228;le, Leistungsdruck und fehlende   Lehrmittelfreiheit. Bildungsk&#252;rzungen wie zuletzt in Bremen, wo   Stellenstreichungen und Lohnk&#252;rzungen f&#252;r LehrerInnen sowie ein   Einstellungsstop f&#252;r ReferendarInnen angek&#252;ndigt wurden, sind weiterhin   bittere Realit&#228;t. Der AStA der Uni Rostock muss rund die H&#228;lfte seiner   studentischen Referate aufgeben &#8211; wegen finanzieller Engp&#228;sse. Die   Schuldenbremse in Bund und L&#228;ndern wird zu einer Bildungsbremse werden,   die schon weit vor ihrer Anwendung ab 2020 als Argumentation zum K&#252;rzen   verwendet wird. Doch eins der gr&#246;&#223;ten Probleme wird der jetzt kommende   Ansturm auf die Studienpl&#228;tze sein. Durch Doppeljahrg&#228;nge und   Abschaffung der Wehrpflicht wird es krasse NCs und dadurch viele Absagen   geben. Trotzdem werden die Unis &#252;berf&#252;llt sein, Wochenend- und   Randzeitseminare sind angek&#252;ndigt und die Betreuung wird sich weiter   verschlechtern.<\/p>\n<h4>  Pimp your Bildungsstreik<\/h4>\n<p>  Z&#252;ndstoff gab und gibt es also gen&#252;gend f&#252;r Proteste. Woran liegt es   dann, dass die Bildungsstreikbewegung keine gro&#223;en Erfolge hatte? Unser   gr&#246;&#223;ter Kritikpunkt ist die mangelnde Selbstorganisation. Die Bewegung   wird zu wenig von der Masse der Sch&#252;lerInnen und Studierenden getragen.   Unattraktive Plena und Vernetzungstreffen, die diejenigen f&#252;r sich   entscheiden konnten, die am meisten Zeit f&#252;r lange Konsensdebatten   hatten, schreckten viele ehrliche SymphatisantInnen ab. Dadurch waren   die Entscheidungen haupts&#228;chlich in den H&#228;nden Weniger.<\/p>\n<p>  Auch die Ziele waren zu unklar formuliert, um eine breite Bewegung   aufzubauen. Die Vorschl&#228;ge der SAV, damals wie heute, sind die Schaffung   von demokratisch aufgebauten Aktionskomitees, die offen f&#252;r alle   AktivistInnen sind, um die Selbstorganisation zu st&#228;rken. Diese k&#246;nnten   zu bundesweiten Treffen dann VertreterInnen entsenden, die jederzeit   w&#228;hl- und abw&#228;hlbar sind. Au&#223;erdem schlagen wir vor, konkrete, greifbare   Kampfforderungen aufzustellen, die breitere Schichten von Sch&#252;lerInnen,   Studierenden und Azubis erreichen, gleichzeitig auch aber eine   grunds&#228;tzliche Kritik am Bildungssystem im Kapitalismus aufwerfen. Die   SAV fordert Masterpl&#228;tze f&#252;r alle, die Abschaffung aller   Studiengeb&#252;hren, die demokratische Gestaltung der Lehr- und Studienpl&#228;ne   durch Lehrende und Lernende gemeinsam sowie die ausreichende   Finanzierung des Bildungssystems.<\/p>\n<p>  Solche Forderungen w&#252;rden viele Studierende ansprechen, weil sie die   dr&#228;ngenden Probleme aufgreifen, zugleich aber das Bildungssystem   grunds&#228;tzlich kritisieren &#8211; denn der Kapitalismus hat kein Interesse an   guter Bildung f&#252;r alle. Die SAV hat in der Bildungsstreikbewegung im   Sinne der Kritikpunkte argumentiert, aber trotzdem die Bewegung zusammen   mit Anderen aufgebaut und konstruktiv mitgearbeitet.<\/p>\n<h4>  Gro&#223;demo im November?<\/h4>\n<p>  Auf den letzten beiden Vernetzungstreffen wurde nun eine bundesweite   Demo f&#252;r den 17. November ausgerufen. Das Label Bildungsstreik ist aber   etwas &#8222;verbraucht&#8220; f&#252;r eine Reihe von Sch&#252;lerInnen und Studierenden. Das   schm&#228;lert das Potential f&#252;r die Proteste. Die Frage ist, ob die   Schw&#228;chen der bisherigen Bewegung &#252;berwunden werden k&#246;nnen und man   ausgehend davon eine starke Bewegung aufbauen kann. Einen Unterschied   macht es, wenn linke Organisationen von Sch&#252;lerInnen und Studierenden   wie beispielsweise Linke.SDS sich bei der Organisation eines   Bildungsstreiks einbringen. Diese Diskussionen m&#252;ssen auf den n&#228;chsten   Vernetzungstreffen gef&#252;hrt werden.<i> <\/i>    <\/p>\n<p>  <i><b>David<\/b><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Mitte 2009 waren 250.000 gegen die Bildungsmisere auf der Stra&#223;e, 2010<br \/>\n      nochmal fast 100.000. 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