{"id":14410,"date":"2011-10-01T00:00:00","date_gmt":"2011-09-30T22:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14410"},"modified":"2012-05-09T15:27:28","modified_gmt":"2012-05-09T13:27:28","slug":"14410","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/10\/14410\/","title":{"rendered":"&#8222;No lucro &#8211; Kein Profit mehr&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Das ist die Forderung, mit der seit Juni dieses Jahres mehrere tausende   Sch&#252;lerInnen, LehrerInnen, Eltern und Besch&#228;ftigte gegen die chilenische   Schulpolitik protestieren.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Der Gro&#223;teil der Bev&#246;lkerung kann sich kein Universit&#228;tsstudium leisten.   Das Bildungssystem wird dominiert von privaten Schultr&#228;gern und ist   daher f&#252;r Viele unbezahlbar. Bildung ist auch in Chile eine Klassenfrage.<\/p>\n<p>  Seit drei Monaten demonstrieren zahlreiche Menschen gegen die ungerechte   Schulpolitik und die Proteste nehmen kein Ende. Doch wie sieht die   derzeitige Schulpolitik in Chile aus und was sind die Forderungen der   Protestbewegung? Die Organisation f&#252;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und   Entwicklung gab heraus, dass in Chile nahezu die h&#246;chsten Bildungskosten   weltweit herrschen. Ca. 17% des j&#228;hrlichen Budgets der Universit&#228;t von   Chile werden vom Staat finanziert. Den Rest m&#252;ssen die Studierenden   selbst tragen, weshalb viele mit einem Schuldenberg von knapp 42.000   Euro ins Berufsleben starten. Der Zentralstaat ist folglich nicht mehr   f&#252;r die Finanzierung des Bildungswesens zust&#228;ndig, sondern die Kommunen,   die sich keine freie Bildung f&#252;r Alle leisten k&#246;nnen. Die Forderungen   der Protestierenden sind daher freie Bildung f&#252;r jedeN, die   Verstaatlichung aller Bildungstr&#228;ger, das Mitreden bei der Neugestaltung   des Bildungssektors und das Ende mit einem Schulsystem, bei dem die   Gewinnmaximierung im Vordergrund steht.<\/p>\n<h4>  Repression<\/h4>\n<p>  Der Pr&#228;sident Sebasti&#225;n Pi&#241;era weist die Forderung nach kostenloser   Bildung zur&#252;ck. Nach fehlgeschlagenen Versuchen die Sch&#252;lerInnen,   Studierenden und LehrerInnen mit unzureichenden Vorschl&#228;gen zur   Verbesserung des Bildungssektors zu bes&#228;nftigen, reagiert er mit   Repressionen. Seine Ank&#252;ndigung, den streikenden LehrerInnen keinen Lohn   mehr zu zahlen und das laufende Schuljahr nicht anzurechnen, zeigten   keine Wirkung. Auch der Versuch die Proteste zu verbieten hinderte die   Menschen nicht daran auf die Stra&#223;e zu gehen. Ganz im Gegenteil: All die   Versuche die Protestbewegung durch Drohungen und Unterdr&#252;ckung   auseinanderzutreiben, bewirkten eine immer st&#228;rker werdende   Protestwelle. Die Sch&#252;lerInnenbewegung solidarisierte sich mit dem   Streik der KupferminenarbeiterInnen am 11. Juli. Die Idee entstand, die   Kupferminen zu verstaatlichen um mit dem Gewinn kostenlose Bildung zu   finanzieren. Am 5. August besetzten rund 200 DemonstrantInnen den   Fernsehsender Chilevision. Dieser Universit&#228;tskanal geh&#246;rte bis 2010   Pi&#241;era und dient nun den Sch&#252;lern als eine Art Infoprogramm f&#252;r die   Demonstrationen und als Vermittlung von den Neuigkeiten der   Protestbewegung. Am 13. August protestierten ca. 150.000 Menschen in   Santiago de Chile gegen die Bildungspolitik. Es kam zu massenhaften   Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Protestierenden. Brennende   Barrikaden behinderten den Berufsverkehr und Autos wurden angez&#252;ndet &#8211;   Ein eindeutiges Zeichen daf&#252;r, in welcher verzweifelten Situation sich   die Sch&#252;lerInnen und Studierenden derzeit befinden. Die Polizei   reagierte mit rund 1900 Festnahmen.<\/p>\n<h4>  Studierende und Arbeiterklasse k&#352;mpfen gemeinsam<\/h4>\n<p>  Am 24. und 25.9 fand die Bewegung Unterst&#252;tzung vom Gewerkschaftsverband   CUT. Mit einem 48 Stunden- Generalstreik erkl&#228;rten sich 10.000 Arbeiter   solidarisch mit den Sch&#252;lerInnen. Beh&#246;rden blieben geschlossen,   Menschenketten wurden gebildet, eine Reihe von Demos fanden statt und   Barrikaden wurden errichtet. In der Hafenstadt Puerto Montt   protestierten 20.000 Menschen und 70 Schiffe formierten sich, um ihre   Solidarit&#228;t zum Ausdruck zu bringen. Doch die Forderungen der Menschen   gingen &#252;ber den Bildungssektor hinaus. Steuersenkungen, h&#246;here Renten   und eine bessere Arbeitsrechtsreform wurden gefordert. Neben unz&#228;hligen   Festnahmen hat die Polizei einen 16-j&#228;hrigen Jungen w&#228;hrend des   Generalstreiks erschossen. Ein weiterer schwebt in Lebensgefahr.<\/p>\n<h4>  Verhandlungen?<\/h4>\n<p>  Die Regierung schwankt zwischen Zugest&#228;ndnissen und massiver Repression   hin und her. Eine Strategie zur Steigerung der Proteste ist notwendig.   Verhandlungen mit einer Regierung der Reichen, die genug   Bildungsprofiteure in ihren Reihen hat, werden selbst wenn einige   Zugest&#228;ndnisse erreicht werden, nicht zur Erf&#252;llung der Forderungen   f&#252;hren. In der Bewegung gibt es wegen der Erfahrungen mit etablierten   Parteien eine Anti-Parteien-Stimmung. Dennoch stellt sich die Frage   einer politischen Alternative f&#252;r die Bewegung.<\/p>\n<p>  Socialismo Revolucionario, die Schwesterorganisation der SAV, ist von   Anfang an bei der Bewegung dabei. Sie argumentiert f&#252;r eine   sozialistische Alternative zum heutigen System. Auf der Grundlage einer   Massenbewegung, die von unten demokratisch organisiert und kontrolliert   wird, k&#246;nnte eine revolution&#228;re Verfassungsgebende Versammlung erk&#228;mpft   werden, welche die ArbeiterInnen und Armen repr&#228;sentiert. Svenja<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Das ist die Forderung, mit der seit Juni dieses Jahres mehrere tausende<br \/>\n      Sch&#252;lerInnen, LehrerInnen, Eltern und Besch&#228;ftigte gegen die chilenische<br \/>\n      Schulpolitik protestieren.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41,53],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14410"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14410"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14410\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14410"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14410"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14410"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}