{"id":14376,"date":"2011-08-11T13:00:00","date_gmt":"2011-08-11T13:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14376"},"modified":"2011-08-11T13:00:00","modified_gmt":"2011-08-11T13:00:00","slug":"14376","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/08\/14376\/","title":{"rendered":"&#8222;Politik hat die Grundlagen f&#252;r &quot;Riots&quot; geliefert&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Die Unruhen in Gro&#223;britannien sind Ausdruck der Wut junger Menschen.   Gewerkschaften schweigen bisher dazu. Ein Gespr&#228;ch mit Claire Laker   Mansfield<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Was sind die Gr&#252;nde f&#252;r die Ausschreitungen in Gro&#223;britannien?<\/h4>\n<p>  Die Riots dieser Woche in London und anderswo zeigen die gro&#223;e Wut, die   sich schon seit langem bei jungen Menschen aufstaut. Das ist auch kein   Wunder, wenn einer von f&#252;nf keinen Job hat. In vielen der Stadtteile, in   denen es derzeit Ausschreitungen gibt, ist dieser Anteil noch viel   h&#246;her. In Harringey, dem Londoner Stadtteil, in dem alles begann, kommen   54 Bewerber auf einen Job. Die K&#252;rzungen der Regierung versch&#228;rfen die   Lage noch. Dazu kommt rassistische Diskriminierung durch die Polizei.<\/p>\n<h4>  Wie beurteilen Sie, dass gro&#223;e Teile der Bev&#246;lkerung nach mehr Polizei,   Wasserwerfern oder sogar einem Armeeeinsatz rufen?<\/h4>\n<p>  Es ist verst&#228;ndlich, dass viele Menschen derzeit Angst haben. In einigen   Gegenden wurden Wohnungen und &#246;ffentliche Einrichtungen zerst&#246;rt. Wir   fordern, dass die Regierung f&#252;r die Sch&#228;den aufkommen muss. Der Ruf nach   der Polizei ist nicht &#252;berraschend. Doch gleichzeitig ist die Polizei   eine der Ursachen f&#252;r die Unruhen. Deren dauernde Personenkontrollen,   die st&#228;ndige Bel&#228;stigung von Jugendlichen hat die Wut mit aufgebaut, die   jetzt zu dieser Explosion gef&#252;hrt hat. Eine Aufstockung der   Sicherheitskr&#228;fte wird nicht zu einer Verbesserung der Lage beitragen.   Wir brauchen einen gemeinsamen Kampf von Jugendlichen und Werkt&#228;tigen   gegen alle K&#252;rzungen und f&#252;r Jobs, bezahlbaren Wohnraum und &#246;ffentliche   Dienstleistungen. Ein st&#228;rkerer Repressionsapparat k&#246;nnte zudem sp&#228;ter   auch immer gegen streikende Besch&#228;ftigte und soziale Bewegungen   eingesetzt werden.<\/p>\n<h4>  Was macht die &#187;Youth Fight for Jobs&#171; Kampagne und was sind ihre   Forderungen?<\/h4>\n<p>  Wir haben uns 2008 zu Beginn der Wirtschaftskrise gegr&#252;ndet, um gegen   Jugenderwerbslosigkeit und mangelnde Chancen f&#252;r junge Leute zu k&#228;mpfen.   Wir verlangen die sofortige Wiederer&#246;ffnung aller geschlossenen   Jugendeinrichtungen und das Recht auf freie Bildung. Wir organisieren   f&#252;r kommenden Mittwoch eine gemeinsame Demonstration mit der   Day-Mer-Jugend, einer t&#252;rkisch\/kurdischen Jugendorganisation im Londoner   Stadtteil Tottenham.<\/p>\n<p>  In vielen Bezirken mit hohem t&#252;rkischst&#228;mmigen Bev&#246;lkerungsanteil wurden   Verteidigungskomitees aufgestellt, um Pl&#252;nderungen zu verhindern.   Bef&#252;rchten Sie eine Spaltung der Communities?<\/p>\n<p>  Es ist verst&#228;ndlich, dass sich die Anwohner organisieren, um sich zu   verteidigen. Wir rufen dazu auf, gemeinsame Komitees zu gr&#252;nden, die   &#252;ber ethnische und religi&#246;se Grenzen hinausgehen.<\/p>\n<h4>  Die Medien berichten viel &#252;ber &#187;spontane&#171; Aufr&#228;umarbeiten durch die   Bev&#246;lkerung. Wie seht Ihr diese Entwicklung?<\/h4>\n<p>  Wir unterst&#252;tzen Communities, die sich selbst organisieren. Allerdings   ist es zynisch, wie einige Politiker versuchen, sich mit derartigen   Forderungen zu profilieren. Sie wollen davon ablenken, dass ihre eigene   Politik die Grundlagen f&#252;r den Riot geliefert hat!<\/p>\n<p>  Die Ausschreitungen zeigen die wachsende soziale Schieflage in   Gro&#223;britannien. Die meisten Gewerkschaftsf&#252;hrer waren in den vergangenen   Tagen sehr leise. Warum?<\/p>\n<p>  Das stimmt zum gro&#223;en Teil. Es gibt aber auch einige Ausnahmen. Die PCS,   die Gewerkschaft der Staatsangestellten, hat ein Statement   ver&#246;ffentlicht. Darin wird detailliert &#252;ber die tiefe Ungleichheit, die   K&#252;rzungen und andere Regierungsma&#223;nahmen berichtet, die zu der jetzigen   Situation gef&#252;hrt haben. Es ist allerdings widerlich, dass der   Generalsekret&#228;r des britischen Gewerkschaftsbundes TUC sich bis heute   nicht zu den Unruhen ge&#228;u&#223;ert hat.<\/p>\n<h4>  Wie kamen Ihre Forderungen bislang an?<\/h4>\n<p>  Wir werden in den n&#228;chsten Tagen in die Communities gehen und dort   Flugbl&#228;tter verteilen. Gleich nach den Riots waren wir in Tottenham.   Auch wenn es da viel Wut &#252;ber die angerichteten Zerst&#246;rungen gibt, sieht   die &#252;berwiegende Mehrheit die Gr&#252;nde f&#252;r die Unruhen in der   Regierungspolitik und der brutalen Einstellung der Polizei gegen junge   Menschen im allgemeinen.<\/p>\n<h5>  <i>Claire Laker Mansfield arbeitet f&#252;r die Jugendkampagne &#8222;Youth Fight   for Jobs&#8220;. Das Interview f&#252;hrte Christian Bunke. Es erschien zuerst in   der Tageszeitung junge Welt.<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die Unruhen in Gro&#223;britannien sind Ausdruck der Wut junger Menschen.<br \/>\n      Gewerkschaften schweigen bisher dazu. 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