{"id":14371,"date":"2011-08-09T00:00:00","date_gmt":"2011-08-09T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=14371"},"modified":"2011-08-09T00:00:00","modified_gmt":"2011-08-09T00:00:00","slug":"14371","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2011\/08\/14371\/","title":{"rendered":"Von wegen einfach und unb&#252;rokratisch"},"content":{"rendered":"<p>  Von der Leyens Bildungspaket h&#228;lt nicht was es verspricht<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Angeblich soll etwa 2,5 Millionen Kindern und Jugendlichen, deren   Familien von Hartz IV oder anderen Sozialleistungen leben, eine einfache   und unb&#252;rokratische F&#246;rderung erm&#246;glicht werden. Insgesamt sollen 1,6   Milliarden Euro pro Jahr unter anderem f&#252;r Mittagessen in Kitas, Schulen   und Horten, Nachhilfeunterricht der einen 10-Euro- Zuschuss f&#252;r die   Mitgliedschaft in Sport- oder Kulturvereinen bereitgestellt werden. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Mar&#233;n Wiese, Rostock<\/i><\/h4>\n<p>  Das h&#246;rt sich alles gut an. Aber nur ein Bruchteil der Berechtigten hat   Mittel aus dem Bildungspaket beantragt. Da stellt sich doch schnell die   Frage, warum das Bildungspaket dann nicht so recht angenommen wird. Die   Antwort darauf ist eigentlich sehr einfach: In vielen Bundesl&#228;ndern   wurden viele dieser Leistungen durch die L&#228;nder und Kommunen bereits   gew&#228;hrt. In Mecklenburg-Vorpommern gab es zum Beispiel f&#252;r die Eltern,   die ALG II, Sozialgeld, Wohngeld u.&#228;. erhalten haben, auch einen   Essensgeldzuschuss, der aber meist &#252;ber die Tr&#228;ger der Kitas\/Horte bei   der zust&#228;ndigen Stelle beantragt wurde. Aus eigener Erfahrung, wei&#223; ich,   dass in der Kita meines Kindes die entsprechenden Eltern einen Vordruck   erhielten, dass sie diesen Zuschuss in Anspruch nehmen m&#246;chten und   diesen nur noch unterschreiben brauchten.<\/p>\n<h4>  Eltern k&#228;mpfen mit b&#252;rokratischen H&#252;rden<\/h4>\n<p>  Mit dem Bildungspaket setzte aber dann Anfang diesen Jahres das totale   Chaos ein. Eltern, die diesen Essensgeldzuschuss erhielten, sollten sich   pl&#246;tzlich nicht mehr ans Jugendamt wenden, das bisher alles geregelt   hatte, sondern im Jobcenter oder bei der Wohngeldstelle. Die   Verantwortlichen dort waren aber meist heillos &#252;berfordert. Keiner   wusste so recht, wie die Leistungen genau beantragt werden sollten und   st&#228;ndig mussten neue Antragsformulare ausgef&#252;llt werden. So dass in   Rostock z.B. letztlich alle Antr&#228;ge dann wieder beim Jugendamt landen   und zentral bearbeitet werden.<\/p>\n<p>  Statt wie bisher die Leistungen zwischen dem Tr&#228;ger der Einrichtung und   dem zust&#228;ndigen Amt zu verrechnen, sollen die Eltern erst mal eine   Rechnung des Tr&#228;gers einreichen und bekommen dann das Geld zur&#252;ck und   sollen anhand der Angaben, dann sp&#228;ter Gutscheine bekommen. Das ist   total b&#252;rokratisch und hat schon einige Eltern (mich eingeschlossen) an   den Rand der Verzweiflung getrieben. Ein Teil der Eltern gibt dann   irgendwann auf. Viele haben bisher auch keine Ahnung von dem Umfang des   Bildungspakets oder sind mit der Antragsstellung &#252;berfordert.<\/p>\n<h4>  Es ginge auch anders<\/h4>\n<p>  Eigentlich ist es eine gute Sache die Kinder aus sozial schwachen   Familien zu f&#246;rdern. Doch von der Leyens Bildungspaket wird es nicht tun.<\/p>\n<p>  Eigentlich w&#228;re es viel sinnvoller das Geld direkt an Schulen zu geben,   um dort z.B. mehr SchulsozialarbeiterInnen oder LehrerInnen   einzustellen, die sich dann auch um die Gestaltung von AG&quot;n   (Arbeitsgemeinschaften) oder Workshops f&#252;r Sport, Musik, Kunst oder   &#228;hnliche Aktivit&#228;ten mit den Kids zu k&#252;mmern. Au&#223;erdem sollte es f&#252;r   alle Schulen, Kitas und Horte ein m&#246;glichst kostenloses oder zumindest   sehr preiswertes, vollwertiges, warmes Mittagessen geben.<\/p>\n<p>  Auch Freizeitangebote in Vereinen sind sinnvoll, wenn sie m&#246;glichst in   den Stadtteilen oder in der n&#228;heren Umgebung angeboten werden. Hier   k&#246;nnten den Jugendlichen und Kindern Angebote gemacht werden, wie sie   ihre Freizeit nach ihren Interessen sinnvoll gestalten k&#246;nnen. Bereits   heute engagieren sich vor allem Eltern in diesem Bereich ehrenamtlich.   Dabei k&#246;nnten hier auch durch gezielte Weiterbildung oder Qualifizierung   gute, motivierte TrainerInnen oder AnleiterInnen einen neuen Job finden.   Da g&#228;be es bestimmt noch einige Dinge, die mit dem Geld sinnvollerweise   umgesetzt werden k&#246;nnten.<\/p>\n<p>  Manchmal lohnt sich hier auch mal ein Blick zur&#252;ck in der Geschichte.   Bei aller Kritik am Stalinismus gab es im Ostblock viele dieser   positiven Dinge, wie sehr g&#252;nstiges Essen in Kitas und Schulen, viele   Freizeitangebote in Vereinen oder auch in den Schulen nach dem   Unterricht. Auch die F&#246;rderung von schw&#228;cheren Sch&#252;lerInnen wurde durch   die Schulen weitestgehend &#252;bernommen, z.B. durch Lerngruppen. Das   bedeutet, dass diese Dinge prinzipiell m&#246;glich sind, wenn das Geld nicht   auf langen Wegen umst&#228;ndlich und b&#252;rokratisch beantragt werden muss,   statt direkt vor Ort sinnvoll eingesetzt zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Von der Leyens Bildungspaket h&#228;lt nicht was es verspricht\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50,78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14371"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14371"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14371\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14371"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14371"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14371"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}